Ist das die Realität? > 1. Stationseinsatz, Unterkurs

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Saedis, 30.11.2006.

  1. Saedis

    Saedis Stammgast

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    Hallo,

    ich habe heute meinen 2. Arbeitstag (Unterkurs, 1.Stationseinsatz überhaupt) auf der Geriatrie hinter mich gebracht und bin doch ein bisschen enttäuscht...

    Das Erstgespräch mit unserer Praxisanleiterin Mitte November verlief eigentlich sehr vielversprechend und meine Kurskollegin und ich haben uns ziemlich auf den bevorstehenden Einsatz gefreut. Man sagte uns, dass man auf dieser Station eine Menge lernen könnte und das man uns vieles zeigen würde.
    Allerdings haben wir während des vierwöchigen Einsatzes gerade mal 2 Schichten gemeinsam mit unserer Mentorin, die 2. Praxisanleiterin fällt krankheitsbedingt für unbestimmte Zeit aus und die Stationsschwester hat nahezu den gesamtem Dezember über Urlaub.

    Wir haben keinen richtigen Ansprechpartner, niemanden der sich auch nur in irgendeiner Weise für uns zuständig fühlt - da das examinierte Personal lt. Dienstplan ständig wechselt und die "Besetzung" der Station fast täglich anders ausschaut, d.h. wir arbeiten so gut wie nie mit den selben Leuten zusammen... Ja, und sonst gibt es dort auch nur einige KPH/-schülerinnen, die uns ständig herumkommandiern und irgendwelche Bimbotätigkeiten machen lassen... ganz toll.

    Während der beiden ersten Tage hat uns niemand wirklich angeleitet, auch nirgends mit hingenommen - das passiert nur auf nachdrückliches fragen. Und selbst dann nehmen sich die Schwestern/KPH nicht die Zeit, mal was schülerfreundlich zu erklären. Alles wird nur "wischi-waschi-mässig" gemacht, Hausstandards werden in keinster Weise eingehalten, es gibt keinerlei Begründungen, warum was gemacht wird...
    Wir kommen uns eher vor wie billige 1€-Jobber, die den Schwestern und KPH in den nächsten Wochen lästige Praktikantentätigkeiten abnehmen dürfen... Müll und Schmutzwäsche entsorgen, Pflegearbeitsräume sauber halten, Pat.zimmer aufräumen und putzen, Betten neu beziehen etc. ... manchmal frag ich mich wirklich, ob die auch schon mitbekommen haben, dass wir Pflege lernen und soweit wie möglich betreiben wollten - und das wir uns nicht als Raumpflegerinnen beworben haben?

    ...Und wenn wir dann mal mit dem/am Pat. arbeiten dürfen, dann sind wir grundsätzlich auf uns allein gestellt, da kommt wirklich niemand mal auf die Idee, sich dazuzustellen und zu schauen, ob wir alles richtig machen... Woher soll man da bitteschön wissen, ob man alles richtig macht bei der GKW, beim Duschen eines Pat... und auch wenn ein Pat. eingestuhlt hat oder aufs Steckbecken muss, werden grundsätzlich wir unterkürsler geschickt...

    Aber auch "schwierigere" Fälle überlässt man gerne uns, heute zB. hat sich ein extrem desorientierter Pat., Diabetiker, li. Bein amputiert mit ziemlich langer "frischer" Wunde am Bauch (irgendwie getacktert nach ner OP) den ZVK herausgerissen... da würde auch nur gesagt "ja, macht mal, das schafft ihr schon irgenwie...". Wir wussten erstmal gar nicht, wie wir mit diesem Pat. umgehen mussten, was man nach so einer OP zu beachten hatte... zumal der Pat. wirklich schlecht zurecht war...

    Ich frag mich eben auch, wie man unter diesen Bedingungen einen vernünftigen, objektiven Beurteilungsbogen erstellen will. Ich wage zu bezweifeln, dass sich jmd. ein Bild über die Leistungen eines Schülers machen kann, wenn man bestenfalls mal 2 oder 3 Schichten mit diesem zusammengeabreitet hat!?
    ...ich hab eben auch nicht wirklich das Gefühl, dass sich unsere Mentorin für uns interessiert... als wir heute Morgen zum Frühdienst erschienen, war unsere Praxisanleiterin gerade in der Übergabe (kam aus der Nachtschicht)... bis auf ein einfaches "guten Morgen" schenkte sie uns keinerlei Beachtung... auf ein "Und, wie hat euch euer erster Tag gefallen, kommt ihr gut zurecht...?" wartete man vergeblich... naja.

