Ich will die Ausbildung!

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsvoraussetzungen" wurde erstellt von playa83, 25.03.2010.

  1. playa83

    playa83 Newbie

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    Hallo Leute,

    ich habe mir vorgenommen umzuschulen. Ich bin 27 Jahre, gelernter Groß- u. Außenhandelskaufmann mit gut 7 Jahren Berufserfahrung im Bereich Einkauf/Verkauf/Vergaberecht/Transportlogistik und kaufmännisch-administrativen Aufgaben, sowie Kenntnisse in ERP-Programmen usw. Hatte auch ein nebenberufliches BWL-Betriebswirtstudium begonnen, aber wieder auf Eis gelegt, wegen meinem schlechten Verdienst über Zeitarbeit, bei der ich LEIDER schon seit 2 Jahren bin. Versuche auf Beihilfe oder Stipendien sind gescheitert. Aber ich sehe in der überlaufenen Branche einfach auf Dauer keine gute Zukunft.

    Mein Arbeitsvertrag läuft diesen Juni aus, da es ein Zeitvertrag ist. Danach möchte ich mich in diesem Beruf neu orientieren.

    Ich habe heute beim Arbeitsamt vorgesprochen und die meinten, mit meinen guten Branchenkenntnissen und kaufmännischen Fähigkeiten gäbe es keinen Grund umzuschulen oder eine andere Ausbildung zu beginnen und ich würde keinerlei finanzielle Beihilfe geschweige irgend eine Unterstützung von denen bekommen. Mir kam so vor als ob die mich für bescheuert halten in den Beruf umlernen zu wollen.

    Die Verdienste in der Ausbildung zum Krankenpfleger sind ja nicht gerade hoch. Wie kann man es schaffen, davon zu leben, wenn das Arbeitsamt sich aus o. g. Gründen dann ausschaltet? Zumal noch ein Auto hat, nebenberuflich studieren will? Hat hier jemand das schon mal ähnlich versucht? Gibt es evtl. andere Institutionen, die einen fördern würde? Kann man Wohngeld (bei 390,- Warmmiete) oder sonstige Zuschüsse beantragen, wenn man den Weg so wie ich machen will? Ich würde auch zumindest gerne mal ein Praktikum machen, nur wie finanziert man sowas?

    Will mich in den nächsten Wochen anfangen zu bewerben.

    Bin für jede Hilfe dankbar!

    Gruß
     
  2. DerStudent

    DerStudent Stammgast

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    Hallo.

    Wie nun? Du willst die Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger machen und nebenzu BWL studieren?
    Und dass die Dir keine Umschulung zahlen, ist unter den Bedingungen ja einsichtig.

    DS
     
  3. KNN-Schwester

    KNN-Schwester Newbie

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    Also ich kann Dir erstmal sagen, Ausbildung und Studium gleichzeitig wird wohl nichts. In der Ausbildung wirst Du Vollzeit in allen Schichten beschäftigt sein und das ist kein leichtes "Dahinarbeiten", sondern sehr anstrengende Arbeit. Nebenbei wirst Du für die Theorie lernen müssen und das ist ne ganze Menge an Stoff. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da noch ein Studium nebenbei unterbringen kann, für das man ja auch voll lernen und Einsatz zeigen muss. Falls das bei Dir klappt, dann lass ich mich gerne eines besseren belehren. ;)

    Zu den Kosten und Verdienst kann ich nur sagen, dass ich damals in der Ausbildung gut mit dem Geld zurecht gekommen bin. Klar ist es nicht viel und Du wirst Deinen Lebensstandard sicher etwas runterschrauben müssen, aber es ist nicht unmöglich mit dem Gehalt eines GuK-Azubis zu überleben. (auch wenn man Auto und Miete bezahlen muss, das musste ich damals auch ohne finanzielle Hilfe von außen) Zuschüsse musst Du bei Deinem jeweiligen Ausbildungsträger erfragen, ich weiß noch, dass es bei uns damals Fahrtkostenzuschüsse usw. gab, aber das ist überall verschieden.
     
