Katastrophale Zustände in pivaten Pflegediensten

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von newschool, 23.04.2009.

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Was hält ihr von privaten Pflegediensten?

  1. Klasse, würde jeder Zeit dort arbeiten wollen!

    34 Stimme(n)
    29,8%
  2. Für Geld mache ich alles!

    14 Stimme(n)
    12,3%
  3. Nein danke!

    66 Stimme(n)
    57,9%
  1. newschool

    newschool Gast

    Hallo zusammen,

    möchte von euch mal hören, was ihr zu privaten ambulanten Pflegediensten sagt. Wie sehen die Zustände bei euch aus?

    Meine Meinung, basierend auf reichlich Erfahrung:

    - Beim Vorstellungsgespräch wird dir das "Blaue" vom Himmel erzählt
    - Schlechte Bezahlung
    - Miserable Arbeitszeiten
    - Überstunden machen ohne Ende (Abbau dieser nicht möglich aufgrund von ständigem Personalmangel)
    - Hohe Mitarbeiterfluktuation (Pflegepersonal, PDL, etc.) Mittleweile schon die 10 PDL innerhalb von 8 Jahren!
    - PDL´s mit mangelnder Qualifikation (z.B. miserable Personalführung, etc.)
    - Hoher Krankenstand
    - Unvollständiger Arbeitsvertrag (u. a. kein Wort von einer Überstundenregelung, keine Angaben darüber an welchen Tarif dieser Vertrag angelehnt ist, etc.)
    - Misstrauen der Chefetage (Firmeninhaber, PDL, etc...) dem Pflegepersonal gegenüber
    - Fehlendes Unternehmerisches Denken der Chefetage
    - Menschlichkeit bleibt auf der "Strecke"
    - Druck ausüben auf Mitarbeitern mit verfälschten Tatsachen
    - Zu viel Einbringung von privaten Dingen/ persönlichen Dingen durch Chef bei Mitarbeitergesprächen (Auf persönlichen Ebene finden die meisten Gespräche statt!)
    - Unzureichende Abdeckung des Dienstplanes/ Kein organisierter Ablauf/ Dienstplane wird meist erst ZWEI Tage vor Ablauf des laufenden Monats aufgehangen. Auch später!
    - KEINE Diensthandys! Entweder Funk (Von Firma gestellt, haben nur zwei) mitnehmen und vom Pat. aus tele. oder pivat Handy nutzen (Handygebühren werden nicht erstattet!)
    - usw.


    Wie seht ihr das? Wie sieht es bei euch aus? Woran liegt es? Wie die Missstände aufdecken?

    Ein vielfaches Interesse an der Umfrage wäre erfreulich!
     
  2. Lisl

    Lisl Newbie

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    ambulante Pflege
    Hallo newschool,
    Was verstehst du unter schlechter Bezahlung?
    Was sind miserable Arbeitszeiten für dich?
    Was versehst du unter fehlemden unternehmerischen Denken?
    Was bedeutet für dich Menschlichkeit?
    Nur, wenn ich dies weiß, kann verstehen wovon du schreibst.
    Lieben Gruß
     
  3. newschool

    newschool Gast


    Hallo Lisl,

    schön das du fragst.


    schlechte Bezahlung: Ich finde das man als 3 jährig exam. Krankenpfleger mit 13€ die Stunde unterbezahlt ist! Wenn man bedenkt das man jahre in der firma ist und sich überqualifiziert fühlt. ohne Abmahnung oder ähnlichem ist.

    miserable Arbeitszeiten: Ich muss mich korrigieren. Dies soll sich auf eine Teilzeitkraft mit 126Std. pro Monat beziehen. Die ständig Überstunden macht. Warum macht man Teilzeit? Weil man den Anderen Teil z.B. zum lernen braucht wenn man z.b. nebenbei studiert.

