Instinkthandeln anstatt Anwendung standardisierter Erkenntnisse! Rolle der Pflegepädagogen?

Dieses Thema im Forum "Studium Pflegepädagogik" wurde erstellt von liss, 17.09.2015.

  1. liss

    liss Newbie

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    Hallo an Alle! :-)

    Ich mache mir momentan Gedanken über die bevorstehende Bachelor-Thesis und somit über ein geeignetes Thema.

    Im Frühjahr diesen Jahres erhielt ich, aufgrund eines Praxissemesters, die Möglichkeit erste Erfahrungen als Lehrkraft zu sammeln. Ich hielt Unterricht sowohl im ersten, als auch im zweiten Ausbildungskurs zur Gesundheits- und Krankenpflege. Mir fiel in beiden Kursen auf, dass Themen entweder überhaupt nicht oder nur unzureichend hinterfragt wurden. Dies betrifft im besonderen Themen, welche das "pflegerische Handwerk" betreffen, also Anwendung von Pflegediagnosen sowie die Anwendung des Pflegeprozesses. Den Schülern fiel es unglaublich schwer, Ziele und Maßnahmen zu entwickeln welche auch tatsächlich den Patienten betreffen.

    Ein kurzes Beispiel eines formulierten Zieles, welches ich auf Station las und durch eine examinierte Pflegekraft verfasst wurde: "Maßnahmen sind dokumentiert und erfasst!"
    Durch diesen Satz wird deutlich, dass eine Pflegeplanung in Sinn und Nutzen in keinster Weise verstanden wird. Viel schlimmer, jeder macht im beruflichen Alltag das, was er persönlich für richtig hält und handelt meist aufgrund subjektiver Entscheidungen und Erfahrungen. Somit dienen Standards eher zu Dekorationszwecken.

    Um jetzt nicht zuuuu weit auszuschweifen, ;) ich will wissen, warum das so ist! Ich denke, dass dies ein absolut relevantes und zukünftiges Thema darstellt. Ich suche nach Lösungswegen, wie Lehrpersonen diesen Handlungsweisen entgegentreten können, um zukünftiges Personal zu kritisch-reflektierenden Geschöpfen wachsen zu lassen. ;)
    Sätze wie, "Das haben wir immer schon so gemacht!" sollten der Vergangenheit angehören!

    Ich würde mich über Anregungen eurerseits freuen. Also welche Meinung besitzt ihr zu diesem Thema? Welche Erfahrungen konntet ihr diesbezüglich machen? Usw.

    Ich bin nämlich auf der Suche nach einer geeigneten Fragestellung und grundsätzlich suche ich nach einem Weg, das Thema sinnhaft zu gliedern, damit ich auch zu einem Ergebnis für die Lehrerpraxis komme.

    Ich hoffe, dass meine Ideen und Gedankengänge nachvollziehbar sind! ;)

    Einen schönen Tag
    Liss
     
  2. schlitzkompresse

    schlitzkompresse Poweruser

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    Moin Liss,
    gerade dieses Thema hatten wir gestern auf einer Fortbildung, weil es uns wieder vermehrt auffällt, dass auch wieder "die neuen" Kollegen im Pflegedienst mit dieser Einstellung begegnen. Was ich auch traurig finde. Man hat den Eindruck, dass einige, nicht alle, her kommen, machen Ihren Dienst und gehen wieder Heim ohne überhaupt mal über den Sinn Ihrer Handlungen zu reflektieren.

    Deinen besagten Satz bekomme ich mittlerweile auch wieder zu hören nur in der Form, dass den Kollegen es so von den "älteren" Kollegen vermittelt wurde.

    Es fängt ja schon bei den Schulungen für neue Dokumentation bzw. EDV-Systeme an, alles wird von vornherein abgeblockt bzw. als unnötig eingestuft.