  4. playa83

    playa83 Newbie

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    Danke schon mal für die Info :P

    Ich hab jetzt folgenden Plan.

    Ich habe vor im Mai/Juni/Juli ein paar Wochenend-Praktika zu machen in Krankenhäuser in meiner Nähe und werde diesbezüglich mal welche kontaktieren (Telefonisch oder per Mail ???)

    Wenn ich einen Einblick in den Großteil der Bereiche hab, werde ich mich dann um eine Ausbildungsstelle bewerben.

    Während der Ausbildung würde ich nicht studieren, A) könnt ichs mir nicht leisten und B) geht das mit den Arbeitsschichten und dem Lernstress nicht. Man hat ja auch Klausurtermine für die man frei braucht. Was ich allerdings machen möchte ist, nach der Ausbildung direkt den Fachbereich Pflegemanagement zu studieren. Hat da jemand Erfahrung damit?

    Wieviel verdient man denn so ungefähr so als Richtwert in Westdeutschland in der Ausbildung? Ich hab schon (momentan) enorme laufende Kosten mit 420,-Miete warm, Auto mit Unterhalt, einige Versicherungen usw. Da geht pro Monat sicher ca. 550-600,- schon mal sicher vom Gehalt weg. Und vom Rest muß man ja noch leben...

    So genug gefragt :engel:
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ist die Idee mit der Ausbildung zur Krankenschwester nicht eher ein Notnagel, gemäß dem Gedanken: da gibt es ein anständiges Lehrlingsgeld?

    Ich vermisse in deinen Ausführungen völlig eine sinnvolle Begründung zum Berufswunsch. Ich habe einen Zeitvertrag und will mal was anderes machen, ist ja sicher nicht der Antrieb, oder?

    Eine Wohnung von 420 € während einer Ausbildungszeit halten zu wollen, stelle ich mir mehr als schwierig vor. Das Auto fährt nicht ohne Geld, fängt ja nicht umsonst mit "au" an und hört mit "o" auf.
    Ich befürchte, wenn du wirklich etwas neues anfangen willst, wirst du dich erst mal massiv einschränken müssen. Dabei bleibt es egal, ob Studium oder Ausbildung. Ich kenne Leute, die müssen mit 15-20 € die Woche auskommen. Und da muss noch Geld beiseite gelegt werden für unbedingt notwendige Kleidungsstücke.

    Wenn dir so an einem Studium gelegen ist (es macht den Eindruck, als wenn es eigentlich primär darum geht)- warum fängst du nicht gleich eins an. Elternunabhägiges Bafög müsste dir eigentlich zustehen. Wohngeld gibst dann allerdings nicht. Das wird bereits in der Bafög-Berechnung mit berücksichtigt.


    Elisabeth
     
  6. playa83

    playa83 Newbie

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    Nein ich mache das weder wegen Geldes wegen noch wegen einem Studium. Ich möchte einfach diesen Beruf erlernen, weil er mehr mit Menschen zu tun hat und man auch vom Tätigkeitsbereich vielseitig ist.

    Ich will aber eben schon was gutes und fundiertes machen, damit ich danach auch irgendwelche Aufstiegschancen habe.

    Das Studium möchte ich deshalb, damit ich nach meiner Ausbildung auch mal 1-3 Jahre ins Ausland gehen kann. Die Normale deutsche Ausbildung wird nicht anerkannt, nur ein Studium. Deswegen mein Wunsch während oder nach der Ausbildung ein Studium in diesem Bereich zu machen. Die Berufe die im Ausland gesucht werden sind vorrangig Pflegeberufe. Ein reines Vollzeitstudium wäre mir A) zu praxisfern und B) zu teuer.