    unternehmerisches denken:
    Darunter verstehe ich unternehmerisch zu Handeln. Kaufmännisch, wirtschaftlich zu denken. Das eine ist die Pflege, das Andere das unternehmerische. Z. B. wenn der Chef nur teilzeitkräfte einstellt, dann muss er mehr mitarbeiter einstellen um die arbeit abzudecken als wenn er nur vollzeitkräfte einstellt, und nicht die teilzeitkräfte für vollzeit arbeiten lassen! oder weniger pat. aufnehmen.

    menschlichkeit: Es wird zuviel auf der persönlichen Ebene geredet. Nicht aber auf der sachlichen! Das ist ein ganz großes Problem. So spielen zu viele private Dinge eine Rolle, wie z. B. wie der heute rum läuft, den muss ich heute mehr arbeit aufdrücken, oder der Chef sagt, ich muss alle Mitarbeiter neutral behandeln, was aber spätestens dann nicht mehr der Fall ist wenn der Chef öffentlich symphatien für jemand auspricht, etc., desweiteren spielt der Neid eine große Rolle! Das waren nur einige banale Beispiele.


    Für noch mehr Beispiele fehlt hier der Platz und mir die Zeit....:D
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

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    Palliativstation, Bildungszentrum
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    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Der Stundenlohn entspricht in etwa dem vom TVÖD. Damit will ich nicht behaupten, dass er großzügig ist, aber er entspricht den momentanen Gegebenheiten auf dem Markt. Viele kleine private Dienste bezahlen wesentlich schlechter.
     
  5. Schwester Persephone

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    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Nähe Bremen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante Pflege
    Funktion:
    PDL
    Ich kritzel mal dazwischen:
    Kann ich so nicht bestätigen; wir tun das nicht.
    zwischen 12 und 13 € (je nach Qualifikation und Berufserfahrung) dürften normal sein
    Bei uns arbeiten die meisten mit 25 WoStd - das bedeutet etwa jedes 2. WE Dienst. Am Dienst-WE in der Regel geteilter Dienst (1 x Früh- und Spättour á ca. 4 h und 1 x Früh und Mittagsdienst (ca. 4 + 1,5 h). Wer mag, kann auch einen kurzen WE-Dienst machen á 4 h; der ist aber recht unbeliebt, da sehr aufwendige Pflegen und "hakelige" Behandlungspflegen). Frei für gearbeitete WEs gibt es ziemlich zuverlässig in der Vor- oder Folgewoche. 7 Tage Dienst am Stück sind nicht die Regel, eher 3 bis 5 Tage; Doppeldienste (also F und S) an einem Tag versuchen wir während der Woche zu vermeiden, da ja schon am WE erforderlich. Rufbereitschaften: keine. Gewünschte freie Tage können in der Regel gegeben werden.
    Kann vorkommen: ja. Aber die bauen sich meist ganz von alleine ab, wenn die Touren mal kürzer sind = weniger Klienten. Wahlweise Auszahlung möglich.
    Nein, kaum Fluktuation.
    -
    Möglich :mrgreen: :knockin:

    Geht gegen Null.
    Anlehnung steht nicht drin, soweit ich weiss, muss man das auch nicht.
    Teilweise, ja. Aber nicht unbegründet.
    Jo.
    Nein, denn dann würden unsere Klienten den Anbieter wechseln, die Mitarbeiter öfter krank sein und häufiger kündigen.
    Damit kann ich so nichts anfangen.
    Das kann ich so auch nicht bestätigen.
    Bei uns nicht. 6 Wochen vorher schaffen wir zwar auch meist nicht, aber drei bis vier Wochen vorher steht der Dienstplan. Die Dienst-WEs haben wir jetzt für das ganze Jahr grob vorgeplant (hing mit der Urlaubsplanung zusammen). Der Wunschplan hängt 8 Wochen vorher aus. Jeder bekommt einen kompletten Monatsdienstplan, tauschen ist erlaubt mit Meldung nach oben. Jeder hat einen Tourenplan für die Folgewoche am Donnerstag im Fach.
    Gibts schon, aber nicht ausreichend viele. Diese werden aber eher nur im Spätdienst mitgenommen. Dennoch ist dies ein Punkt, der mich auch persönlich betrifft und ärgert.

