Inkontinenzunterlagen werden nicht verwendet

Dieses Thema im Forum "Arbeitshilfsmittel" wurde erstellt von Hexe76, 03.07.2011.

  1. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Hallo zusammen,

    hab mal ne Frage.
    Ich arbeite seit einigen Wochen in einem Altenheim in Irland.
    Grundsätzlich alles prima - ist leichter als in Deutschland.
    Aber ein paar Sachen stoßen mir echt sauer auf und ich wollte mal bei euch nachfragen, ob ihr davon in Deutschland (oder auch anderen Ländern) mal was gehört habt, oder ob jemand vielleicht sogar ne Studie darüber weiß.

    Es werden in dem besagten Altenheim keine Inkontinenzunterlagen verwendet. Also Geritex, Moltex und wie sie alle heißen. Die Bewohner liegen nur auf den Bettlaken.
    Inkontinenzmaterial ist dünn gesät. Es gibt exakt 3 Sorten. Mit dem Ergebnis, dass pro Tag Unmengen an Bettlaken gewechselt werden müssen, weil sie eingeweicht sind.... :evil:
    Ich hab selber nicht nachgefragt, aber eine Kollegin erzählte mir, dass keine Unterlagen verwendet werden, weil die schlecht für die Haut wären.
    Was ich als absoluten Blödsinn empfinde.
    Okay, ich weiß, dass man sie nicht nehmen soll, wenn eine Wechseldruckmatratze im Bett liegt. Dafür gibt es spezielle Unterlagen.
    Aber ansonsten gibt es doch keinen vernünftigen Grund, auf diese Unterlagen zu verzichten, oder?

    Was sind eure Erfahrungen? Kann irgend jemand bestätigen, dass Inkontinenzunterlagen schlecht für die Haut sind, oder weiß sonst einen Grund, warum man sie nicht verwenden sollte?
    Mich kekst diese Bettlakenwechslerei echt an. Es ist unnötige Arbeit für alle Beteiligten und es würde ein Haufen Zeit und Kosten einsparen, wenn Unterlagen verwendet werden würden.
    Wenn ich irgendwas handfestes in der Hand hätte (vorzugsweise in englisch... :D ), könnte ich da evtl. intervenieren...

    Und wenn ich einmal dabei bin:
    Gibt es eine Gebrauchsanweisung für die Tunnelgleithilfen? Also irgendwas schriftliches vom Hersteller oder so. Hab bisher nix gefunden.
    Hat irgendwer schon mal eine Gebrauchsanleitung von den Dingern in der Hand gehabt?
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Bei den Inko-Unterlagen kommt es auf die Unterlage an, es gibt welche auf denen man sehr schwitzt, was für die Haut auch nicht sonderlich prickelnd ist.
    Generell sollte schon überlegt werden, wann eine notwendig ist. Hier in D erlebe ich eher zuviel als zuwenig.
    Patient mit DK hat Inkoslip + Einmalunterlage + Waschbare Unterlage...
    Das dann das Gegenteil von deinem Problem.

    Gebrauchsanweisung für Tunnelgleithilfen gibt es direkt vom Hersteller - in mehreren Sprachen.
     
  3. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    Wie narde schon erwähnte, schwitzt man auf den meisten Inko-Unterlagen sehr stark, außerdem ist es für den Patienten auch oft unangenehm darauf zu liegen (glaubt man nicht, bis man es mal selbst versucht hat). Das Dekubitusrisiko, was solch eine Unterlage mit sich bringt, ist oft auch nicht zu unterschätzen. Da die Unterlagen oft verrutschen oder verknittern; da reicht oft nur ein bisschen Eigenbewegung des Pat. oder ein verstellen von Kopf- oder Fußteil des Bettes und schon hat der Pat. ordentlich Knitterfalten unter Gesäß und/oder Rücken.
    Die Inko-Unterlagen sind auch ein erheblicher Kostenfaktor, so dass ich jetzt nicht zusagen vermag, ob es preisgünstiger ist, 2xtgl. eine neue Inko-Unterlage zu verwenden und dann wegzuwerfen (erhebliches Müllaufkommen - auch die Entsorgung kostet Geld) oder ob es sogar tatsächlich billiger ist, das/die Bettlaken zu wechseln und in die Wäsche zu geben.
    Für das Personal ist es klar: Der zeitliche Aufwand bei letzterem ist um ein vielfaches höher.
     