    Falls du eine Lösung gefunden hast, lass es mich wissen. :-)
     
  3. liss

    liss Newbie

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    Hallo und danke für deine Antwort!
    Ja ich stimme dir zu! Genau diese Problematik erkenne ich auch und denke, dass dies der Knackpunkt für kompetentes und qualifiziertes Handeln darstellt. Woher kommt diese unmotivierte Einstellung, welche uns zu Robotern werden lässt? Wir entschuldigen dieses unüberlegte Handeln durch herrschenden Zeitmangel. Ich kanns nimmer hören! ;)
    Es ist eine Frage der Motivation, Erziehung, Weltbild, Moral und eigene Einstellung zum Leben.

    Sobald ich ein Raster und eine passende Herangehensweise gefunden habe, steht meine Arbeit und ich werd dich informieren.
     
  4. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Das ist erst einmal "nur" eine subjektive Beobachtung, die nicht repräsentativ sein muss. Versteh mich nicht falsch, ich teile solche Beobachtungen, aber ich würde allein auf dieser Grundlage keine weitere Forschung aufbauen. Zuerst muss ja gezeigt werden, dass Pflegekräfte größtenteils so agieren.

    Wurde diese These bereits wissenschaftlich beleuchtet? Wenn ja, dann kannst du nach den Gründen forschen. Geht vermutlich eher in eine qualitative Richtung.

    Bin aber auch überfragt inwieweit das Forschungsgebiet bereits erschlossen ist, speziell für die Pflege. Hierzu gibt's sicherlich in anderen Bereichen (Arbeitspsychologie, Lernpsychologie) schon viel zu finden. Des Weiteren würde ich mich eventuell auf eine Gruppe beschränken - Schüler oder Fachkräfte.

    Gibt's wirklich noch Lehrkräfte die Fragen mit "haben wir schon immer so gemacht" beantworten? Dann leb ich vermutlich in einer Blase. Habe an verschiedenen Schulen im Gesundheitsbereich hospitiert und gerade in der Pflege fiel mir auf, wie viel hinterfragt wurde. Die Lehrkräfte dort gaben selten ein Schema F vor. Aber dies ist eben auch nur eine subjektive Beobachtung.

    Edit: Manche Pflegekräfte gehen auch nach Standard vor, ohne Hintergrundwissen.
     
    #4 mary_jane, 17.09.2015
    Zuletzt bearbeitet: 17.09.2015
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich denke, da braucht es keine Studie. Der Pflegeprozess wird in Deutschland schon seit Jahrzehnten "vergewaltigt". Man kann ein Konzept, dass auf ganz anderen Traditionen fußt nun mal nicht 1:1 überstülpen. Die deutsche Pflege sieht ihre Aufgabe nun mal in der Arztassistenz und in der grundpflegerischen Versorgung gemäß "Füttern, waschen, trocken legen". Und nicht zu vergessen- der Kunde erwartet dies auch so.

    Elisabeth
     
  6. liss

    liss Newbie

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    Punkt 1: Fakt ist, dass wir im Vergleich zu anderen Ländern bzgl. der Pflegequalität, auf niedrigem Niveau sind. Dafür muss es Gründe geben. Ich denke, dass da ganz viele Faktoren eine Rolle spielen. Ein Faktor wäre, dass die Handlungen, wie schon erwähnt, unüberlegt und nach persönlichen Vorstellungen vollzogen werden. Natürlich drängen uns politische Strukturen auch dazu, Fließband-ähnliche Tätigkeiten auszuüben.

    Punkt 2: Ich versuche es zu vermeiden, alleine zu forschen. Das würde gerade im qualitativen Sinne den Rahmen sprengen.

    Ich denke trotzdem, dass das Thema interessant ist zu bearbeiten. Hinzu kommt, dass man als Lehrer schon gegen dieses Problem vorbeugen könnte. Bzgl. dem Punkt, dass wir eine "Assi-Rolle" des Arztes einnehmen, gebe ich dir recht. Das liegt aber, meiner Meinung nach, eben auch daran, dass wir uns in unserem beruflichen Werdegang nicht auf fundierte Pflegekenntnisse stützen. Uns fehlen Argumente, da die Mehrheit (es gibt sicherlich Ausnahmen) nach dem Examen aufhört zu Lernen und lieber stupide Arbeiten im Sinne der Funktionspflege durchführt.
     
