Improvisieren in der Pflege!

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von sassy81, 29.08.2007.

  1. sassy81

    sassy81 Junior-Mitglied

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    Ich arbeite in der Ambulanten Pflege und wir haben eine Patientin mit chronischem Ulcus an beiden US.
    Auf die Wundauflage kommen sterile Kompressen und dann eine Saugkompressen.
    Neulich waren die Saugkompressen morgens leer da die Patientin das Rezept über die Arztpraxis nicht rechtzeitig erhalten hat.
    So hatte ich keine Saugkompressen zum Verbandswechsel.
    Weglassen war leider nicht möglich da die Wunde soviel Sekret abgibt das es durch die sterilen Kompressen durchgeht.
    Also was nimmt man da? Was saugt gut? Was hat fast jede Frau zuhause?
    Genau Slipeinlagen:rofl:.
    Also hab ich ihr einfach über die sterilen Kompressen jeweils eine Slipeinlage (natürlich unbenutzt:mryellow:) gelegt und wie gehabt verbunden. Die Saugkompressen sonst sind ja auch nicht steril.
    Ja und was soll ich sagen der Effekt am nächsten Tag war bezaubernd. Hat besser aufgesaugt als die normalen Saugkompressen. Kann ich also nur empfehlen. :rofl:

    Musstet ihr auch schonmal ungewöhnlich Improvisieren?????

    LG sassy
     
  2. surgeon

    surgeon Newbie

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    ha,ha. selten sowas lustiges gehört. man kann nur froh sein, dass wenigstens eine sterile Kompresse dazwischen lag. habe selbst schon mal schaurigeres gesehen. da bekamen wir einen Patient mit mega trochantärem deku und in/auf der wunde lag eine slipeinlage jedoch ohne sterile kompresse. ich frage mich da ernsthaft: 1. wie konnte es durch den Pflegedienst überhaupt zu so einer Wunde kommen? so was ist doch über mehere Tage "gezüchtet" und 2. ist es so schwer angemessenes Verbandsmaterial zu besorgen?
     
  3. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Zu 1. Kann man ohne genaue Fakten nicht beantworten.
    Zu 2. Ja es ist oft schwierig an geeignetes Material heranzukommen. Es wird grundsätzlich immer vergessen, dass wir nicht mal eben in eine Vorratskammer daggeln und uns Nachschub holen können.

    Schilderung eines durchaus nicht so selten vorkommenden Szenarios:
    Mittwoch Anforderung eines Rezeptes. Sollen wir in der Praxis abholen aber sie müssen bis um 11 Uhr da sein, danach haben wir geschlossen. Tja ich habe meine Patienten zu versorgen. Kann ich unmöglich schaffen. Also wird das Rezept Donnerstags abgeholt und in der Apotheke abgegeben. Material natürlich nicht vorrätig. Können Sie heute abend abholen. *hust heute abend ist gut, ich bin seit 6 Uhr im Dienst und heute abend habe ich frei. Der Spätdienst ist auch anderweitig beschäftigt. Muß leider Patienten versorgen und schafft es nicht, bis Geschäftsschluß die Apotheke aufzusuchen. Material hole ich also Freitag ab bevor ich zum Patienten fahre. Bringt mir natürlich Verzögerung und Gemeckere der nachfolgenden Patienten ein.

    Sodele ich hab das Objekt meiner Begierde nun endlich in den Fingern, aber oh schitte, die Praxis hat eine N1 aufgeschrieben und das ist bei dem Objekt eigentlich nix anderes wie ne kleine Probepackung mit der ich 1 Tag auskomme. Kann ich aber nicht wissen, da ich keine Infos zu den Materialien habe und einfach voraussetze, dass man in der Arztpraxis weiß was man tut. Es ist mittlerweile Freitag mittag und ich habe keine Chance mehr, an Nachschub zu kommen. Ergo ist Improvisieren angesagt. Die Zeit die ich für diese Aktion aufwenden mußte wird selbstverständlich nicht bezahlt und der Auftrag umfasst lediglich den eigentlichen Verbandswechsel.

    Slipeinlagen mußte ich auch schon verwenden. Ist ein nicht unflotter Ersatz für Saugkompressen, vorausgesetzt natürlich, dass man über steriles Abdeckmaterial verfügt, welches man UNTER die Slipeinlage legen kann.

    Ich habe übrigens immer ein paar steril verpackte Kompressen im Auto liegen. Hat schon so manchen Einsatz gerettet.
     
