Kaputtgespart...

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Elfriede, 01.07.2014.

  1. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Moin !

    Es macht einfach keinen Spass, mit quietschendem Keilriemen, knirschenden Bremsen und Slicks
    durch die Gegend zu fahren.

    Wenn ich meine GF auf fällige Inspektionstermine oder Schäden der Dienstwagen hinweise,
    werde ich bestenfalls vertröstet oder ansonsten ignoriert.

    Bitte um praxistaugliche Tipps.

    Gröt jo düchtig
    Frieda
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    81
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Übertreibst du? Wenn nicht, fahr nicht damit!

    Zur Argumentation: Stvzo 31 Abs 2


    Wenn die Bremnsen runter sind (kein Belag, du bremst auf Metall, so verstehe ich das gerade?) und/oder wenn du wirklich kein Profil mehr hast --> unter 1mm, dann ist der nicht verkehrssicher und du darfst damit nicht fahren!!!


    Bei einem Unfall, ggf auch mit Todesfolge könnte man dir (grobe) fahrlässige(keit) Tötung unterstellen, da du ausdrücklich wusstest, dass der Wagen eben nicht verkehrssicher ist!!
    Sicher wär auch dein Chef dran (gabs mal ein Urteil zu), aber du ebenso!

    Mal ganz davon abgesehen, wie du dir das moralisch zumuten willst.



    Wenn du übertreibst: Kümmer dich nicht drum, Spaß im Auto ist keine vertragliche Pflicht deines AG...
    Quietschende Keilriemen und Bremsen sind evt unangenehm, aber nicht gefährlich. Reifen müssen nur 1mm Profil besitzen...
     
  3. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Danke Maniac,

    Zum Glück bin ich nicht selber betroffen (und kann ggf. auch so einen Wagen stilllegen);
    aber zunehmend sehe ich Kollegen von anderen Pflegediensten mit solchen Dingern
    herumrutschen. Aus dem Gespräch habe ich die Problematik.

    Es sollte m.E. ein Grund für eine fristlose Kündigung sein.
    Zumindest sollte man dem AG eine engbefristete Abmahnung schreiben.
     
  4. Barotrauma

    Barotrauma Gast

    Ich würde den GF schriftlich darauf hinweisen und ebenfalls, dass ich mit so einem Teil nicht fahre, weil ich nicht fahrlässig andere Verkehrsteilnehmer gefährden möchte. Würde um Behebung der Missstände bitten und solange mit meinem Privat PKW fahren. Alles schriftlich fixieren und möglichst unter Zeugen unterschreiben lassen (unter Zeugen weil er vermutlich die Unterschrift verweigern wird). Wenn der GF nicht drauf eingeht, heb dir das Schreiben gut auf und fahre privat, falls er/sie sich weiger die Dienstkilometer zu vergüten, ab zum Anwalt oder zur Gewerkschaft.

    Im Übrigen würde ich bei so einer Pflegeinrichtung zu sehen das ich so schnell wie möglich wegkomme. Wem die Mitarbeiter so egal sind, dass er evtl. auf ihre Kosten (und auf die anderer Verkehrsteilnehmer) sparen will, der kann kein guter Chef sein und vermutlich ist es auch nicht das Einzige was dort im Argen liegt.
     
  5. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Danke Barotrauma,

    Gut wenn man einen Privat-PKW hat.
    Zur Übelstandsdokumentation empfehle ich unbedingt Fotos von den Reifen und den Bremsscheiben.
    Hilft bei der Begründung der Kündigung beim Arbeitsamt.
     
  6. hexe1070

    hexe1070 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    04.08.2012
    Beiträge:
    80
    Zustimmungen:
    3
    Beruf:
    GuK
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation
    Funktion:
    Palliative Care FK
    Was heißt denn: "Gut wenn man einen privat PKW hat"?

    Fährst du mit deinem eigenen PKW?
     
  7. stormrider

    stormrider Poweruser

    Registriert seit:
    10.02.2006
    Beiträge:
    1.221
    Zustimmungen:
    44
    Beruf:
    ex. Krankenschwester + MFA
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
    Funktion:
    Praxisleitung
    Schlimm, dass solche Probleme überhaupt existieren. Ich gehe davon aus, dass das Fahrzeug aufgrund der Mängel nicht mehr fahrtauglich ist. Ein quietschender Keilriemen ist da kein Indiz für, aber die anderen Aussagen.
    Es gibt festgelegte Pflichten, die der AG als Halter des Fahrzeuges und der AN als Fahrer des Fahrzeuges einzuhalten hat.