  7. hartwig

    hartwig Stammgast

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    Moin,
    ich möchte Elisabeth da spontan gerne zustimmen, aber ohne Studien bleiben solche Wahrnehmungen - die ich teile - eben nur subjektive Momentaufnahmen, die wissenschaftlich kaum belastbar sind.

    Wo soll man den Hebel ansetzten? Ein zentrales Problem ist meiner Ansicht nach, dass "Pflegediagnostik" als Unterrichtsfach im Curriculum so nicht vorgesehen ist und damit eine entscheidende Grundlage unseres Berufes so nicht explizit unterrichtet wird, sondern in verschiedenen Lernfeldern nur sporadisch auftaucht und so von den Schülern nicht wahrgenommen wird. FA besteht sicherlich noch grosser Veränderungsbedarf!

    Gruss hartwig
     
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Das sind 2 ziemlich heftige Aussagen, bitte Hintergrundinfos mit Quellenangaben. Die Veränderungen im Arbeitsalltag, Strukturveränderungen, Verdichtung, kürzere Liegezeiten, mehr multimorbide Menschen, weiter zunehmende diagnostische und therapeutische Interventionsmöglichkeiten, wesentlich mehr alte Menschen - haben also gar nix damit zu tun?

    Ich weiß ja nicht, die Angabe die Mehrheit macht lieber stupide Funktionspflege UND hört mit dem Examen auf zu lernen- wo finde ich so jemanden? Mir ist beim grübeln wer das sein könnte keine/keiner eingefallen.

    Wann lernt man eigentlich die dazu nötige ziemlich umfassende Übersicht um Maßnahmen und Ziele zu formulieren, welche tatsächlich sinnvoll und erreichbar sind? Dazu brauche ich Theorie und Praxis, Kollegen die bereit sind ihr Wissen zu teilen. Einige Jahre Berufserfahrung nach der Ausbildung. Frau Benner lässt grüßen.

    Vielleicht das noch? Es gibt tatsächlich in meinen Augen theoretischen Mist, mit dem ich mit meinem Wissen, meiner Bildung überhaupt nix anfangen kann. Wo fängst DU mich da auf, mit was?

    Dir fehlen Argumente - DAS wär meines Erachtens nach schon ein richtiger Ansatz, die schlüssigen Argumente. In der Praxis, wo sind die? Einerseits sagt JEDER - es ist sehr wichtig, das professionelle Handeln auch entsprechend abzubilden- dazu bin ich bereit - nur kommt es bei mir nicht an, da ist keiner der mir auf dem Weg dahin hilft.

    Seit einiger Zeit wird bei uns noch mehr begrenzt, was an Fort- und Weiterbildungen durch den Arbeitgeber übernommen wird. NOCH mehr als bisher - ist das mein Privatvergnügen in meiner Freizeit. Bildungstage - sowieso Fehlanzeige. Dazu kommen etliche Angebote die keinen wirklichen Benefit bedeuten, z.B. Wellness Kram. Doll. Um etwas auf den Weg zu bringen - braucht es vielleicht auch deutlich mehr Interesse durch die Arbeitgeber?

    Vom Wissen dass sich jemand selbst aneignet - wird hingegen gerne profitiert - ohne es zu honorieren. Passt nicht.
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Problem ist das deutsche Pflegeverständnis. Das sieht nun mal defizitorientiert auf den Patienten. Man schaut zudem aus dem Winkel der Pathologie. Grundbedürfnisse des Menschen nach Wahrnehmung, Bewegung und Kommunikation werden nur wahrgenommen, wenn sie sich in einen somatischen Rahmen pressen lassen. Der Mensch besteht aber aus mehr als nur dem Körper. Und dummerweise hat dieses "mehr" einen großen Einfluß auf das, wie der Körper reagiert. Das ist nicht vorgesehen in einer Pflegewelt, die sich an Checklisten und Laienstandards orientiert.