  4. surgeon

    surgeon Newbie

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    da fragt man sich, ob es nicht sinnvoller wäre, wenn die Pflegedienste ein Zentrales Lager hätten, wo man gegen Vorlage des Rezepts dann Verbandsmaterial bekommt. wäre meiner meinung nach sinnvoller als in der Apotheke. diese wird es meiner meinung nach eh nicht mehr lange in ihrer jetzigen art geben. ausserdem kann man sich die sachen ja auch von der Apo liefern lassen, man muss da nicht selbst hin.
     
  5. midnightlady24

    midnightlady24 Stammgast

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    @Surgeon

    Eine Frage, hast Du schonmal in der ambulanten Pflege gearbeitet?

    Ausserdem würde mich interessieren, wie Du Dir soein Zentrales Lager vorstellst?

    Nur mal ein Beispiel: Wir haben bei uns die "gängigen" Dinge alle im Lager. mullbinden, sterile und unsterile Kompressen, Octenisept, Pflaster, was einem so im Alltag eben ständig in die Finger fallen muss. Ebenso hat jedes unsere Autos so eine Kiste im Auto die das wichtigste beinhaltet.

    ABER ... Nichtmal die kleineren Krankenhäuser haben jede Wundauflage immer zur Hand! Die muss auch oftmals erst über die "Zusammenschluss Apotheke" besorgt werden, wenn das Haus nicht groß genug ist eine eigene zu haben.

    Wie soll sich der finanzielle Aufwand für Pflegedienste lohnen???


    Und natürlich kann man sich das von der Apotheke liefern lassen. Aber um mal bei den Zeiten zu bleiben die im oberen Beispiel genannt sind, dann hat man das Medikament am Donnerstag Abend im Büro und kann es trotzdem erst am freitag morgen einsetzen. Das einzige was dadurch erspart bliebe ist das gemecker der anderen Kunden.

    Was bei uns im PD gut klappt ist, dass man sich im Grunde bei Dekubiti und Ulcera nicht mehr an den HA wendet, sondern die Wundberatung hinzuzieht. Die hat eigentlich immer flott Kapazitäten frei um vorbei zu schauen und hat alles an Material mit und lässt uns das auch in großzügigen Mengen da. Um die Formulare, die sie deswegen vom HA braucht, kümmert sie sich selbst.
    Hilft nicht nur gegen das hier beschriebene Problem, sondern auch gegen sture Hausärzte, die mit ihrer "Honig-hilft" Meinung verheiratet sind.

    :daumen:Lieben Gruß, Monika
     
  6. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Mein "stärkstes" Improvisationserlebnis in der Pflege hat zwar nichts mit Wundmanagement zu tun und fand auch noch in einer Klinik statt...soviel dazu...
    es war eine alte, leider baulich nicht so gut ausgestattete Kinderklinik (inzwischen gibt´s die nicht mehr, sondern zum Glück einen schönen Neubau)...also folgendes:
    Neuropädiatrische Station (sehr klein, sehr eng, sehr alt),
    Zivi und ich als damals noch Schwesternschülerin haben den Auftrag eine jugendliche schwerst-mehrfach-behinderte Patientin zu baden, schön und gut, nur leider war das Bad für diesen Zweck total ungeeignet ausgestattet (eben sehr klein, sehr eng, sehr alt...und keinerlei Hydrauliktrage kein behindertengerechter "Wickeltisch", wie ich ihn aus Behinderteneinrichtungen kannte. Toll, in einer Kinderklinik, na klasse...und nun????
    Nach Absprache mit der Stationsschwester, die ja auch nichts an den baulichen Zuständen ändern konnte, machten wir dann aus dem Badezimmer ein kleinen, netten "Entspannungsraum" für die Patientin. Wir polsterten den gesamten Fussboden mit vielen Laken und großen Handtüchern aus, machten entspannende Musik an, badeten das Mädchen, hoben sie zu zweit aus der Wanne (zum Glück war sie nicht so schwer), legten sie weich auf unseren ausgepolsterten Boden und versorgten sie dort mit Abtrockenen, Eincremen und Anziehen, wobei wir selbst knieten.
    Es ging gut, alle hatten sogar Spass dran, es war für die Patientin nicht alltäglich, aber sie genoss unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.
    Merke: Wenn man die Hygiene und das Wohl des Patienten achtet, geht vieles ...und zum Glück wurden in der neuen Klinik ausreichend Möglichkeiten geschaffen auch größere behinderte kinder gut zu versorgen.:daumen:
     
