Ilon Protect-Salbe

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Pierre25337, 24.06.2012.

  1. Pierre25337

    Pierre25337 Junior-Mitglied

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    Hallo,
    zurzeit wird ja sehr stark die ilon-protect Salbe zur Dekubitusprophylaxe beworben. Hat jemand Erfahrungen damit gemacht?
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Einsatz dieser Salbe sinnvoll ist. Das A&O bei der Dekubitusprophylaxe ist und und bleibt die Druckentlastung, meiner Meinung nach. Hautpflege kann man auch mit weniger teuren Mitteln betreiben.

    Viele Grüße
    Pierre
     
  2. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    tja, bei den inhaltsstoffen würde ich mal sagen:


    kalter kaffee.



    lärchenterpentin, hautreizende & durchblutungsfördernde ätherische öle, vaseline (darf ja nicht einziehen - dafür gibts halt ein erdölprodukt als grundlage, hm...)


    würde sagen (wie bei den anderen sälbchen und lötiönchen auch) -> kann menschen geben, für die es hilfreich ist - ich wäre aber eher vorsichtig. eine sehr gute hautpflege & inkoversorgung, aktivierende pflege, mikro- und makrolagerungen, alles intervall-individualisiert auf den jeweiligen patienten, proteinversorgung anpassen, begleiterkrankungen angemessen therapieren - und dann dürfte auch bei schwerstkranken oder schwerstmehrfachbehinderten ein solches produkt überflüssig werden.
     
  3. ilon

    ilon Newbie

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    Hallo zusammen
    Ich bin vom Produktmanagement der ilon Protect-Salbe und möchte versuchen, eure Fragen zu beantworten.

    Zunächst ja, das stimmt ausdrücklich:
    Die Salbe wurde gegen druck- und reibungsbedingte Hautprobleme konzipiert. Diese zeigen sich in vielfältigen Bereichen – z.B. im Sport (Paradebeispiel ist Radfahren) – oder im Pflegebereich bei Wundliegen. In letzterem wird die Salbe als unterstützender Hautschutz zur Dekubitus- und Intertrigoprophylaxe eingesetzt.

    Definitiv ersetzt die Salbe aber niemals die aktivierende Pflege und den
    fachgerechten Hilfsmitteleinsatz (durchgeführt bzw. angeleitet von Pflegefachkräften), sondern kann immer nur eine unterstützende Maßnahme sein! In unserem Ratgeber für pflegende Angehörige steht die Abstimmung mit den Pflegefachkräften an oberster Stelle.

    Zu den Inhaltstoffen: Sie bilden eine Kombination aus Hautschutz (abpuffern der Druck- und Scherkräfte) und durchblutungsfördernden Eigenschaften.
    Vaseline spielt bei der Hautschutzfunktion eine Rolle. Sie ist jedoch nur ein Bestandteil der Salbe und hat nicht das Ausmaß, dass man die Salbe als "reines Fettprodukt" beschreiben könnte – wodurch sie ja für die Dekubitusprophylaxe nicht geeignet wäre.

    Ergebnisse aus Praxistests und Rückmeldungen von Pflegefachkräften, die bereits mit der Salbe arbeiten, heben insbesondere die Abmilderung der Scherkräfte und die Durchblutungsförderung hervor. Es würde uns freuen, hier weitere User zu finden, die Erfahrung mit der Salbe sammeln konnten.

    Wenn ihr euch ein eigenes Bild machen wollt, lassen wir euch gerne Proben und weitere Infos zukommen – schreibt mir einfach eine E-Mail an jwalter@cesra.de und bezieht euch auf das Forum.

    Hier die dazugehörige Stelle auf unserer Website: die Salbe gegen Wundliegen... | ilon Protect-Salbe
    Wir freuen uns auf euer Feedback.



    Viele Grüße

    Jens Walter
    Cesra Arzneimittel GmbH & Co. KG
    Produktmanagement
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *g* Haben sie schon das Patent angemeldet. Es dürfte weltweit einmalig sein, dass eine Salbe eine Druckeinwirkung vermindert.

