Jung und unerfahren!

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von RockNana, 10.05.2011.

  1. RockNana

    RockNana Newbie

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    Ja die Überschrift sagt wohl ziemlich viel über mich aus.
    Ich bin gerade mal 15 Jahre alt ( in knapp 1 Monat 16 ) und mache mit 17 Jahren meinen Realschulabschluss. Ich hatte es mit meiner Berufswahl nicht leicht, aber mir war sofort klar das ich einen sozialen Beruf ausüben möchte. Jetzt fragt man sich sicherlich, was ich auf dieser Seite zu suchen habe. Dabei hoffe ich hier auf Antworten. Bald werde ich zu einem Berufsberater gehen. Ich möchte Krankenschwester werden, eigentlich gerne Kinderkrankenschwester. Jedoch habe ich mitbekommen das sehr viel den Beruf als Kinderkrankenschwester ausüben wollen... Mir wurde viel negatives über den Beruf als Krankenschwester erzählt. Sowie man sieht tote Leute.
    Ich möchte jetzt wissen, was in diesem Beruf wichtig ist und was gefordert wird. Würde man es schaffen bis zur Rente durchzuarbeiten?
    Lernt man im Laufe des Berufs mit Tod und Hoffnung umzugehen?
    Wie sollte ich mit dem Ausbildungsplatz vorgehen? Ich bin noch keine 18 und müsste deshalb etwas anderes machen. Ich habe mir überlegt ein Freiwilliges Soziales Jahr zu machen um schon mal einen Eindruck zu bekommen.
    Was wäre der beste Weg für mich, um der Ausbildung entgegen zu kommen?

    Ich hoffe ihr könnt mir irgendwie helfen, als erfahrene Krankenschwester. Jedes Kommentar wird mich freuen, auch wenn es grade viel zu lesen gab!:lol1:
     
  2. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Wir waren alle mal jung und unerfahren.
    Das wächst sich aus mit den Jahren und man hat auch nicht hunderte Tote, je nach Fachgebiet sieht man die seltener.
    Die Ausbildung ist neuerdings generalisiert, sodaß die ersten beiden Jahre Kinderkrankenpflege mit der Erwachsenenpflege zusammen gelegt sind.
    Erst im 3. Lehrjahr beginnt die Orientierungsphase bei der die Erwachsenen und Kinderkrankenpflege getrennt unterrichtet wird.
    Oftmals kann man sich dann auch noch umentscheiden.

    Ich finde es toll, daß Du dir Gedanken machst, was Du werden willst.

    Der Beruf ist wunderschön. Das Problem ist eigentlich im Moment die dünne Personaldecke durch die Einsparungen im Gesundheitswesen, die
    sehr viel Druck erzeugen.
    Das hat aber nichts mit den Tätigkeiten an sich zu tun. Ist halt nur unschön, wenn man alles im Accord abhandeln muß. Aber ähnliches wird in fast
    jedem Beruf passieren, nur daß man hier mit Menschen arbeitet, die sich nicht wie ein Werkstück oder eine Akte behandeln lassen.
    Alles Gute für Deine Zukunft Fearn
     
  3. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Dein Alter ist nach neuer Gesetzgebung nicht mehr ausschlaggebend. Du kannst auch mit 17 in die Ausbildung gehen.
    Um reinzuschnuppern in den Beruf, würde sich auf der anderen Seite ein soziales Jahr anbieten. Danach weißt Du 100%ig, ob der Beruf etwas für Dich ist und wirst nicht ins kalte (Ausbildungs-)Wasser geworfen.

    Empfehlen würde ich Dir das soz. Jahr und danach entscheiden, ob der Beruf der richtige ist.