    Es ist eben sehr frustrierend, von vielen anderen Unterkürslern zu hören, wie sehr sich die Praxisanleiter anderer Stationen kümmern... :(

    Naja, jedenfalls würde ich gerne wissen, wie ihr in dieser Situation handeln würdet...? Arbeite jetzt noch sechs Frühdienste durch, danach habe ich ein paar Tage frei... und sollte sich bis dahin nicht viel geändert haben, würde ich mich schon ganz gern irgendwie bemerkbar machen und meinen Unmut über die derzeitige Situation kund tun... aber an wen sollte man sich in einem solchen Fall wenden? Schule? Praxisanleiterin? Bin leider etwas ratlos... :weissnix:

    LG, Saedis
     
  2. Als Schüler hätte ich wahrscheinlich damals die Zähne zusammengebissen und gehofft, dass es schnell vorbei geht... Nö, ich hab' das sogar so gemacht:D

    Der bessere Weg ist (inzwischen würde ich ihn einschlagen): Gespräch mit dem Praxisanleiter und mit der Schule.
    Überleg Dir, was Dich stört und was Du ändern möchtest. Am besten schriftlich. Nicht nur, damit Du es parat hast und nachschauen kannst. Beim aufschreiben wird einem auch manches klarer. Aber bitte ausformulieren. Dadurch musst Du Dich einfach nochmal damit auseinandersetzen und auch wenn Du es dann anbringst (ohne Zettel *g*) dann kommt es einfach besser an.

    A propos: Auch wenn's abgedroschen klingt. Sag denen nicht "Ihr kümmert Euch nicht um mich" sondern "Ich fühle mich alleine gelassen", sonst kommt evtl. gleich ein Gegenangriff...

    Und such Dir jemanden aus, von dem Du denkst sie/er kann das gut annehmen. Muss nicht unbedingt der PA sein...


    Ulrich
     
  3. Cada

    Cada Junior-Mitglied

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    Du Arme, das hört sich ja wirklich gar nicht gut an. Mir geht es manchmal auch so, auch wenn meine Mentorin sich wirklich gut kümmert. Mich regen nur die ganzen Fahrdienste manchmal auf ... aber sonst is es schon ok.

    Wann hast du denn Zwischengespräch ? Dann kannst du dein Problem zur Sprache bringen.
    Auch könntest du mal mit der Schule reden.
    Stationsleitung und Praxisanleitung kannst du ja auch mal zum Gespräch aufforden und denen dein Herz ausschütten.

    Nur ob sich dann wirklich was änder weiß ich auch nicht.
    Als letzte Möglichkeit bleibt die wohl nur abhaken und unter Erfahrung verbuchen. Und hoffen das es auf der nächsten Station besser ist.
     
  4. Vivi

    Vivi Junior-Mitglied

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    Ich stimme den beiden zu. Überleg dir (vielleicht zusammen mit deiner Schüler-Kollegin) was dich ganz genau stört. Aber versuch(t) es so zu formulieren, dass sich die betreffenden Personen zwar angesprochen und nicht angegriffen fühlen. Dazu ist es wahscheinlich in der Tat sinnvoll die Schule mit einzubeziehen und sei es, es kommt nur ein Lehrer um bei dem Gespräch dabei zu sein und die beiden Seiten objektiv zu beurteilen.
    So wie du es schilderst, finde ich es fast schon verantwortungslos von einigen Schwestern. Man kann sich Schüler ja als Hilfen mitnehmen, aber bei kritischen Fällen sollte doch jemand fachkundiges dabei sein. Wenn du dir das nächste Mal unsicher bist, sag das doch. Sag, dass du dich mit der Situation im Moment überfordert fühlst und Hilfe brauchst. Die sollte dir nun wirklich keiner verweigern dürfen, weil sie sonst selber in der Verantwortung stehen. Allein deshalb versteh ich dieses Verhalten oft nicht (auch schon selbst erlebt). Ich denke, nur wenn du ehrlich bist (zu dir und den Kollegen) kann sich da was ändern.
     
  5. Michl

    Michl Gast

    Tut mir leid, dass Du nach 2 Tagen schon frustriert bist. Kann ja nur besser werden.
    Vielleicht tauchen ja die interessierteren Pflegekräft noch auf - bei dem beschriebenen regen Bezugspersonenwechsel kannst Du darauf hoffen.

