Kapilläre BGA inklusive Elektrolyte

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von MrsMacmillan, 30.12.2007.

  1. Guten Abend!

    Nach längerer Recherche im Kollegenkreis möchte ich jetzt meine Frage mal an euch Intensivler stellen: wie haltet ihr das bei euch mit kapillären BGAs? Sowohl die Partialdrücke, als auch die Elyte (falls die mitbestimmt werden sollen) können ja leicht verfälscht sein, wenn man stark quetschen muss, oder? Stecht ihr dann lieber gleich arteriell? oder habt ihr einen Trick, um an gute Werte zu kommen, auch wenn es kapillär nicht so gut läuft?

    Vielen Dank für eure Antworten!
     
  2. Krotob

    Krotob Stammgast

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    Hallöchen,

    also grundsätzlich machen wir viele kapilläre BE´s. Arterien haben wir eher wenige (bzw. kommt auf unser Patientengut an, bei Großen eher öfters, bei Kleinen eher selten, es sei den wir haben noch eine Nabelarterie liegen). Die Abnahmetechnik richtet sich nach der Indikation, wenn ich das Kalium benötige, brauche ich nicht erst ein peripher kaltes Kind kapillär stechen, brauche ich einen verlässlichen CO2 Wert, dann muss ich einfach Wissen, das es venös höher ist usw. Ich denke die Abnahmetechnik ist nicht der wesentliche Teil, sondern die Interpretation der Werte. Arterielle Einmalpunktionen machen wir so gut wie nie, da die betreffende Stelle oft für längere Zeit "unbrauchbar" ist. Beim Beatmungsmonitoring sind wir fast komplett auf die "Nebenstrommessung" umgestiegen (geht auch bereits bei Neugeborenen, mit den passenden Geräten).
    Zusammenfassend, Abnahme richtet sich nach Indikation (Routinekontrolle wird bei uns sehr oft kapillär gemacht -> meist geht es um BZ, Na, pH, BE, Laktat, dabei gibt es keine "erheblichen" Probleme bei der Interpretation), ist das Kind peripher schlecht durchblutet, dann wird meist venös kontrolliert, geht es hauptsächlich um die Blutgase (Beatmungssteuerung usw.), dann sind wir um eine Arterie dankbar (zum Abgleich der alternativen Überwachung).
    Grundsätzlich zur Technik, die Peripherie sollte warm sein (aber nicht überwärmt -> sonst wieder keine brauchbaren Werte). Wir verwenden neue "Stecher" die eignen sich sogar gut für Frühchen und tun kaum weh (Selbsttest), Firma weiß ich leider nicht auswendig.

    Schönen Abend

    :lol:
     
  3. junni

    junni Stammgast

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    Hallo!

    Wir stechen eigentlich auch in den meisten Fällen kapillär. Arterien haben wir auch nicht standardmäßig.
    Auch wir stechen nicht in kalte Fersen o.ä. Man kann z.b. einen Waschlappen den manin warmes Wasser getaucht hat um die Ferse legen und sie so ein kleines bißchen aufwärmen.

    VG junni
     
  4. quotenkerl

    quotenkerl Junior-Mitglied

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    Hallo,
    es klingt zwar profan aber es hilft schon wirklich, wenn man nicht zu tief sticht. Dann "läufts" auch bei Frühchen häufig ganz gut.
    Arterielle Blutentnahmen finden bei uns selten statt.

    Guten Rutsch euch allen:boozed:
     
  5. behid

    behid Gast

    Hallo zusammen,

    wir nehmen auch in den meisten Fällen kapillär die BGA-Kontrollen (incl. Bili und Elyte) kapillär ab. Allerdings brauchen wir für unser Gerät auch nur Mini-Mengen Blut, wiel Microanalysen möglich sind. Das dauert zwar länger, weil man das Blut langsam weiterschieben muss, funktioniert aber ganz gut.

    Sind bei kleinen Frühgeborenen aufgrund des AZ häufigere Kontrollen nötig, legen wir auch da eine Arterie, weniger wegen den Blutdrucke, sondern eher wegen der Blutabnahmen.

    Wir benutzen für die kapillären Blutabnahmen so kleine "Pen`s" und wenn wir mal mehr Blut brauchen oder weil es für die Bestimmung des Kaliums nicht gequetscht sein soll so kleine "Schlitzer". Extra was Tiefe und Breite des Einstichs betrifft auf Frühgeborene abgestimmt. Gibt es aber auch für größere Kinder. Der Nachteil dieser Teile ist der sehr hohe Preis. Damit gestochen muss man bei normal durchbluteten Fersen nicht quetschen oder mehrfach stechen.

    Gruß und einen guten Start ins neue Jahr
    Behid
     
  6. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Wir nehmen unsere BGA auch meistens kapillär ab, wenn es im Rahmen einer größeren Blutentnahme ist auch venös; Arterien legen wir eher seltener, nur bei ganz kleinen Mini-Frühchen oder halt Kindern mit Blutdruckproblemen bzw. Katecholaminen. Einmalige art. Blutentnahmen führen wir auch selten durch.

    Unsere Astrups brauchen wir eher für pH und CO2, BZ; für die TPN auch mal die Elyte, hier aber hauptsächlich wegen des Na.
    Sicher ist v.a. das Kalium oft erhöht, wenn man recht quetschen musste, aber das dokumentieren wir dann entsprechend. Und wird auch so in Kauf genommen.

    Unser Gerät kann auch Mikroproben machen, darum brauchen wir auch nicht sooo viel Blut. Und wir stechen auch mit einem Pen (Softclix) und zuvor gibts natürlich die gute Schmerzglucose.

    Ach übrigens, frohes neues Jahr!
     
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