Kinder in der Dialyse

Rabenzahn

Poweruser
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Hallo,

gibt es für Kinder spezielle Dialysegeräte oder bringen die normalen Geräte die entsprechende Leistung ?
 

Ute

Poweruser
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hi,

mit Kinder kenne ich mich nicht so gut aus ! Ich weiß nur, wenn ein Kind dialysiert werden muß, dann macht man oft Bauchfelldialyse, wenn die Kinder größer sind bekommen sie auch eine Hämodialyse. Das Prinzip ist gleich, nur das Pumpensegment ist kleiner, dass heißt für Kinder wird ein kleineres Blutschlauchsystem verwendet . Es fließt also weniger Blut durch das Schlauchsystem in der Minute obwohl die Pumpengeschwindigkeit vielleicht gleich bleibt. Wir machen das manchmal bei Patienten die unter 50 Kg wiegen, sonst ist der extrakorporale Kreislauf zu groß.
 

pat

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Hallo,

im Akutfall wird bei uns eine Dialyse mit der Prisma durchgeführt. Je nach Alter der Kinder werden versch. Filtergrößen verwendet. Früher gab´s erst Filter ab 10 kg, aber jetzt können, soweit ich weiß, auch schon Säuglinge ab 2 kg an der Prisma dialysiert werden.

Bei chronisch dialysepflichtigen Kindern wird die Peritonealdialyse bevorzugt, da bei Säuglingen und Kleinkindern die Oberfläche des Peritoneums im Verhältnis zur Körperoberfläche sehr groß ist, und so sehr gut als semipermeable Membran genutzt werden kann um Wasser, Kalium, Bun und Krea aus dem Körper zu entfernen.
Außerdem ist es ohne allzu großen Aufwand überall durchführbar, auch zu Hause. Die Kinder können Schule und Kindergarten besuchen, und normal am Leben teilhaben.
 

Gaby

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Hallo,

Wir versuchen, soweit es auch nur irgendwie geht, mit einer CAPD bei einem akuten Nierenversagen unserer Kinder zu beginnen.

Wie Pat, es bereits beschrieben hat, dient das Peritoneum als semipermeable Membran. Die Diffusion erfolg entlang eines Konzentrationsgefälles. Die Ultrafiltration, dient dem Wasserentzug!

Der Dialysekatheter wird (bei uns meist an der Station gelegt) durch den Muskulus rectus zwischen Nabel und Symphyse implantiert.

Das Füllen des Schlauchsystems erfolgt luftleer! Der Katheter wird rundgespült. Anfangs werden sehr kleine Einlaufmengen verwendet mit einer sehr kurzen Verweildauer! Sowohl die Menge des Einlaufs, als auch die Verweildauer muss den Bedürfnissen des Patienten angepasst werden!

Die Vorteile:

- Die Patienten benötigen keinen Gefäßzugang (zumindest nicht für die Dialyse)
- Die Technik ist einfach, die Handhabung ist einfach
- Die Eltern können angelernt werden – die CAPD ist auch zu Hause möglich
- Man benötigt keine Antikoagulantien
- Die CAPD ist kreislaufschonend

Nachteile:

- die Clearence ist gering (bei weitem nicht so effizient wie bei der HF
- Hygiene ist angesagt, auch zu Hause
- Infektionsgefahr, Peritonitis
- Eiweiß geht verloren
- Die CAPD muss kontinuierlich gemacht werden – keine Pausen möglich
- Kosmetische Probleme, vor allem wenn die Kinder älter sind
- Aufgrund der verwendeten Desinfektionsmittel (Händedesinfektion ....schnüffeln viele Kinder gerne an den Desinfektionsmittel!
- Die CAPD ist nicht bei jedem Kind möglich, da keine Bauchoperation vorangegangen sein darf


Liebe Grüße aus Wien

Gaby
 

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