Intensivstation in Österreich

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Jennifer1412, 26.09.2010.

  1. Jennifer1412

    Jennifer1412 Newbie

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    Hallo,


    ich werde im März mit meiner Weiterbildung zur Intensiv- und Anästhesiefachkrankenschwester fertig, möchte dann evtl. nach Österreich.
    Wird diese Weiterbildung in Österreich anerkannt? Hat sie einen höheren Stellenwert als in Deutschland? Wie sieht es mit Stellen, bezogen auf Intensivstation aus?
    Wie ist es mit dem Verdienst im Vergleich zu Deutschland? Und wie sind die Arbeitszeiten?
    Oder was sollte ich sonst noch wissen? Hoffe ihr könnt mir helfen???
    LG, Jenny
     
  2. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Hallo Jenni,

    also wohin magst Du denn gehen? Welches Bundesland?

    Dann darfst Du eher mit rechnen, dass der Verdienst viel schlechter ist und ebenso es häufiger 12 h Dienste mit nur einer halben Stunde Pause oder geteilte Dienste gibt.

    Die Fachweiterbildung wird anerkannt, da EU. Ist kein Problem.

    Es gibt meist 1 Jahres Verträge (also 1 Jahr Probezeit).

    Stellen: Ja das ist in manchen Bundesländern ein Problem. In Österreich ist meist das Betriebsklima so hervorragend und die Menschen so bodenständig, dass es tatsächlich in manchen Regionen keine Stellen zu besetzen gibt.

    Der Stellenwert der Fachweiterbildung ist wohl eher ähnlich.


    grüße
     
  3. Pinguin

    Pinguin Junior-Mitglied

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    Hallo Jennifer1412,
    Österreich ist sicher eine gute Idee!

    Die Grundausbildung ist EU-weit geregelt, die Fachweiterbildung solltest du nachfragen. Nachdem du aber 5 Jahre Zeit hast die Intensivausbildung zu absolvieren, nachdem du auf einer Intensi vangefangen hast sollte es kein Problem darstellen, dies im nachhinein abzuklären.
    Die Anerkennung selber dauer ca. 1-2 Monate.

    Der Verdienst: nun ja ich habe mit ca. 10 Jahren Berufserfahrung ca. 2000 netto (inkl. Zuschläge aller Art), dazu 14 Monatsgehälter.

    Gesucht wird vor allem in Wien, solltest du eher kleinere Orte bevorzugen könnte es schwierig mit einer Stelle werden.

    Die Mentalität - selber herausfinden;)

    Arbeitsbedingungen - katastrophal, manchmal hat man tags ZWEI, nachts sogar DREI Patienten!!!! Die Kollegen mühen sich dann aber ab dir zu helfen, jedoch ist es bei EIN (tags) bis ZWEI (nachts) Patienten verständlich, dass man etwas auf Hilfe warten muß.

    LG
    Pinguin
     
  4. siamun

    siamun Newbie

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    Hallo,

    bitte was? Das sind doch keine schlechten Arbeitsbedingungen... ! Ich selber arbeite auf einer Internistischen Intensiv und wir betreuen in der Regel immer 3 Patienten. Nachts können es auch mal 4 sein.
    LG Siamun
     
  5. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Ähm, ich denke hier wurde sich der Ironie bedient.....
     
  6. pflegeschüler1988

    pflegeschüler1988 Poweruser

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    Hallo,

    also wir haben eine 2:1 Betreuung, ich denke 4 Patienten zu betreuen, ist schlecht, wo bleibt da die Qualität?? Wenn ich mir vorstellen, das ich manchmal bei Pat mit Fisteln und AP mehrmals am Tag die Verbände machen muss, nebenbei die Hämofiltration steuern, wie sollte man da 3-4 Pat betreuen?