    Fehler des AG: Er übergibt ein Fahrzeug, was nicht mehr fahrtauglich ist. Solche Fahrzeuge haben im Straßenverkehr nichts mehr zu suchen, klare regelungen in der StVO.

    Fehler des AN:
    Trotz seiner Bedenken fährt er mit diesem Fahrzeug. Das muß er im Hinblick auf die StVO dringend unterlassen. Der AN macht sich sonst strafbar. Zudem nimmt er billigend in Kauf, dass der AG sein Leben/Gesundheit massiv gefährdet und setzt sich der Gefahr aus, im Falle eines Unfalls für die Kosten verantwortlich gemacht zu werden. Hiermit meine ich die gesamten Unfallkosten, nicht nur die Kosten für den Firmenwagen.

    Der Ausweg über den Privat-PKW suchen? Niemals, der AN zahlt dabei drauf, denn durch die Beanspruchung im Rahmen der Einsätze in der Pflege leidet das Auto enorm. Dieser Wertverlust bzw. die daraus resultierenden Kosten werden heutzutage mit den üblichen Ausgleichszahlungen nicht mehr kompensiert. Oft muß man auch noch um einen entsprechenden Ausgleich kämpfen, weil diverse AG es als selbstverständlich ansehen, dass man mit seinem Privateigentum in die Bresche springt. Hinzu kommt, dass man auch mit der normalerweise üblichen eigenen KFZ-Versicherung nicht ausreichend versorgt wird. Es handelt sich hier nicht mehr um eine private Nutzung. Die Versicherung kann im worst case Fall die Schadensregulierung ablehnen.

    Was macht man in so einem Fall?
    Gespräch mit dem AG suchen -> ergebnislos ->
    Die Behörden involvieren, Straßenverkehrsamt z.B. damit der Wagen still gelegt wird.
    Sofortiges Handeln ist zwingend notwendig.

    Kündigen? Nein, warum? Wenn man ein dickes Fell hat, kann man das Problem aussitzen. Kündigen ist natürlich der am wenigsten belastbare Weg. Muß jeder für sich selbst entscheiden.

    Kündigen ist letztendlich auch sinnvoll, aber erst dann wenn man eine Alternative zur gekündigten Stelle gefunden hat. Ich möchte mit einem AG, der mein Leben derart gefährdet, nicht zusammen arbeiten wollen.
     
  8. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Danke stormrider !

    Alle Aspekte anschaulich dargestellt.

    Verschärft wird das Problem dadurch, daß man immer noch Kollegen sieht, die Patienten im Dienstwagen
    zum Arzt oder sonstwohin karren.
    Dabei muss ich davon ausgehen, daß weder Fahrzeug noch Fahrer dem Personenbeförderungsgesetz
    entsprechen.

    @ Wagen stilllegen lassen : Vor ein paar Jahren ist ein Kollege mit so einem Möhrchen schlicht beim
    TÜV auf den Hof gefahren. Die Plakette wurde abgekratzt und das Arbeitsverhältnis im gegenseitigen
    Einvernehmen beendet.
     
  9. stormrider

    stormrider Poweruser

    Registriert seit:
    10.02.2006
    Beiträge:
    1.221
    Zustimmungen:
    44
    Beruf:
    ex. Krankenschwester + MFA
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
    Funktion:
    Praxisleitung
    Hier kann ich nichts dazu sagen, da ich schon mehrfach die Erfahrung gemacht habe, dass dies entweder nicht überall gleich behandelt wird, oder die Gesetzgebung sich verändert hat.

    Aber eins ist klar, mit solchen Möhrchen sollten auf keinen Fall außer dem Fahrer noch weitere Personen mitgenommen werden. Das vergrößert das schon genannte Problem noch wesentlich.

    Das ist die übliche Konsequenz. Man kann aber auch hier fies werden. Rechtsschutzversicherung für Arbeitsrechtschutz und dann hat der AG schlechte Karten. Sowas ist mir "leider" nie passiert. Ich hätte das knallhart durchgezogen. Wäre zwar letztendlich auch irgendwann gegangen, weil für mich einfach die Basis für eine Zusammenarbeit fehlt, aber die Lektion hätte der AG abbekommen.
     
  10. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Danke stormrider !

    Und anschließend sucht sich der AG das nächste arme Opfer.

    --- Bitte seid alle vorsichtig mit Euren Arbeitsmitteln ---

    Egal, ob die TÜV-Plakette am Auto aus der Steinzeit stammt oder der Eichvermerk
    auf dem RR-Gerät von 2000 ist.
    Hier kann man sehen was dem AG wichtig ist.
     
