Intensiv 72 in Essen

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 26.10.2005.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Montag, 24. Oktober 2005, 10.00 Uhr: Die gläserne Intensivstation auf dem Willy-Brandt-Platz in Essen öffnet ihre Pforten und bietet für die kommenden 72 Stunden Einblicke in den Alltag der Intensivpflege.

    zwai begleitet das Projekt über den ganzen Zeitraum und berichtet fortlaufend: über Webcams kann rund um die Uhr ein Blick auf eine der zwei Intensivpflegeeinheiten geworfen werden, einzelne Sequenzen werden zusätzlich per Online-Video übertragen.

    Weiterhin informiert das intensive72 - Weblog über die laufenden Ereignisse. (hhe)

    http://forum.zwai.net/showthread.php?t=641
     
  2. Mellimaus

    Mellimaus Poweruser

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    Das Projekt war extrem gelungen. Ich war an einem der Tage zum shoppen in Essen und hab da auch mal einen Bluick reingeworfen. Sowas fnde ich sehr lohnenswert - nimmt dem Laien die Angst vor der INtensiv und kann mal sehen was da so überhaupt passiert.
    Sehr gelungen!:daumen:
     
  3. missedpig

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    Wo geht das noch hin?

    Moin Moin!

    Das kommt mir vor wie bei Big Brother, tut mir leid, ich finde das extrem geschmacklos. Man muß sich nur mal vorstellen man selber läge da oder jemand aus der Familie. Gab es nicht in letzter Zeit genug Fernsehberichte über Notaufnahmen/ Intensivstationen/Rettungsdienste?
    Nach dem Motto: Hier kannst Du online sehen wie jemand um sein Leben kämpft.........arrrrgh:(

    Misse

    P.S. Damals auf der Notaufnahme gabs etliche Versuche von TV-Sendern die allesamt von uns Pflegenden abgeblockt wurden. Und womit? Mit Recht!
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn du richtig gelesen hast und geschaut hast, konntest du sehen, dass die "Pat." nicht echt waren. Alles andere wäre nach deutschem Recht nicht realisierbar, da das Einverständnis des Betroffenen vorliegen muss.

    Aber wie sieht deine Idee aus, unsere Arbeit für die breite Bevölkerung sichtbar zu machen?

    Elisabeth
     
  5. missedpig

    missedpig Junior-Mitglied

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    Moin Moin!

    Die Patienten waren nicht echt? O.K. das hab ich übersehen.
    Wie man unseren Beruf der Öffentlichkeit zeigt? Wie schon geschrieben, es gab und gibt genug Folgen von Spiegel TV, K1 die Reportage usw. die an echten Patienten gezeigt haben wie z.B. der Alltag in der Notaufnahme aussieht. Auch Intensivstationen und Rettungsdienste wurden bereits mit der Kamera begleitet. So ungefähr kann sich wohl jeder vorstellen das im Krankenhaus kranke Menschen behandelt werden. Auch das Menschen im KH sterben, ist wohl jedem klar.

    Ich reagiere darum so allergisch, weil wir früher so viele freche Anfragen hatten von TV Sendern. Unsere Notaufnahme war und ist so beliebt bei Sensationshungrigen Fernsehmachern weil wir viele Drogenabhängige halb tot von der Straße bekommen haben. Außer dem Pflegepersonal hat niemand Wert darauf gelegt von den Patienten ein Einverständnis zu erhalten. Da macht man nen Balken übers Gesicht und dann paßt das schon. Sicher ging es dabei nie um um die Darstellung des Pflegeberufes sondern lediglich um das Zeigen von menschlichen Abgründen. Das verkauft sich auch besser.

    Lg Misse
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Momentan läuft auf RTL gerade so eine Serie um die Mittagszeit. Ein smarter Unfalldoktor führt mit Märchenonkelstimme durchs Programm. Die Präsenz von Pflegekräften in dieser Serie beschränkt sich auf wenige Hilfsauftritte.
    Auch sonst finde ich wenige Dokus in denen der Alltag von Pflegenden realistisch dargestellt wird. Meistens wird der Pat. allein durch die Therapie des Docs, der Physiotherapie u.ä. gesund.
    Besonders makaber fand ich diesbezüglich mal einen Beitrag zum Thema Schlaganfall. Da war die Pflegekraft nur nötig um den Pat. von A nach B zu schieben.

    Das Problem: was nicht sichtbar ist für den Bürger, wird er auch nicht bezahlen wollen. Die Solidarität der Bevölkerung beschränkt isch derzeit auf die hart arbeitende Ärztschaft. Aus Sicht der Medien leiden sie über Gebühr unter der Gesundheitsreform- Pflegekräfte nicht?