    Wenn ich zurück denke, wie mir der Pflegeprozess vermittelt wurde, dann schüttelt es mich heute noch.

    Erstes Argument: der Kadi.
    Zweites Argument... wir hatten noch die ATLS: gute Pflege zeigt sich nur, wenn in allen Punkten Probleme gefunden wurden.
    Drittes Argument: nur wer viel schreibt, zeigt Kompetenz. Lieber dreimal dasselbe schreiben als einmal was falsches. Und wer gar nix schreibt, zeigt, dass er faul ist.

    Elisabeth
     
  10. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    In der Schule lernen wir Gesundheits- und Krankenpflegeschüler die Theorie... da lernen wir die verschiedensten Pflegemodelle, etc.kennen. Uns wird gelehrt was alles in der Theorie möglich ist. Wie wir gute, vorausschauende, reflektierende, hinterfragende... Fachkräfte werden können. Diejenigen die meinen "wir Schüler" sähen uns nur als Arztassistenz, würden nicht in der Lage sein etwas zu hinterfragen etc. sollten sich vielleicht auch darüber im Klaren sein, dass wir das meiste von Euch, den examinierten, den Erfahrenen lernen... wir kommen auf Station und dort lernen wir das was ihr uns vormacht... was ihr uns vorlebt bei der Arbeit mit Patienten. Ihr seid unsere Vorbilder... und ihr solltet euch vielleicht auch darüber bewusst werden/sein, dass wir Schüler von dem Großteil von Euch Fachkräften es "ausgetrieben" bekommen selbstständig nachzudenken. Schließlich sind wir ja nur die Schüler... :wink:
     
  11. JessesGirl

    JessesGirl Stammgast

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    Naja, also uns wurde in der Ausbildung von Anfang an selbständiges Denken und Handeln beigebracht, in den Praktika ebenfalls.

    Wenn man etwas nicht weiss und man nachgefragt hat, war in der Regel die Antwort "Hast du schon nachgelesen, was im Standard/Literatur/Waschzettel etc. dazu steht?" oder "Ich mache es so und so. Du machst es anders. Kannst du auch begründen, wieso du es so machst?"

    Und so gebe ich es auch an die Schüler weiter.

    Zum Thema:
    Wir haben den Pflegeprozess X-mal durchgekaut, an diversen Beispielen usw. Bei uns auf der Abteilung ist es so, dass wir für jeden Patienten ein Pflegeziel nach SMART formulieren - gestützt auf das Ziel des Patienten. Wir fragen ihn bei Eintritt, was sein persönliches Ziel ist. Wohnt er alleine in einem Haus und hat die Hüfte operiert, möchte er vielleicht zuhause wieder Treppen steigen können. Also formulieren wir dies korrekt um. Das Ziel muss alle 3 Tage oder bei Veränderungen evaluiert oder angepasst werden.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    EIN Pflegeziel ist was anderes als die deutsche Vorstellung, dass möglichst viele Pflegeziele gefunden werden müssen. Und wenn man keine findet, dann muss man nachweisen, warum man keine finden konnte. Und die Bedürfnisse des Kunden spielen in der Regel eine untergeordnete Rolle. Die "Fachkraft" hat in der Schule schließlich gelernt, was wichtig ist. Und die Kontrolleure des MDK wollen genau das sehen, was sie irgendwann mal gelernt haben und in der Praxis selber nicht umsetzen konnten weil Kollegen anderen Meinung waren.

    Ergo: Zwischen Deutschland und der Schweiz liegen Welten um nicht zu sagen, die Länder liegen in verschiedenen Sonnensystemen.

    Elisabeth
     
  13. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Das kann ich nicht bestätigen. Weder in der Schule, noch im Krankenhaus wo ich meine Einsätze habe wird das so gelehrt oder gehandhabt. Auch in den anderen Einrichtungen (2 Altenheime und eine Privatklinik) wo ich gearbeitet und gelernt habe war dem nicht so! Also kann es wohl kaum die Regel sein...
     