  11. stormrider

    stormrider Poweruser

    Registriert seit:
    10.02.2006
    Beiträge:
    1.221
    Zustimmungen:
    44
    Beruf:
    ex. Krankenschwester + MFA
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
    Funktion:
    Praxisleitung
    Naja wenn ich gehen müßte hätte ich denen aber vorher vorgemacht, wie das geht. Letztendlich muß sich jeder für sich selbst einsetzen. Wer das nicht will, muß schauen wie er druch kommt. Aber spätestens wenn eine Versicherung sich aus der Zahlungspflicht entzieht, wäre dann das Jammern groß.
     
  12. baumuc

    baumuc Newbie

    Registriert seit:
    01.03.2015
    Beiträge:
    18
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    Ambulante Pflege,
    Funktion:
    PDL
    Mannohmann, warum bleibt Ihr bei solchen AG?
    Wir haben sehr komfortable und schöne Autos (das Beste ist die Sitzheizung), die natürlich regelmäßig in die Inspektion kommen.
     
  13. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

    Registriert seit:
    27.01.2008
    Beiträge:
    587
    Zustimmungen:
    51
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
    Akt. Einsatzbereich:
    MCO
    Funktion:
    Sicherheitsbeauftragter, BR
    Was nutzt das beste Auto wenn der Stundenlohn mies ist ;) Um Patienten zum Arzt zu fahren Bedarf es nicht einen Personenbeförderungsschein ebensowenig hat da das Personenbeförderungsgesetz damit was zu tun.
     
  14. Elfriede

    Elfriede Poweruser

    Registriert seit:
    13.02.2014
    Beiträge:
    814
    Zustimmungen:
    40
    Beruf:
    KrSr
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante
    Tut mir leid Schliko,

    Das Personenbeförderungsgesetz greift hier sehrwohl.
    Du bist gewerblich unterwegs und beförderst Personen.
    Egal, ob Du von den Patienten Geld nimmst oder dadurch
    für die Firma ein Wettbewerbsvorteil entsteht.
    Bei einem Unfall ist der Fahrer absolut dran: Keine Versicherung
    bezahlt den Schaden des Patienten.
     
  15. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

    Registriert seit:
    27.01.2008
    Beiträge:
    587
    Zustimmungen:
    51
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
    Akt. Einsatzbereich:
    MCO
    Funktion:
    Sicherheitsbeauftragter, BR
    Ebenso falsch Elfriede. Das Gesetz greift nur wenn du die Personen gegen "Entgelt" beförderst bzw. wenn dein AG dadurch mehr verdient als die tatsächlichen Kosten.
    Weiterhin bist du bzw. den Insasse entweder über die Unfallversicherung oder über die GKV versichert. Zur Not sogar die Haftpflicht des KFZ. Was stimmt dass dich die Versicherung dann mit bis zu 5000€ in Regress nehmen kann. Auch im Zivilrecht kannst du auch noch zur Kasse gebeten werden wenn dein Fahrgast klagt.
     
  16. stormrider

    stormrider Poweruser

    Registriert seit:
    10.02.2006
    Beiträge:
    1.221
    Zustimmungen:
    44
    Beruf:
    ex. Krankenschwester + MFA
    Ort:
    Köln
    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
    Funktion:
    Praxisleitung
    Mir wurde dies hier in meiner Stadt anders erklärt. Kann es sein, dass es regionale Unterschiede gibt?

    Und wer zahlt das dann? Ich würde mich hüten, solche Fahrten zu unternehmen, wenn nicht klar festgelegt ist, wer letztendlich zahlt.
     
  17. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

    Registriert seit:
    27.01.2008
    Beiträge:
    587
    Zustimmungen:
    51
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
    Akt. Einsatzbereich:
    MCO
    Funktion:
    Sicherheitsbeauftragter, BR
    Regionale Unterschiede dürfte es da eigentlich nicht geben, denn das steht so im Gesetz. Abgesehen davon würde ich auch keine Patienten mitnehmen, gerade wegen den möglichen finanziellen Konsequenzen im Falle eines Schadens.
     
  18. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

    Registriert seit:
    17.03.2008
    Beiträge:
    269
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester Arzthelferin Wundexpertin ICW e.V
    Akt. Einsatzbereich:
    ambulante Pflege
    Bei meinem AG werden die Fahrzeuge regelmäßig erneuert und gewartet:rocken:. Was die Fahrten zum Arzt angeht haben wir die Anweisung, das der Pat. zwar durch uns begleitet wird, aber mit einem Taxi. Auch in unserer Stadt müssten wir einen Personenbeförderungsschein haben.
     

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.