"Integrierte Pflege"

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von KrankenBro, 12.05.2012.

  1. KrankenBro

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    Derzeit beobachte ich in unserer Klinik ein Projekt was für reichlich Disskusionstoff sorgt.

    "Integrierte Pflege"

    Sinn dieses Projektes ist ( so wie ich es gelesen und verstanden habe ),

    Servicepersonal einzustellen ( leute aus der Gastronomie) welche in der Pflege angelernt werden und Tätigkeiten wie zum Beispiel das Vorbereiten und Dareichen der Mahlzeiten beeinhaltet, und noch vieles mehr ??

    Dies ist ein Projekt das in den Rhönklinik ( vllt. bald Frisenius , wer weiß ) in gange ist, und in anderen Kliniken schon alttag sein soll ?

    Was haltet ihr von der Idee , die Pflege zu entlasten um Servicepersonal einzustellen ?
    Habt ihr damit schon Erfahrungen gemacht?

    Gruß der Krankenbro
     
  2. narde2003

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    Das gibt es tatsächlich schon. Ich kenne Stationen mit Hotelfachkräften und Pflegekräften - das Modell kommt gut an.

    Wir haben einiges an Servicepersonal - das entlastet die Stationen. Nicht für alles bedarf es einer GuKP.
     
  3. KrankenBro

    KrankenBro Junior-Mitglied

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    erstmal danke für die Schnelle Antwort :-)

    Interessant , bin mal gespannt wie sich das entwickelt . Bloß ist eine Fortbildung für fachkräfte aus der Gastro rechtskräftig genug bei Komplikationen , wenn z.b der Pat. aspiriert , oder gar erstickt ( jetz mal ganz krass gesehn) ?
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Es geht ja nicht nur um das Anreichen von Nahrung. Erstmal reichen diese Kräfte die Speisen nicht an, bzw. nicht bei Patienten mit Schluckstörungen.
     
  5. bisauf

    bisauf Gast

    Naja,
    den groessten Vorteil hat natuerlich der Arbeitgeber. Das Servicepersonal ist billiger. Und oft werden Teilbereiche wie Kueche und so komplett outgesourct. Dann ist man nicht mehr tariflich gebunden und das Personal, das dort arbeitet, bekommt neue Vertraege und verdient viel weniger.
    Die Idee dahinter ist es, eine geringe Menge an Stammpersonal zu haben und moeglichst viel von anderern Firmen erledigen zu lasen.
    Worauf man wirklich achten sollte ist, dass es nicht zu einer schleichenden Verdraengung von qualifiziertem Personal kommt indem die Servicekraefte Taetigkeiten uebernehmen, die eigentlich Pflegekraefte tun sollten. Denn dann sind Eure Arbeitsplaetze in Gefahr!
     
  6. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Unsere Servicekräfte sind genauso an der Klinik angestellt wie die Pflegekräfte auch, unterliegen dem TVÖD.

    Bedarf es dem Austeilen und Einsammeln der Tabletts einer 3 jährigen Ausbildung?
    Verteilen und Einsammeln von Speiseplänen, Desinfektion des Patientennahen Umfeld's, Besorgungen für Patienten, Teekochen und Einweisung in die Rufanlage bzw. TV und Telefon dafür ist eine Pflegekraft nicht notwendig.
     
  7. bisauf

    bisauf Gast

  8. bisauf

    bisauf Gast

    Mir fehlt bei den Diskusssionen hier immlr ein bisschen die Zeitdimension. Natürlich kann vieles in einem Krankenhaus von unqualifiziertem Personal übernommen werden. Erstaunlich viel offenbar http://www.krankenschwester.de/forum/diskussionen-berufspolitik/22622-einsatz-hilfskraeften-op.html
    In den vergangenen Jahren hat es wirklich eine Menge Diskussionen über das Thema gegeben. In vielen Kliniken wird mehr und mehr von Hilfspersonal übernommen. Also werden Pflegekräfte von Hilfskräften ersetzt, oder sehe ich das falsch? Die Argumentation ist immer die Gleiche: Wir haben leider, leider kein qualifiziertes Personal. Aber anstatt etwas an der Attraktivität der Pflege im Lande zu tun, geschieht das Gegenteil. Pflegekräfte geben mehr und mehr Tätigkeiten ab und der Job wird immer entfremdeter und eintöniger. Klassische Funktionspflege wird eingeführt. Gleichzeitig total viel über individuelle Pflege theoretisiert.
    Ich frage mich ab und zu, wo denn das eigentlich enden soll! Wie damals bei Nigthingale? eine Oberschwester und viel herzliche Pflege durch engagierte Laien? Wo sind die deutschen Pflegekräfte in sagen wir 10 Jahren, wenn dann der Patient durch Helfer gewaschen wird und transportiert und die Assistenz im OP durch Hilfskräfte geschieht. Wenn das Essen jemand verabreicht, der durch das Arbeitsamt dazu gezwungen wird? Die gesamte Dokumentation durch das Sekretariat geschieht und der Psycholog und Pädagog die Gespräche übernimmt. In Notfällen der Rettungssanitäter kommt.
    Ich ahne da Finsteres!

    15% Rendite auf Kosten der Patienten
     
  9. Sanne3

    Sanne3 Stammgast

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    Unsere Servicekräfte erledigen genau die Tätigkeiten, die Narde beschrieben hat.
    Auch wird von ihnen Nahrung angereicht, soweit die Pat. keine Schluckstörungen haben. Allerdings muss man da schon mal schauen, denn so manche Servicekraft scheint dazu keine Lust zu haben und macht das mal so "zwischen Tür und Angel" und vergisst dann die Nahrung zu Ende anzureichen.

    Es ist schon eine Arbeitsentlastung für uns Pflegepersonal, allerdings mussten wir dafür zwei Planstellen hergeben.
    Für Arbeiten, die wir noch "nebenbei" geschafft haben, mussten wir eben zwei Stellen abgeben und das finde ich recht heftig!

    Die Servicekräfte werden nicht vom Arbeitsamt vermittelt (nicht mehr), sondern es läuft über eine klinikeigene Firma.
     
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