    Schau Dir das ganze mal eine Woche an und dann spreche als erstes mit Deinem Praxisanleiter. Der ist zuständig für Dich auf der eingesetzten Station.
    Wenn sich da nix tut oder im schlimmsten Fall dieser sich unkooperativ zeigt, wäre ein nächster Schritt die Stationleitung oder Stellvertretung. Immer günstiger zu versuchen die Sache vor Ort zu regeln.
    Falls sich da auch nix tut (mein Gott, wo arbeitest Du?) dann wäre die Schule der nächste Schritt.
    Stationen, die Schüler ausschließlich als billige Arbeitskräfte oder gar als lästig empfinden, sollten einfach keine bekommen und schauen, wie sie ohne zurecht kommen. Meine Meinung dazu.


    Grüße
    Michl
     
  6. Ela79

    Ela79 Newbie

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    Hallo Saedis.

    Teilweise stimme ich dir zu das es so nicht sein sollte. Ganz besonders wenn es um schwierige Situationen geht mit relativ frisch operierten Patienten.

    Auf der anderen Seite kann ich dir nicht zustimmen. So Aufgaben wie Wäschesäcke leeren oder den Pflegearbeitsraum aufräumen sind ganz alltägliche Sachen auf Station die auch von den Examinierten ausgeführt werden. Somit kann man die auch direkt zu Beginn der Ausbildung lernen. Alles Weitere kommt mit der Zeit.

    Und ich denke auf der nächsten Station wird es besser werden. Aber wenn das Ganze für dich nicht besser wird solltest du eventuell mal mit der Schule Kontakt aufnehmen.

    Mfg Ela79
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Vielleicht sollte man langsam anfangen zu überlegen, was Professionelle Pflege ausmacht und was die angehende Fachkraft dafür lernen muss.

    Früher, so berichtete mir eine Kollegin, wurde die Ausbildung in Wäschekammer (Reperaturarbeiten), Küche und mit dem Putzen der Station begonnen. Im ersten Jahr sah man gar keine Pat.. Nach dem Abschluss war die Stationsschwester die Fachfrau, die vorgab, was zu tun oder zu lassen ist. Mit den Jahren kam dann die Erfahrung und manche Kollegin wurde selbst Stationsschwester, wenn sie genug fachlich gelernt hat.

    Ist diese Art der Ausbildung/ Sozialisierung noch sinnvoll? Es wird erwartet, dass die Schwester eigenverantwortlich arbeiten kann. Es gibt die Funktion der "kommandierenden" Stationsschwester nicht mehr. Werden unsere Azubis auf diese zukünftigen Anforderungen vorbereitet? Oder versuchen wir auch im Jahre 2006 noch verhuschte graue Mäuse zu dressieren, die nicht selbständig denken sollen/ dürfen da dies anderen Dienstgraden vorbehalten ist?

    These: Ein gebildeter Azubi ist gefährlich. Er macht das eigene Manko im Bereich des Fachwissens sichtbar. Deshalb ist es günstiger ihm deutlich zu machen, dass er in der Hierarchie ganz hinten ansteht. Und da ist der Platz in Küche und Spüle am günstigsten.

    Elisabeth
     
  8. SaarNadja

    SaarNadja Junior-Mitglied

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    Das hoffe ich aber doch schwer! Und ich denke, wir (in der Altenhilfe) sind durch die Umstrukturierung der Ausbildung auf einem guten Weg! Es müsste "nur" in den Köpfen aller Pflege-Kollegen langsam KLICK machen. Pflege hat sich gewandelt - Gott sei dank!
    Überträgt man den Beruf Pflege auf z.B. Rechtsanwaltgehilfin, wird man sehen, dass es Stimmigkeiten gibt. Diese Azubis dürfen zuerst einmal den Kopierer und den Locher quälen.

    Liebe Elisabeth, das würde ich unterschreiben! Das hört man (nicht gerade in dieser krassen Form) leider noch oft - anstatt sich selbst weiterzubilden oder auch was von dem Azubi zu lernen - er ist doch schließlich auf dem allerneusten Stand! Ja, ja die Eingeständnisse seiner selbst ....
    Was aber auch ein Phänomen ist, ist, wenn die Körperpflege beendet ist, drücken sich die Azubis fast überall (egal ob AP oder KP) in der Küche rum. Wir hatten sogar mal eine (3. Ausbildungsjahr), die meinte, ausschließlich die KP an den BW sei ihr Job, und deckte um 10:30 Uhr morgens den Tisch für das Mittagessen ein :knockin: , an denen die BW gesessen haben, sich unterhalten haben oder Zeitung gelesen haben oder Spiele gespielt haben ....
    Wo hat sie das nur gelernt??