  7. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Das ist nicht machbar. Abgesehen davon ist nicht nur die Besorgung des Materials in der Apotheke das Problem. In den Arztpraxen läuft auch sehr häufig etwas schief. Die Rezepte werden oft nicht zügig ausgestellt. Selbst wenn ich das vorbestelle, heißt das nicht, dass ich das dann 3 Stunden später auch wirklich abholen kann. Oft genug komme ich dann in die Arztpraxis und die zucken mit den Schultern, weil sie nicht in der Lage waren, das Material ordnungsgemäß aufzuschreiben. Offensichtlich sind viele nicht in der Lage, mal eben nach Infos zu recherchieren. Der Doc leitet einfach nur an seine Helferinnen weiter und die lassen es erst einmal liegen. Ich kann nicht ewig in der Arztpraxis herumhängen und auf mein rezept warten. Niemand bezahlt uns den Einsatz. Sowas geht grundsätzlich immer zu Lasten des Arbeitgebers, der dann schauen muß, wie er in der Summe die in den Touren anfallenden nicht bezahlten Arbeiten finanzieren soll. Zudem liefern Apos auch nicht in jede Gegend udn ich habe nicht die Zeit, immer eine bestimmte Apotheke zu erreichen, mit der man evtl. einen Vertrag machen könnte. Ich gehe also meist in eine Apotheke in der Nähe der Arztpraxis.

    Das Problem ist hier die Gleichgültigkeit. Kaum jemand, der nicht am Ende der Kette sitzt, so wie ich, die den Verbandswechsel durchführen muß, interessiert sich für Probleme. Dem Arzt ist es egal, wenn ich auf das Rezept warten muß, kostet nicht sein Geld.
    Der Arzthelferin ist es egal, wenn sie das Rezept falsch ausstellt, sie hat nicht die Probleme anschließend.

    Es macht sich auch niemand Gedanken darüber, wieviele Arbeiten wir grundsätzlich ohne Bezahlung machen. Es ist kein Akt, mal eben ein Rezept zu holen, wenn alles reibungslos läuft. Da das aber in 80% der Aktionen nicht der Fall ist, wird der zeitliche Aufwand zu groß um das mal eben so nebenher machen zu können.
     
  8. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Eine Wundberatung kann hilfreich sein. Problem bei uns in der Region ist eine zähe Anlaufphase. Vor allem dann, wenn der Patient zu einem ungünstigen Zeitpunkt ohne Vorbereitung aus dem Krankenhaus entlassen wird. Diese plötzlichen Entlassungen sind der neueste Trend hier bei den umliegenden Krankenhäusern.

    Letzte Woche Freitag gegen 11 Uhr erst noch. Anruf beim Ehemann einer Patientin: Sie können ihre Frau in 30 Minuten abholen. Sie ist entlassen. Nix Medikamente, wunderschönen Blasen an den Fersen, die noch nicht einmal im Krankenbericht erwähnt wurden. Hausarzt nicht mehr erreichbar.
     
  9. surgeon

    surgeon Newbie

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    das problem kenn ich. auch bei uns werden spontan Patienten entlassen. wir sind jedoch dazu verpflichtet ausreichend verbandsmaterial und die medikamente fürs WE mitzugeben. im normalfall ist bereits vorher ein PD involviert. aber gerne entlassen die ärzte auch spontan, so dass wir kein ausreichendes entlassungsmanagement durchführen können.
     
  10. midnightlady24

    midnightlady24 Stammgast

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    Na das ist dann nicht wirklich hilfreich. Wir haben zum Glück eine wirklich spontane Wundtherapeutin an der Hand, die eigentlich innerhalb von 24 h auch vor Ort ist. Und das finde ich nicht zu lang, denn selbst wenn jemand aus dem KH spontan entlassen wird, muss der Verband ja die Zeit noch draufbleiben können ;) Und dadurch dass sie eh immer alles dabei hat ist es auch egal, ob wir dann noch nen HA erreichen können oder nicht.

    Lieben Gruß, Monika
     
  11. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Moin Moin,

    bei Lagerungshilfsmittel bin ich ja auch für das Experimentieren, da findet man im Patientenhaushalt häufig gute Alternativen.

