Infektionszulage

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Sunny1970, 08.03.2012.

  1. Sunny1970

    Sunny1970 Newbie

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    Hallo,

    ich arbeite in der Funktionsdiagnostik (Endoskopie, EKG etc.) und wir haben täglich mit infektiösen Patienten zu tun (MRSA, EHEC, Noro, Hepatitis, Clostridien, ESBL, HIV). Wir erhalten keine Infektionszulage.

    Was muß man bei der Beantragung dieser Zulage beim AG beachten? Wer hat Erfahrungen und Ratschläge?

    MfG

    Sunny
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Erste Frage: Gibt's die bei Eurem Tarifvertrag überhaupt?

    Zweite Frage: Habt Ihr genügend infektiöse Patienten? Zumindest bei den Patienten mit Zytostatika-Gabe gibt es die Zulage erst, wenn ein bestimmter Prozentsatz der Patienten, übers Jahr gerechnet, tatsächlich Zytostase erhält. Könnte bei Infektionen ähnlich sein.
     
  3. Sunny1970

    Sunny1970 Newbie

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    Hallo Claudia,

    erste Antwort: ja die gibt es. Sie wird den Kollegen auf einer Station auch bezahlt. Dort sind im Schnitt 5 von 20 Patienten infektiös. genaue Zahlen weiß ich jedoch nicht. Wir untersuchen natürlich ALLE Patienten aus der gesamten Klinik.

    Erste Frage zur zweiten Frage ( ;) ) : kennst Du zufällig den Prozentsatz? Ich könnte das natürlich anhand der Statistik genau recherieren.

    Mich interessiert natürlich auch die Dunkelziffer, wir arbeiten ja mit Blut, Harn, Stuhl, Speichel und anderen infektiösen Materialien und zusätzlich ständig mit Desinfektionsmitteln bei der Aufbereitung der Endoskope. Und nicht jeder Patient ist trotz Infektion als solcher bekannt.

    Danke für Deine Antwort.

    MfG


    Sunny
     
  4. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Nein, ich kenne den Prozentsatz für die Zulage nicht, aber der ließe sich ja leicht herausfinden. Fragt doch mal Euren Betriebsrat, der kann das leicht recherchieren. Wenn Du den weißt, kannst Du anhand Eurer Statistik herausfinden, ob Ihr ein Anrecht auf die Zulage habt.

    Potentiell infektiöse Patienten sind in dem Fall kein Argument. Alle Patienten sind potentiell infektiös, dann müssten wir alle eine Zulage bekommen. Alle Pflegekräfte arbeiten mit Blut, Harn, Stuhl, Speichel etc., und auf Station kommt man damit sicher sehr viel häufiger in Kontakt als im Funktionsbereich (zumindest im Röntgen oder EKG sollten die meisten Patienten ihre Körperflüssigkeiten bei sich behalten). Ihr wisst, wie Ihr Euch schützen könnt.
     
  5. narde2003

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    Im TVÖD musst du mehr als 50% deiner Arbeitszeit mit Infektionspatienten zu tun haben.
    MRSA und MRE sind Krankenhausinfektionen und zählen dabei nicht mit.
     
  6. Maniac

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    In diesem Zusammenhang: Was fällt denn hier unter "infektiös"?

    Wenn wir von Infektionen sprechen, würde ich generell alle multiresistenten Kolonisationen rausnehmen.

    Sind die vergüteten Infektionen irgendwo schriftlich hinterlegt?
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    das stimmt, zählen auch nicht dazu.
     
  8. Sunny1970

    Sunny1970 Newbie

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    Hallo,

    vielen Dank für Eure Antworten.

    "Alle Pflegekräfte arbeiten mit Blut, Harn, Stuhl, Speichel etc., und auf Station kommt man damit sicher sehr viel häufiger in Kontakt als im Funktionsbereich..." - dem widerspreche ich in der Endoskopie. ;)


    MRSA, ORSA und Freunde nehme ich raus aus der Rechnung, das ist mir bekannt.
    Danke narde2003 für die Info mit dem TVöD und den 50%, denn nach so einer Info habe ich gesucht.
    Ich mach mich mal bei unserem Betriebsrat schlau, ob es da Möglichkeiten gibt.

    MfG

    Sunny
     
  9. ZNA-Öse

    ZNA-Öse Poweruser

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    Diese Idee hatten die Kollegen unserer Funktionsdiagnostik auch schon,nachdem sie erfuhren,daß die Kollegen unserer 2 Isostationen und wir in der ZNA diese Zulage bekommen.
    Nur wurde der Funktion der Zuschlag mit der Begründung verweigert,daß sie als z.B. Endopersonal a) mit dem Pat. selbst kaum in Kontakt kommen,b) die gebrauchten Geräte desinfiziert und gereinigt werden und c) die gültigen Hygienestandards ausreichend zur Verhinderung einer Ansteckung wären.
    Die Kollegen der Isostationen haben unter Beachtung der Hygienestandards wenigstens 10x häufiger direkten Körperkontakt mit Infektionspatienten,als die Endo und somit auch die selbe Prozentzahl bei deren Ausscheidungen,wodurch sich das Infektionsrisiko der Kollegen trotz allen Arbeitsschutzes expotenziell erhöht.
     
  10. Sunny1970

    Sunny1970 Newbie

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    ???
    zu a) Das Endoskopiepersonal kommt kaum in Kontakt mit den Patienten? Telepathische Assistenz bei Untersuchungen?
    zu b) Und wer bitte schön reinigt denn die gebrauchten und infizierten Geräte?

    Also DAS wären Begründungen die mit gesundem Menschenverstand und Sachverstand gar nicht erst in Erwägung gezogen werden würden. Und Punkt c trifft ja auf alle Klinikbereiche zu, also auch Nonsens.
    Gut, damit muß ich in unserer Klinik sicher nicht rechnen. Bin gespannt worauf es hinausläuft.

    Vielen Dank für die Antworten.

    MfG

    Sunny
     
  11. ZNA-Öse

    ZNA-Öse Poweruser

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    Tja,sowas denken sich die "hohen Herren und Damen" in der Konzernspitze aus,um den Laden wirtschaftlich zu halten...solche Zulagen bedeuten ja schon wieder Ausgaben die den Gewinn schmälern.
     
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