Karriere mit Familie möglich?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von kleinehexe, 11.12.2006.

  1. kleinehexe

    kleinehexe Newbie

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    Hallo,
    hier sind ja bestimmt noch mehr Mütter oder Väter - wie macht ihr das mit den Schichtdiensten?? Mein Mann ist Lokführer, hat also auch Schichtdienst. Wir haben 2 kleine Kinder (Lucia ist gerade 2 geworden, Jonas ist 3 Monate alt). Jetzt bekomme ich wahrscheinlich die Möglichkeit, wieder auf meiner "alten" Station zu arbeiten - 10 Tage im Monat. Meine Eltern würden auch mal aufpassen, aber sie wohnen ca. 40 km weit weg (ist also mit Fahrerei verbunden) und sie arbeiten selber auch noch. Meine Schwiegereltern möchte ich nur im Notfall fragen, weil sie schon in der Woche immer auf meinen Neffen aufpassen müssen... Vollzeit arbeiten ist so natürlich gar nicht möglich. Ich würde mich aber auch gerne weiterbilden - Mentorenausbildung, evtl. ein Studium, evtl. in einen Bereich wecheln, in dem nur zur Regelarbeitszeit gearbeitet werden muß - da bin ich mir noch sehr unsicher, was ich eigentlich will und was machbar ist. Lohnt sich das dann überhaupt, wenn man "nur" teilzeit arbeiten kann? Wie macht ihr das? Oder wartet ihr, bis die Kinder alt genug sind und startet dann beruflich noch einmal durch? Allerdings bin ich "schon" 28 und bis meine beiden selbständig sind vergehen ja noch ein paar Jahre...

    Würde mich über viele Antworten mit euren Erfahrungen freuen!

    Viele Grüße,

    Tanja
     
  2. sigjun

    sigjun Gast

    Hallo Tanja,
    der Schichtdienst ist Fluch und Segen. Dadurch, dass man vermeintlich nicht den ganzen Tag arbeitet, bleibt mehr Zeit für die Familie/Kinder als in einem Job wo man von 8:00 bis 16:00 arbeiten muss.
    Ganz pauschal gesagt ist Karriere und Familie mgl. Ganz pauschal kann es aber auch jede Menge Stress bedeuten und erfordert eine enorm hohe Flexibilität. Unterstützende und liebevolle Großeltern sind dabei m.E. die Lösung, bei der man am wenigsten Gewissensbisse hat. Ich bin dennoch der Meinung, dass eine KiTa/Tagesmutter und ähnliches keine schlechtere Lösung sein muss.
    Ich hatte als alleinerziehende eine Oma und Patentante so wie wirklich viele liebe und gute Freunde. Meine Tochter war zwei, da dachte ich, dass ich den STL Kurs machen muss was an 3 Tagen der Woche Abendlehrgang hieß. Das dauerte ein Jahr und ich habe es geschafft.
    In einem weiteren Anflug von Wahnsinn fing ich mit einem Fernstudium an.Tochter war dann zwar größer, und selbständiger, was aber nicht gleichbedeutend mit weniger Aufsicht war, da sie an fing zu pubertieren und es insbesondere abds. bedeutender wurde, dass jemand da war, der auch kontrollieren konnte, dass sie im Bett lag und nicht einfach ausbüxte.
    Flexibilität, ständiges Umplanen, trotz sorgfältiger Planung (Kinder und Betreuungspersonen werden mal krank, KiGa hat Ferien und ähnliches) ein gutes soziales Netz und eine gute Portion Durchhaltevermögen haben mich alles schaffen lassen. Das sind alles Dinge, die Du unbedingt notwendig sind und nicht nur zur Versorgung der Kinder. Auch Du selbst wirst manches Mal genervt sein, am Rande der Leistungsfähigkeit und da braucht es jemand, der Dich auffängt und aufbaut.
    Ich will nichts schwarz malen, ich denke nur, dass Du Dir darüber im Klaren sein solltest.