  4. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Inkounterlagen sind grundsätzlich schlecht für die Haut. Das ist Faktum. Egal was man nun verwendet ober Moltex, Geritex oder atmungsaktive Moltex für Wechseldruckmatratzen.
    Überall gibt es bei inkonsequenter Lagerung Probleme. Vorallem auch bei fehlender Mobilität bzw. ohne das entsprechende Personal dafür zu haben. Ich weiß jetzt nicht, wie das von der Personalsituation in Irland ausschaut ?

    Selbst auf Intensivstationen werden Inkounterlagen seit einigen Jahren mit strengerer Indikationsstellung benutzt. Denn die im Krankenhaus erworbenen Dekubitis durch unsachgemäßen Umgang bei inkonsequenter Lagerung - werden in Deutschland nicht gerade weniger, sondern tendenziell mehr. Zudem wird dies dann auch noch nicht jederzeit eingesehen und die eigene Bequemlichkeit vor dem Pflegebedürftigen gestellt. Na klar gibt es in Deutschland Personalmangel, aber dennoch gibt es keinerlei Grund einen Patienten nicht zu lagern und ebenso wenig nicht mal das Laken glatt zu ziehen oder die Kabel und Schläuche unter dem Patienten zu entfernen.
    Es werden bei Mangel oder auch aus Kostengründen : Plastikmoltex in viel zu kleiner Ausführung, Handtücher und Co verwendet. Auch wird eine Wechseldruckmatratze mit zehntausend Laken, Unterlagen, Handtücher und Co vollgestopft, so dass die Wirkung der Wechseldruckmatratze gleich null und nichtig ist.

    Fortbildungen und Einweisungen brachten dann schon eine Besserung, aber leider nicht auf Dauer.

    Ob nun mehr Bettlaken gewaschen werden oder mehr Moltex und damit mehr Müll produziert wird...ich denke, dass es ökonomisch und ökologisch auf das Gleiche hinauskommt.
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Hast du was schriftliches zu deinem "Faktum"?
    Würde mich interessieren, denn ich kann grad nicht verstehen warum.
    Sehe auch keinen Zusammenhang zu dem rest den du da schreibst.

    Bitte aber nicht "es gibt Studien" oder ähnliches. Bitte direkt verlinken.

    Zum Thema: http://www.krankenschwester.de/foru...chbare-inkontinenzeinlagen-hat-erfahrung.html


    Ich find sie weiterhin gut, die Pat liegen nicht so im Nassen wie wenn nur Laken verwendet werden, da die Unterlagen eben mehr aufsaugen.
    Warum diese mehr Müll produzieren kontne ich auch adhoc nicht rausbekommen...? (Hab aber auch keine Hochrechnungen gefunden was die Entsorgung in x Monaten angeht und wie schnell ein Bettlaken enstsorgt werden muss, dass mehrmals mit Stuhl/Urin in selber Menge in Kontakt gekommen ist)
     
  6. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Inkontinenzunterlagen= Inkounterlagen

    Inkontinenzunterlagen sind grundsätzlich nicht gut für die Haut. Sie sind nämlich nicht atmungsaktiv. Auch eine Stoffmoltex wird diese Tatsache nicht verbessern. Stoffmoltex ist natürlich immer besser, als eine Plastikmoltex. Es gibt zwei unterschiedliche Typen davon, wie schon in deinem vorhergehendem posting von dir verlinkt. Diese Unterlagen fördern bei unsachgemäßer Anwendung dennoch die Pilzkrankheiten und ebenso den Dekubitus. Aufsaugen tun nur die Unterlagen mit Frotee. Die Anderen werden zu warm und taugen nicht sehr viel. Die Problematik liegt dabei, dass die nicht ernsthaft aufsaugen - vorallem dann nicht, wenn diese neu sind.


