Insulingabe bei 120 mg/dl?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Morbus Bahlsen, 13.12.2015.

  1. Morbus Bahlsen

    Morbus Bahlsen Junior-Mitglied

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    Hallo zusammen,

    hab eben im Gespräch mit meiner Lebensgefährtin (ebenfalls Pflegende) erfahren, dass das örtliche Klinikum bereits ab 120 mg/dl Insulin spritzt.
    Ich bin ein wenig verwundert, da das mit meinem Wissen (ich hab gelernt, das 120 mg/dl noch physiologisch sind) kollidiert.

    Gibt es inzwischen neue Erkenntnisse zu dem Thema? Oder wo kommt das her?

    LG Morbus Bahlsen
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Die Informationen reichen nicht aus.
    Ich kenne solche Missverständnisse.

    Ein Diabetiker, der jeden Mittag seine 24 Einheiten spritzt, spritzt diese eben auch bei 120 mg/dl. Da er sie benötigt um eben nicht hyperglykämisch zu werden.

    Kam das vielleicht daher? Oder meinte sie tatsächlich jeder Gesunde mit 120er Werten wird runter gespritzt?
     
  3. Morbus Bahlsen

    Morbus Bahlsen Junior-Mitglied

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    Danke für die Antwort. :-)

    Also, der Patient ist kein Diabetiker. Bei der Gabe handelt es sich wohl um einen neuen Hausstandard des Klinikums.
     
  4. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    wundert mich, kenn ich so auch nicht.
     
  5. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Zum besseren Verständnis:
    Reden wir hier vom Nüchtern-BZ? Oder ein oder zwei Stunden nach Nahrungsaufnahme?
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie wäre es denn mal, wenn man den Arzt selber befragt, warum es diesen Hausstandard so gibt? Ich kann Pflegekräfte nicht verstehen, die überall umhören statt an die Quelle zu gehen. Denn irgendwas muss ja dran sein, denn sonst würde da ja die Anzahl der hypoglycäm. Patienten mit all den Folgen rapide ansteigen.

    Elisabeth
     
    #6 Elisabeth Dinse, 14.12.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.12.2015
  7. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    man kann sich ja durchaus mal umhören wie es in anderen häusern so läuft, dass find ich schon okay.
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ist ein typisches deutsches Phänomen: man fragt nach der Therapie aber nicht nach der Diagnostik/Indikation.

    Also wenn es lediglich um die Insulinaplikation geht- egal bei welchem Patienten, bei welcher Diagnose- dann lautet meine Antwort: nein, sowas gibt es bei uns nicht.

    Elisabeth
     
  9. FLORA.BLEIBT

    FLORA.BLEIBT Poweruser

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    hausstandard der klinik...
    ab bz 120 gibts insulin.
    so les ich dass zumindest und da kann man ja schon mal fragen ob es anderswo auch so ist.
     
  10. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Wir haben überhaupt keinen Standard bei der Dosierung des Insulins, da dies individuell an den Patienten angepasst wird.
     
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  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @FLORA.BLEIBT Welche Symptome finden sich bei der Diagnose "Haus"? Oder anders- wie viel O2 braucht das Beatmungsgerät? Wohlgemerkt: das Gerät und nicht der Patient, der da eventuell angeschlossen ist.


    Elisabeth
     
  12. Morbus Bahlsen

    Morbus Bahlsen Junior-Mitglied

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    Da ich in dem Krankenhaus nicht
    Genau das sollte es ausdrücken. :D Ob der Patient nüchtern ist oder bereits gegessen hat spielt dabei meines Wissenstandes nach keine Rolle.

    Das würde ich gerne, jedoch arbeite ich nicht (mehr) in diesem Haus, so das ein Nachfragen eher schwierig ist. Die Person, um die es geht, ist ein Patient meiner Lebensgefährtin (ebenfalls Pflegende. Und auch ihr war diese Regelung unbekannt).

    Wollte halt eben nur wissen, ob hier irgendjemand etwas dazu weiß und mir erklären kann, auf welchen Erkenntnissen dieser Standard beruht. Denn für mich ist 120 mg/dl eben noch ein "gesunder" Wert.

    Sorry...
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Also beruht im Moment alles auf Hören-Sagen. Denn den Standard hast du ja nicht gesehen. Oder ist das nur eine mündlich weiter gegebene Routine nach der Devise "Das machen wir hier immer so."?