    Was mich stört:

    • zuwenige Dienstfahrzeuge

    • Mängel in der Organisation (siehe Handy). Gut wäre: 1 festes Firmenhandy pro Tour, Mitnahmeverpflichtung.

    • mitunter übertriebene (nicht unbedingt sinnvolle) Sparmaßnahmen seitens der Geschäftsführung; Beispiel: beidseitiges Bedrucken von Schmierpapier (spart etwas Geld), aber dann langwieriges Entfernen des Papierstaus im Drucker (kostet viel Geld).

    • teilweise phlegmatische, verwöhnte Mitarbeiter z.T. mit deutlichen Abstrichen in der Fachlichkeit mit durchzuziehen, weil Pflegepersonal eben schwer zu bekommen ist.

    • phlegmatische Unternehmensentscheidungen der Geschäftsführung

    • Fortbildungen und Fahrtkosten werden bezahlt; nicht jedoch die Ausfallzeit.

    Was ich gut finde:


    • stabiles Team mit überwiegend sehr engagierten Mitarbeitern

    • meist gutes Miteinander, man hilft und unterstützt sich gegenseitig, wo möglich

    • verlässliche Bezahlung vor dem Monatsersten; flexibles Auszahlen von Überstunden

    • kurze Wege, wenn z.B. jemand einen guten Verbesserungsvorschlag macht, kann dieser schnell umgesetzt werden

    • kontinuierliche Planung der Touren (Bezugspflege)

    • bei pflegefachlichen oder organisatorischen Problemen ist immer jemand der Oberen erreichbar

    • gute Integration der 400-€-Kräfte ins Team (Teilnahme an Dienstbesprechungen und Fortbildungen -wenn erwünscht, Teilnahme an gemeinsamen Aktionen, z.B. Weihnachtsfeier, Ausflüge, etc.)

    • Transparenz: jeder MA darf (SOLL) wissen, was wieviel einbringt; jeder kann überall ran (na,ja, außer z.B. an die Personalakten *g)
    So, mehr fällt mir gerade nicht mehr ein :-)
     
  6. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Persephone hat alles gut auf den Punkt gebracht. Und was zu ändern wäre, kann ich mit Chefin und Team besprechen. Natürlich kann man auch gewaltiges Pech haben, wo alle negativen Punkte zutreffen. Aber deshalb ist der ambulante Bereich nicht insgesamt negativ zu bewerten.
    Mir fehlt auch noch ein Abstimmungspunkt. z.B "Ich würde es ausprobieren" oder so in der Art. Wenn alles schief läuft kann man ja auch die Firma wechseln.
     
  7. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    Hallo @alle,

    was versteht man denn unter

    privaten Diensten?


    Das Gegenteil wären ja staatliche Dienste, da gibt es doch keine, oder?
    Also, das DRK zum Beispiel ist ja nicht staatlich, sondern doch eher privat :emba:, oder?

    Kleinere ambulante Dienste, da arbeitet ChefIn selbständig, d.h. meistens selbst und ständig. Einfach ist das nicht. Und mit den heutigen Auflagen kaum noch zu bewältigen. Ich denke, die kleinen werden demnächst geschluckt werden. Vielleicht liegt das im Interesse der Krankenkassen.

    Übrigens, Putzfrauen bekommen in meinem Heimatgebiet mittlerweile (schwarz!) € 15.-. Reiches Land, reiche Stadt, vielleicht umsatteln? :cry: des Geldes wegen?
    Nein, nicht alles ist für Geld für mich zu machen.

    Kleinere Dienste erwarten von den Mitarbeitern schon vollen Einsatz. Und wie gesagt, der Fisch stinkt vom Kopf. Ist ChefIn engagiert, macht das Fußvolk mit. Im Allgemeinen ist Dienstleistung nie familienfreundlich, aber auch nicht unternehmerfreundlich. Eben Dienst, keine Arbeit :-)