    Innerhalb der Kinderkrankenpflege hast Du diverse Wahlmöglichkeiten, in welchem Bereich Du arbeiten möchtest.
    Da können sich die Kollegen aus der Kinderkrankenpflege vielleicht dazu äußern :P

    Ich bin selber seit numehr 18 Jahren in der Pflege. Erst Altenpflege, nun Krankenpflege. Im Moment gedenke ich das bis zur Rente zu tun, aber ob das so stattfinden wird.... :weissnix:

    Was wurde Dir denn negatives erzählt? Außer das mit den toten Leuten....
    Was übrigens nichts negatives ist. Der Tod ist ein Teil des Lebens.
    Aber ich weiß grundsätzlich schon, was Du damit meinst.
    Ich hab mit 17 die erste Leiche gesehen.
    War nicht lustig. Also hab ich mich mit dem Thema auseinandergesetzt und mich gefragt, warum mir das so schwer fiel. Es war einfach die Angst vor dem Unbekannten.
    Mittlerweile habe ich eine gesunde Einstellung dazu.
    Mit 18 habe ich die erste Sterbebegleitung gemacht. Das Lächeln von dem alten Mann, den ich damals begleitet habe, sehe ich heute noch vor mir...
    Mir hat das sehr viel Angst genommen.
    Also ja - man kann lernen damit umzugehen.
     
  4. MoonKid

    MoonKid Stammgast

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    Hi ich bin selbst Kinderkrankenpfleger.

    1. Die einzig adäquate Ausbildung dazu erhälst du an einer Universität bzw. FH. Nennt sich dann "Bachelor of Nursing".
    Die heute noch weit verbreitete Unsitte diesen Beruf an einer Art Berufsfachschule, welche meist an ein Krankenhaus angeschlossen ist, durchzuführen, ist schon lange überholt und ein Auslaufmodell.

    2. Such dir einen anderen Beruf, wenn du kannst!!! Die Pflegebranche in Deutschland ist herzlos zu seinen Pflegenden und Patienten. Im Durchscnitt steigen Pflegende nach 7 Jahren vollständig aus dem Beruf wieder aus, weil es krank macht bzw. sie bereits krank geworden sind. Ich suche zur Zeit selbst schon wieder den Ausstieg nach nur 3 Jahren. Wohlgemerkt bin ich in der Kinderkrankenpflege tätig, welche in der Branche noch die "besten" Arbeitsbedingungen hat. In der Erwachsenen- und Altenpflege leisten die Kollegen Dinge, die ich mir nicht einmal vorstellen kann. Und hiermit meine ich nicht Tod und Eckelsachen. Es ist sehr schwierig einem Aussenstehenden klar zu machen, was uns an diesem Beruf, den wir eigentlich so lieben, so krank macht!
    Es ist auch weniger der Beruf, sondern das System, in welches dieser eingebettet ist.

    3. Such dir nen anderen Beruf!!!

    Kannst mich gerne per PrivatMessage kontaktieren, wenn du mehr Details darüber erfahren möchtest.
     
  5. RockNana

    RockNana Newbie

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    Erstmal ein Dankeschön!
    Mir war es recht unangenehm diese Fragen zu stellen. Alleine bei der Anmeldung auf dieser Seite war ich mich unsicher und hatte etwas Angst. Aber gerade bin ich sehr erleichtert, dass ihr mir so gut weiterhelfen konntet!

    Zu dem Thema mit den 18 Jahren für die Ausbildung. Meine 2 Tanten arbeiten als Kinderkrankenschwestern und haben mir gesagt ich müsste 18 sein.. natürlich würde ich lieber schon direkt nach der Schule mit meiner Ausbildung loslegen!

    Was ich schlechtes gehört habe? Mir wurde erzählt das man nur " Drecksarbeit " machen muss. Darunter versteht sich ziemlich vieles. Meine Mitschülerin hat im Krankenhaus ein Praktikum gemacht und hat mir erzählt sie musste schon direkt am Anfang mit alten Leuten auf Toilette und musste sie sogar waschen.. ohne direkte Einführung. ( Als Krankenschwester natürlich selbstverständlich aber als Praktikantin schon viel erwartet... )
    Kann man sich nach der Ausbildung eine Abteilung aussuchen?


    -Eine große Frage stell ich mir da. Lernt man mit Leid und Hoffnung umzugehen?
     
  6. JessesGirl

    JessesGirl Stammgast

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    Bei uns haben die Praktikanten einen Tag Einführung, dann stehen genau diese Arbeiten an... Körperpflege ist dabei fast der Hauptteil.

    Na du bewirbst dich auf einer Abteilung (steht meistens bei Stellenausschreibungen dabei) und entweder die nehmen dich, oder sie nehmen dich nicht.
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Körperpflege gehört zu den Haupttätigkeiten von Praktikanten und wird auch zu Beginn der Ausbildung sehr häufig vorkommen. Die Behandlungspflege kommt dann nach und nach dazu.