  14. JessesGirl

    JessesGirl Stammgast

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    Das Gefühl habe ich auch immer wieder, wenn ich hier mitlese.

    Bei uns ist es wirklich so, dass in erster Linie dieses eine Ziel verfolgt wird (und werden muss), so hat auch die Physiotherapie und bei Bedarf andere Fachrichtungen Zugriff auf dieses Ziel Zugriff.
     
  15. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    @liss
    Das Thema ist sogar sehr interessant und vor allem relevant!

    Du musst nur aufpassen was du letztendlich messen bzw. welches Phänomen du beleuchten möchtest und wie du das operationalisieren kannst. Ebenso sollte deine neue Forschung nicht auf subjektiven Beobachtungen und Alltagswissen fußen, sondern auf bereits durchgeführter Forschung.

    Du solltest also vorher beweisen können, anhand anderer guter Studien, dass Pflegekräfte so und so agieren. Auch die niedrigere Pflegequalität in Deutschland musst du belegen können. Inwieweit es hierzu gute Studien gibt, weißt du nach ausführlicher Recherche sicher schon.

    Eine Möglichkeit wäre es doch in einer Bachelorarbeit zu untersuchen wie deutsche Pflegekräfte handeln und dies begründen. Aufbauend auf diesen Ergebnissen kannst du in einer Masterarbeit dieses Phänomen genauer untersuchen und die Gründe intensiver betrachten, sowie mögliche Lösungen diskutieren.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @WildeSchwester- ihre erhebt also am ersten Tag die Pflegeanamnese und erfragt dabei das Ziel der Patienten. Die Pflegeplanung orientiert sich dann an diesem Ziel.

    Hab ich so als Patient noch nicht erlebt. Bei Familienangehörigen nachgefragt- kennen sie so auch nicht.

    Deswegen: Was nutzt ihr? Welche Pflegediagnosen? usw.

    Elisabeth
     
  17. hartwig

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    Moin, moin!
    Das Problem ist, glaube ich, nicht die Planung der Pflege. Ich erlebe die meisten Pflegekräfte als sehr strukturiert und planvoll vorgehend. Das Problem ist eher, auf welcher Grundlagen werden denn Entscheidungen für oder gegen bestimmte Handlungen getroffen? Die Vermutung der TE ist, dass dieser Prozess eher intuitiv erfolgt. Wenn das Ziel der Bachelorarbeit darin bestehen sollte, diese Vermutung nachzuweisen, steht die TE vor einer grossen Herausforderung. Führt sie beispielsweise ein Interview durch, um mœgliche Entscheidungsprozesse bei der PP abzubilden, bringt sie die PP ja allein schon durch das Interview dazu, Entscheidungen zu hinterfragen, intuitive Abläufe lassen sich dann nicht mehr sichtbar machen. Die Forschungsfrage müsste dann anders gestellt werden.

    Gruss hartwig
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bleibt das Problem: Wenn Fachkraft intuitiv arbeitet, dann geht sie für sich strukturiert und planvoll vor. Worauf baut dieses Handeln auf? Was leitet sie bei der Auswahl der Maßnahmen? Wie wird der Wille des Pat. miteingebunden?

    Elisabeth
     
  19. hartwig

    hartwig Stammgast

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    Moin,

    Die Herausvorderung ist aber, eben diese vermutete intuitive Entscheidungsfindung sichtbar zu machen und zu belegen. Ich denke,dieser Ansatz ist zu kompex für eine Bachelorarbeit.

    gruss hartwig
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Und wenn man es runterbricht? Eine Prophylaxe heraus picken und dann schauen. Wenn du nur ein Haus betrachtest... . Nur- welches Haus wird sich dafür hergeben? Das kann ziemlich schmutzig werden. Und wer will schon Flecken auf der weißen Weste.

    Elisabeth
     
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