    Grüsse,
    Atalante
     
  8. Neuroschwester84

    Neuroschwester84 Senior-Mitglied

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    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte heute mal etwas zu den Pflegezuständen im ambulanten Pflegedienst los werden.
    Ich habe selbst einige Zeit in der amb. Pflege gearbeitet und dabei ganz unterschiedliche Erfahrngen gesammelt.
    Zuerst mal zur Bezahlung, hier in Sachsne ist glaub ich die schlechteste in Deutschland: die Fachkräfte bekommen 8 Euro/Std
    Ich selbst habe alle Schichten und Teildienste gearbeitet und war oft von 5.30 - 22.30 unterwegs, keine Pausen, Essen im Auto war eigentlich verbote (da gabs dann mal ein brötschen auf die hand vom bäcker)
    2 Minuten pro Pat. bei Injektionen, bin teilweise 200km am Tag unterwegs gewesen.
    Nutzung von Privathände für dienstl Ttigkeiten und mußte in meinem Urlaub wegen einem Verordnungsschein mit Privatauto fahren und war über 3 Std deswegen unterwegs
    Dann wurde ich krank: eitrische Angina und Mandelabszess-> 3 Wochen Krankschreibung und dann wurde mir unetrstellt ich wäre areitsfaul und ich müßte mir doch überlegen ob ich überhaupt noch dort arbeiten wollte. Gleich bekam ich die fristlose Kündigung. Habe mich mit einem Anwalt zur Wehr gesetzt und gewonnen. Dabei wurde von der PDL zum Anwalt gesagt: "Die Mitarbeiter könnten doch mit ihr reden und müßten deswegen nicht gleich zum Anwalt rennen!"
    Im letzten Jahr haben dann innerhalb 2 Monaten > 10 Mitarbeiter in dieser Firma gekündigt.
    In einem anderen Pflegedienst haben die Schwestern ihre Privathandy-Nr. den Patienten dagelassen. ALso meienr Meinung nach ist Dienstzeit Dienstzeit und Feierabend ist privat:knockin:

    ach ja und 7-12 Tage Dienst am Stück waren auch nicht selten
     
  9. Lisl

    Lisl Newbie

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    Hallo Neuroschwester,
    7 bis 12 Tage sind überall üblich.
    Ich seh keinen Unterschied zwischen Wohlfahrtsverbänden und den Privaten.
    Mann kann überall Pech haben, auch in der freien Wirtschaft.
    Lisl
     
  10. Textmarker

    Textmarker Newbie

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    OP
    Also wir machen mindestens 12 Tage am STück, mit 13-15 Diensten!
    Man muss seinem Geld hinterher laufen und die unzufriedenheit im ganzen Team ist sehr hoch....seine Meinung sagen, egal ob als Einzelner oder mit dem Team, bringt überhaupt nichts, das geht im einen Ohr rein und im anderen wieder raus...

    Hoffentlich nict mehr lange...
     
  11. Neuroschwester84

    Neuroschwester84 Senior-Mitglied

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    Mentor, FAchkraft für Baclofen-Pumpen
    aber wenn man 5 tage früh geht und die restlichen 6 teildienst ist das glaub ich nicht üblich
     
  12. kinflow

    kinflow Junior-Mitglied

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    ich arbeite auch in der ambulanten pflege, jetzt schon über 5 jahre beim gleichen privaten pflegedienst. davor schon bei 3 anderen pd gearbeitet und kliniken und behindertenheime.
    mir gefällt die ambulante pflege sehr, ich kann meine arbeit nacheinander machen, lass mich mittlerweile von den zeitvorgaben nicht mehr stressen, im gegenteil, oft ist mir die zeitvorgabe eine hilfreiche grenze um die vereinbarte dienstleistung konzentriert zu bringen.
    bei einem privaten arbeitgeber hängen die qualität und die arbeitsbedingungen doch stark davon ab wie die geschäftsleitung arbeitet. hab auch mal in einem pd gearbeitet der einem grossen träger gehörte und es war katastrophal, ein unkompetenter und gleichgültiger bereichsleiter, miserables team, chaotische pdl
     
  13. Lisl

    Lisl Newbie

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    Altenpflegerin
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante Pflege
    Hallo Neuroschwester,
    was verstehst du unter Teildienste?
    Lisl
     