    Ich hätte auch kein schlechtes Gewissen, einem Praktikanten zuzumuten, eine alte Dame zum WC zu begleiten und ihr bei der Körperpflege am Waschbecken zu helfen.

    Ich würde Dir zu einem Praktikum in den Schulferien raten; damit kannst Du Krankenhausluft schnuppern und schauen, wie es Dir damit ergeht. Davon abgesehen solltest Du vielleicht mal das Berufsinformationszentrum besuchen - die Ausbildungsvoraussetzungen zumindest hätte man Dir dort nennen können.

    Den Bachelor of Nursing, den Moonkid vorstellt, gibt's grundständig nur für Abiturienten.
     
  8. MoonKid

    MoonKid Stammgast

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    Genau darauf wollte ich hinaus!

    Pflege ist ein akademischer Beruf und gehört auch entsprechend ausgebildet!

    btw: Hab selbst kein Abi!
     
  9. monaluna

    monaluna Poweruser

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    Hi,

    hoere nicht auf die Horrorgeschichten die erzaehlt werden, denn diese werden ja sehr gerne und sehr laut erzaehlt, waehrend die guten Erfahrungen eher als normal hingenommen werden und nicht herrausposaunt werden.

    Ich wuerde dir auch zu einem Praktikum in den Sommerferien raten, mal reinschnuppern.

    Waehrend der Ausbildung lernst du mit Tod, Leid und Hoffnung umzugehen. Die ersten Begegnungen sind nicht leicht, und es ist ganz normal das jemand der das erste Mal einen schwerkranken oder sterbenden sieht erschreckt ist. Gerade in unserer heutigen Zeit wo wir doch mehr in einer Spassgesellschaft leben, wo Tod und Leid immer mehr ausgelagert wird.
    Wichtig ist es das du dir von Anfang jemanden suchst, mit dem du reden kannst, wenn dir etwas zuviel wird oder du das Gefuehl hast, dir Luft zumachen zumuessen.
    Am Anfang ist es nicht leicht, am Wochenende oder abends vom Krankenhaus abzuschalten und was schoenes mit freunden zuunternehmen. Und nicht immer werden dich deine alten Freunde verstehen, aber das ist ganz normal. Du wirst deinen Weg finden.

    Krankenhaeuser stellen nicht gerne unter 18jaehrige ein, aber grundsaetzlich ist es moeglich, also ich wuerde mich auf jeden Fall probieren.


    Die Rahmenbedingungen sind nicht rosig, du wirst viel arbeiten muessen, aber abgesehen davon ist es einer der schoensten Berufe der Welt.

    Ich selber bin mit 16 Jahren in die Pflege gegangen und liebe meinen Beruf nach 16 Jahren (Oh mein gott--mache ich das schon lange!!)noch immer. Das einzige was mich kirre macht sind die Rahmenbedingung aber das ist eine andere Geschichte.
    Wenn du es wirklich willst mach es!
     
  10. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Deine Tanten sind nicht mehr auf dem neuesten Stand.
    Das Gesetz wurde 2003 geändert. Laut diesem Gesetz gibt es nur folgende Bedingungen:

    § 2 Voraussetzungen für die Erteilung der Erlaubnis
    (1) Eine Erlaubnis nach § 1 Abs. 1 ist auf Antrag zu erteilen, wenn die Antragstellerin oder der Antragsteller
    1. die durch dieses Gesetz vorgeschriebene Ausbildungszeit abgeleistet und die staatliche Prüfung bestanden hat,
    2. sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs ergibt,
    3. nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufs ungeeignet ist und
    4. über die für die Ausübung der Berufstätigkeit erforderlichen Kenntnisse der deutschen Sprache verfügt.