    Wegen dem Geld frage ich nur, weil man ja über die Runden kommen muß und sich bevor man was komplett Neues anfängt, das erst mal so circa durchrechnet. So mach ich das zumindest!
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hast du dich wirklich schon mal belesen zu diesem Thema? Hier im Forum gibt es etliche Threads, die dich eines Besseren belehren würden.

    Zu den Finanzen: Nachrechnen ist gut. Sollte aber einhergehen mit: worauf kann ich alles verzichten, was ist an Sparmöglichkeiten gegeben. Dazu gehört ev. auch eine kleinere, preiswertere Wohnung. Versicherungen kann man ggf. für einen gewissen Zeitraum stillegen. Worauf kann und will Frau verzichten. Denn ohne Verzicht wirds net gehen. Nur nach zusätzlichen Einnahmequellen zu sichen, dürfte nicht ausreichen.

    Bei deinen Ausbildungsvorstellungen solltest du nach dualen Studiengängen Ausschau halten. Hier wird die Ausbildung mit einem Studium verbunden und du erhältst einen Bachelorabschluss.

    Wie gesagt: schau dich erst mal um. Praktika alleine- und dann auch noch mit der etwas irritierenden Vorstellung, überall mal reinzuschnuppern- bringen dich nicht wirklich weiter.

    Elisabeth
     
  8. Lillebrit

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    Hallo,

    bezüglich der Empfehlung zur dualen Ausbildung kann ich ED zustimmen. Allerdings wirst Du jetzt zum 01.10. wohl kaum noch etwas finden.....jetzt laufen im Prinzip schon Bewerbungen zum 01.04.11.

    Alternativ startet der Gesundheitscampus in Bochum zu diesem Wintersemester mit einem reinen Studium Pflege.....Du kannst da dann auch gleichzeitig die notwendigen Prüfungen zur Berufszulassung (als Gesundheits- und Krankenpfleger) machen.

    Dritte Variante: Studier an der Fachhochschule Fulda auf Bachelor (Vollzeit) und geh dann nochmal für ein Jahr an eine Pflegeschule, um den Ausbildungsabschluss zu erlangen.

    Zur Studienfinanzierung solltest Du BaFög beantragen können.

    Geld vom Arbeitsamt gibts dafür nicht- warum auch?!
     
  9. Sabse18

    Sabse18 Junior-Mitglied

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    Hallo Playa83,

    ich selbst bin 22 und mache auch gerade eine 2. Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin.
    Ich kann dir nur von meiner Seite aus sagen, dass man zwar recht gut verdient im Vergleich zu anderen Ausbildungen, aber man muss sich schon sehr einschränken wenn man seinen eigenen Haushalt, Auto etc. hat.
    Ich bekomm im Monat ca. 630 Euro netto, was bei deinen monatlichen Kosten schon ziemlich knapp werden kann. Ich habe das Glück keine Miete zu zahlen, hab "nur" die laufenden Kosten für Haushalt, Auto, Versicherungen und mir reichts trotzdem immer nur ganz knapp.
    Daran solltest auf jeden Fall vorher denken.
     
  10. playa83

    playa83 Newbie

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    Danke für die Hilfreiche Antwort. So um die 600,- hätte ich auch gerechnet.

    Wenn ich eine Ausbildung anfange, hätte ich ja noch Optionen in eine günstigere 1-Zi-Wohnung zu ziehen so zwischen 250-300,- gibts ja auch schon welche. Ich denke man kann, wenn man unter ein gewisses Lohnniveau fällt, bei der Stadt auch Wohngeld (für Auszubildende) beantragen. Teilweise gibt es ja bei größeren Einrichtungen oder Krankenhäusern auch teilweise Wohnheime die günstig sind.

    Das man ansonsten sparsamer leben muß und nicht mehr so das Geld in Kneipen o. ä. lassen kann iss mir auch klar.

    Hauptsache ist einfach nur das ich irgendwie über die Runden komme und mich auf die Ausbildung sorgenfrei konzentrieren kann.
     
