Ich bin auch Krankenschwester auf einer Intensivstation...

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von narde2003, 08.03.2008.

  1. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    ... begrüsste mich neulich eine Angehörige.:eek1:

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    wie sind eure Erfahrungen mit Angehörigen der eigenen Berufsgruppe?

    Neugierige Grüsse
    Narde
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich doch seeehr häufig so, dass jemand auf einen zukommt und sagt "Ich bin auch krankenschwester" Oder "Ich arbeite auch im Krankenhaus" (stellte sich dann letztens nach 3maligem Nachfragen unseres Oberarztes als Reinigungskraft raus ^^) oder "Dr. Müller, guten Tag" ;)
     
  3. morphine

    morphine Junior-Mitglied

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    Guten Morgen!

    ...geht oft so gar nicht!! Ich hoffe ja immer, dass ich nicht genau so wirke, wenn/falls ich mal einen Krankenbesuch mache!
    Bezeichnend finde ich oft auch die völlige fachliche Ahnungslosigkeit, nachdem man zu hören bekommen hat, dass sein Gegenüber auch Krankenschwester/Pfleger ist.
    Manchmal habe ich das Gefühl, bzw. hab es auch schon durch näheres Nachfragen herausbekommen, dass sich jede Altenpflegehelferin (sowohl Angehörige als auch Pat.) als Krankenschwester ausgibt...wahrscheinlich in der Hoffnung eine bessere, schnellere, oder was auch immer für eine Behandlung zu erfahren:-) Letzten Monat konnte ich sogar jemanden als Tierpfleger enttarnen...eins, zwei geschickte Fragen.

    In der Notaufnahme versuchen sich scheinbar so einige Vorteile rausschlagen zu wollen...wahrscheinlich um die Wartezeit zu verkürzen!

    Schönes Wochenende !!
     
  4. anästhesieschwester

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    Hallo narde,

    für mich als "Neuling" sind solche Situationen immer eine echte Herausforderung. Man fühlt sich doch irgendwie beobachtet und steht etwas unter Druck, wenn man weiß, dass die Angehörigen einen höheren Ausbildungsstand (FWB) und viiieeel mehr Berufserfahrung haben als man selber.
    Ich selber habe noch keine wirklich schlechten Erfahrungen mit dieser Art von Angehörigen gemacht, manche Kollegen haben aber erzählt, dass ihnen "ins Handwerk gepfuscht" wurde und die Angehörigen meinten man würde alles falsch machen...
    Letztendlich sind Angehörige, die eine medizinische Ausbildung haben, genauso Angehörige wie der Maler, Versicherungskaufmann oder Englischlehrer und machen sich genauso Sorgen um Mama, Opa oder Tante.
    Wenn z.B. meine Mutter im Krankenhaus liegt stehe ich auch unter Strom, ich denke, dass sollten wir in unserem Beruf im Umgang mit sog. "schwierigen" Angehörigen" immer bedenken.


    Gruß

    Die Anästhesieschwester
     
  5. Stern32

    Stern32 Poweruser

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    Hallo,

    ich habe die Erfahrung gemacht das wenn ein Pat. jemanden in der Fam. hat der vom Fach ist, einige Ärzte anders mit Pat. und Angehörige umgehen, meistens wenn der jenige Fragen hat sind die Ärzte schneller da od. auch wenn die Angehörigen kommen das für die schneller Zeit ist als wie für "Otto normal".
    Ich persönlich habe das auch erlebt. Mein Vater lag im KH wegen Polypenentfernung und er hatte halt den Ärzten u. Pflegepersonal erzählt das ich in der gleichen Klinikgruppe (anderes Haus) arbeite. Und als ich zu Besuch kam und fragte wo ich denn mein Vater finden würde, wurde ich gleich von der Schwester gefragt ob ich nen Arzt sprechen möchte.
    War irgendwie komisch!

    Gruß TinaG.
     
  6. Frany4

    Frany4 Senior-Mitglied

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    Fruehgeborenenstation
    Halloechen

    diese Art von Begruessung gibt es oeffter als man denkt.Aber deshalb moechte ich diesen Besuchern nicht unterstellen, dass sie sich einen Vorteil versprechen.