    Wieso fragt deine Lebensgefährtin nicht den Arzt?

    Elisabeth
     
  14. Morbus Bahlsen

    Morbus Bahlsen Junior-Mitglied

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    Tatsächlich habe ich derzeit nicht mehr zur Hand. Wie gesagt, ich habe leider keinen Kontakt mehr zum Klinikum, um da mehr recherchieren zu können.

    Bei dem Arbeitsplatz meiner Lebensgefährtin handelt es sich um ein Pflegeheim. Und der Bewohner kam vor kurzem mit diesem neuen Schema aus besagtem Klinikum zurück. Ohne Erklärung. Und den Hausarzt fragen (der die Anordnung getroffen hat) ist wohl erfolglos, da dieser das selbst kommentarlos einfach übernommen hat.
     
  15. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Verstehe ich das richtig: Ein NICHT-Diabetiker bekommt Insulin gespritzt!? Wenn dem so ist fände ich es sehr fraglich. Und als nächstes bekommen die Leute dann einfach mal Beta-Blocker, Antibiotika oder was weiß ich, ohne jegliche Indikation? Das wäre doch sehr fatal und lässt mich an der Fachlichkeit des verordnenden Arztes und ausführenden Pflegekräfte zweifeln.
    Ich vermute eher, dass die Diagnose Diabetes irgendwie untergegangen ist bei der "Kommunikation" zwischen Klinik, Hausarzt und Pflegeheim. Es legt doch kein Krankenhaus einfach ein Spritzschema fest für jemanden der kein Diabetiker ist. :schraube:
     
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  16. supetrosu

    supetrosu Senior-Mitglied

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    ich erinnere mich, wage, es ist schon einige Jahre her. Da ueberfiel es auch unsere Station. Es gab eine Studie die besagte, dass ein hoher BZ die Mortalitaet bei Intensiv-Patienten massiv erhoeht. Also das outcome dieser Patienten besser ist wenn der BZ niedriger als 120 gehalten wird. Ist aber schon eine Weile her und bin mir nicht mehr sicher ob das immer noch aktuell ist. Weiss nur noch das wir ploetzlich bei allen kritischen Patienten engmaschige BZ-Kontollen durchfuehren mussten. Aber dass galt nur fuer den Intensivbereich und nicht fuer alle Patienten.
     
  17. Morbus Bahlsen

    Morbus Bahlsen Junior-Mitglied

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    In die Richtung vermute ich inzwischen auch.

    Ahh, das könnte es tatsächlich sein. Möglich, das der Patient kurz intensiv/zwischenintensiv gelegen hat.

    Vielen Dank für die Antworten. :-)
     
  18. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Ist mittlerweile wieder überholt bzw. wird als kritisch gesehen. Es kam zu vielen Hypoglykämien und das Outcome wurde wohl nicht verbessert.

    Für Interessierte ab S. 29:
    http://www.divi.de/images/DIVIKongress/DIVI2014/05.12.2014/S3-Leitlinie Künstliche Ernährung in der Intensivmedizin/Hartl_Metabolisches Monitoring.pdf
     
    #18 mary_jane, 15.12.2015
    Zuletzt bearbeitet: 15.12.2015
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hat die Pflegekraft keinen Einblick in die Akten genommen? Dort steht ja in der Regel etwas über Erkrankungen und Medikamente.
    Und wird die Pflegekraft nicht stutzig, wenn es trotz der Insulingaben zu keinem hypoglykämischen Ereignis kommt? Btw.- ist es normal, dass man im Pflegeheim regelmäßig BZ misst. Die Schnipsel für das Gerät sind ja nicht billig.

    Elisabeth
     
  20. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Im Pflegeheim ist es so, dass bei Diabetikern natürlich regelmäßig der BZ gemessen wird. Die Bewohner haben in der Regel ihre eigenen Geräte etc. Halt wie zu Hause. Bei Nicht Diabetikern wird halt kein BZ gemessen, außer es ist mal ein Tagesprofil angeordnet. Davon mal abgesehen: im Krankenhaus kosten die "Schnipsel" wie du sie nennst auch Geld... und auch da misst man ja nicht einfach bei jedem Patienten den BZ... wäre mir zumindestens neu. Bei uns wird der bei der Aufnahme bestimmt und sonst nur nach Arztanordnung, im Notfall etc. Ist es bei dir im Haus anders?
     
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