    Ich kann es mir nicht verkneifen: Das kommt davon, wenn man nach der Ausbildung vergisst, dass unsrer Beruf ständigen Neuerungen unterlegen ist und man verpflichtet ist, sich selbst weiterzubilden.... :motzen:

    Es ist leider tatsächlich üblich, Praktikanten für diverse "Drecksarbeit" abzustellen.
    Da kommt dann wohl das Vorurteil zum tragen, dass jeder in der Lage ist, nen Waschlappen zu benutzen.
    Ich habe es selbst erlebt, wie junge Praktikanten (männlich) ihr Praktikum innerhalb von Tagen abgebrochen haben, weil sie in die Pflege geschmissen wurden ohne Erbarmen.
    Es kann nicht richtig sein, von einem "Teenager" zu erwarten, dass er ne alte Frau wäscht oder neben ihr stehen bleibt, während sie auf der Toilette thront.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass es Dir so ergehen wird, liegt bei 80%.
    Entweder Du bist dem gewachsen, oder Du bist es nicht. :(
    Grundsätzlich wird die Grundpflege immer einen erheblichen Teil des Berufes ausmachen.
    In der Kinderkrankenpflege ist es glaube ich etwas einfacher. Die meisten Kinder sind mit Eltern da und dann wird die Körperpflege von den Eltern übernommen.
    Zumindest hab ich es so erlebt.

    Ja, Du hast nach der Ausbildung ansatzweise die Wahl, wo Du arbeiten möchtest.
    Bewerben kannst Du Dich überall wo Dir beliebt. Ob die jeweilige Station gerade Personal braucht, ist ne andere Geschichte.
    In der Ausbildung durchläufst Du (fast) alle medizinischen Gebiete, die das jeweilige Krankenhaus bietet.
    Da kannst Du Dir einen Eindruck verschaffen, welches Gebiet Dir am ehesten liegt.
    Von meinem Kurs sind bis auf wenige Ausnahmen alle auf eine Station gegangen, die sie in der Ausbildung schon kennengelernt hatten.

    Zu Deiner großen Frage... Lernt man mit Leid und Hoffnung umzugehen...?
    Ich würde sagen, ja.
    Aber das liegt an jedem Menschen selber. Ich habe Kollegen erlebt, die sind zerbrochen und konnten mit dem Leid nicht mehr umgehen. Andere stumpfen einfach ab und machen Pflege nach Plan.
    In der Ausbildung sollst Du Dir diverse Fähigkeiten (Kompetenzen) aneignen. Ist als Ziel im Krankenpflegegesetz formuliert.
    Guck da:
    § 3 Ausbildungsziel
    (1) Die Ausbildung für Personen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 2 soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand pflegewissenschaftlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische
    Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten vermitteln. Die Pflege im Sinne von Satz 1 ist dabei unter Einbeziehung präventiver, rehabilitativer und palliativer Maßnahmen auf die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der zu pflegenden Menschen auszurichten. Dabei sind die unterschiedlichen Pflege- und Lebenssituationen sowie Lebensphasen und die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Menschen zu berücksichtigen (Ausbildungsziel).

    Zu den Kompetenzen zählt z. Bsp. auch, dass Du Deine eigenen Grenzen kennst und wahrst, dass Du Dich abgrenzen kannst, dass Du Dir Hilfe suchen kannst..etc,etc...

    Manchmal ist es schwer, einen Sinn darin zu finden, wenn man täglich das Leid erlebt. Ich habe in der Ausbildung z.Bsp. in der Frauenklinik meinen Einsatz auf einer Station gehabt, wo fast ausschließlich Krebspatientinnen lagen.
    Es ist nicht nachzuvollziehen, warum eine Frau mit Mitte 20 an Krebs sterben muss.
    Das sind Momente, wo man sich selber fragt, ob es das richtige ist, was man da tut.
    Ich ziehe mein Feeedback aus dem Umgang mit den Patienten. Wenn die Patienten mir vertrauen, mit mir reden können und sich freuen, wenn ich ins Zimmer komme, dann hilft mir das, mit schweren Situationen umzugehen.
    Ich kann ihnen den Klinikaufenthalt so angenehm wie möglich machen und wenn ich dann nach meinem Dienst nach Hause gehe, habe ich das Gefühl, alles getan zu haben, was in meiner Macht stand.
    Dann kann ich auch mit schlimmen Situationen einigermaßen gefasst umgehen.
    Und das habe ich definitiv gelernt im Laufe der Zeit. :nurse:
     
  11. RockNana

    RockNana Newbie

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    Dankeschön für eure vielen Antworten!
    Nun habe ich aber noch Fragen. Es wird wohl kein Ende geben!:mrgreen:

    Ich würde gerne wissen, welche Fächer in der Schule gefragt sind. Es gibt in jedem Job unterschiedliche Bedürfnisse. Würde ich Industriekauffrau machen müsste ich Mathe können. ( das war nur ein Beispiel! )
    Wie sieht es als Krankenschwester aus? ( würde mal schätzungsweise sagen Chemie..:-))

    Gibt es als Krankenschwester Aufstiegsmöglichkeiten?
    Hat man viel mit Arbeitskollegen zu tun?
    Welche Voraussetzungen soll ich mitbringen?
     