  11. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,

    da es bis zum Ausbildungsstart eh noch etwas hin ist: könntest Du versuchen, noch ein bisschen zu sparen und Dir ein finanzielles Polster zuzulegen?
    Tipp: Führe ein Haushaltsbuch, wo Du "versteckte Kosten" aufspüren kannst....hat mir z.B. geholfen nachzuvollziehen, "wo das Geld so bleibt" :rofl:
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @playa83- ich kann sehr gut nachvollziehen, wie es ist, wenn ein nicht geringer Teil der Einnahmen wegfällt. Die Idee von Lille finde ich da wirklich sehr hilfreich. Schau mal im Netz unter Haushaltsbuch und Budgetplanung.

    Elisabeth
     
  13. Terrier

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    Nochmal wegen dem Arbeitsamt:

    Ich weiß jetzt nicht, wie es ist, wenn du die Ausbildung als Ausbildung (nicht Umschulung, die sie dir nicht genehmigen wollen) beginnst und dich beraten läßt, welche Unterstützungen du da bekommen kannst. Das wäre noch mein Gedanke dazu. Denn es stimmt schon: für 17jährige, die bestenfalls noch zu Hause bei den Eltern wohnen und weder Miete noch Auto haben reicht das Lehrgeld selbstverständlich. Aber für erwachsene Leute "mitten im Leben" ist das schon sehr knapp. Aber ich habe dahingehend keinerlei Infos, war nur eine Idee.
    Bei mir ginge es ohne den Verdienst meines Mannes auch nicht.
     
  14. playa83

    playa83 Newbie

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    Ja wenn man alleine wohnt, Steuerklasse 1 hat und dann ein Azubigehalt wird es echt eng. Nur kann ich dem Arbeitsamt net begreiflich machen, das ich mich verändern will und einfach einen neuen Beruf erlernen will. Denen ist es s*cheissegal ob ich einen Hiwie-job mache oder in meinem Beruf nicht mehr glücklich bin. Vor 10-15 Jahren hatte ich wenigstens noch Berufsberater die mit deinen Augen gesehen haben und mit dir Sachen erarbeitet haben. Heute ist es gerade umgekehrt. Viel zu bürokratisch und alles ein Kampf damit du mal ansatzweise mit den Leuten dort "normal" reden kannst. Die Leute dort sind überhaupt nicht mehr fähig mit dir konstruktiv was zu erarbeiten. Sie sagen dir nur was du zu tun und zu lassen hast. Echt arm. Den Job könnte auch jeder Hiwie machen.

    Es ist mir auch klar das man sehr sparsam leben muß. Ausbildungsjahre sind auch in höherem Alter keine Herrenjahre. Und wer sich nochmal dazu entschließt nimmt das eben in Kauf. Aber mal ernsthaft Auszubildende egal ob Jung oder Alt müssten vom Bund o. ä. schon gefördert werden. Zumindestens so das sie über die Runden kommen und sich 100% um die Ausbildung kümmern zu können ohne mit dem Rücken an der Wand zu stehen!

    Es gibt vom Bund bereits ein Zuschuss der sich Bildungsprämie nennt. Tja aber dieser ist nicht zu haben für Studenten, Auszubildende o. ä. sondern nur für so VHS Lehrgänge oder so ein Schrott. Aber das wirklich Wichtige lassen die aussen vor. Bafög kriegen Azubis und Umschüler auch nicht, sondern nur Vollzeitstudenten.

    Alles echt nicht mehr moderat genug für Mittelstandsleute die sich in ihrem Leben grundlegend verändern und weiter kommen wollen.
     
  15. joshi

    joshi Newbie

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    Hallo playa83,

    bin auch schon ein bisschen älter, Steuerklasse I, verstehe deine Problematik gut, ist wirklich eine schwierige Entscheidung ob man sich auf das Risiko, und es ist eben ein weitaus größeres Risiko in dem Alter und Voraussetzung, ob man sich da nochmal darauf einlassen sollte.

