Information des Patienten über verschobene OP: Aufgabe des Arztes oder der Krankenschwester?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von stefffi, 13.04.2011.

  1. stefffi

    stefffi Newbie

    Registriert seit:
    01.09.2006
    Beiträge:
    5
    Zustimmungen:
    0
    Ich hab mal eine Frage. Wir haben auf Station einen Patienten, bei dem wurde heute das 3. mal die Op verschoben. Natürlich ist der Patient total sauer. Ist es jetzt die Aufgaben der Krankenschwester den Pat darüber zu informieren das die Op wieder abgesagt wrude oder Arztaufgabe?

    lg Stefffi
     
  2. Kalimera

    Kalimera Poweruser

    Registriert seit:
    13.12.2010
    Beiträge:
    539
    Zustimmungen:
    51
    Beruf:
    Pflege
    Arztaufgabe
     
  3. rumpelstilzchen

    Registriert seit:
    08.02.2011
    Beiträge:
    13
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Kinderkrankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Neonatologische Observationsstation
    Funktion:
    Fachweiterbildung Intensivpflege & Anästhesie
    definitiv Artzaufgabe!
     
  4. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

    Registriert seit:
    10.03.2011
    Beiträge:
    1.289
    Zustimmungen:
    154
    Arztaufgabe
     
  5. renje

    renje Poweruser

    Registriert seit:
    16.08.2009
    Beiträge:
    2.732
    Zustimmungen:
    121
    Beruf:
    GuK, RA, KHbetrw.
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Angestellt
    Würde mir mal jemand erklären, warum eine professionelle, qualifizierte GuK nicht in der Lage sein sollte, dies dem Pat. mitzuteilen?:gruebel:

    In etwa so:

    Ich soll ihnen im Auftrag von Dr. xy mitteilen, dass ... verschoben wurde, es tut mir leid. Die Gründe sind mir nicht bekannt, das mit ich mit Dr. xy zu besprechen, dieser kommt ... Uhr.

    Was wäre jetzt daran Arztaufgabe?
    Oder wo wäre eine GuK nicht qualifiziert genug dafür?
     
  6. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

    Registriert seit:
    10.03.2011
    Beiträge:
    1.289
    Zustimmungen:
    154
    Weil sie dann wieder "nur" der Blitzableiter ist.

    Unangenehme Aufgaben werden gerne delegiert.
    Oft ist es so, dass die Krankenschwester schon bei Durchsicht des OP-Plans sieht, das das Programm den Rahmen um Stunden sprengt. Sie spricht den Arzt ab mittags an, ob der Patient nicht vielleicht doch essen kann und wird regelmäßig vertröstet, weil ja evtl. noch ein Wunder passieren könnte und dann kommen die Operateure abends um acht Uhr auf die Idee, das es vielleicht doch eng werden könnte und dann sagen sie, der Patient kann essen und kommt nicht mehr dran.
    Dann sollen sie es dem Patienten auch bitteschön selber sagen.
    Vor allem, wenn sich dieses Spielchen an mehreren Tagen hintereinander wiederholt, weil der Patient eben nicht privat versichert ist.
     
  7. renje

    renje Poweruser

    Registriert seit:
    16.08.2009
    Beiträge:
    2.732
    Zustimmungen:
    121
    Beruf:
    GuK, RA, KHbetrw.
    Ort:
    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Angestellt
    @bachstelze:

    Dann sollten wir vielleicht etwas an der Kommunikation und dem Selbstbewußtsein arbeiten.

    Wie ich schon in meiner vorgeschlagenen Formulierung schrieb:

    Ich mach deutlich, dass ich nur die Nachricht von Dr. xy überbringe, dass mir die Gründe nicht bekannt sind und das Weitere mit Dr. xy zu klären sei.
    Mault der Pat. mich an, mache ich nochmal gaaaanz deutlich, dass ich nicht der OPplaner bin, nix dafür kann und er sich bitte bei Dr. xy beschweren möge, gerne auch bei der zentralen Bewschwerdestelle schriftlich.

    Wenn ich mich nicht als Blitzableiter zur Verfügung stelle, kann ich auch keiner sein!
     
  8. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

    Registriert seit:
    10.03.2011
    Beiträge:
    1.289
    Zustimmungen:
    154
    Das hat mit "unserer" Kommunikation und "unserem" Selbstbewusstsein nicht das Geringste zu tun.

    Dem Überbringer schlechter Nachrichten wird der Kopf abgeschlagen. Das ist nur menschlich und war schon immer so und ist auch normal.
    Der erste Frustrationsschwall wird an der Krankenschwester abgelassen und wenn der Arzt dann abends auftaucht und für den nächsten Tag das blaue vom Himmel verspricht, dann wird er als Heilsbringer gefeiert, weil der erste Zorn verraucht ist und der Patient froh ist, das überhaupt einer kommt.
     