    Viele Grüße
    Nadja
     
  9. midnightlady24

    midnightlady24 Stammgast

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    Vermutlich hat diese Schülerin bis dato nur auf Stationen gearbeitet, in denen sie sich die Arbeiten suchen mussten ( egal wie dumm sie in dem Moment zu sein scheinen ), um nicht doof angeguckt zu werden.

    Leider habe ich auch mal so eine station durchlaufen. Besser man polierte die Schränke des Fäkalienraumes als sich mit den Stationsstandartsordner zu beschäftigen, dass sah dann so nach "Ich habe nix zu tun" aus und war äusserst unbeliebt! Komisch, dabei muss man sich doch, wenn man ordentlich arbeiten möchte, mit denen ausseinander setzen. Warum dann nicht in den Momenten, in denen die bereits examinierten Kräfte damals, sich ihrem Kaffee, ihrer Zigarette und dem neuestem Tratsch ausgesetzt haben:fidee:
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *nachfragenmuss* Meinst du, es ist richtig die Azubis in Küche und Spüle zu schicken? Ich hab dich bestimmt falsch verstanden.

    Elisabeth
     
  11. SaarNadja

    SaarNadja Junior-Mitglied

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    Hallöchen!
    Natürlich nicht!
    Vielleicht habe ich mich nur "gekehrt ausverdrückt".
    Ich wollte vielmehr damit sagen, dass es in jdem Beruf das gleiche ist: Pflegeazubis "lernen" oftmals zuallerst Wäschesäcke abhängen, den Fäkalienraum aufräumen und sich in der Küche nützlich machen; Büroazubis "lernen" wohl zuerst kopieren und lochen, Hauswirtschaftazubis "lernen" zuerst das schmutzige Geschirr in die Maschine zu stellen usw.

    Es hat was mit dem Umdenken in den Köpfen der Anleiter und Kollegen zu tun. Oftmals, und da muss ich midnightlady recht geben, wissen die Kollegen nix von professioneller Pflege(anleitung) bzw. von dem was die Azubis lernen sollen. Ich denke das hat auch oft damit zu tun, weil sie es a.) so in ihrer Ausbildung erlebt haben und b.) sie die Neuerungen nicht interessieren.

    @ midnightlady: Natürlich wusste die Azubine im 3. Ausbildungsjahr über Abläufe usw. Bescheid. Sie hatte sogar nen schriftlich formulieren Auftrag zu bearbeiten; selbst wenn sie diesen nicht gehabt hätte, wäre es doch weitaus professioneller gewesen, wenn sie sich in dieser Zeit den BW gewidmet hätte. Wenn sie um viertel vor zwölf die Tische eingedeckt hätte, wäre das auch ein ganz anderes Thema gewesen .... zumal immer eine HW-Kraft präsent ist.
    Das sind eben Arbeiten, wie du ganz richtig schreibst, die man/jeder sofort sehen kann ....

    Nun denn,
    LG zu einem spannenden Thema
    Nadja
     
  12. Ramona3

    Ramona3 Junior-Mitglied

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    Hallo Saedis!

    Mir gings bei meinem 1. Einsatz ähnlich wie dir. Wenn du diese Dinge beschreibst die dir so passiert sind, kann ich mich gut daran erinnern wie ich mich damals manchmal geärgert habe. Wie bei dir hat sich meine Mentorin nie um mich gekümmert, habe mit ihr etwa 3 Tage von insgesamt 2-3 Monaten einsatz zusammengearbeitet. Am ende bekam ich einen Bewertungsbogen mit dem ich überhaupt nicht zufrieden war, wie konnte sie auch richtig über mich bescheid wissen. Deswegen würde ich an deiner Stell zur Schule gehen und denen deiene Situation erklären, dass die schon wissen um was es geht bevor der Bewertungsbogen kommt und dir evtl. helfen können. Du kannst natürlich auch zu deiner Mentorin gehen, aber ich kann mir auch gut vorstellen dass des schwierig für dich ist, wenn ich nämlich zurückdenke hätte ich mich das nicht getraut. Wichtig ist halt immer, dass man in der "ich-Form" redet, sodass sich niemand angegriffen fühlt, wie zB was schon mal gesagt worden ist: ich fühle mich alleine gelassen..."
    Aber ich denke, dass es auch für dich irgendwann einfacher werden wird. Bei mir wars genauso.Irgendwann traut man sich auch eher was zu sagen und erfahrungsgemaß wirds dann auch besser.
    Also Kopf hoch!! Das wird schon!
    Liebe Grüße
    Ramona3
     
  13. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Indem Deine Mentorin Rücksprache mit den anderen Kollegen der Station hält. In der Regel macht auch net die Mentorin einen Bewertungsbogen allein, sondern mit den Kollegen zusammen.


