Keilpolster bei KTEP

Amly

Newbie
Registriert
11.09.2006
Beiträge
15
Ort
Iserlohn
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
Intensiv
Hallo,
wie wird bei euch eine Knieprothese die erste postop Nacht gelagert? bei uns sollen die Patienten in der ersten Nacht ein Keilpolster unterm Bein haben was dann am Morgen raus kommt. Ist es bei euch auch so, und wenn ja warum? Bei einer Knieprothese gehts doch meist um ein Streckdefizit und da ist ein Keilpolster ja logischerweise kontraindiziert. Ausserdem ist es den Patienten selbst meist unangenehm.
 
Schon den behandelnden Arzt gefragt? Der ist für die Therapie zuständig. Als Pflegender darfst du nix ändern - auch wenn sich heraus stellen sollte, dass es fachlich nicht ganz korrekt ist.

Elisabeth
 
das ist bei uns standard. bekommt jede ktep in der ersten nacht.
 
Wenn der Doc das so verfügt hat im Standard, musst du diesen befragen. Was sagt der denn dazu, warum er dies so wünscht?

Elisabeth
 
hallo,

bei uns ist dies nicht üblich, im gegenteil die ärzte möchten immer das die volle streckung da ist. kenne so ein keilkissen auch überhaupt nicht??? wie sieht das aus?
mich würde mal interessieren wieso dies so gemacht wird bei euch? kann mir eigentlich keine logische erklärung zusammen reimen?? vielleicht schmerzentlastung, aber ich mein da gibts ja mittel und andere wege?

liebe grüße
 
Hallo,
wie wird bei euch eine Knieprothese die erste postop Nacht gelagert?

Das OP-Bein wird bei uns flach gelagert. Prophylaxe gegen Beugekontraktur, wenn ich das richtig verstanden habe.

Wenn einer detaillierte Infos dazu hat, würde mich auch interessieren. Ich bin ja sehr vielseitig (multi-multi-multi-diszipliär) tätig und komm oft mit dem Suchen nach Antworten gar nicht nach ;)

Grüße
Michl
 
vielleicht, um das knie post op nicht so anschwellen zu lassen?
 
Hallo!

Ich kann mir bei diesem Keilpolster nicht so ganz vorstellen wie sehr das Knie gebeugt wird. Bei uns wird eine flache Lagerungsschiene verwendet, durch die das Knie nur minimal gebeugt ist. Diese wird nach 24 h oder spätestens am 2. postop Tag entfernt und das Knie durch unterlegen eines Kissens an der Ferse (intermittierend) in Streckstellung gebracht.
Die Schiene dient lt. Aussage der Ärzte zur Schmerzprophylaxe und gibt dem Bein einen besseren Halt. Der Halt ist deshalb wichtig, da die Patienten bei uns postoperativ über einen PDK Carbostesin und Sufenta für 2 Tage erhalten.

LG, Lini
 
hallo,
bei uns bekommen die patienten eine flache lagerungsschiene auch über mehrere tage..........aber ab dem 1. post op tag bekommen sie auch kg u je nach patient 1 bis 2 mal eine bewegungschiene wobei hier die beugung täglich gesteigert wird, evtl. sogar mit schmerzmittel. so ein keil wie es beschrieben wurde kenne ich gar nicht. wie sieht denn sowas aus und warum wird es in manchen kliniken bevorzugt?
 
Schon den behandelnden Arzt gefragt? Der ist für die Therapie zuständig. Als Pflegender darfst du nix ändern - auch wenn sich heraus stellen sollte, dass es fachlich nicht ganz korrekt ist.

Elisabeth


Hallöle,

soweit ich im deutschen Recht informiert bin gibt es dort etwas, dass sich Übernahmeverschulden nennt und man sollte vorher (mal allgemein auf fragwürdige Anordnungen und Tätigkeiten) prüfen ob das was man da tut nicht gerade darunter fällt.
In diesem Fall würde ich diese Tätigkeit/Anordnung ablehnen und der Verordnende möchte dies dann bitte selbst erledigen, wenn er es so haben möchte....er sollte auch damit rechnen, dass ich diese so dokumentiere.


Greez
Dennis
 
Übernahmeverschulden tritt nur ein, wenn der Richter dir nachweisen kann, dass du dieses hättest wissen müssen anhand deines Fachwissens. Dies scheint hier nicht gegeben zu sein - demzufolge kein Übernahmeverschulden.

Ist mir anhand meines Fachwissens aber klar, dass hier die Durchführung der Ansetzung zum Schaden des Patienten führt, sollte ich auf jeden Fall so handeln wie Dennis dies vorgibt.