  9. mary_jane

    mary_jane Poweruser

    Registriert seit:
    14.06.2007
    Beiträge:
    1.436
    Zustimmungen:
    35
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin/M.Ed.
    Akt. Einsatzbereich:
    BFS
    Funktion:
    Lehrerin
    Hallo,

    wie realistisch ist es, dass der zuständige Arzt, dann auch zeitnah auf Station kommt um den Patienten persönlich zu informieren?
    Ich finde der Patient sollte so schnell wie möglich von der Absage erfahren und daher würde ich als Pflegeperson, wie von renje beschrieben, den Patienten informieren.

    Gruß, Mary
     
  10. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

    Registriert seit:
    10.03.2011
    Beiträge:
    1.289
    Zustimmungen:
    154
    Es geht ja nicht darum, ob man es nicht kann. Natürlich kann man dem Patienten Bescheid geben und in den meisten Fällen wird man es auch tun.
    Trotzdem ist es Aufgabe des Arztes.

    Und wenn ich einem Patienten drei Tage hintereinander die schlechten Nachrichten überbracht habe, würde ich es am vierten Tag auch dem Arzt überlassen, dem Patienten zu erklären, warum er schon wieder "hinten rüber gefallen " ist.
     
  11. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

    Registriert seit:
    16.07.2008
    Beiträge:
    717
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    Was ich tun oder nicht tun würde, ist abhängig davon, wie die Situation ist. Beim ersten und vielleicht beim zweiten Verschieben würde ich den Patienten informieren, die Dritte überließe ich auch dem Arzt. Wobei ich es so kenne, dass verschobene Patienten am nächsten Tag oben auf dem OP-Plan stehen, damit sie nicht noch einmal verschoben werden müssen.
     
  12. Markus23KP

    Markus23KP Stammgast

    Registriert seit:
    09.08.2006
    Beiträge:
    247
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger, Praxisanleiter ;Rettungssanitäter
    Ort:
    Nähe Würzburg
    Akt. Einsatzbereich:
    Allgemeinchirurgie Normalstation
    Funktion:
    Praxisanleiter seit 03/13 , Aroma Experte Aromapflege
    Bei uns wird auch teilweise 2-3 mal OP verschoben oder dann ganz abgesagt - Mit neuer Terminvergabe am nächsten Tag telefonisch!
    Da die Patienten dann manchmal bis 18:30 Nüchtern sind und sich dann erst der Diensthabende Doc hören lässt:"Sag ma der Leistenhernie das des heut nix mehr wird, wir probiern Ihn morgen nochma auf den OP Plan zu zwängen, sieht aber schlecht aus!" sag ich auch nichts zum Pat...! Wenn aber 3mal der Heli Notfall OP´s gebracht hat am Nachmittag (Landeplatz ist über unserer Station) und der Doc freundlich bittet die Pat Aufklärung zu übernehmen und auf Klinik Kosten der Pat sich was beim Pizza Service kommen lassen darf, übernehm ich das bei der ersten Absage...!
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Konstruieren wir doch mal... .

    OP-Termin muss ein drittes mal verschoben werden, weil diesmal ein Notfall den OP blockiert. Wer soll da den Pat. informieren? Gewöhnlich stehen die Chirurgen am Tisch.

    OP-Planung mal wieder hoffnungslos überladen. Anrauf aus OP: Pat. kann essen, weil es heute auch nix wird. Muss Pat. jetzt trotzdem weiter nüchtern bleiben bis Arzt aus OP kommt?

    *grübel* Ist net immer die PK die erste, die den Pat. (ungewollt) informiert indem sie die Nüchternphase aufhebt?

    Elisabeth
     
  14. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

    Registriert seit:
    10.03.2011
    Beiträge:
    1.289
    Zustimmungen:
    154
    Nun ja, oft ist es aber eben kein Notfall, der verhindert, das der Patient dran kommt.
     
  15. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

    Registriert seit:
    15.09.2006
    Beiträge:
    746
    Zustimmungen:
    2
    Beruf:
    Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensiv Studentin (Psychologie)
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    Interdisziplinäre Intensivstation
    Funktion:
    Gerätebeauftragte
    Ach Elisabeth, es ist immer ein Chirurg nicht im OP, der erfährt es aus dem Saal, der geht dann hin und sagt es dem Patienten.
    Natürlich kommen auch wir mal in die Verlegenheit, Patienten zu informieren, sei es dass wir einem Diabetiker das Essen bringen, der kann dann auch 2+2 zusammenzählen.
    Da bei uns die Ärzte die Info bringen häufen sich die Verschiebungen eben nicht mehr und bleiben die Ausnahme, da wir keine Politraumen bekommen kann uns nur die Nothilfe einen Strich durch die Rechnung machen und meist ist der OP Koordinator da, der legt wert auf zeitige Info an die Patienten. Der Op Koordinator ist in der Woche da und :sbaseballs:wenn der sieht, dass das Programm so nicht machbar ist, dann wird festgelegt, wer nicht dran kommt.
    Also im Moment läuft es ganz gut.
     