    Oder meinten sie vielleicht gar net den Dekubitus sondern eine Inkontienenzassoziierte Dermatitis (ich liebe dieses neue Wort *fg*). Da wird eine hydrophobe Salbe gebraucht- also eine Salbe die ermöglicht dass die Haut Flüssigkeit abatmen kann, aber vor Flüsigkeit von außen geschützt ist.
    Oder meinten sie ein Intertrigo? Vielleicht möchten sie sich ja hier belesen: PharmaWiki - Intertrigo .

    Btw.- ich hab schon viel erlebt, aber das ein Rennradfahrer einen Dekubitus bekommt, dürfte mehr als unwahrscheinlich sein.

    Elisabeth
     
    #4 Elisabeth Dinse, 29.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 29.06.2012
  5. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ja, also den part mit dem "abpuffern" hätte ich auch gern nochmal genauer erklärt.
     
  6. narde2003

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    Da schliesse ich mich jetzt mal an, vor allem was die Scherkräfte betrifft wäre ich sehr interessiert.
     
  7. ilon

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    Ein Rennradfahrer mit Dekubitus ist mir auch noch nicht begegnet ;)
    Paradoxerweise haben wir bei den Phänomen „Wundliegen“ und „klassisches Wundfahren“ ähnliche Ursachen: nämlich Druck UND Reibung (bzw. Scherkräfte), die über eine lange Zeit auf den Körper und die Haut einwirken.

    Klar ist: Den Druck kann eine Salbe natürlich nicht verringern (mit solch einem Patent könnte man noch ganz andere Dinge tun.^^)

    Jedoch hat der Schutzfilm durchaus Einfluss auf die Kräfte, die durch Druck UND Reibung auf die Haut einwirken.

    Gehen wir die Situation mal durch: Die Hautstelle ist über längere Zeit starkem Druck ausgesetzt. Die Durchblutung ist dadurch eingeschränkt. Zunehmend wird die Hautoberfläche empflindlicher und anfälliger bei noch so kleinsten Scherkräften (z.B. beim Umlagern). Hält der Druck an, wirkt alles gegenseitig ein und der Zustand verschlechtert sich immer mehr.

    ilon Protect-Salbe bildet hier einen Schutzfilm zwischen Haut und Textilien oder Material. Sie schützt so vor der Kombination aus Druck- UND Scherkräften. Bildlich gesehen "puffert" die Salbe also die genannten Kräfte durch einen Schutzfilm ab. Gleichzeitig fördern die Inhaltstoffe die lokale Durchblutung und können so der Minderdurchblutung durch Druckeinwirkung entgegen wirken. Dazu kommen positive pflegende Eigenschaften, die den Hautschutz weiter unterstützen.

    Noch einmal, weil es uns wichtig ist: ilon Protect-Salbe dient in der beschriebenen Art als UNTERSTÜTZENDER Hautschutz zur Dekubitus- oder Intertrigoprophylaxe (ein optimaler Hautschutz sollte die Haut vor Druck und Reibung schützen und gleichzeitig durchblutungsfördernd sein). Jedoch nie zu vernachlässigen ist die Einbindung des Hautschutzes in ein Antidekubituskonzept unter Betreuung und Aufsicht von geschultem Pflegepersonal!

    Ich hoffe, das konnte Klärung bringen. Mich freut aber auch ein weiterführender persönlicher Fachdialog. Wenn ihr Infos oder Proben braucht: jwalter@cesra.de


    Viele Grüße und ein schönes Wochenende

    Jens Walter
    ilon Protect-Serviceteam
     
  8. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ich habe es noch nicht ganz verstanden.

    sie sagen, es werde ein schutzfilm gebildet. bedeutet das, dass ihr produkt die gleitreibung der haut - auf stoff! - so weit herabsetzt, dass scherkräfte signifikant und über längere zeit verringert werden?


    ("über längere zeit" = sagen wir: 2 stunden?)
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ja was denn nun? Entweder-oder.

    kann es sein, dass sie den Begriff Scherkräfte net so ganz verstanden haben. Bei den Scherkräften kommt es zu einer Überdehung und Verschiebung der Hautschichten gegeneinander. Während bei der Reibung ausschließlich die Epidermis in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn sie die abtragen, dann ist der Hautschutz verloren. Und es kann zum Eindringen von Substanzen kommen.