Elisabeth
 
Bei uns werden die Knie auch eher flach gelagert, sie müssen jedoch direkt nach der OP auf die Bewegungsschiene.
Ein Keilkissen kenne ich so auch nicht. Bei unseren Hüft Tep´s bekommen die Patienten einen Keil zwischen die Beine, um ein Übereinanderschlagen zu verhindern.
 
Hallöle,


in diesem Fall bin ich mir auch nicht so ganz sicher. Wir lernten jedenfalls nie etwas über Keilkissen bei Operationen an den unteren Extremitäten, es gibt mittlerweile für alles eine eine wunderbar geformte Schiene und uns wurde der nicht ganz offizielle Leitsatz "Alles unter dem Knie hohe Schiene, alles über dem Knie flache Schiene" bei gebracht und dies wurde auch in allen Kliniken in denen ich bisher tätig war so gehandhabt.

Und wie ich mir nun flott noch einmal durchgelesen habe entspricht dies auch den Angaben und Abbildungen des Pflege Heute 2. Auflage.


Greez
Dennis
 
HI,
bei uns bekommen die Patienten am OP Tag und über die Nacht ein Mecronschiene
Mecronschiene
ab und an verlangen die Patienten das man ihnen ein Polster unter das Knie legt , was aber nur auf ausdrückliche Arztanordnung gemacht werden darf.
Ab dem 1.postop Tag kommt die Schiene weg und nach der Drainentfernung am 2. Tag gehts los mit Motorschiene...
Keilpolster kenne ich auch nur bei H-Tep...
lg
 
Hallöchen!

Also ich kann mir gut vorstellen, daß die Patientin dadurch noch mehr Schmerzen hat als ohne hin schon. Hohe Schienen werden bei uns bei allen Frakturen des Fußes, OSG., dist. tibia u. Fibula u. ASK d. Knie (außer X-Band u. Meniskus d. erhalten n. ärztlicher Anordnung spezial Orthesen vom Sanitätshaus u. ebenfalls flache Schienen). Wie alle Hüft-, Knie-TEP u. bei allen Femur Frakturen. Keilkissen kenne ich nur als Abduktionskissen bei Hüft-TEP. Würde wirklich mal den anordnenden Arzt fragen warum er dies möchte, vielleicht hat er sich dabei irgendetwas gedacht:weissnix:
 
Also bei uns wird nach KTEP das Bein in eine flache Lagerungsschiene bis zum 7ten post OP-Tag. Das die Patienten bei uns nach KTEP 2 Redons haben, bekommen sie eine Bewegungsschiene am 4ten Tag wobei die Redons meist schon am 2ten Tag gezogen werden. KG ist aber schon am 1ten post OP-Tag.
Bei uns werden sie analgetisch mit einem großen Schmerzschema abgedeckt
(Voltaren, Pantozol, Valoron 150 ret. und Paspertin - wird ab dem 7ten Tag abgesetzt) und kommen eigentlich ganz gut hin.
lg GK2005
 
also bei uns werden Knie-TEPs auf eine hohe SSS gelagert für 1-2 Tage, da die Patienten es anders trotz Naropin-Perfusor am Anfang gar nicht aushalten würden. Vielleicht ist es ja mit dem Keilkissen der selbe Grund, spätestens ab dem 2 postop Tag wird allerdings begonnen mit der Bewgegungsschiene zu üben um Kontrakturen zu vermeiden.:besserwisser:
 
Bei uns wird das operierte Bein (KTEP) flach gelagert und mit 2 Sandsäcken an der Innen und Außensseite verstärkt, um eine Außen- bzw Innenrotation zu vermeiden. Die Streckung nach einer Knieendoprothese ist wichtig. Die Lagerung in einer Schiene geschieht nur auf ärztlicher AO. Mit der Bewegungsschiene beginnen die PAt. schon am 1.po Tag.
 
Nun, erreiche ich nicht mit 2 Sandsäcken, die das Bein halten, dasselbe wie mit einer Schiene und bietet die Schiene nicht etwas mehr Halt?


Gruß
Dennis
 
Nun, ihr Lieben vielleicht kann ich bald als Betroffener mitreden bzw. mein Erleben einer solchen Operation mit nachfolgender Behandlung schildern.
Mein Doc teilte mir am letzten Mittwoch mit, dass ich mich damit anfreunden muß. Mit 43. Ich bin total aus dem Häuschen.:cry:

Aber vielleicht könnt ihr mir schon mal vorab sagen, was da alles so auf mich zukommt.

einen schönen Sonntag noch
t-rex
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 19 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!