    Natuerlich wird ein jeder Handgriff besonders beobachtet, und solange kein anschliessendes Examen stattfindet ist mir das egal.Wuerde ich einen Familienangehoerigen auf Intensiv liegen haben oder egal wo im krankenaus, koennte ich mich nicht davon freisprechen Pflegemassnahmen zu beobachten.

    Aber Outen nein Danke

    Gruss Frany:eek1:
     
  7. angie85

    angie85 Stammgast

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    Neonatologie
    hallo :-)

    in meinem letzten praktikum auf einer frühchen IMC hatte ich ein kind zu betreuen, dessen mutter UND großmutter intensiv-schwestern waren. nach dem die mutter, gemeinsam mit der großmutter, das kind gebadet hatte, haben wir es wieder an den monitor angeschlossen, aber offensichtlich war der falsche ableitungskanal eingestellt. ich hab nicht gleich herausgefunden wo man den umstellt, da hat mir die mutter gezeigt wo das geht.. :eek1: zum glück habens sowohl die mutter als auch die großmutter ganz locker genommen und haben drüber gelacht, dass sie mich angeleitet haben :mrgreen:
    ich habe aber dann trotzdem die für mich zuständige schwester gebeten das kind zu übernehmen, da mir die situation doch sehr unangenehm war. :emba:

    lg angie
     
  8. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Hallo ,
    ich habe eigentlich ganz positive Erfahrungen damit gemacht , vielleicht hatte ich bisher auch nur Glück , das die Angehörigen nicht schwierig waren.
    Man konnte sich halt anders austauschen als mit medizinunerfahrenen.
    Da finde ich andere Berufsgruppen wie zB Juristen anstrengender , die sich einfach Akteneinsicht nehmen , weil sie das Einverständnis Ihrer Angehörigen voraussetzen.
    Wenn ich weiß , daß eine Kollegin/ Kollege mit am Bett steht , fühle ich mich zwar auch eventuell beobachtet , aber es ist vielleicht mein subjektives Empfinden und von meinem Gegenüber nicht so gemeint.
    Ich beobachte ja auch , wenn ich in der Besucherrolle bin , das bringt wahrscheinlich das Wissen um einen bestimmten Bereich so mit sich....
    LG Ernie
     
  9. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Nach dem ich selber einmal als Angehörige eine Intensivstation betreten habe, meine Mutter lag dort wegen einem Herzinfarkt, und die andere Seite kennen gelernt habe, hat sich meine Einstellung Angehörigen, die Kollegen sind, geändert!
    Vorher war ich diesen Angehörigen eher negativ eingestellt, so nach dem Motto, jetzt sehen dir auf die Finger und wissen wahrscheinlich auch alles besser.
    Tatsache ist,so erging es mir, man läßt seine beruflichen Kenntnisse nicht vor der Tür einer ITS zurück-im Gegenteil!
    Auch ich habe mich damals vorgestellt mit den Worten:"ich bin die Tochter von Frau sowieso und arbeite selber auf einer ITS".Warum ich das getan habe? Ich weiß es nicht mehr- vielleicht um zu erreichen, das man nicht drum herum redet wie es meiner Mutter geht, da mir ein Blick auf den Monitor und in Kurve genügte um zu wissen, ob man mir die Wahrheit gesagt hat.Vielleicht auch tat ich es auch mit dem Gedanken, das die Kollegen sich noch besser um meine Mutter kümmern, noch sorgfältiger sind in Diagnostik und Therapie, wenn sie wissen, das ich in diesem Bereich arbeite.
    Ich habe die ITS damals aus einem ganz anderen Blickwinkel betreten als mein Vater.Als der Arzt sagte, es sei alles gut, war mein Vater zu frieden. Er wußte nicht , das ein RR von 70 bei laufenden Katecholamien nicht unbedingt als "es ist alles gut" zu bezeichnen ist- aber ich!Ich frug, warum denn Arterenol laufen würde, wenn als gut wäre?Und man reagierte auf meine Frage, wie ich es bis dato auch immer getan hatte: "das wäre normal, das der Blutdruck schon mal niedrig sei", und verdrehte die Augen, was mich ziemlich sauer machte.
    Heute reagiere ich anders auf Angehörigen aus meiner Brufsgruppe.Sage ihnen, das ich gut nach vollziehen kann, wie es ihnen geht, da ich auch diese Erfahrung machen mußte-und habe seit dem kaum noch Probleme im Umgang mit ihnen.
     