    @ SaarNadja & Elisabeth Dinse:
    ich muss jetzt mal nachfragen, ob ich Euch jetzt richtig verstanden habe.
    Seid Ihr der Meinung, dass man Schüler NICHT für Tätigkeiten wie Wäschesäckewechsel oder mal den unreinen Raum putzen heranziehen sollte?
    Sicher sollte das nicht die Hauptaufgabe eines Schülers sein, aber es gehört nun mal dazu. Und wenn eine Station keine Stationshilfe, Praktikanten oder Zivis hat, ist für mich der Schüler der den ich ranziehe, da sehe ich nun gar kein Problem.
     
  14. Michl

    Michl Gast

    Der Schüler ist definitv kein Ersatz für eine Stationhilfe oder andere Hilfskräfte.
    Wenn dies zum Aufgabenbereich des Pflegedienstes gehört, dann des gesamten Pflegedienstes. Ich habe ein Problem damit, wenn dies dann als "Schülertätigkeit" deklariert wird.

    Grüße
    Michl
     
  15. Micke

    Micke Stammgast

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    Moin...

    wir schweifen zwar von Thema ab...

    Aus Sicht des Schülers kann ich nur sagen, dass es natürlich "ätzend" sein kann, wenn man ständig diese Arbeiten verrichten darf und gleichzeitig bemerkt, dass die Examinierten im Stationszimmer sitzen und Kaffeekränzchen halten. Allerdings kommt das ja auch nicht oft vor.

    Es gibt Tätigkeiten die anfallen, die ein(e) Examinierte(r) und ein Schüler erledigen können und es gibt Tätigkeiten, die nur exam. Kräfte durchführen können/dürfen etc. Und wenn die exam. Kraft beschäftigt ist, stelle ich mich nicht an und erledige die "niedrigen" Arbeiten.
    Allerdings sehe ich dies nicht als Bestrafung oder sonstiges. Dafür darf ich dann auch mal bei spannenden Sachen zugucken (ZVK legen, OP etc) und die Examinierten müssen dann mal ran.

    Aus eigener Sicht freut es mich z.B. wenn ich die vollen Wäschesäcke wegbringen muss etc, denn dann hab ich das Gefühl, dass die Station "sauber" und ordentlich aussieht. Das heißt nicht, dass nur wir Schüler unsere Station aufräumen, aber es gibt nun mal Zwischenfälle, wo die Examinierten sofort gefragt sind und so werden diese Tätigkeiten auf später verschoben oder gar vergessen..


    Vielleicht nimmts du dir mal den Dienstplan zur Hand und siehst nach, mit welchen anderen Kollegen du am meisten in den kommenden Wochen Dienst haben wirst und mit wem du glaubst, du könntest sehr gut mit ihm/ihr. Vielleicht ließe sich da ne Vereinbarung treffen, dass du die Bezugsperson wechselst oder dass der/diejenige sich Notizen macht um deine Mentorin später von deinen Fähigkeiten zu unterrichten.

    siehe meine Meinung ganz zu Anfang

    Ich denke, dass ist auf jedenfall ein Fall für die Schule, sagt am besten bescheid. Somit kann die Schule zumindest für später reagieren und dort dann Schüler ab z.B. 3 Kurs hinschicken. Es ist zwar kein Trost, aber: anfangs scheinen meistens die Stationen grauenhaft und später sind sie prima.

    LG die Micke
     
  16. Joerg

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    Richtig, der Schüler ist kein Ersatz für eine Stationshilfe. Nur ist bei uns der Stationsablauf nicht so geregelt, dass ich groß Luft habe noch zu putzen. Ich bin meinst schon froh, wenn ich mit den normalen Arbeiten rum komme. Wenn ich im Frühdienst für einen Stationsflügel (wir haben 2 Flügel mit je 22 Betten) mit einem Schüler allein bin, ergibt sich das nun mal.
    Bei uns haben die Schüler nun mal das große Pech nicht allein dokumentieren zu können, da wir alles über den PC machen und die Schüler keine persönliches Passwort haben. Wenn ich also z.B. dokumentiere, kann der Schüler halt auch mal ein wenig für Ordnung sorgen.
    Dies kommt aber Gott sei Dank nicht so oft vor, da wird glücklicherweise eine Stationshilfe haben und ich den Schüler auch andersweitig Aufgaben geben kann.
    Nur muss ich sagen, dass es mir echt zu wider ist, wenn ein Schüler ein Gesicht wie 10 Tage Regen macht, wenn er vieleicht mal gebeten wird, den Wäschewagen aufzufüllen. Da kann einem schon der Kragen platzen.
     