    Das Gefäß ist über längere Zeit komprimiert. Jetzt sorgen sie per Salbe für einen erhöhten Zustrom. Glauben sie, dass ihre Salbe es schafft, die Kompression zu überwinden?
    Btw.- die Hyperämisierung im Rahmen der Dekubitusprophylaxe ist schon seit mehr als einem Jahrzehnt out... nämlich genau mit dem Zeitpunkt als man erkannt hat, dass Fönen und Eisen nix bringt.

    Was spricht eigentlich dagegen, dei salbe genau für den zweck zu vermarkten, für den sie geeignet scheint? ich gehe mal davon aus, dass sie hydophob wirkt- warum kann man als Indikation net nur das Intertrigo/die IAD wählen? Weil dann der Absatz net stimmt- gemäß der Vorstellung: Pflege kann man alles verkaufen? Das haben schon ganz andere versucht und sind gescheitert- z.B. PC30V oder Sanyrene.Öl zur Dekuprophylaxe, Franzbranntwein u.ä. hyperämisierende Produkte zur Pneumonieprophylaxe.

    Elisabeth
     
  10. pflegekraft87

    pflegekraft87 Stammgast

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    Warum nicht einfach ma über einen gewissen Zeitraum ausprobieren und sich anschließend ein Urteil bilden?!
    Ich steh gewissen Produkten auch grundsätzlich eher kritisch gegenüber aber weshalb Dinge vorher schlecht machen bevor ich sie wirklich getestet hab und zwar in der Praxis und nicht nur theoretisch...
     
  11. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ich bin auch offen für Neues, aber: Wenn mir eine Firma nicht belegen kann, was ihr Produkt kann (egal welches) dann werde ich es auch nicht testen. Was Elisabeth schreibt ist nicht von der Hand zu weisen und deckt sich zufälligerweise auch noch mit dem Expertenstandard.
    Warum soll ich also etwas testen, mit dem ich den Patienten keinen Nutzen bringen kann?
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Test an Pat./Bew. bezüglich der Druck- udn Sxcherkräftereduzierung scheidet aus, Für sowas brauchst eine Genehmigung. Du willst ja was testen, was den wissenschaftlich anerkannten Tatsachen widersprcht.

    Was wäre dann denkbar. Nach einem Tag in unbequemen Schuhen kam mir ff. Idee. Die Blase an der Ferse entsteht ja durch Druck und Einwirkung von Scherkräften. Wie wäre es. Wir brauchen eine große Gruppe an Probanden, die über ein Paar Schuhe verfügen, die, sagen wir mal, net ganz so toll sitzen und stets eine Blase bescheren, wenn man sie denn doch mal anziehen muss. Vorgehensweise wäre einfach: eine Ferse mit Ilon- eine ohne. Fotographie beider Fersen um den Unterschied deutlich zu machen. das Design hätte auch den seltenen Vorteil, dass du keine extra Gruppe aufstellen musst und dass das Ergebnis dadurch ausagekräftiger wird.

    Ilon-Protect hat seinen Einsatzbereich bei der Inkontinenzversorgung. Hier soll es eine Hautirritation durch Stuhl und Urin vermeiden. Es ist aber physikalisch nicht möglich, per dünnem Salbenfilm den Druck eines Gegenstandes auf eine Unterlage zu vermindern. Genauso wenig kann man mit einem Salbenfilm auf der obersten Schicht der Epidermis verhindern, dass sich die Hautschichten verschieben, wenn man einen Menschen im Bett "hochschleift".

    Gilt für die Pflege net auch § 12 SGB V Wirtschaftlichkeitsgebot - dejure.org . Das schließt eigentlich solche Tests aus, bei denen bereits von vornherein klar ist, dass es net funktionieren kann.

    Die Firma bringt positive Ergebnisse bei... für die Wirkung im Bereich der Inkoversorgung. Und die wird hier auch net betsritten. Es geht hier lediglich um die Falschaussage bezüglich der Dekubitusprophylaxe.

    Elisabeth
     
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