    Zudem hat jede Matratze im Krankenhaus einen Inkontinenzschutz unter dem Bettlaken, also wieso noch ne Schicht draufpacken, wenn das Bettlaken auch gewechselt werden kann oder statt einer Plastikmoltex auch eine Stoffmoltex bei Inkontinenz und Abführtagen verwendet werden kann.
    Bei Wechseldruckmatratzen sollte man auf jegliche Laken, Unterlagen verzichten. Bei einem Abführtag z.B. gibt es spezielle atmungsaktive Unterlagen, die nur für Wechseldruckmatratzen zugelassen sind. Ebenso ist es tatsächlich nicht nötig ein Laken zusätzlich zu verwenden. Die Schutzbezüge können gewechselt werden und werden als Serviceleistung von diversen Firmen mitgeliefert.

    Meine persönliche Meinung ist einfach, dass eine Inkontinenzunterlage (egal ob Plastik, Stoff oder atmungsaktiv) nicht standardmäßig angewandt werden sollte. Es ist häufiger Bequemlichkeit und viele Patienten benötigen dies überhaupt nicht und zumindestens nicht jederzeit.

    Es ist in meinen Augen schwer bedenklich, welche Argumente hier verwendet werden.

    • Zeit
    • eigene Bequemlichkeit
    • "ich find die gut"
    • "aber ansonsten gibt es doch keinen vernünftigen Grund auf diese zu verzichten"


    Gerade in Pflege- /Altenheimen bei bettlägrigen, inkontinenten Pflegebedürftigen ist eine adäquate Begründung für den Einsatz von Inkontinenzunterlagen von Nöten. Dort haben 50% der Bewohner ein erhöhtes Dekubitusrisiko. (Text: Dekubitus [Gesundheitsberichterstattung - Themenhefte, Dezember 2002])

    http://www.springerlink.com/content/w031w45765811413/
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Viel geredet, nichts gesagt. Danke :-/
     
  8. -Claudia-

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    @Hexe: Ich fürchte, mit dem Intervenieren wird das nicht; im englischsprachigen Raum haben sie schon viel früher mit pflegewissenschaftlichen Studien begonnen als wir. Die arbeiten im Gegensatz zu uns oft evidenced based. Mit hoher Wahrscheinlichkeit können Deine Kollegen Dir leicht belegen, dass sie Recht haben.

    Die erhöhte Dekubitusgefahr durch Unterlagen im Bett wurde in Deutschland bereits Ende der 1990er durch eine pflegewissenschaftliche Studie nachgewiesen (inklusive der Tatsache, dass die routinemäßige Verwendung solcher Unterlagen eine immense Geldverschwendung ist. So wie es Deine Kollegen handhaben, ist es viel billiger!). Da ging es zwar um die Stecklaken, aber die Ergebnisse können dennoch verwendet werden. http://bibnet.org/vufind/Record/HN215063 (Den Artikel selbst kann ich nicht liefern, den müsstet Ihr in einer Bibliothek nachlesen, die "Die Schwester / Der Pfleger archiviert).

    Ich kenne den Expertenstandard Dekubitusprophylaxe zu wenig, aber darin könnten sich auch Studienergebnisse zu diesem Thema finden.

    Die Bewohner liegen doch sicher nicht mit dem blanken Po auf dem Laken, sondern tragen zumindest Unterhosen, oder?
     
  9. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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  10. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Willst du mich ver*?
    Du brauchst mir keine googleergebnisse zu Dekutbitus oder Inkoversorgung aufzulisten.

    Hab nur 3 der Links angeklickt, aber die sagen aus, dass Unterlagen verwendet werden (können) und beweisen nicht, dass Unterlagen "faktisch und grundsätzlich schlecht für die Haut sind (sinngemäßes Zitat).


    Tut mir leid, dass ich so auf deine Aussagen reagiere. Aber du stellst deine Meinung immer als FAKT dar und sagst so und so ist das, das ist bewiesen. In Wirklichkeit ists aber HörenSagen/Meinung...
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Konkretisiern wir das Ganze doch mal: Geht es um geschlossene Inkontinenzversorgung= "Pampers" oder um die offene Versorgung= Unterlage.

