Kann der Chefarzt das Pflegepersonal nach Hause schicken bei schlechter Belegung?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Clementine, 16.11.2008.

  1. Clementine

    Clementine Newbie

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    Hallo ich habe mal eine Frage, kann der Chefarzt das Pflegepersonal nach Hause schicken bei einer schlechten Belegung. Obwohl schon 2 statt 3 Schwestern arbeiten. Und es mündlich von der PDL die Aussage gibt, das auf Intensiv mindestens 2 Leute da sein müssen?
     
  2. Lin

    Lin Poweruser

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    Nein, der Chefarzt kann seine Ärzte heimschicken, aber beim Pflegeteam hat er gar nichts zu sagen.

    Gruß,
    Lin
     
  3. Clementine

    Clementine Newbie

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    Das dachte ich mir auch und deshalb ist keiner von uns gegangen.
    Haben dann unseren PDL-Hintergrund angerufen, dieser hat dann auch erst mal so entschieden das wir zur zweit bleiben. Morgen gibt es dann noch mal ein Gespräch mit PDL und Chefarzt.
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die PDL kann euch z.B. zum Abbau von Überstunden verdonnern. Der Chefarzt nicht.
     
  5. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Und wie schnell kann sich die Belegung auf INT ändern...
     
  6. Sittichfreundin

    Sittichfreundin Poweruser

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    Ihr habt doch sicher einen Dienstplan. Dieser ist, für beide Seiten, verbindlich, wenn er einmal ausgehangen oder ausgehändigt wurde. Wenn dann Arbeitszeit wegen Belegungsmangel o.ä. ausfällt, dann ist das das Betriebsrisiko des Arbeitgebers. Geplante Arbeitszeiten dann zu streichen, ist nur in beiderseitigem Einvernehmen möglich. Wenn ihr einverstanden seid - ok. Wenn nicht, kommt der AG in Annahmeverzug, wenn er die im Dienstplan vorgesehene Arbeit nicht annimmt.
    Abgesehen davon, dass der Chefarzt ja nicht Euer Arbeitgeber ist, könnte also auch die PDL Euch nicht einfach heimschicken. Sie müßte vorher fragen, ob ihr einverstanden wärt.
    Zum Nachlesen: Handbuch Arbeitsrecht: Annahmeverzug des Arbeitgebers

    Bei schwankenden Belegungszahlen kann ein Arbeitgeber auf andere Lösungen zurückgreifen, z.B. Verträge über Arbeit auf Abruf.
    Aber es darf fest angestellten Mitarbeitern nicht zugemutet werden, kurzfristig vom Dienstplan abweichende Änderungen der Arbeitszeit zu akzeptieren.
     
  7. Babsi12

    Babsi12 Stammgast

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    Hi

    Unser CHA wollte uns zu Überstunden verdonnern, da viel los war und er "später was vor hatte". Er meinte er rufe die PDL an und die weißt uns dann in die Schranken falls jmd "flüchten" wolle.
    Manche Pflegekräfte haben ja riesigen Respekt vor ihm und erklärten sich einverstanden, Ich hatte BD mir war es "egal" aber ich fand das ganz schön dreißt. Kann der das machen? Offiziell ging es ihm um die Patienten die zügig fertig werden sollen. Aber ich hörte wie er das sagte.

    Liebe Grüße
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    1. Wem ist die Pflegedienstleitung unterstellt? Das dürfte in jedem Haus anders sein.

    2. Entstehen Minusstunden durch Minderbelegung ist das Sache der Einrichtung. Du musst keine Lohneinbusse befürchten.

    3. Bei Minderbelegung die Personalanzahl zu reduzieren, ist das Gebot der Stunde. Die Mindestbesetzung sollte erhalten bleiben.

    Wieviel Pat. waren zu versorgen?

    Elisabeth
     
  9. Clementine

    Clementine Newbie

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    Danke für die Antworten, die PDL sah es leider genauso wie der CA. :knockin:

    Konnten aber einen Tag später wieder zu zweit arbeiten, da ich alleine direkt einen Notfall bewältigen mußte. Hoffe das ich in die Situation nicht noch einmal rutsche. Sonst ist es ganz ok bei uns. :hicks:
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du hast uns noch gar nicht mitgeteilt, wieviele Pat. mit welchen Einschränkungen zu dem Zeitpunkt auf der Station waren. *neugierigbin*

    Elisabeth
     
  11. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Das eine PDL dem Chefarzt unterstellt sein kann ist mir ja ganz was neues, gibt es dafür ein aktuelles Beispiel?

    Also, unser Chefarzt kann das jedenfalls nicht....obwohl ich glaube er hätte da auch gern was zu sagen. :mrgreen:

    Gruß
    Dennis
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich denke mal, wenn es sogar Kliniken gibt in denen die PDL gänzlich abgeschafft wurde, ist es sehr wohl denkbar, dass die PDL dem Chefarzt unterstellt ist.

    Wenn ich mir das Gefüge so ansehe- mit welcher Macht ist eine PDL eigentlich ausgestattet? Sie darf den Mangel an Pflegepersonal verwalten. Tut sie dies unzureichend- wer ist dann ihr Vorgesetzter?

    Interessante Fragen. Ich befürchte, wir landen beim Klinischen Direktor- in der Regel der Chefarzt.

    Elisabeth
     
  13. Lin

    Lin Poweruser

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    Komische Hierarchie. Da blicke ich nicht ganz durch :gruebel:.

    Bei uns ist es so, dass die Pflegedienstleitung, die oberste Führungsperson (der Pflege natürlich) und dem ärztlichen Leiter, dem Vorstand für Finanzen und dem Vorstand für Controlling und Qualitätsmanagment gleichgestellt - diese 4 Personen bilden den Krankenhausvorstand und sind Geschäftsführer.
    Warum sollte der ärztliche Leiter über der pflegerischen Leitung sein? Welchen Sinn hat das?

    Gruß, eine etwas verwirrte
    Lin
     
  14. karola1

    karola1 Stammgast

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    hallo Lin,

    ich kenne das auch so, daß ein Pflegedirektor (noch) zusammen mit dem Verwaltungsdirektor, dem ärztlichen Direktor und dem Geschäftsführer den Kliniksvorstand bildet.
    Wenn dieser Pflegedirektor aber seine Stelle nicht mehr innehaben wird, weil sich die Strukturen der Klinik ändern (Stellenabbau auch auf oberen Ebenen und Schaffen von untergestellten PDL, die längst nicht mit den gleichen Befugnissen ausgestattet ist wie ein PD), dann ist der Verwaltungsdirektor, bzw. der Ärztliche Direktor einem Pflegedirektor überstellt und somit auch weisungsbefugt.

    Welchen Sinn das machen soll? Na, Macht haben, natürlich...
     
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