  16. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
    Mitarbeiter

    Registriert seit:
    04.09.2004
    Beiträge:
    10.431
    Zustimmungen:
    210
    Beruf:
    Krankenschwester, M.A. Pflegewissenschaft, Dozentin
    Akt. Einsatzbereich:
    Palliativstation, Bildungszentrum
    Funktion:
    Praxisanleiterin, Bachelor of Nursing, M.A. Pflegewissenschaft
    Genau das wollte ich auch sagen. Der Arzt kann den verschobenen Termin dem Patienten gar nicht persönlich mitteilen; er wird bei einem vordringlichen Termin gebraucht. Ich lasse den Patient doch nicht "aus Prinzip" im Unklaren.

    Der Patient wird wegen des verschobenen Termins angesäuert sein, klar. Er wäre aber auch zu Recht angesäuert, würde man ihn einfach von selbst darauf kommen lassen, dass draußen die Sonne untergeht, er den ganzen Tag nüchtern war und immer noch nicht im OP ist. Ihm den verschobenen Termin mitzuteilen ist ja wohl das Mindeste.
     
  17. Sr. S.

    Sr. S. Poweruser

    Registriert seit:
    16.07.2008
    Beiträge:
    717
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe
    Akt. Einsatzbereich:
    Schule
    @Claudia und Elisabeth

    Der Operateur steht am Tisch. OK, dann kann er nicht selbst mit dem Patienten reden. Aber es gibt doch immer mehr als einen Chirurgen. Dann soll der Operateur seinen Kollegen bitten den Pat. zu informieren und eben nicht immer alles auf das Pflegepersonal abwälzen. Welche Vorteile das hat, sieht man am Beispiel von auarius2.

    Wenn es nur mal ausnahmsweise vorkommt, dass eine OP verschoben wird oder es gleichzeitig mehrere Notfälle gibt, wäre es kein Thema für mich den Patienten zu informieren, aber wenn Verschiebungen der Alltag sind...
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Liegt das Problem ev. hier: Der Überbringer der schlechten Nachricht wird bestraft?

    Elisabeth
     
  19. Bully1959

    Bully1959 Poweruser

    Registriert seit:
    25.09.2010
    Beiträge:
    443
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    Krankenschwester
    hallo

    erst mal ist ja schon mal die Überlegung, was heißt hier Strafe .....

    wenn ich dem Patienten erzähle, er darf essen und wird verschoben, ist klar, der ist nicht begeistert

    aber wenn ich mich ans Bett setze, es ihm ruhig erkläre, klipp und klar sage, ich habe Verständnis für den Unmut, ist das keine Strafe, sondern einfach nur ein Gespräch ......

    dann liegt es daran wie rufe ich in den Wald hinein, wenn ein Chirurg mich anruft und darum bittet weil er am Tisch nicht weg kommt und es ist ein Notfall, dann würde ich es bestimmt 2 x machen

    wenn Schlamperei in der Planung und ******egalgefühl dabei eine Rolle spielen, würde ich den frei laufenden Chirurgen herbeizitieren, zwecks Info an den Patienten, denn anders lernen die es sonst nicht .......

    aber grundsätzlich hätte ich nichts dagegen den Patienten zu informieren, weil ich mich nie angesprochen fühle, wenn ein Patient zurecht sich aufregt, sondern ich bespreche gemeinsam mit ihm dieses Problem ...

    viele Grüsse
    Bully
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Wie immer findet jemand die diplomatischeren Worte. *fg* Danke.

    Zumal ich denke, dass die PK hinterher noch für ein entlastendes Gespräch bereit stehen sollte.


    Elisabeth
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Information Patienten über Forum Datum
News Unheilbarer Krebs: die meisten Patienten wünschen vollständige Informationen Pressebereich 11.07.2016
Patienteninformationen Intensiv- und Anästhesiepflege 20.02.2014
Prä- und postoperative Informationen für den Patienten Pflegebereich Chirurgie 18.02.2011
Patienteninformation - Dekubitusprophylaxe Fachliches zu Pflegetätigkeiten 14.02.2011
Informationen an den Patienten Fachliches zu Pflegetätigkeiten 10.03.2010

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.