    Geschlossene Versorgung ist in den letzten Jahren in Verruf gekommen, da sich hier eine "feuchte Kammer" bildet durch die Einschränkung der Haut Flüssigkeit an die Umgebung abgeben zu können. Hinzu kommt, dass feuchte Wärme eine willkommene Brutstätte für Pilze ist und damit der Weg frei zum Intertrigo.

    Bei der offenen Versorgung müssen die Materialien angeschaut werden. Dünnes Fließ auf Folie bringt ein ähnliches Problem wie oben bei der geschlossenen Versorgung beschrieben.

    Du brauchst also atmunsaktive und aufsaugende Produkte. Ob es da aber sinnvoll ist nur ein Baumwolllaken zu wählen auf einer mit einer Folie bezogenen Matratze darf mit Recht bezweifelt werden.

    Es bleibt der TE nur zu beobachten, wie die Haut sich entwickelt und dann gezielt zu intervenieren. Konkrete, produktunabhängige, Studien zu dem Thema sind mir net bekannt.

    Elisabeth
     
  12. calypso

    calypso Stammgast

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    Da geht es mir so wie Maniac - habe bei den Links auch nichts gefunden, was eindeutig gegen Betteinlagen spricht. Außerdem - die "Atmungsaktivität" hört doch auch bei der alleinigen Verwendung von Bettlaken schon bei der Matratze auf, oder werden irgendwo (außer im häuslichen Bereich) Matratzen ohne Schutzumhüllung aus Kunststoff verwendet?

    Eigene Erfahrung (bei uns haben etwa 85% eine Betteinlage): Vermehrtes Schwitzen wegen der Betteinlage kommt nur selten vor. Hautirritationen kommen noch seltener vor, sind dann meistens durch Waschmittelunverträglichkeit verursacht.

    Bei der Lagerung zur Druckentlastung (insbes. Mikrolagerung) sind Betteinlagen dagegen sogar von großem Nutzen bei Menschen, die sehr empfindlich auf die dazu notwendigen Maßnahmen reagieren, da nicht der Patient selbst "angefasst" werden muss. Viele unserer Patienten würde einen ständigen Wechsel des Bettlakens gar nicht tolerieren.


    .
     
  13. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Das Unterlagen bei unsachgemäßer Anwendung schlechter für die Haut sind ist nicht von der Hand zu weisen.

    Das mehrere Schichten auf einer Matratze (sei es nun eine einfache Würfelmatratze über eine Wechseldruckmatratze bis hin zur Niederdruckmatratze) schlecht für die Haut sind ist ebenso wenig von der Hand zu weisen.
    Bisher hatte ich niemals behauptet, das dies nicht meine persönliche Meinung ist und ich bezog das Faktum auch eher auf meine eigene Erfahrung.
    Werde natürlich in Zukunft mehr darauf achten gewisse Wörter, um Mißverständnissen vorzubeugen, nicht mehr zu verwenden.

    @elisabeth: Es geht hierbei um offene Unterlagen und nicht um Windeln o.ä.
     
  14. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Vielen Dank für eure Rückmeldungen! :daumen:
    Durch die Links kämpf ich mich gleich noch durch.

    @Claudia: ich hab das in der Ausbildung schon mitgekriegt, dass wir in Deutschland in vielen Dingen hinterherhinken.
    Speziell in dem irischen Altenheim habe ich allerdings meine Zweifel, was EBN angeht.
    Ich sehe, wie die mit Tunnelgleithilfen arbeiten (wird komplett unterm Bewohner geparkt, dann nimmt jeder eine Zipfel der Gleithilfe und dann wird gehoben.... :fidee: Und das wurde so in einer Fortbildung beigebracht)