    LG Martin
     
  7. Fraiser

    Fraiser Newbie

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    hallo jennifer 1412,

    da es in österreich wie auch in deutschland keine einheitliche regelung und ausbildungsverordnung gibt kann es sein, das die fwb nicht anerkannt wird. habe aber noch nie davon gehört das eine anerkennung abgelehnt wurde. besonders, wenn man sein examen in deutschland gemacht hat, da die ausbildung qualitativ besser ist.
    in österreich ist die fwb pflicht. man darf nur 5 jahre auf einer intensiv arbeiten ohne eine zu haben. was in manchen bundesländern auslegungssache ist. ich arbeite in wien beim krankenanstalltenverbund (www.wienkav.at). da wird die die ganze zeit von deinen intensiveinsätzen gezählt. egal ob du zwischen durch wo anders warst, was zb. in privaten krankenhäuser tlw. so geregelt ist. das du offiziell für einen montat auf einer normal station bist und dann wider zurück auf die intensiv gehst damit die 5 jahre bei 0 wider anfangen.
    zum verdienst kann ich berichten, das er viel höher ist als in deutschland. freunde von mir mit denen ich in deutschland meine ausbildung gemacht habe, arbeiten genau so lange wie ich auf einer intensiv und verdienen netto bis zu 600 euro weniger. ich wollte eigentlich irgendwann mal zurück nach deutschland und habe ich mir eine intensivstation angeschaut, die eigentlich das gleiche macht wie die station wo ich gerade bin. 10 betten, alle beatmungsbetten, allgemeine + interne intensiv usw. der einzige unterschied war, das wir für den herzalarm (reanimationsteam) zuständig sind und die station die ich mir angeschaut habe, nur die patienten vom herzalarm bekommen aber nicht selber laufen. der unterschied war aber gewaltig. tagdienst (was 12,5 stunden dienst heißt) sind bei uns 6-8 examinierte im dienst + stationsleitung und vertretung (patientenbetreuung 1:1 - 2:1), die jederzeit einspringen können falls not am mann ist zusätzlich haben wir 2-3 abteilunghelfer die sachen auffüllen, reinigen, botengänge machen und und und. im nachtdienst sind 5 examinierte kräfte im dienst. in deutschland die station hatten im frühdienst 3-4 examinierte pflegekräfte und 1 stationsleitung. spätdienst sowie im nachtdienst 3 examinierte kräfte. d.h. auch wenn es hier 12,5 stunden dienst sind, ist man arbeitsmässig nicht so ausgelastet wie in einem 8 stunden dienst. außerdem hat man die stunden schneller zusammen und muß daher nur 12-14 tage im monat arbeiten. 34 urlaubtage im jahr und 14 monatsgehälter + urlaubszulage (durchschnitt aller nacht- freiertags- und wochenddienste / 11) was zusätzlich nochmal ausgezahlt wird, da man ja im urlaub sonst keine zuschläge bekommt :klatschspring:
    die einarbeitung auf meiner station war so, das ich 3 monate zusätzlich im dienst war und mir 2 bezugspersonen zugewiesen waren, damit ich alles kennenlerne und nicht alleine vor neuen sachen stehe. nach den 3 monaten war ich immer noch nicht zu 100% im dienst eingeteilt (d.h. immer noch zusätzlich zu den 6-9 examinierten). habe zwar meine eingenen patienten geführte, wie eigentlich die ganze zeit, aber ich hatte im patientenzimmer meine bezugspersonen, die den 4.-5. monat immernoch für mich da waren mit der änderung das sie da auch wider patienten hatten und nicht mehr mich.

    lieben gruß aus dem nachtdienst

    martin
     
  8. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Es ist in Deutschland nichts Unnormales 3 Intensivpatienten (u.a. auch Beatmung, Dialyse und zusätzlich noch IABP z.B. ) zu betreuen. Die Personaleinsparungen sind schon lange Zeit eine Katastrophe. Reden wir in Deutschland wirklich über Personalmangel ? ...eigendlich gibt es das ja nicht, da weiter Personal eingespart wird.
    Schlimmstes Beispiel: 8 Betten - ITS mit 4 Beatmungsplätzen, Reatelefon, keinen Aussendienst, Dialyse und Co, CT/MRT- Fahrten --> 1: 4 Betreuung.
    Ich finde soetwas mehr als fraglich und verantwortungslos. Es ist in diesen Fällen definitiv keine adäquate Überwachung und Versorgung der Patienten möglich. Diese Art von Personalpolitik ist eine absolute Katastrophe und in meinen Augen nicht mehr zu rechtfertigen.
    Es muss in jedem Falle eine adäquate Stellenberechnung her und zwar nach Aufwand und nicht nur nach Bettenanzahl. Es kann nicht sein, dass eine Pflegekraft mit 6-8 ITS- Patienten + Beatmung ohne Arzt bei einer Rea im Hause alleine gelassen wird.

    Dies dürfen wir alle nicht weiter tolerieren.
     
  9. Lisa S.

    Lisa S. Newbie

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    Hallo!

    Da die Fakten/Meinungen hier ja zum Teil stark auseinandergehen kriegst du auch meinen Senf dazu..

