Kinder leiden zunehmend unter Entwicklungs- und Verhaltensstörungen

Ute

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Hannover
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Krankenschwester, Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege (FLP)
Akt. Einsatzbereich
Zur Zeit in der Elternzeit
Funktion
Study nurse
[10.11.2004]

Neue Kinderkrankheiten in Deutschland

Kinder leiden zunehmend unter Entwicklungs- und Verhaltensstörungen

Etwa jedes fünfte Kind in Deutschland zeigt nach Einschätzung von Experten eine Entwicklungs- und Verhaltensstörung. Auf der Jahrestagung der Deutschen Liga für das Kind in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendpsychatrie des Universitätsklinikums Heidelberg Ende Oktober in Heidelberg beschäftigten sich Fachleute aus den Bereichen Pädiatrie, Kinder- und Jugendpsychatrie, Psychologie und Pädagogik mit diesem Thema. Ursachen, Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten von neuen Krankheiten, die bei Kindern in zunehmenden Maße zu beobachten sind, standen dabei im Mittelpunkt des Interesses.

Demnach stellen nicht mehr nur die klassischen Kinderkrankheiten eine Bedrohung für die Gesundheit der Kinder dar. Zunehmend treten neuartige, komplexe Erkrankungen und Störungen auf, die Körper und Seele gleichermaßen betreffen. So sind bereits bei Säuglingen und Kleinkindern so genannte Eltern-Kind-Bindungs- und Regulationsstörungen zu beobachten, die mit exzessivem Schreien, Schlafstörungen und Essproblemen der Kinder einhergehen. Später stehen Bewegungsmangel, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen und psychosoziale Auffälligkeiten im Vordergrund. Schätzungen zufolge sind z.B. ca. 10% der Kinder in Deutschland übergewichtig. Untersuchungen zur Häufigkeit des so genannten hyperkinetischen Syndroms (Hyperaktivität) ergaben bei etwa 9% der Jungen und 3% der Mädchen entsprechende Verhaltensauffälligkeiten. 5-10% der Schulkinder haben eine Lese-Rechtschreibschwäche (Legasthenie). Hinzu kommt, dass viele Kinder unter chronischen und teilweise umweltbedingten Erkrankungen wie Neurodermitis oder Allergien leiden.

Besonders betroffen sind Kinder aus armen Verhältnissen, die nur wenig Zugang zu Bildung haben und in städtischen Ballungszentren leben, sowie Kinder aus Migrantenfamilien. Vermutet wird, dass die Ursachen für die neuen Kinderkrankheiten in einem Zusammenspiel von körperlichen Faktoren, gesundheitlichem Fehlverhalten, mangelnder Informiertheit und belastender Lebensverhältnisse liegen. Der Kinder- und Jugendpsychiater und Präsident der Deutschen Liga für das Kind, Prof. Franz Resch, plädierte deshalb für eine stärkere Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen, Lehrern und Erziehern. Eltern und Kindern müssten zur aktiven Mitarbeit bei bestehenden Problemen gewonnen werden. Gefordert wird von der Deutschen Liga für das Kind u.a. eine schnelle Umsetzung von Vorbeugemaßnahmen im Rahmen des von der Bundesregierung angekündigten Nationalen Aktionsplans "Für eine kindergerechte Welt".

Weitere Infos zum Thema finden Sie hier:

Kinderkrankheiten
Hyperaktivität (Aufmerksamkeitsstörung, ADS)
Sprachstörungen
Legasthenie
Übergewicht


Quelle(n):
http://www.uni-heidelberg.de/presse/news04/2410jede.html
http://www.liga-kind.de/pages/aktu4.htm

Quelle: www.m-ww.de
 

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