  14. Neuroschwester84

    Neuroschwester84 Senior-Mitglied

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    Neurologie u neurologische Intensivmedizin
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    Mentor, FAchkraft für Baclofen-Pumpen
    von früh halb 6 (davon schon um 5 in der Firma sein-Schlüssel und Plan (den man eh schon kennt) u Med holen. bis teilweise um 1 unterwegs, alles wieder abgeben, auto tauschen, heim, um 3 oder halb 4 wieder in der firma alles wie früh und dann bis 22.30 unterwegs, also erst um spät. 11 zu hause und halb 5 wieder aufstehen
     
  15. Drago07

    Drago07 Junior-Mitglied

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    Gesundheits- und Krankenpflegerin
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    Allgemeinchirurgie mit Uro-Belegbetten
    Ich fange mal geordnet an:

    Vorstellungsgespräch: Mir wurden Weihnachts- und Urlaubsgeld, sowie ca. alle 3Monate eine Ausschüttung versprochen. Mein Weihnachtsgeld waren ein Leberwurst- und Rotwurtsglas mit Keramikmesser für 25€. Die Ausschüttung...nie gesehen.
    Bezahlung: Zuschläge gab es nicht, ich hatte nur ein festes Gehalt von 1100€ brutto bei 30h in der Woche.
    Arbeitszeiten und Überstunden: meine Tour FD 5.45Uhr (beim Pat. stehen) bis ca 11.00Uhr (alle 2Tage ca 11.30Uhr wegen VW). MD 10.45Uhr bis 13.15Uhr und SD in meiner Tour von 16.30Uhr bis 21.15Uhr. Wir hatten 6Frühtouren 2Mittag und 4Spättouren, jedoch waren das meine Stammzeiten und am Wochenende auf 5/2/3 zusammengepackt. Früh- Mittag- und Spätdienst an einem Tag war keine Seltenheit, auch 5Tage hintereinander...
    Überstunden wurden nicht ausgezahlt, die konnten nur abgebummelt werden, was nicht ging, wegen zu wenig Personal. (Mein persönlicher Rekord 76Überstunden in nicht ganz 3Monaten)
    Es gab auch öfter den Fall, das meine PDL einen MA aus dem Urlaub holte, da ein anderer ja zuviel Überstunden hatte!
    Mitarbeiter: Ich will meine ehemaligen Kollegen nicht schlecht machen, jedoch war ich als Ausgelernte die qualifizierteste für VW und wurde sogar nach 2Wochen zur stellv. PDL! Die Aktenführung war bei den meisten mieserabel und meine "lieblings" Kollegin war zwischenmenschlich ein so begabt, dass nach 1Monat keiner mehr wollte, dass sie kam. Meine PDL und Geschäftsführung sah Probleme nur bei den Mitarbeitern. Anfangs gab es nur larifari Gespräche in der Gruppe, wenn was nicht in Ordnung war und später stieg meine PDL auf sofortige Abmahnungen (selbst bei Kleinigkeiten) und Sticheleien vor den anderen MA um. Die Geschäftsführung war absolut Geldgeil und wies uns an nur noch Wochenende zu tanken (da Sprit billiger) und jeder MA sollte am besten ca.30€-50€ pro Pat. erwirtschaften (wie macht man das wenn man nur Clexane spritzt?!).
    Krankenstand:
    Eine Kollegin von mir war wirklich fast dauerkrank...nur leider hatte sie auch nie wirklich Zeit sich auszukurieren. 2Wochen Krank und dann an der Arbeit gleich wieder 10Tage durcharbeiten mit FD MD und SD...
    Das ging einmal soweit, das wir nur noch 4Schwestern waren und alle Touren so umgepackt wurden, das wir hin kamen mit Personal... Das waren die härtesten 2Wochen die ich dort hatte! Und den Kranken MA wurde teilweise mit Abmahnung gedroht wenn sie nicht bald gesund waren.....
    Dienstplan: Meinen Tourenplan bekam ich für 2-3Tage wobei sich meist der 2te Tag ganz schnell änderte und ich eigentlich nur mit Sicherheit wusste, wie ich den nächsten Tag arbeiten musste. Dank meiner PDL gab es immer MA die ordentlich überstunden machten (meist immer nur die selben), v.a.da sie keinen Überblick über einen Monat hatte....
    Diensthandy: Ich hatte das privileg eines zu haben. Mit meinen Kolleginnen einigte ich mich so, wer keins hat klingelt an und wird zurück gerufen. Dank dieser Aktion bekam ich 2 oder 3mal Ärger mit der Geschäftsleitung, da ich zuviel telefoniere...
    Zu den Handys, mein Akku hielt wenn er gut zu mir war gerade so einen Tag und den Pin wusste zum Glück auch keiner.
    Kündigung: Meine Kündigung kam fristgerecht am Ende des Monats. Mir wurde dann in einem persönlichen Gespräch mitgeteilt, das meine Kündigung nicht rechtens wäre und die Geschäftsleitung aus kulanz meinen Vertrag beendet aber mit mind. 2Monaten Kündigungsfrist (anstatt 1Monat). Das ginge aber nur wenn ich mit meiner PDL abgesprochen hab, ob für sie das in ordnung wäre! Meine PDL meinte nur, ich soll ruhig gehen wenn es besser für mich wäre und das ihr von der Geschäftsführung auferlegt wurde mich bloß nicht gehen zu lassen. Nach viel hin und her war mein Vertrag dann schon nach 1Monat und 2Wochen beendet.
    Ich habe noch guten Kontakt zu einigen ehemaligen Kollegen und höre interessanter weise immer das selbe....