    Elisabeth
     
  7. missedpig

    missedpig Junior-Mitglied

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    Liebe Elisabeth,
    vor Ort am Krankenbett beurteilt der Bürger, entweder als Patient oder als Angehöriger.
    In meinem Krankenhaus bahnt sich gerade ein Arbeitskampf an. Die Patienten bekommen das mit, da überall Argumente für einen Streik aushängen.
    Bisher hab ich von Patienten nur Zustimmung gehört. Patienten sind der Meinung das Pflegepersonal unterbezahlt ist. Die sehen durchaus was wir leisten denn sie spüren es ja am eigenen Leib.
    Außerdem behandeln wir ja nicht nur Leute aus den oberen Schichten somit kann sich ein Kleinverdiener auch mit einem anderen Kleinverdiener solidarisieren. Das jedenfalls ist meine Erfahrung und da braucht eigentlich keiner einen Fernsehbericht, oder? Der Bürger weiß doch das er als Patient abhängig ist vom Pflegenden und auch vom Arzt.
    Wo ich Dir gerne zustimme ist das viel zu wenig darauf geschaut wird wie heilsam gute Pflege ist. Oft ist es nicht die ärztliche Therapie die den Patienten heilt sondern die pflegerische Zuwendung und immer die Kombination von beidem.
    Lg Misse
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Der chronisch kranke Bürger weiß/ sollte wissen, was im Gesundheitswesen geleistet wird. Nur von den Beiträgen dieser Menschen lebt das Gesundheistwesen nicht, kann es nicht leben. Und wer das Krankenhaus nicht persönlich von innen kennt wird über die Medien aufgeklärt.

    Übrigens kann ich aus eigener Erfahrung in der Familie sagen, dass die Arbeit der Pflegekräfte durchaus sehr differenziert gesehen wird. Da spielt sehr viel die Zuwendung eine Rolle und Kranke beäugen Pausen (ob zurecht oder nicht) sehr kritisch.
    Befrag mal ehemalige Pat. zu ihren Erlebnissen im Krankenhaus ohne das die Befragten wissen, das du zur Branche gehörst. Da werden dir die Ohren klingen. Das Bild sieht dann nicht mehr so rosig für die Pflegekräfte aus. Da wird der Arzt erwähnt und Pflegekräfte laufen unter ferner liefen.

    Zum anderen berichten Kollegen von peripheren Stationen immer wieder von der Vollkaskomentalität des Bürgers und den zum Teil anmaßenden Ansprüchen. Da hätten nicht wenige gerne ihren "privaten Pflegesklaven".

    Klappern gehört zum Handwerk und dazu gehört das transparent machen unserer Arbeit in der Öffentlichkeit. Nur so ist eine Anerkennung erreichbar. Ich erbringe eine Dienstleistung und diese Dienstleistung hat einen Wert. Und diesen Wert will ich auch als entsprechendes Gehalt sehen. Wenn ein Handwerker am Wochenende kommt um eine Rohrverstopfung zu beseitigen, dann bezahlt der Kunde für die 30 min Arbeit 100€. Frag doch mal bei deiner Klinik nach, wie hoch der Tagespflegesatz ist. Ich glaub, wir liegen derzeit irgendwo bei knapp 500€ (?)... 2,5h Klempnertätigkeit. Ist meine Arbeit weniger wert?

    Elisabeth

    Elisabeth
     
  9. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Da muss ich der Elisabeth Dinse recht geben.
    Ich denke, wir leisten einen guten, wichtigen aber zu wenig präsentierten Job.
    In vorderster Front werden immer die Ärzte gelobt, was sie für einen tollen Job machen würden.
    Die Pflege wird nicht oft gelobt. Wenn dann von wenigen Angehörigen oder Patienten, die wirklich mitbekommen haben, was wir leisten. Das sind dann wichtige Stimmen aber in deutlicher Unterzahl.
    Und es trägt auch nicht dazu bei, dass man als Klein-Doofi des Arztes in irgendwelchen TV-Serien dargestellt wird (Schw. Stefanie, Alphateam und Co)!
    Und auch in Real-Life-Dokus ist die Pflege meist nur als Statistenrolle vertreten. Habe da mal im "tollen" Notruf sogar einen Beitrag gesehen, in dem meine Arbeitsstelle ein Teil der Sendung war. Habe KEINEN meiner pflegerischen Kollegen gesehen.
    Und das ist ja wohl in den meisten Sendungen so. Der Operateur oder wer auch immer von den studierten Kollegen, darf ein paar schlaue Worte in die Kamera verlieren, aber von "uns" sieht man eher nichts.
    Und wer sich nicht zu verkaufen weiß, wird untergehen (in unserem Fall finanziell).
    Und wenn man sich mal so umhört, ist es den wenigsten präsent, was man als Pflegekraft denn so tut (außer das allseits beliebte Gesäß reinigen und "Schieber schleppen").
    Da habe ich doch lieber eine fiktive Situation (da sind wir ja alle auf einem Nenner: Die Privatsphähre der Patienten MUSS gewahrt werden und es kann nicht sein, dass aus Sensationslust die Mitbürger aus sozial niedrigeren Schichten bloßgestellt werden) von Pflegekräften erstellt als die einer X-beliebigen Autors, der sein eigenes kleines Bild hat, was denn Pflege wohl so macht.
    Und wenn es dann noch dazu beitragen kann potentiellen Patienten die Angst vor'm KH zu nehmen, ... dann doch bitte gerne!!
     
  10. missedpig

    missedpig Junior-Mitglied

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    Moin,
    O.K.,....Ihr habt recht, ich hab das zu eng gesehen. Gerade jetzt ist es wichtig dem potenziellen Patienten unsere Arbeit nahe zu bringen. Noch wichtiger wäre es eine Möglichkeit zu finden, Pflege berechenbar zu machen.
    Wenn ich höre das im ambulanten Bereich bei der Behandlungspflege jeweils die teuertste Maßnahme und dafür die anderen, im gleichen Einsatz erbrachten garnicht bezahlt werden würd ich das auch gern mal nem Klempner zeigen und wäre sehr neugierig was der dazu denkt!!!

    Lg Misse
     
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