Intensivpflege direkt nach dem Examen: Ich brauche Hilfe

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Summer2015, 17.04.2015.

  1. Summer2015

    Summer2015 Newbie

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    Hallo ich habe vor 2 Monaten mein Examen erfolgreich beendet und kam direkt nach meiner Ausbildung auf eine Intensivstation! Wo ich mich als erstes auch sehr gefreut habe. Aber jetzt gehe ich mit Bauchschmerzen nur zu Arbeit, komme irgendwie nicht zurecht auf der ITS, meine Einarbeitung war auch nicht besonders gut. Und Spaß macht es mir in Moment auch nicht. Was soll ich nur machen? Ich kann ja nicht nach 2 Monaten wieder gehen.
    Ich bin verzweifelt...
     
  2. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Was gefällt dir denn nicht bzw. wo liegen die Probleme? Hast du eine feste Bezugsperson für die Einarbeitungszeit bekommen, mit der du darüber sprechen kannst? Ansonsten ein Gespräch mit der Leitung suchen!
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der Einstieg in die Intensivpflege erfordert sehr viel Eigenengagement beim Wissenserwerb. Ich erinnere mich, dass ich vor über 20 Jahren ein halbes Jahr lang fast täglich die Bücher gewälzt habe um mein Wissen anzupassen.

    Zu Zeiten des analogen Wissenserwerbs dauerte das dann schon mal so ein bis zwei Stunden. Heut, in Zeiten der Internets, geht es bestimmt viel schneller.

    Elisabeth
     
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  4. Summer2015

    Summer2015 Newbie

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    Mir macht die Arbeit dort irgendwie keinen Spaß mehr, weiß nicht ob es daran liegt, dass ich noch nicht selbstständig arbeite und mir noch total unsicher bin. Und es liegen dort nur schwerst kranke Patienten und man kann noch nicht mal sehen wie die sich entwickeln also genesen. Und die Kommunikation fehlt mir da, weil es liegen dort überwiegend beatmete Patienten und habe irgendwie nicht so eine richtige Einarbeitung.
     
  5. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Es ist keine Schande sich einzugestehen, dass ein Arbeitsbereich nicht der richtige für einen ist. Im Gegenteil, da gehört sehr viel Mut und Selbsterkenntnis dazu.
    Ob sich das bei dir nun nur um ein kleines normales Tief handelt, kannst nur du beurteilen. Genauso ob du dir noch etwas Zeit gibst und erst einmal das Gespräch auf Station suchst mit einer Vertrauensperson.

    Hatten auch mehrere Kollegen frisch nach dem Examen in den letzten Jahren. Einer ist gegangen nach der Einarbeitung, da es einfach nichts für ihn war. Ihm gefällt es jetzt sehr gut auf einer anderen peripheren Station. Damals war er fix und fertig und hatte das Gefühl nicht gut genug zu sein.

    Eine andere ist auch in einen anderen Bereich gewechselt nach kurzer Zeit und möchte jetzt mit dem Abstand nach zwei Jahren noch einen neuen Versuch starten.
    Sowas kommt also durchaus vor.
     
  6. Summer2015

    Summer2015 Newbie

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    Denke auch die ganze Zeit, dass ich nicht gut genug bin und das ich Leistung zeigen muss und alles jetzt können muss. Und ich bin halt frisch examiniert! Vielleicht ist das nur meine Wahrnehmung und es ist gar nicht so. Vielleicht ändert sich das ja noch und ich komme zurecht auf der ITS und möchte überhaupt nicht mehr weg da... muss mir noch bisschen Zeit geben - bin ja erst frisch dort auf der Station.
     
  7. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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  8. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Ich schließe mich den Vorrednern an:
    Bitte Deine Stationsleitung um ein "Entwicklungsgespräch".
     
  9. CR7

    CR7 Junior-Mitglied

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    Also ich habe es genauso gemacht wie du, bin direkt nach dem Examen auf eine Intensiv und muss sagen, dass ich den Schritt absolut nicht bereue und mir die Arbeit sehr gut gefällt.

    Mir ging es genau wie dir, frisch examiniert, Intensivstation, alles neu ich kam mir vor, als hätte ich die 3 Jahre in der Ausbildung nix gelernt, aber wie Elisabeth schon sagte, es erfordert nebst der Einarbeitung auf Station auch Selbstdisziplin um sich Fachwissen (in der Freizeit) anzueignen. Ich habe mir damals nach kurzer Zeit einige Bücher über Beatmung und spezielle Intensivpflege gekauft, was mir den Alltag dann doch erleichtert hat. Ich stand auch ständig im Dialog mit Kolleginnen und Kollegen und hab diese mit meinen Fragen gelöchert, mir Tipps und Anregungen geholt was mein Arbeiten angeht, das hat mir sehr geholfen mich schnell zurecht zu finden.

    Sprich doch mal mit deinen Kollegen, wie deren Eindruck ist und mach dich nicht so fertig und/oder rede dich schlecht.
     
  10. einer

    einer Stammgast

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    Hallo Summer,

    als ich deine Einträge gelesen habe, hatte ich ein Deja vu:

    Vor einigen Jahren hatte ich mit einer neuen Kollegin im OP ein Gespräch, bei dem sie genau das gleiche sagte, wie du hier schreibst. Ich habe ihr damals geraten, noch 4-6 Wochen weiter zu machen, da fast jeder den ich kenne in den ersten 3 Monaten im OP das Gefühl bekommt, nichts auf die Reihe zu kriegen.