    Andersherum gefragt, warum sollte es sich als TZ nicht lohnen? Meine grundsätzliche Einstellung ist, dass Wissen erlangen/Fortbildungen machen sich immer lohnen, zumal niemand weiß was irgendwann einmal sein wird.

    Meine Meinung: Wenn Du die Möglichkeit hast jetzt beruflich durch zu starten, Du Dir sicher bist alle aufkommenden Probleme meistern zu können, den festen Willen hast, flexibel bist, keine Perfektionistin bist, eine positive Grundstimmung hast, ein gutes soziales Netz, dann tu es jetzt. Einen Grund es nicht zu tun findest Du immer, Kinder, zu alt, gerade Haus gebaut, erst mal entspannen wenn Kinder aus dem Gröbsten sind...ect
     
  3. kleinehexe

    kleinehexe Newbie

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    Hallo,

    Danke für deine ausführliche Antwort!


    Der feste Wille ist da; bin flexibel; Positive Grundstimmung und soziales Netz auch vvorhanden... :D Knackpunkt könnte der Perfektionismus werden - im Moment versuche ich als Hausfrau und Mutter mein Bestes zu geben, versuche irgendwie ein geregeltes Familienleben aufrechtzuerhalten (soweit das mit den Schichten meines Mannes möglich ist) - die Werbung nennt das glaube ich "Familienmanagerin"... Wenn dann noch Arbeit dazu kommt, möchte ich da natürlich auch mein bestes geben... Habe jetzt schon fast ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht mehr so flexibel bin wie früher, was spontan arbeiten angeht bin. Und dabei bin ich noch nicht mal angefangen zu arbeiten...
    Ich werde nächste Woche erstmal mit der Stationsleitung telefonieren, wie das dann alles so laufen kann - versuchen möchte ich es auf jeden Fall!

    Darf ich fragen, welches Fernstudium du gemacht hast? Welche Kosten kommen da auf einen zu? Ist es schwierig, sich immer wieder selbst zum lernen zu motivieren - vor allem, wenn der Tag eigentlich schon randvoll war?

    Viele Grüße,

    Tanja
     
  4. sigjun

    sigjun Gast

    So in etwa meinte ich das mit dem Perfektionismus. Du kannst nicht in Allem das Beste geben. Du musst auch mal Abstriche machen können, sei es nun, dass Du in Kauf nimmst nicht die beste Klausur zu schreiben, sei es, dass Du beruhigt denken kannst, dass Deine Kinder, bei welcher Betreuungsperson auch immer, bestens versorgt sind, auch wenn Du als Mutter jetzt etwas anderes machst. Ich glaube dieses schlechte Gewissen ggü. den Kindern kann einen auffressen. Auch der Haushalt wird mal leiden müssen und die Staubmäuse oder ähnliches muss man liegen lassen können.
    Was die Flexibilität bzgl. des Arbeitens angeht, regelst Du das am besten mit dem AG, der STL.
    Ich habe Pflegemanagement an der HFH studiert.
    Kostenpunkt zur Zeit ca. € 250/mtl., ich hatte manches Mal Probleme mich selbst zu motivieren, andere nicht. Das kommt auf den Typ Mensch an denke ich.
    Ich denke das FB-Angebot ist riesig, es muss nicht gleich ein Studium sein, was vorneweg 4 Jahre dauert.
     
  5. su81

    su81 Junior-Mitglied

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    hi. ich denke du schaffst das.

    ich wohne von meinen eltern und überhaupt von meiner family 525 km weit weg. haben also nur uns drei hier. mein kleiner geht in die kiga seitdem er 2 ist. und wir beide machen 100% und 3 schichten im kh hier.

    klar bleibt zu hause manchmal was liegen, aber das ist ja kein untergang.

    versuch doch deine kids in der zeit zu einer tagesmutter zu geben. nutz die chance und starte durch,

    denn es ist allesmöglich wenn man nur den willen hat! du hättest noch deine eltern zur not-...wir nicht, und wir haben mit eisernem willen es geschafft (auch wenn es manchmal schwer ist)!!