    Also, ich glaube du solltest dir einmal überlegen welche Fachrichtung dein "Auslandspraktikum" abdecken soll. Was willst du kennenlernen? Natürlich gibt es in größeren Städten mehr Auswahl. Es wird wahrscheinlich auch die Wohnsituation für dich eine Rolle spielen. Es ist nicht jedermanns Ding in der "Einöde" zu leben :gruebel:

    Also jetzt zum informativen Teil: In Graz hast du alle Fachrichtungen vertreten, verteilt auf drei große Krankenhäuser. Zwei davon öffentlich (eine Uni-Klinik), eines "halb öffentlich".
    In Wien hast du natürlich auch alles vertreten, und das Ganze auf 10 große Häuser (und ein paar die für ITV nicht so interessant sind). Viele Jobwechsler aus Deutschland hat natürlich das AKH Wien (Uni-Klinik) zu verzeichnen, da hat man auch Erfahrung mit mit euch-bin selber einigen begegenet...:P. Am besten einmal alles Googeln und Info über die verschiedenen Einrichtungen einholen. Es gibt natürlich noch mehrere größere Städte wie Linz, St. Pölten oder Salzburg mit teilweise sehr beachtlichen Fachrichtungen, aber es bleit meist auf ein bis zwei großen Häusern verteilt.

    So, jetzt zu den Arbeitsbedingungen: Tatsächlich ist es so das man hier mehr verdient, auch stark abhängig davon wieviele Sonderzahlungen man hat (Nachtdienst, Sonn-u Feiertage).
    Einschulung bekommt man mit abgeschlossener ITV Ausbildung (wenn man Glück hat, und du nicht dringend gebraucht wirst) nach Absprache. Aber mehr als 2 Monate wirst du nicht kriegen, was nicht bedeuten soll das du nachher niemanden um Hilfe bitten darfst.
    Personalschlüssel wird ganz unterschiedlich bestimmt. Da kommt es auf sehr viele Faktoren an (Arbeitsaufwand Routine, Patientengut, Akutversorgung, Zusatzaufgaben...). Aber soweit ich weis ist grundsätzlich ein entspanntes Arbeiten meistens möglich. Natürlich gibt es Stationen die Bereitschaft für diverse Versorgungen machen (Rea-Team...OP...). Da ist es manchmal so das dir sehr langweilig ist, aber du kommst auch ab und zu mal heim und mußt mal überlegen wie du heißt und wo das Bett schnell steht zum reinfallen.

    Also, wie du siehst...es liegt an dir. Hoffe dir geholfen zu haben.

    Bin schon gespannt wie du dich entscheidest...
     
  10. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Nicht überall in Österreich verdient man mehr, als in Deutschland. Die bisherigen Aussagen über Mehrverdienst kann ich so nicht ganz unterschreiben. Im Gegenteil: Es gibt Bundesländer in Österreich bzw. Regionen, wo man zwar das 13 und 14. Monatsgehalt hat, aber wesentlich weniger Urlaub, wesentlich weniger Pausen und die 12 h Dienste absolut üblich sind.
    Ebenso hätte ich z.B. im Salzburger Land sowie auch in Vorarlberg 500- 600 Euro netto weniger verdient, als in Deutschland in einem Provinzkrankenhaus.
    Die Besetzungen der Schichten sind allerdings besser in Österreich, als in vielen Krankenhäusern Deutschlands.

    In Deutschland gibt es Fachkliniken und Häuser der Maximalversorgung, wo die Stellenbesetzung recht gut ausschaut + Aussendienst und 2-3 Ärzte.
    Ja und die Einarbeitung ist in gut geführten Häusern in Deutschland grundsätzlich 3 Monate lang, der Urlaub mehr und die Pausen angemessen. Es muss keiner länger als 10 h arbeiten- nein es darf einfach keiner. Ausser natürlich Freiberufler - die unterliegen nicht dem Arbeitszeitgesetz.

    Die Bereitschaftsdienste ob Präsenz oder Ruf werden grundsätzlich vergütet, was in Österreich nicht so ist.

    Was nutzt mir also ein 13. und 14. Monatsgehalt, wenn ich in einem 12 h Dienst nur eine halbe Stunde Pause erhalte, ich grundsätzlich weniger Urlaub pro Jahr erhalte und die Bereitschaftsdienste nicht extra vergütet werden oder ganz schlecht. Ebenso ist die Frage, ob man in Österreich in der Anästhesie wirklich arbeiten möchte, wenn man das deutsche Model eh schon kennt.
    In der Anästhesie in Vorarlberg leistet man mind. 20 h mehr und bekommt aber grundsätzlich 20 h weniger vergütet.

    Daher kommen auch die 14 Monatsgehälter zustand, um das Personal zu bauchpinseln.
    Dafür ist das Betriebsklima grundsätzlich in Österreich super und die Fluktation so gut wie garnicht vorhanden.

    Es ist ganz simple:

    Möchte ich mehr Geld verdienen oder möchte ich ein gutes Betriebsklima oder möchte ich gerne Beides?

    Beides ist in der Schweiz und in Liechtenstein möglich!
     
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