    War auch schon auf dem Arbeitsamt, da kann man vergessen, es gibt keine Förderung oder Unterstützung.
    Dort wird nicht perspektivisch gedacht, sondern nur von heute auf morgen.

    Wegen Alg II habe ich auch schon mal nachgefragt, gab hier schon Beiträge von Leuten die geschrieben haben, dass sie ihr AlgII weitergezahlt bekommen haben.

    Die für mich zuständige Arge hat mir gesagt, für den Fall dass ich vorher soviel Geld verdiene dass kein AlgII Anspruch hätte, die Arbeit dann aufgeben und meine Bedürftigkeit dann sozusagen mutwilig herbeigeführt hätte, würde ich kein Geld bekommen, oder erst eine Sperre, so genau habe ich dass nicht verstanden.
    Die Aufnahme einer erneuten Ausbildung auch wenn die Chance mit der momentanen Ausbildung schlecht sind, zählt nicht als Rechtfertigung.

    Denn ich hätte meine Bedürftigkeit mutwillig herbeigeführt, und es gibt wohl eine gesetzliche Bestimmung die das verbietet.

    Es heißt immer, Flexibilität, lebenslanges Lernen, alles schön und gut, wird in der Realität aber nicht unterstützt.

    Im Endeffekt bleibt als Unterstützung nur Wohngeld.
    Das bekommt man immer, egal wie alt man ist, also zumindestens nach den Informationen die ich bisher gefunden habe.
     
  16. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Hallo,

    ja es ist eng...aber ihr wählt diesen Schritt selber. Wenn Euch diese Ausbildung wichtig ist, dann überlegt, wo ihr Abstriche machen könnt und auf welchen Luxus ihr verzichten könnt.
    Alles haben wollen- also die berufliche Verwirklichung bei gleichzeitig gehobenem Lebensstandard- geht nicht.

    Da ihr beide ja nicht schon morgen anfangt, sondern vermutlich erst in einem Jahr, habt ihr nun noch genug Zeit, jetzt schon Geld zurück zu legen und zu sparen.
    Diese Chance haben Schulabgänger übrigens im Vorfeld nicht!

    Wägt also ab: Traumjob und dafür Abstriche beim Lebensstandard machen, oder aber im alten Beruf bleiben und das gewohnte Nettogehalt beziehen...
     
  17. DerStudent

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    Also seid mir nicht böse, aber zu erwarten , dass wer-auch-immer einem hilft, weil man sich ohne Not (und damit meine ich gesundheitliche Not) im Leben neu orientieren will, ist schon irgendwie Anspruchsdenken.

    Ein Arbeitsamt (oder jetzt eben Arbeitsagentur) ist dazu da, Leute in Arbeit zu bringen. Wie gut oder schlecht das geschieht, steht hier nicht zur Debatte.
    Jedem sei zugestanden, dass der einmal gewählte Beruf nicht mehr erfüllend ist, keine Frage. Aber mit welchem Argument kann man verlangen, dass man gefördert werden muss um sich neu zu orientieren? Und wie oft sollte man sich dann neu orientieren dürfen? Oder auch wie lang...?

    Dazu kommt, dass man in der Ausbildung ja noch tatsächlich Geld bekommt! Was ist dann mit Leuten, die meinen sie müssten mit 34 noch studieren anfangen?

    Natürlich wäre es schön, wenn ich jederzeit im Leben ohne Sorge etwas Neues beginnen könnte...aber ob das ein Staat leisten (können) muss?

    DS
     
  18. joshi

    joshi Newbie

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    Hallo Der Student,

    eigentlich ist das jetzt eine neue Diskussion die man führen müsste, aber es ist schon so, dass es früher, wenn man das arbeitsmarktpolitisch begründet werden konnte, also dass man in seinem angestammten und erlernten Beruf wahrscheinlich nichts mehr finden wird, dass man dann vom Arbeitsamt beim Erlernen eines neuen Berufs gefördert wurde.