  12. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Auch als GuKP brauchst du Rechenkünste, mehr als Chemie.

    Deine Fragen wurden schon mehrfach gestellt, füttere doch die Suchfunktion mit den Begriffen.

    Aufstiegsmöglichkeiten hast du vorallem mit einem Studium.
    Die "normale" GuKP wird über kurz oder lang eine aussterbende Art werden.
    Solltest du die Voraussetzungen erfüllen, dann mach dein Abi und besuche den dualen Studiengang der mit dem Bachelor abschliesst und auch die Ausbildung zur GuKP beinhaltet.
     
  13. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Wenn Du Dir im Net die Ausbildungsrichtlinie Deines Bundeslandes herunterlädtst, dann kannst Du die Lerninhalte einsehen.
    Allerliebste Grüße Fearn
     
  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Und hast den Bachelor nach der Ausbildung drangehängt? Diese Möglichkeit besteht ja unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne Abitur.
     
  15. blumenmädchen

    blumenmädchen Stammgast

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    Du bist noch sehr jung. Ich würde dir dazu raten, wirklich erst noch mal ein FSJ zu machen, um Erfahrungen zu sammeln und etwas an Alter zu gewinnen. Denn viele deiner Mitschüler würden schon eine Ecke älter sein, denn es gehen ja auch sehr viele Abiturienten in diesen Beruf oder Quereinsteiger, die vorher schon andere Ausbildungen gemacht haben.

    Außerdem könntest du dich noch etwas behutsamer als in der Ausbildung an das Gefühl zu gewöhnen, wie es ist, für andere Menschen Verantwortung zu tragen ohne gleich die volle Verantwortung zu tragen. Im FSJ gibt es auch regelmäßige treffen mit anderen FSJlern, wo man sich gemeinsam über seine Erlebnisse und Erfahrungen im Praktikum austauschen kann. Ich finde das eine gute Sache, vor allem weil es anders als in der Ausbildung noch keinen Leistungs- und Prüfungsdruck gibt.

    Überlegs dir mal.

    Und alles Gute für deine weitere Zukunft!:-)
     
  16. CorynHope

    CorynHope Newbie

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    Hallo =)

    Bei mir ist das Examen auch noch nicht so lange her und ich kann mich noch ziemlich lebhaft daran erinnern wie es war, mit all dem konfrontiert zu werden. Mir kranken Menschen, Sterbenden, der Drecksarbeit, Kollegen (netten und weniger netten), alles halt.

    Ich hab nach der Realschule noch Fachabitur dran gehängt, weil ich immer die Uni im Hinterkopf habe, auch wenn ich mir in meiner momentanten Anstellung sehr wohl fühle.

    Es ist nie, niemals verkehrt in unseren Beruf reinzuschuppern und zu schauen, ob es einem wirklich gefällt, ob man bereit ist, auch die Schattenseiten in kauf zu nehmen.

    Meine Schwägerin lernt gerade Kinderkrankenschwester, ist im zweiten Ausbildungsjahr. Sie hat großen Spaß und auch wenn sie manche schlechte Tage hat, überwiegen die schönen Seiten doch auf jeden Fall.

    Wenn du 10 Leute über den Pflegeberuf befragst wirst du 10 verschiedene Antworten bekommen, mach dir also möglichst ein eigenes Bild.

    Dir sollte klar sein, dass das Lernen nach der Schule und mit der Ausbildung erst richtig los geht. Die Anatomie, die Physiologie, die Krankheitslehre, die Medikamentenlehre, die ganzen Geisteswisscheschaften usw.
     