    Soviel zu meinen Erfahrungen in der amb. Pflege.
     
  16. Atalante

    Atalante Junior-Mitglied

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    Krankenschwester
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    ambulante Pflege

    Wohlfahrtsverbände sind PRIVATANBIETER!


    Grüsse,
    Atalante
     
  17. Neuroschwester84

    Neuroschwester84 Senior-Mitglied

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    Mentor, FAchkraft für Baclofen-Pumpen
    Drago07
    also hast du sozusagen ganz ähnliche Erfahrungen gemacht (klkingt ziemlich genau wie bei mir)
     
  18. Schwester 01

    Schwester 01 Junior-Mitglied

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    Gesundheits- und Krankenpflegerin, Pflegeberaterin
    Akt. Einsatzbereich:
    Amb. Pflg.dienst
    Funktion:
    Pflegedienstleiterin
    Hallo ich arbeite in einem kleinen privaten ambulanten Pflegedienst



    - Beim Vorstellungsgespräch wird dir das "Blaue" vom Himmel erzählt:kann ich so nicht sagen, mir wurde alles richtig erklärt, was auf mich zu kommt.
    - Schlechte Bezahlung:naja das ist glaub ich ein ewiges Streitthema.
    - Miserable Arbeitszeiten:naja doppeldienste meist nur am wochenende oder wenn MA im Urlaub oder frei.Bei uns fängt ein FD ca 6 Uhr an bis 10 oder 10:30 Mittag: ca 11:15- 13 manchmal 13:30 Spät kurz: 16:30- bis ca 17 manchmal auch 18 Uhr jenachdem wie Klienten verteilt werden.Spät lang:16:30 bis 21 Uhr. FD und Mittag immer zusammen- danach definitiv Feierabend, FD und Spät kurz immer zusammen, weil sonst unrentabel, Spät lang meist ohne FD, nur in Urlaubszeiten oder Mitarbeiterfrei mit FD aber dann nur FD bis 9:30.Und nur FD bis meist 10 Uhr und danach Feierabend.
    - Überstunden machen ohne Ende (Abbau dieser nicht möglich aufgrund von ständigem Personalmangel:krasse Überstunden gibt es kaum. Wir haben ein Zeitarbeitskonto, wenn 20 Stunden voll, wird der Überschuss ausgezahlt
    - Hohe Mitarbeiterfluktuation (Pflegepersonal, PDL, etc.) Mittleweile schon die 10 PDL innerhalb von 8 Jahren!bei uns wenig,sind seit drei jahren dasselbe team.könnten aber Schwestern gebrauchen.Wegen sächsicher Gesetzeslage mussten wir leider Leute gehen lassen die wir nur zu gerne behalten hätten.
    - PDL´s mit mangelnder Qualifikation (z.B. miserable Personalführung, etc.)Meine Chefin ist spitze, wir teilen uns auch in die Arbeit rein und meine lieben Kollegen die alle älter sind als ich haben mich als stellv PDL akzeptiert
    - Hoher Krankenstand: bei uns kaum ausser wenn Mutti wegen KIKR zu hause bleiben muss.
    - Unvollständiger Arbeitsvertrag (u. a. kein Wort von einer Überstundenregelung, keine Angaben darüber an welchen Tarif dieser Vertrag angelehnt ist, etc.)bei uns ist bis auf die letze Zeile alles geregelt
    - Misstrauen der Chefetage (Firmeninhaber, PDL, etc...) dem Pflegepersonal gegenüber bei uns gibt es ein kollegiales Miteinander mit allen