    Natürlich musste dass auch in der Vergangenheit begründet werden.

    Einfach nur von wegen, ich habe keine Lust mehr auf meinen alten Job, darum geht es überhaupt nicht.

    Nur das interessiert heutzutage auch niemanden mehr.

    Perspektivisch gedacht wäre es weitaus vernünftiger jemanden zu fördern der in seinem angestammten Beruf wahrscheinlich nicht mehr Fuß fassen kann, arbeitslos geworden ist, anstatt den betreffenden dann immer in Monats- oder Jahresabständen auf der Matte stehen zu haben, jeweils kommend aus entsprechenden Hilfstätigkeiten.

    Und so ist dass doch in der Praxis, wenn ich eben nicht mehr in meinem angestammten und erlernten Beruf reinkomme, und aus dem Grund eben dann ständig Hilfstätigkeiten machen muss, da ist andauernde ständig wiederkehrende Arbeitslosigkeit eben vorprogrammiert.

    Da wäre es finanziell viel sinnvoller die entsprechende Person, wenn sie sich schon dazu entschlossen hat, ihrem beruflichen Werdegang eine neue Richtung zu geben, mit ein paar hundert Euro monatlich zu unterstützen.

    Aber diese Art des langfristigen Denkens fehlt dem Arbeitsamt leider vollkommen, es geht nur darum die Statistik für den nächsten Erfassungszeitraum möglichst gut zu gestalten.
     
  19. Terrier

    Terrier Stammgast

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    Also da muss ich doch mal was zu sagen. Ich bekomme wohl im ersten Lehrjahr (mit Steuerklasse 5) rund 500€ pro Monat raus. Wenn ich nun alleine wäre würde ich mir das in keinster Weiße leisten können.
    Selbst ein Harz IV - Empfänger (der ja laut dem deutschen Staat soviel bekommt, wie man gerade so fürs Leben braucht) würde da mehr haben. :gruebel:
    Wo also kann man da noch von Luxus reden?!

    Findest du? Es geht hier ja auch nur um eine Unterstützung neben dem Lehrgehalt.
    Ich sehe das wie Joshi (wobei ich dazu sagen will, nicht das Arbeitsamt macht die Regeln, sondern unsere liebe Politik :wink: ), wie kurzdenkend ist es denn, wenn man die Weiterbildung der Menschen nicht unterstützt, damit sie (weiterhin oder erneut) attraktiv für den Arbeitsmarkt sind?! Statt dessen wird dann lieber drauf gewartet, dass sie irgendwann arbeitslos sind, Unterstützung brauchen und sinnlose "Bewerbungs-Kurse" belegen?! :kloppen:
    Dazu kommt der mittlerweile wohl eigentlich überall bekannte Pflegenotstand!
    Überall werden Pflegekräfte gesucht und gebraucht und was wäre naheliegender als Willige zu unterstützen, die dahin wollen?!

    Naja, egal. Ich denke, dass geht jetzt in eine andere Richtung.


    @Playa: Könntest du dich nicht auch an eine Beratungsstelle wenden? Die beraten meistens sehr gut und aus deiner Sicht. :wink:
     
  20. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Wenn Du allein wärst, hättest Du eben nicht Lohnsteuerklasse 5 und daher käme netto mehr raus.

    Du willst die Ausbildung mit Ausrufezeichen, aber Du willst dafür offensichtlich keine finanziellen Einschränkungen in Kauf nehmen. Das ist "mit dem Kopf durch die Wand", und das funktioniert nun mal nicht. Niemand zwingt Dich zu einer weiteren Ausbildung. Jeder Auszubildende in der Pflege kostet schätzungsweise 50.000,- Euro. Das ist meines Erachtens genug "Förderung der Willigen".
     
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