  17. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Auf die Suchfunktion wurdest Du ja schon hingewiesen :mrgreen:
    Mittlerweile gibt es keinem Fächerspezifischen Unterricht mehr. Es soll alles ineinander übergreifen.
    Hast Du z.Bsp. in Anatomie das Thema Herz, dann wird in Arzneimittellehre die passende Medikation gelehrt, in Pflege gehts dann um die Besonderheiten bei herzkranken Patienten und in Rechtskunde würde sich dann vielleicht das Thema Patientenverfügung anbieten.
    Also es gibt schon so ne Art Fächer. Aber man soll es eben nicht getrennt wahrnehmen, weil es um die ganzheitliche Pflege der Patienten geht.
    Chemie als Fach gibt es nicht.
    Vielleicht hilft Dir das gedanklich weiter:
    Die mündlichen Prüfungen umfassen 3 einzelne Prüfungen zu je einem speziellen Gebiet.
    Eins hat mit Anatomie und Diagnostik zu tun.
    Das nächste mit Pflege und Umgang mit Patienten
    Das dritte nennt sich "berufliches Selbstverständnis" - da hätten Deine Tanten dann kläglich versagt. Eins der Themen ist nämlich das neue Krankenpflegegesetz und die Änderungen im Vergleich zum alten Gesetz :mrgreen:

    Es kommen viele Themen zusammen im Laufe der Ausbildung. Wir hatten Seminar zum Thema "Sucht", Seminar zum Thema "Sterben und Tod", praktische Übungen mit Spritzen und Blut abnehmen (yep, man darf sich gegenseitig in den Armen rumstechen), immer wieder praktische Übungen zum Thema "Lagern", einen erste-Hilfe-Kurs über 1 Woche undundund.
    Manche Themen werden nur kurz angerissen (Ernährungslehre, Ethik) andere Themen begleiten Dich durch die ganze Ausbildung (Anatomie, Biologie, Pflege)

    Aufstiegsmöglichkeiten:
    Wie schon erwähnt, kannst Du studieren.
    Andere Möglichkeiten wären Fachweiterbildungen nach der Ausbildung.
    Guckst Du da, wenn es Dich interessiert:
    Fachweiterbildung
    Natürlich kannst Du auch eine Weiterbildung zur Pflegedienstleitung machen.
    Das gibt dann mehr Geld aufm Konto und weniger Patienten waschen :mrgreen:

    Ob man viel mit Arbeitskollegen zu tun hat? Diese Frage ist sehr ungewöhnlich. Du arbeitest in einem Team. Ja, Du hast täglich mit den Kollegen zu tun. Du musst koordinieren, arbeitest oft mit einem Kollegen zusammen im selben Bereich, musst mit Ärzten diskutieren, aufpassen, dass Dir die Physiotherapeuten in Deinem Zeitplan nicht in die Quere kommen, musst Arbeiten an die geliebten Praktikanten delegieren, Patienten ausm Aufwachraum abholen (kriegst ne Übergabe von der jeweiligen Kollegin, die Deinen Patienten nach der OP betreut hat) und darfst Dich mit Angehörigen auseinandersetzen.
    Unsrer Beruf hat sehr viel mit Kommunikation, Teamfähigkeit und Organisationstalent zu tun. Es ist nicht nur waschen, füttern, anziehen.....

    Voraussetzungen...? Puh...
    Da darfste Dich gerne mal hier im Forum über die Suchfunktion schlau machen.
    Es gibt Threads zum Thema "Bewerbungsgespräche". Da wirst Du vielleicht fündig.
    Ich kann nur von mir sprechen. Ich hab Hauptschulabschluss, habe aber mit 16 in der Pflege angefangen. Mit 30 bin ich in die Ausbildung zur Krankenschwester gegangen. Ich denke, dass mein Werdegang vorher den Ausschlag gegeben hat.
    Ein System habe ich nicht erkennen können.
    Wir hatten sogar einen ehemaligen Architekten im Kurs. Er hat wohl das richtige gesagt im Bewerbungsgespräch. Er wurde angenommen.
    Eine andere, die ich während meines Bewerbertages kennengelernt hatte, wurde nicht genommen, obwohl sie ebenfalls seit geraumer Zeit in der Pflege gearbeitet hat als Ungelernte Kraft.
    Ich hab keine Ahnung, warum sie abgelehnt wurde.

