Intubation: ja oder nein?

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von akino, 18.01.2013.

  1. akino

    akino Newbie

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    Hallo ..ich arbeite auf einer Neu- und Frühgeborenen Intensivstation und bin bereits seit mehr als 10 Jahren in meinem Beruf tätig.
    Seit ca. 1 Jahr haben wir einen neuen leitenden Oberarzt bekommen, der die zusätzliche O² Versorgung, sowie die Werte des CO² -gehalts als maßgebliche Intubationsgrenzen sieht.

    Auf das klinische Erscheinungsbild des Kindes legt er weniger Wert, was mir persönlich sehr zu schaffen macht.
    Es reicht ihm nicht aus, wenn ein Kind 70% O² Bedarf am CPAP hat (seit mehreren Stunden), um es zu intubieren. Er teilte mir nach meiner letzten Reanimation mit ihm mit, das auch die CO² Grenze an der Oxode über 60 liegen müsse, ansonsten könnte er bei Klagen der Eltern belangt werden. Ist das so??

    Letztendlich hat dieses Kind, wie bereits einige Kinder zuvor im letzten Jahr dann einen Pneu bekommen und musste notfallmäßig reanimiert werden.
    Meine Frage an euch, gibt es diese Grenzen die irgendwo belegt sind? Mir macht dieses Verhalten: Kinder als Objekete zu sehen, deren Gesundheitszustand über eine meßbare Grenze kommen muss, damit man sie intubieren darf, sehr zu schaffen.

    Für Hinweise, wo bei euch die Grenzen liegen oder auch wo ich Informationsmaterial zu Grenzen finden kann (in deutsch) wäre ich euch sehr dankbar.
     
  2. Blinki

    Blinki Stammgast

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    Was ist denn eine Oxode? Der Begriff sagt mir nichts.
    "notfallmäßig reanimiert" hört sich übrigens witzig an, also der Ausdruck, nicht die Tätigkeit.
     
  3. akino

    akino Newbie

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    Unter dem Begriff "Oxode" verbirgt sich einfach eine transcutane CO2 Sonde oder auch Kapnode genannt.
    ..und ja, da haben sich wohl meine Gedanken etwas überschlagen, wollte schreiben: notfallmäßige Intubation mit anschließender Reanimation, denn diese Intubation hätte man vorher bereits gut planen können, aus meiner Sicht zumindest.
     
  4. Musik

    Musik Junior-Mitglied

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    Hallo,
    auch bei und müssen die Kinder schon sehr kompensieren, bis sie intubiert werden. Bei uns ist auch die Pflege oft viel eher für eine Intubation als die Ärzte. Wahrscheinlich weil wir die vielen Apnoen stimulieren, die Einziehungen länger und intensiver sehen .... CO2- Werte von über 60 werden auch bei uns toleriert.
    Welchen CPAP haben den eure Kinder? Vor Intubation wird es oft noch mit dem Infant Flow Advance oder der Leoni versucht. Ich glaube ein Problem sind auch die Fortbildungen, dord erzählen die führenden Neonatologen wie toll alles sein kann. Schaut man dann dord hinter die Kulissen ist es auch nicht anders als bei uns.
     
  5. karola1

    karola1 Stammgast

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    hallo Musik,

    wer sind denn aktuell die "führenden Neonatologen"?
    Und in welchen Bereichen sind sie denn führend?
    Und was ist "hinter den Kulissen dort" anders, als das was erzählt wird?
    Daß Fortbildungen ein Problem sein können, ist mir jetzt so auch noch nie formulierungsmäßig untergekommen.
    Oder sind das nur Phrasen?

    Naja, und ein pCO² von 60 und etwas höher kann auch durchaus toleriert werden, wenn der pH, der BE, Bikarbonat und alles andere klinisch dazu stimmig ist und es dem Kind trotzdem gut geht - auf jeden Fall besser geht, als wenn es intubiert wäre
     
  6. akino

    akino Newbie

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    Hallo ..also wir machen unsere CPAP-Beatmung in der Regel über den Babylog, mit einer Maske oder auch mit Prongs ..je nachdem wie es das Kind toleriert und versuchen dabei auch Pausen einzulegen.
    Manchmal denke ich schon auch, dass das Bauchgefühl unter den vielen Fort- und Weiterbildungen, die manche bereits gemacht haben, etwas leidet. Sie verlassen sich auf Zahlen und schauen sich ihren Patienten gar nicht mehr so richtig an :( ..dabei hängen die Zahlen doch in der Regel etwas nach.
     
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