    Ich geb euch mal ein konkretes Beispiel:
    Bewohnerin wird 20:30 ins Bett gebracht. Toilettengang findet nicht statt. Wird nur die Einlage gewechselt. Eine normale Inkontinenzeinlage medium, nicht zum verschließen. Die Klebewindeln toleriert die Bewohnerin nicht. Ist okay, kann ich verstehen.
    Bewohnerin liegt die ganze Nacht in derselben Position. Lagern lässt sie sich auch nicht.
    Wenn man sie nachts weckt, um die Einlage zu wechseln, wird sie zur Furie. Also wird nicht gewechselt. Sie wacht von alleine auf, wenn es zu nass ist.
    Und im dem Fall bedeutet nass dann tatsächlich, dass sie in ihrer eigenen Suppe schwimmt.
    Kleine Einlage und dann direkt das Bettlaken auf der Matratze. Der Urin steht in einer großflächigen Pfütze unter ihr.
    In so einem Fall denke ich mir, dass eine Unterlage sinnvoll wäre. Und ich rede nicht von den Einmalunterlagen. Ich meine schon die richtigen, waschbaren, am besten noch zum feststecken unter der Matratze.
    Nächster Haken im dem Altenheim:
    Die waschen ihre Wäsche selber. Auch die Bettlaken. Und das wird vom Pflegepersonal erledigt. Die Waschmaschinen sind eingestellt, da soll man nichts dran drehen. Die Bettlaken werden maximal bei 60° gewaschen. Meist eher bei 40°.
    Diese Unterlagen kann man kochen, soweit ich weiß....?

    Grundsätzlich bin ich auch dafür, auf diese Unterlagen zu verzichten, wo ich nur kann. Es war prinzipiell meine erste Handlung im Krankenhaus, diese Unterlagen wieder rauszuziehen, wenn der Patient mobil und kontinent ist, oder man abschätzen konnte, dass man regelmäßig die Einlagen wechseln kann/Toilettengänge ermöglichen kann.

    Ach ich weiß auch nicht. Wahrscheinlich such ich mir grad ein paar schicke Windmühlen zum attackieren... :knockin:
    Mein nächstes Projekt heißt "Pflegeoverall schmackhaft machen" für eine Bewohnerin, die permanent ihre Einlage auszieht und dann anfängt zu schreien, wenn es nass wird im Bett. Egal was man versucht, sie zieht alles wieder aus. :evil: Ich renn im 10min-Takt bei ihr rein und ziehe sie wieder an....

    Ich denke mir einfach, dass es für die Haut nicht gesünder ist, wenn die Bewohner teilweise 2 oder mehr Stunden in ihrem eigenen Urin liegen. Und das dann großflächig.
    Es ist ja nichts mehr dazwischen, was den Urin aufnehmen könnte.
    Eigentlich wäre mir mit anderem Inkontinenzmaterial schon gedient. Aber ich glaub, da kriege ich aus Kostengründen garantiert keinen Fuß in die Tür.
    Also suche ich nach einer kostengünstigeren Lösung.

    So, ich geh Links studieren.
    Nochmals vielen Dank für eure Beteiligung!
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    "Klebewindeln" = hautschädigend.
    Waschbare Unterlagen = Druckstellen durch zusammenrutschen

    Waschbare Unterlagen haben eine längere Trocknungszeit.

    Wenn du eh alle 10 min reingehen kannst um sie anzuziehen, dann kannst du dir das doch eigentlich sparen, wenn sie sich meldet nach dem urinieren?

    Ein völlig bewegungsloses Liegen halte ich für sehr unwahrscheinlich bei jemandem der sich selbst die Inkomaterialien entfernt. Das man eine Lieblingsseite hat- warum net. Auch Mikrolagerungsbewegungen sind ausreichend. Und die erfolgen garantiert. Denn laut deiner Beschreibung gibt es keine Wahrnehmungsstörungen in dem Bereich. Sie merkt wenns nass wird.

    Was das waschen angeht- im Zeitalter der Hygienespüler bzw. entsprechender Waschmittel reichen für den Normalgebrauch durchaus 60° für dei Kochwäsche. lediglich wenn es um eine entsprechende Keimbelastung geht solltest ein höheres Programm nehmen. Wobei dir jede alte Hausfrau sagen wird: 95° sind auch net besser als 60°. Nur das Kochen macht wirklich "Keimfrei".
    Das kostenorientierte denken fängt also net erst beim Einkauf an.