    Also mit dem Spruch "ich möchte Menschen helfen" wirst Du keinen Ausbildungsplatz kriegen, das kann ich Dir versichern.
    Dann wird eher vermutet, dass Du das Helfersyndrom hast. :gruebel:

    Alles in allem würde ich Dir ebenfalls so wie viele andere hier empfehlen wollen, ein soziales Jahr zu machen. Du bist jung, Du hast noch viel Zeit. Ein Jahr später in die Ausbildung gehen wird Dich nicht umbringen und ich glaube, dass es Deine Chancen erhöhen wird, wenn Du im Lebenslauf stehen hast, dass Du das FSJ gemacht hast. Such Dir ein Krankenhaus, wo Du anschließend die Ausbildung machen kannst. Das dürfte die Chancen nochmal erhöhen, dass Du nen Ausbildungsplatz kriegst.
    Zumindest habe ich es so bei einer Kollegin im Kurs mitgekriegt. Sie war die Jüngste und hat eben erst das FSJ gemacht und sich dann in der Klinik beworben.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Unter http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=profession&prof-id=27354findest du noch mehr zu dem Thema.

    Hier gibt es einen Einblick in die Unterrichtsinhalte: **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt** . Die bayrischen Vorgaben dürften von denen anderer Bundesländer nur gering abweichen.

    Im Gesetzestext zur Ausbildung findest du nochmal Infos zu Zulassungsvoraussetzungen, Ausbildungszielen usw.. KrPflG - nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

    Ausbildungseinrichtungen sehen es gerne, wenn man vorher bereits einen Einblick in den Beruf bekommen hat. Hier bietet sich ein Freiwilliges Soziales Jahr an. Infos dazu z.B. hier: Bundesarbeitskreis FSJ :: Willkommen auf der Seite des Bundesarbeitskreises FSJ . Mit so einem Einsatz kannst du auch antesten, wie gut du mit Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst klar kommst.

    Und was kann man mit dem Abschluss anfangen- Weiterbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten: KURSNET - Bildungsangebote einfach finden

    Elisabeth
     
  19. blumenmädchen

    blumenmädchen Stammgast

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    Azubi GuK seit 01.10.2011
    Zum Thema FSJ wollte ich noch ergänzen:
    Dieser Freiwilligendienst ist sowohl menschlich-persönlich gut für die Lebenserfahrung und macht sich gut im Lebenslauf als auch später für die Rente wird er dir als Berufstätigkeit bereits angerechnet. Außerdem bekommen deine Eltern weiter Kindergeld für dich und du darfst in der Familienversicherung bleiben.

    Ich sehe wirklich nur Vorteile. :-)

    Selber bedauere ich es übrigens sehr, dass ich nach der Schule kein FSJ oder FÖJ gemacht habe, weil ich leider auch gar nicht darüber informiert war, dass es sowas überhaupt gibt! (Ich bin ein Mädchen vom Lande und nur auf Dorfschulen gewesen, wo man solche Infos nicht wirklich verbreitet hat). Irgendwann, als ich davon wusste, war es dann auch zu spät. Denn fürs FSJ darf man höchstens 26 sein.

    Ich würde mir diese Chance nicht entgehen lassen, zumal du viele junge Leute kennenlernen wirst, die wie du auch gerade die Schule fertig haben. Und bei Bewerbungen wirst du sicherlich auch Vorteile haben. Ein FSJ ist viel intensiver als ein kurzes Pflegepraktikum und du wächst in dieser Zeit auch schon mit deinem Team, der Station und (je nachdem, wo du bist) mit den Bewohnern oder Patienten zusammen. Das ist eine sehr schöne Erfahrung.


    Wenn du in/um Bielefeld wohnen solltest oder bereit wärst dahin zu ziehen, kann ich dir übrigens das "Betheljahr" empfehlen. Betreuung, Taschengeld und Anerkennung dort sind sehr gut. Und soweit ich weiß könntest du sogar einen Wohnheimplatz bekommen.
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Ausbildungszeiten vor dem 17. LJ werden bei der Rente aktuell net mehr mit berechnet. Da wäre ein FSJ durchaus auch in dieser Richtung sinnvoll.

    Elisabeth
     
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