  17. Saedis

    Saedis Stammgast

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    Das Gespräch mit der Schule haben wir bereits gesucht. Danke für eure Antworten. Bin wirklich gespannt, ob sich an der Situation etwas ändert, bin ab Mittwoch wieder auf Station.

    Und es ist nicht so, dass wir uns vor den "unliebsameren" Aufgaben scheuen - aber es kann auch nicht angehen, dass man als Schüler nur Pflichten, aber keinerlei Rechte hat...

    Die Situation sah teilweise wie folgt aus:

    Ca. 25 belegte Betten, 2 examinierte Kräfte, eine Altenpflegeschülerin im 2. Lj, eine KPH-Schülerin, eine Jahrespraktikantin und wir (dh. zwei UK-Schülerinnen).

    Nach der Grundpflege alles erledigt, dh. Pflegearbeitsräume i.O. gebracht, Pflegewagen aufgefüllt, Wäschesäcke erneuert und was sonst eben noch so anfiel...

    Auf die Frage hin, ob man uns zB. mal eine spez. Mundpflege am Pat. zeigen könne "Neee, ist heute sehr ungünstig".

    Und solche Antworten kommen so gut wie jedes mal, wenn wir fragen, ob uns mal jmd. was zeigen/erklären kann...

    Auch als wir's gewagt haben, uns bei der Dekubitusversorgung dazuzustellen (in der Hoffnung, wenisgtens DA mal was lernen zu können... und wann sieht man heutzutage bitte mal nen 4.gradigen Dekubits!?) kommen die Examinierten gleich angestürmt und schwören irgendwelche sinnlosen Aufgaben herbei - á la "Der Silberweagen könnte auch mal wieder geputzt werden... muss ja wohl nicht sein, dass da jetzt 2 Schülerinnen bei stehen und zugucken..." Ja nee, is klar... :D
     
  18. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Das wäre mal ein Vorschlag durch einen Praxisanleiter wert!

    Ich kenne das aus Häusern die per PC dokumentieren dass es ein Schüler PW gibt das die dann benutzen...
     
  19. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Damit rennen wir unserer PDL und der EDV schon die Bude ein. Uns ist es auch net recht, dass die Schüler nicht selbst dokumentieren können, denn irgendwann müssen sie es ja auch lernen. Und ich habe nun mal nicht immer die Zeit, mich daneben zu setzen und den Schüler unter meinem Passwort dokumentieren zu lassen, nur damit er es lernt.
    Nur leider bringt das alles nichts. Bis auf zweifelhafte Erklärungen warum das nicht geht, kommt rein gar nichts.
     
  20. Kati77

    Kati77 Newbie

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    Mir ist es in meiner Ausbildung (stehe jetzt kurz vor dem Examen) am Anfang genauso gegangen, keine Ahnung, wie oft ich den Ausleerraum oder die Küche putzen mußte! Und bis jetzt hatte ich bis auf ein oder zwei Ausnahmen kaum Praxisanleiter, die sich mal Zeit für mich genommen haben. Wobei man den Vollkräften zugute halten muß, dass sie einfach null Zeit haben, zumindest in unserem Haus...
    Ich glaube, als Schüler muß man heutzutage einfach Eigeninitiative zeigen und nicht warten, bis jemand auf einen zukommt und fragt "Kann ich Dir was beibringen?" (Auch das gibt es, glücklicherweise!). Ich bin immer gut damit gefahren, gezielt zu fragen, und zwar Schwestern, mit denen ich gut klarkam. Suche das Gespräch, aber mach Dich trotzdem darauf gefaßt, daß Du als Erstkurs-Schüler noch öfter solche Situationen erleben wirst, dass Du als "SteckbecKen-Unterschieber" mißbraucht wirst... Aber tröste Dich: Es wird besser, je länger Du in der Ausbildung bist und Eigenverantwortung übernehmen kannst!
    Viel Glück und sei nicht zu frustriert!!!
     
    UlrichFürst gefällt das.
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