Indikation für Sheldon?

Dieses Thema im Forum "Dialyse" wurde erstellt von Svenja, 31.01.2003.

  1. Svenja

    Svenja Junior-Mitglied

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    Gibt es eine andere Indikation für einen Sheldon als für die Dialyse???

    Und wie oft wird dieser gewechselt?

    Wie wird er geblockt?


    Weiss jeman davon euch da mehr?

    MfG Svenja :?:
     
  2. Rabenzahn

    Rabenzahn Poweruser

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    Hallo Svenja,

    wir verwenden Sheldon - Katheter immer dann, wenn wir große Mengen an Volumen infundieren oder transfundieren müssen.
    Also im Schockraum bei Polytraumata oder in der z.B. Allgemeinchirurgie bei Eingriffen mit hohen zu erwartenden Blutverlusten.

    Wechsel findet auf der Intensivstation statt und ist abhängig von der Einstichstelle und eventuellen Entzündungszeichen.

    Geblockt wird er zumindestens in der Anästhesie nie und auf Intensivstation nach meinem Kenntnisstand auch nicht.
     
  3. Ute

    Ute Poweruser

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    Zur Zeit in der Elternzeit
    Funktion:
    Study nurse
    Hallo Svenja,

    bei uns gibt es nur eine Indikation für einen Shaldonkatheter und die ist eine Nierenersatztherapie.

    Anwendungsempfehlungen und Pflegehinweise für Dialysegefäßzugänge (Shaldon) für die Hämodialyse

    Es gibt verschiedene Katheterisierungsstellen:

    - Jugularvene, aus folgenen Gründen wird diese Vene gewählt:
    Der Katheter ist dort leicht zu legen, es besteht ein geringeres Komplikationsrisiko, der Patient ist mit diesem Katheter mobiler

    - Subklaviavene, wird oft deswegen gewählt, weil bei ihr ein besseres Wohlbefinden des Patienten erreicht wird. Auch aus hygienischer Sicht ( Waschen, Rasieren usw.) ist diese Stelle zu bevorzugen. an dieser Stelle besteht ein erhöhtes Pneumothoraxrisiko

    - Femoralvene, an dieser Stelle ist die einfachste Katheteranlage, es besteht die wenigste Komplikation, sie wird besonders dann gewählt, wenn der Patient immobilisiert ist. Dies ist jedoch die Stelle, an der die höhste Infektionsrate beobachtet wird. Dieser Gefäßzugang wird für akute Patienten gewählt.

    Die Wahl des richtigen Katheters

    Ist der Patient aktiv oder vollständig immobiliesiert ? Wenn der Patient immobililisiert ist, dann ist vielleicht ein Femoraliskatheter mit dem geringsten Risiko die beste Wahl. Ist der Patient aktiv, sollte man die Subklavia oder die Jugularis wählen, um den Patienten nicht in seiner Bewegungsfreiheit einzuschränken.

    Die Größe des Patienten entscheidet über die Länge des gewählten Katheters. Als Faustregel gilt sowohl für Subklavia- als auch für Jugularis- katheter eine Länge von 20 cm auf der linken bzw. 15 cm auf der rechten Seite. Die rechte Seite wird bevorzugt, weil die Vene hier fast gerade hinab ins Atrium führt. Auch liegen die Wölbung der Lunge und der Pleura auf der rechten Seite niedriger.

    Komplikationen
    - Punktierung einer Arterie, Pneumothorax, Hämothorax, Verletzung des Plexus brachialis, Punktierung der oberen Hohlvene, was zu einer mediastinalen Blutung oder einer Tamponade des Pericadiums führen kann. Wenn der Führungsdraht oder der Katheter zu tief eingeführt worden ist, kann dies zu Herzryhtmusstörungen führen.

    Pflege und Hygiene

    Die Punktionsstelle

    Der Verband wird nur gewechselt wenn es nötig ist, wir wechseln ihn bei jeder Dialyse um die Kathetereintrittstelle zu beurteilen und möglicherweise Komplikation vorzubeugen. Das wichtigste während des Verbandswechsels ist jedoch eine aseptische Arbeitsweise
    Zum Reinigen der Anschlußschläuche ist ein Desinfektionsmittel auf Jodbasis, sterile Kochsalzlösung oder Wasserstoffperoxidlösung zu verwenden. Desinfektionsmittel auf Alkoholbasis sollte vermieden werden.

    Es ist wichtig hervorzuheben, daß die Anschlußöffnungen niemals offen bleiben dürfen.

    Blocken des Katheters
    Der Katheter sollte vor dem Blocken mit mindestens 20 ml Kochsalzlösung gespült werden, es sollten sich keine Luftblasen im Anschlußschlauch befinden, nicht aspiriern vor der Injektion des Heparin, es sollte stets die richtige Füllmenge und niemals weniger als empfohlen in den Katheter eingebracht werden. Die Füllmenge kann man vom Anschlußschlauch mit der blauen Klemme ersehen (venöser Anschlußschlauch/ Füllvolumen des Katheters). Das Heparin sollte nicht verdünnt werden und rasch injiziert werden, ansonsten würde es durch die erste arterielle Öffnung gleich wieder in die Vene austreten, dann sofort die Klemme zu machen, praktisch während des injizieren, dadurch wird ein positiver Druck im Katheter aufrechterhalten und das Blut wird daran gehindert in das Lumen aufzusteigen.

    Jede Manipulation an einem Dialysekatheter/ Shaldon sollte man den Patienten stets in die Trendelenburg-Lage bringen ! Es sollten niemals andere Klemmen an die Anschlußschläuche gebrachte werden.
    Immer stets die Heparinlösung aspirieren bevor der Katheter gesült wird !

    Katheterwechsel

    - schlechte Flußraten bei der Hämodialyse
    - erhöhte Systemdrücke im Blutschlauchsystem
    - Schmerzen, Fieber, Schüttelfrost, entzündliche Reaktionen
    - Defekte am Katheter
    Nach 14 Tage sollte der Katheter gewechselt werden um Infektionen vorzubeugen, es gibt aber Gründe die diesen Zeitraum sprengen ! Probleme beim legen des Katheters, keine Punktionsmöglichkeiten für einen neuen Shaldon, Patienten bedinget Probleme.

    Zu weitern Fragen stehe ich gerne bereit !
     
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