    Würde ich bei einem VW auf eine Slipeinlage treffen, würde ich nicht an eine originelle Idee denken; das hat für mich nichts mehr mit Fachlichkeit zu tun.:angry:

    Bei der Wundversorgung hört der Spaß mit mir auf. Jede Schwester hat bei uns in ihrem Körbchen sterile Kompressen und Fixomull - damit läßt sich zumindest ein hygienisch einwandfreier Verband anlegen bis moderne Wundauflagen aus der Apotheke besorgt sind.
    Das war eine einmalige Anschaffung. Wenn dieses "Notbag" zum Einsatz kommt, werden umgehend über den Patienten erneut Kompressen und Fixomull bestellt und der Bestand aufgefüllt.

    ... und dann gibt es noch das Schatzkästchen, auf dem "Hände weg, sonst Finger ab" steht. Dort haben wir Proben der Industrie ( Schaumverband 10 x 10, Algiant, Hydrokolloid 10 x 10 und 5 x 5, Silberauflage etc.) in mindestens einer Ausführung. Hier läuft es genauso: wenn wir am Wochenende oder mittwochs dringend etwas brauchen hat die PDL und die Vertetung die Möglichkeit, drauf zurück zu greifen. Das haben wir natürlich nicht immer an Bord, aber man kann mit dem Notbag eine Erstversorgung machen und beim nächsten Einsatz einen vernünftigen Verband machen.

    Selbstverständlich nehmen wir uns von dem Patienten dann das entliehene wieder zurück, wenn er dann irgendwann mal seine Wundauflage vor Ort hat.

    So haben wir immer etwas im Büro, auch ohne großes Lager.
     
  12. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    nabend,

    ich verstehe das auch nicht so ganz mit der slipeinlage!:gruebel:
    ich mag mir das auch gar nicht vorstellen und finde das unprofessionel...

    jedoch habe ich noch nie im leben im amb. pflegedienst gearbeitet und darf mir eigentlich kein urteil bilden weil ich mir gut vorstellen kann wie zusätzlich anstrengend es ist wenn man nicht genügend materiallien vor ort hat und den pat. nicht korrekt versorgen kann... und das alles unter zeitdruck! :angry:

    LG
     
  13. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Klar schaut das erst einmal unprofessionell aus. Aber wenn du dir die Situation vorstellst und die Bedingungen einbeziehst, die zu dem Zeitpunkt existierten, dann wurde hier höchst professionell gearbeitet. Der Begriff Professionalität umfasst ja nicht nur das korrekte fachgerechte Arbeiten sondern auch das Verhalten in besonderen Situationen. Und solch eine Situation lag hier vor und ist meiner Meinung nach perfekt gemeistert worden.

    Improvisationstalent ist eine sehr wichtige Fähigkeit die man in der ambulanten Pflege haben muß. Wer in dieser Hinsicht untalentiert ist, wird sicher nicht lange in der ambulanten Pflege arbeiten. Aber gerade dieses Arbeiten macht auch teilweise den Reiz der ambulanten Pflege aus. Ich sehe hier auch keine Gefährdung der Behandlung bzw. des Patienten, solange man die Möglichkeit hat, die Wunde vor dem direkten Kontakt mit der unsterilen Slipeinlage zu schützen.
     
  14. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    @stormrider

    als ich die geschichte mit der slipeinlage hörte, dachte ich mir: "mensch, wir sind doch nicht mehr in der vorkriegszeit!"

    aber wenn man im kkh arbeitet kann man sich gar nicht vorstellen wie teuer z.b. verbandsmateriallien usw. sind, man nimmt sich halt die materiallien und denkt nicht weiter drüber nach!

    in der ambulanten pflege ist das gewiss anders!

    LG
     
  15. Brady

    Brady Gast

    Hallo stormrider,

    ich behaupte mal, dass dies überhaupt ein "Prä" der Pflege ist, zu improvisieren. Ich hatte vor Monaten eine interne Fortbildung. Die Dozentin erzählte uns, dass es ein Projekt gab, wo man Stationsleitungen durch Pflege-Manager ohne eine Krankenpflegeausbildung eingesetzt hätte und dies kläglich an zu wenig Improvisation gescheitert ist. Leider habe ich mir dazu keine Quellen geben lassen. :-( Aber ich forsche weiter*gg*