    Sie hat damals nicht auf mich gehört und ein paar Tage später bei der PDL um ihre Versetzung auf Normalstation gebeten. Hat die PDL dann auch gemacht… hat allerdings noch 7 Wochen gedauert.

    Zu diesem Zeitpunkt ging sie dann nicht mehr gerne auf Normalstation zurück. Inzwischen hat einiges besser funktioniert und der OP hat ihr richtig Spaß gemacht. Bleiben konnte sie jetzt aber nicht mehr !!!:cry:

    Daher schließe ich mich dem Rat von CR7 an: Sprich mit deinen Kollegen!!! Sei offen und bitte auch sie um eine ehrliche Meinung. Könnte zwar weh tun, kann dir aber weiter helfen.

    Egal wie du dich entscheidest: Viel Glück!

    Einer
     
  11. Summer2015

    Summer2015 Newbie

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    Ich glaube, dass ich auf einer peripheren Station arbeiten möchte, aber weiß nicht wie man das beantragt... habt ihr schon Erfahrungen mit Versetzungsanträgen? Ich weiß nicht wie ich das der Station dann sagen soll, dass ich hier nicht bleiben möchte...
     
  12. CR7

    CR7 Junior-Mitglied

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    Ich hab diesbezüglich zwar keine Erfahrung wie das abläuft, aber rein gefühlsmäßig würde ich sagen, dass du das in Ruhe mit deiner Stationsleitung besprechen solltest, die müsste normal wissen, wie das ganze von statten geht.

    Und wie die anderen schon sagten, es ist keine Schande sich einzugestehen, dass einem das Arbeitsfeld nicht liegt, sondern zeugt von Stärke :-)
     
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  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Vier Wochen nach einem Fachwechsel stand ich im Stationszimmer und teilte der Leitung meine Absichten mit, wieder in den alten Bereich zurück zu wollen. Justament kam der Oberarzt dazu... und war mehr als erbost. Ich könne wohl kaum nach 4 Wochen sagen, ob es passt oder nicht. Ich hätte ja noch nicht mal ansatzweise in das Fach hinein schauen können. Mir wurde empfohlen, mich erst mal auf den Hintern zu setzen und mir einen Einblick ins Fach zu verschaffen. Zusätzlich kam ein Angebot, einen 3 Monate später anstehenden Fachkongress zu besuchen. ... Ich bin geblieben und habe es nie bereut. Manchmal braucht man wohl etwas härtere Ansagen um seinen Horizont zu erweitern.

    Das Leben ist nun mal nicht einfach. Man muss ne Menge Berge erklimmen und lernt auch viele Täler kennen. Aber nur Hügel, dass wäre wohl sehr langweilig.


    Elisabeth
     
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  14. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Entscheide nicht aus einem augenblicklichen Tief heraus. Gib Dir Zeit. Sprich mit den Kollegen oder der Stationsleitung und fordere ein Feedback ein - finden die, dass Du im falschen Bereich bist?

    Ich persönlich habe mit dem Setzen einer Deadline gute Erfahrungen gemacht. Solche Entscheidungen sollte man nicht übers Knie brechen.
     
  15. Susi_Sonnenschein

    Susi_Sonnenschein Bereichsmoderatorin
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    Gerade als Frischexaminierte auf Intensiv braucht man glaub ich ne lange Zeit, um zu sehen ob einem das liegt. Es ist so viel Neues und auch viel Technik. Ich war froh um meine ersten Jahre auf Normalstation, dort habe ich viel über Krankheitsbilder, -Beobachtung und Medikamente gelernt, was mir dann auf der Intensiv sehr geholfen hat.

    Rede mit deiner Leitung, ob eine längere (und intensivere) Einarbeitungsphase möglich ist, wenn du der Meinung bist, auch dann gefällt es dir dort nicht (was durchaus legitim ist, nicht jede Abteilung liegt jedem - gottseidank!) bitte (am Besten in einem Gespräch mit der PDL, wo du auch den schriftlichen Versetzungsantrag abgibst) um die Versetzung.
     
  16. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo,

    ich habe mich hier auch in einigen Beiträgen wieder erkannt. Auch als frisch examinierter auf eine riesige Intensiv und mir kam es vor, als hätte ich drei Jahre vorher so gut wie nix gelernt. Eine sehr gute Mentorin hat mich zum Glück prima auf alles vorbereitet, so dass ich mir jetzt pflegetechnisch nichts anderes mehr vorstellen kann. Das Gefühl der Überforderung und das Nichterfüllen der eigenen Ansprüche kenne ich aber trotzdem. Setz dir nach Absprache mit deinen Kollegen und deinen Vorgesetzten ein Zeitlimit, wie lange du dir das noch überlegen willst. Sprich vielleicht auch nochmal die nicht zufriedenstellende Einarbeitung an (siehe Susi_Sonnenschein). 2 Monate Einarbeitung für einen Neuling sind einfach viel zu wenig.

    Wie geht es dir denn jetzt auf der Intensiv?
     
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