    - Fehlendes Unternehmerisches Denken der Chefetage bei uns nicht
    - Menschlichkeit bleibt auf der "Strecke" nein bei uns nicht, wir grillen miteinander 2-3 x im Jahr, gehen auch mal gemeinsam Mittagessen, zu Nikaolaus und Ostern bastel ich immer was schönes und versteck es am abend zuvor, jetz erst zu ostern hatten wir den grössten Spass als jeder sein nest suchen musste.Wenn es wieder sehr warm wird bietet unser chef auch an das wir unsere beine innen Pool stecken können.Also ich finde bei uns geht es sehr menschlich und familiär zu und das merken auch unsere Klienten.Und wenn es mal Probleme oder grasse Aussetzer gibt wird das nicht auf die lange bank geschoben sondern umgehend geregelt.
    - Druck ausüben auf Mitarbeitern mit verfälschten Tatsachen nein das gibt es bei uns nicht
    - Zu viel Einbringung von privaten Dingen/ persönlichen Dingen durch Chef bei Mitarbeitergesprächen (Auf persönlichen Ebene finden die meisten Gespräche statt!)
    - Unzureichende Abdeckung des Dienstplanes/ Kein organisierter Ablauf/ Dienstplane wird meist erst ZWEI Tage vor Ablauf des laufenden Monats aufgehangen. Auch später! nein wir schaffen zwar auch nicht immer das soll aber mindestens zwei wochen vorher hängt der plan da und meine kollegen fragen auch mal wie was wann geplant ist und dann guck ich in den pc gegebnfalls werden wünche auch gleich integriert, wenn es im Wunschbuch nicht schon drin gestanden hat.
    - KEINE Diensthandys! Entweder Funk (Von Firma gestellt, haben nur zwei) mitnehmen und vom Pat. aus tele. oder pivat Handy nutzen (Handygebühren werden nicht erstattet!)
    Wir arbeiten mit sogenannten VPA´s die gleichzeitig auch als Diensthandy zählen, jeder hat sein eignes mit auf Tour.Privatgespräche müssen allerdings selbst beglichen werden.das weiss aber jeder.Und es Verbleibt nach Dienstschluss im Büro.
     
  19. Drago07

    Drago07 Junior-Mitglied

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    Allgemeinchirurgie mit Uro-Belegbetten
    Hallo Schwester 1^^
    Also bei dir hört sich das ganze wirklich gut an! Schade das es nicht überall so läuft.
    Da habe ich das Gefühl, in der amb Pflege sucht man nicht das schwarze Schaf sondern eher das weiße unter den ganzen Schwarzen...:gruebel:
    Aber schön zu hören dass es anscheinend auch anders zugehen kann.
     
  20. stormrider

    stormrider Poweruser

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    44
    Beruf:
    ex. Krankenschwester + MFA
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
    Funktion:
    Praxisleitung
    Dazu sage ich nur: Selbst schuld wer solche Dienste mitmacht !
    Solange Pflegedienste immer wieder dumme finden, die derartige Dienste mitmachen, wird sich nichts ändern.
     
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