    Liebe Grüße Brady
     
  16. sassy81

    sassy81 Junior-Mitglied

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    Dieser Beitrag hat mich grad sehr geärgert.
    Was bitte war daran unprofessionell????? Waren ja schließlich sterile Kompresse dazwischen!!!!!!!!!! Ein Saugkompresse die Sonst darüber kommt ist auch nicht steril verpackt!!!!!!!!!!!!!!!
    Was hättest du den getan??????
    Hätte man das Wundsekret lustig den ganzen Tag am Bein herrunter laufen lassen sollen und die Patientin verteilt es in der ganzen Wohnung?????
    Nochmal zum Verständnis das nötige Rezept war auf dem Postweg zur Patientin unterwegs und nicht rechtzeitig vor Ort so das Apotheke liefern konnte.......
    Schön das ihr so ein Notbag habt wir nicht unser einzigster Notbag ist Handschuhe und sterile Kompressen.
    Grüße Sassy
     
  17. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Da stimme ich dir voll zu. Meine persönliche Erfahrung ist auch, dass Leitungen ohne das nötige Fachwissen und die dazugehörige Berufserfahrung meistens kläglich scheitern.

    Mich persönlich ärgert hier die Aussage, dass die Situation nicht professionell gemeistert wurde. Das kann aber eigentlich nur jemand von sich geben, der nicht weiß, wie man in der ambulanten Pflege heutzutage arbeiten muß. Professionell bedeutet für mich nicht, nach den Regeln (hier nicht einhaltbar) zu arbeiten, sondern jede Situation mit dem bestmöglichen Ergebnis zu meistern. Ich würde meine Meinung erst dann ändern, wenn mir jemand verständlich erklärt, dass die Slipeinlage für den Patienten schädlich ist.
     
  18. westend

    westend Junior-Mitglied

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    Guten Morgen,

    Ich bin neu hier und fand diese Diskussion sehr spannend.
    Also ersteinmal ist jede Wundversorgung im Grunde ein improvisieren. Das ist nun mal so. Ich persönlich habe nur während meiner Ausbildung mal ambulant gearbeitet und kann nur sagen, dass ich den grössten Respekt vor diesen Kollegen habe.
    Sicherlich war die Slipeinlage an dieser Stelle richtig von unserem Standpunkt und natürlich wird da niemand eine Studie machen um das Gegenteil zu bezeugen. Ich denke vielmehr das Problem ist die rechtliche Schiene. Sollte es da zu einem Zwischenfall kommen dann wird kein Richter Rücksicht darauf nehmen. Leider ist das so!!!

    Man muss die Öffentlichkeit involvieren. Nicht immer die Patienten in den Vordergrund stellen. Diese werden versorgt. Man muss die Pflegekräfte an die höchste Stelle stellen. Diese leisten den wirklichen Erfolg in der Behandlung. Weder der Angehörige noch die Kassen noch die Politik.

    Gute Idee.

    LG
    Westend
     
  19. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Hallo Sassy81,

    das Du Dich geärgert hast, merke ich schon an den ! und ? und an "Hätte man das Wundsekret lustig den ganzen Tag am Bein herrunter laufen lassen sollen und die Patientin verteilt es in der ganzen Wohnung"

    Zu Deinen Fragen: 1. nein, ich hätte sie nicht das Sekret vertröpfeln lassen.
    2. was ich gemacht hätte: zunächst sterile Kompresse und Fixierung, umgehend geeignetes Material aufbringen (dann muß ich eben zweimal raus oder eine Kollegin hinschicken, wenn ich es nicht mehr schaffe).


    Mein Beitrag war auch als Idee für andere gedacht, denn wenn ich weiß, es soll z.B. ein Schaumverband drauf, ist es zunächst egal ob von Fa. X oder Fa. Y, da kann ich ins Schatzkästchen greifen und mir danach vom Pat. eine Wundauflage wieder holen.

    Ich denke, ich bin lange genug in der Ambulanten Pflege um zu wissen, dass man improvisieren muß - aber das Thema Wundversorgung ist doch ein Dauerbrenner, was geht da für Energie bei drauf, wenn ich mir ständig was einfallen lassen muß, wo es doch viel einfacher geht.
     
  20. Fast1engel

    Fast1engel Junior-Mitglied

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    Was habt ihr denn gegen Slipeinlagen? :gruebel: Kleiner Scherz...

    In den modernen Wundauflagen befinden sich häufig Superabsorber, das ist nichts anderes als das, was in den Slipeinlagen oder Inkontinenzprodukten zu finden ist... Wenn eine sterile Kompresse zwischen Wunde und Auflage ist, find ich das immer noch besser als durchgeweichte Badetücher um das Bein...

    Grüße
    der Fast- Engel
     
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