    Irgendwie überlege ich, wo dein Problem tatsächlich liegt. Kann es sein, dass du mit der anderen Mentalität net klar kommst?
    Wie händeln die anderen Kollegen das... und vor allem: welchen Hautzustand hast du bisher bei den Bewohnern gefunden? Denn deiner Erwartung nach müssten ja alle wund sein. Ist das tatsächlich so?

    Für mich hört sich der Umgang mit den Bewohnern sehr bedürfnisorientiert an. Sie bleibt net die ganze Nacht in der "Pfütze" liegen. Es ist ein regelmäßiger Lakenwechsel vorgesehen. Es erfolgt keinerlei Fixierung. Sie kann sich frei bewegen und auch ggf. Materialien entfernen, die sie net mag. Nur nebenbei- das dürfte übrigens bei einer Unterlage net anders sein.

    Elisabeth
     
  16. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Ich sprach von zwei verschiedenen Bewohnerinnen.
    Die eine meldet sich, wenn sie lang genug im nassen liegt. Die andere zieht grundsätzlich alles aus und liegt dann ebenfalls im nassen.
    Ich gehe alle 10 min zur zweiten Bewohnerin, wenn ich kann und ziehe sie wieder an in der Hoffnung, dass sie den Kram wenigstens eine Weile dran lässt.
    Die erste Bewohnerin, bei der ich mir vorstellen könnte, Unterlagen zusätzlich zu verwenden rührt sich in der Nacht nicht wirklich. Mikrolagerungen wird sie durchführen, da gebe ich Dir recht. So wie ihre Haut aussieht (alles feuerrot, sie klagt über Schmerzen, teilweise Hautläsionen) tut es ihr nicht gut, in ihrer eigenen Suppe zu schwimmen.

    Mentalität? Die ist hier nicht wesentlich anders. Eher noch strenger als in Deutschland, womit ich sicherlich nicht klar komme - da magst Du recht haben.
    Teilweise werden die Einlagen nachts gewechselt gegen jeglichen Widerstand der Bewohner. Und das finde ich nicht in Ordnung.
    Vor 2 Nächten bekam ich mit, wie eine Bewohnerin nachts halb 3 aus dem Schlaf gerissen wurde, weil sie mit Strumpfhose ins Bett gegangen ist.

    Der Hautzustand der Bewohner ist unterschiedlich. Eincremen ist hier unbekannt. Viele haben Vernarbungen an den markanten Stellen.
    Eine hat derzeit einen Dekubitus am Knöchel.
    Einige andere haben Hautläsionen, die mal mehr, mal weniger ausgeprägt sind.
    Und bei denen kann ich mir vorstellen, dass es hilfreich sein könnte, mit Unterlagen zu arbeiten, die eine gewisse Urinmenge zusätzlich aufnehmen können.
    Ich stelle es mir auch sehr lästig vor als Bewohner, manchmal 2 oder 3x die Nacht einen Bettlakenwechsel über mich ergehen zu lassen. Unterlagenwechsel ist weniger aufwendig für alle Beteiligte.

    Ich versuche ja mit eurer Hilfe drauf zu kommen, ob Unterlagen Sinn machen würden oder nicht und das Ganze dann so zu begründen, dass darüber nachgedacht wird, ob man sowas anschaffen könnte.
    Vielleicht liegt es an der Macht der Gewohnheit - möchte ich nicht ausschließen.
     
  17. neo57

    neo57 Stammgast

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    Also mir fallen da noch spontan folgende Hilfsmittel ein:
    Kondomurinal
    Fäkalkollektor

    sie sind allerdings nur für Patienten geeignet die auch "mitspielen".
     
  18. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Kondomurinale bei Bewohnerinnen? Denn von denen hat Hexe gesprochen...
     
  19. neo57

    neo57 Stammgast

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    Schon klar, das war der erste Teil des Themas bis es sich etwas verselbständigte, aber es soll wohl auch Männer in Alten- und Pflegeheimen geben.:D
     
  20. Hexe76

    Hexe76 Senior-Mitglied

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    Nette Idee Neo, aber nicht so ganz das, was mir vorschwebt :D
    Ich glaube nicht, dass ich über 90jährige dazu bewegen kann, sich an Kondomurinale zu gewöhnen.
    Trotzdem danke fürs überlegen. :daumen:
     
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