    kopf hoch und starte durch!:daumen:
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich habe 5 Kinder groß gezogen. Nebenbei im 3- Schicht- System gearbeitet, ebenso wie mein Mann. Meine Fachschwester hab ich mit 34- 35 gemacht einschließlich eines vierwöchigen externen Praktikums. Die beiden Jüngsten waren damals 6 Jahre alt, die Älteste 17. Das soziale Netz war bestückt durch Kindertagesstätten und Babysitter.
    Dies Ganze setzt eine Riesenorgansiation voraus. Die Kinder haben eigentlich nicht drunter gelitten. Sie hatten zwar mehrere Bezugspersonen, haben dies aber auch sehr genossen. *g* Was man bei Mama nicht durfte, durfte man dann meistens beim Papa. Und die Babysitter haben viele Ideen mit in die Familie gebracht, auf die ich z.B. nicht spontan gekommen wäre bzw. die ich hätte auch zeitlich nicht realisieren können.

    Mein Satz: Der Wille vesetzt Berge.

    Elisabeth
     
  7. Ivanca

    Ivanca Senior-Mitglied

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    Hallo kleinehexe,

    mir gehts im Moment wie dir.
    Ich hab jetzt 4 Kinder und noch jemanden zu pflegen, wie ich das mit meinem Dienst in Zukunft hinkriege, weiß ich eigentlich überhaupt noch nicht, muß im Sept. wieder anfangen. Was und wo hängt von meinem AG ab.
    Das einzige was ich sicher weiß ist, ich muß und ich will im Beruf bleiben.
    Tja, und jetzt tummel ich mich hier im Forum und frag mich schon ganz oft ob ich von dem was ich weiß überhaupt noch was weiß?????:fidee: :weissnix: :verwirrt:
    Jetzt hab ich halt einfach mal angefangen mich für Fernweiterbildungen anzumelden. Ich kann damit nur gewinnen denk ich und eins kommt zum anderen und es wird sich vielleicht finden.Wermutstropfen sind aber schon die hohen Kosten.

    Ich wünsch dir alles Gute und daß du das Richtige für die findest

    Manu
     
  8. kleinehexe

    kleinehexe Newbie

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    Das kommt mir sehr bekannt vor! :D Mit 4 Kindern würde ich mich wahrscheinlich gar nicht trauen wieder anzufangen.. Hut ab! :daumen:
     
  9. Necki

    Necki Junior-Mitglied

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    Hallöchen,
    ja es ist machbar auch mit Kindern im Schichtsystem zu arbeiten.Wir haben selbst 3 Kinder(3,9,11)(übrigens mein jüngster heißt auch Jonas)und gehen auch beide in Schichten arbeiten.Sicher ist es nicht leicht alles unter einen Hut zu bekommen aber es ist mit guter rganisation möglich und wir haben leider keine Oma mehr sind völlig auf uns gestellt.
    Wäre schön wenn Du mal berichtest wie Du Dich endschieden hast und wie es läuft?!

    Liebe Grüße
    Necki
     
  10. kleinehexe

    kleinehexe Newbie

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    Hallo Necki,

    ich habe mch entschieden, es auf jeden Fall zu versuchen! Am 10.3. ist mein erster Arbeitstag, bin schon ein bißchen nervös! Am Montag muß ich schon mal auf Station, weil sich die Dokumentationsbögen geändert haben...

    Bis Ende April ist auch die Kinderbetreung gesichert; da hat mein Mann dann seine Schichten darauf abgestimmt - dummerweise wechselt er zu Mai den AG, und da wissen wir noch nicht so, wie er dann immer arbeiten muß :weissnix:

    Wegen Fortbildungen und so warte ich erst mal ab, wie das "normale" Arbeiten so funktioniert. Wenn das gut klappt, werde ich mal sehen, was das Programm so hergibt! :D

    Viele Grüße,

    Tanja

    PS: Jonas ist ja auch ein sehr schöner Name!! ;)
     
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