  10. Nachtschwester Dirk

    Nachtschwester Dirk Senior-Mitglied

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    Hallo, ich habe eher schlechtere Erfahrungen gemacht, wenn der Satz anfängt mit ..... bei uns ist das aber.....
    Wenn mir eine Angehörige oder eine Kollegin meint darüber Bescheid zu wissen welche Medikamente ich im Bedarfsfall geben kann oder welche nicht oder ob jemand mobilisiert werden darf.

    Beispiel aus jüngster Vergangenheit.
    Betagte Dame >> Fibula und Tibiakopffraktur <<, starke Osteoporose mit erfolgter Osteosynthese, darf laut Arzt 6 Wochen keinerlei Belastung haben, KG nur unter strengster Indikation vom Physiotherapeuten.

    Nun meint eine frisch examinierte Kollegin aus einem anderen Haus Sie zu mobilisieren, damit die Pat. wieder auf die Beine kommt.
    Gott sei Dank ohne größere Folgen, lediglich eine Schraube hat sich etwas verschoben.

    Gruß
    Dirk
     
  11. Lin

    Lin Poweruser

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    Mit Angehörigen, die auch in der Pflege arbeiten, habe ich meist kein Problem. Oft sind sie sehr zuvorkommend und packen auch mal beim Lagern ihres Angehörigen mit an. Da freut man sich auch drüber - besser als wenn der Pat. läutet, er möchte einen Tee und die Angehörigen stehen eh alle rum.

    Hab ich wirklich ein Problem mit Angehörigen (sie sich in die Pflegetätigkeit einmischen und alles besser wissen), schicke ich sie vor die Tür. Gott sei Dank hat man ja das Recht dazu, zu entscheiden, ob man Angehörige hinausschickt.

    Wenn ich wo zu Besuch bin, kommts auf die Situation an, ob ich mich oute. Wenn sie mich fragen, sag ich es natürlich. Aber ich komm nicht gleich daher mit "Ich bin auch Krankenschwester" (hört sich an, als wolle man Sonderrechte :mrgreen:). Klar, wenn man im eigenen Haus als Pat. liegt, wird man bevorzugt, aber das ist ja bei jeder Arbeitsstelle so (die Verkäuferin bekommt auch Prozente). Wenn ich Angehörige besuche, lasse ich meine Meinung eher hintenrum einfließen, d.h. ich sage es meinem Verwandtem, er/sie solle sich das mal genauer erklären lassen oder auch mal danach fragen, usw.

    Gruß,
    Lin
     
  12. sam2309

    sam2309 Senior-Mitglied

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    Du schickst Angehörige raus die dich nerven? Entschuldige, aber das finde ich mehr als unprofessoniel. Schliesslich solltest Du nach Deiner Ausbildung in der Lage sein die Gründe für Dein pflegerisches Handeln zu erörtern. Angehörige, die viel fragen werden oft von der Pflege als "nervig" abgestempelt, doch haben sie schliesslich ein Recht auf genaue informationen.
    Und wenn Du die Verwandten rausschickst schadest Du ja wohl auch den Patienten damit oder nicht. Und Du hast nunmal nicht das Recht dem Patienten die Angehörigen zu entziehen.

    Think about it.
     
  13. Lin

    Lin Poweruser

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    Hallo Sam!

    Ich hab gesagt ich schicke sie raus, nicht heim! (bitte nichts interpretieren, was ich nie geschrieben habe)
    Muss dazu sagen, wir haben keine Besuchszeiten und die Angehörige sind oft den halben Tag da, also für die Pat. sicher nicht tragisch, wenn ich sie 5 min. vor dem Zimmer warten lasse.
    Natürlich informiere ich die Pat. und deren Angehörige warum ich was, wie, wo, wann und warum mache. Ich weiß, dass sich Pat. und Angehörige bei einem KH-Aufenthalt in einer Ausnahmesituation befinden und lehne daher die Bezeichnung "nervig" oder "lästig" ab. Ich gehe auch auf Ängste und Unsicherheiten ein.

    Aber was machst du, wenn die Angehörige (welche angenommen auch Kr.Sr. ist) bei jeder Tätigkeit meint, das gehöre so gemacht, das so und das so. Und alles erklären hilft nichts, denn ihre Argumente warum sie das anders machen würde, wären "weil bei uns das immer so gemacht wird" (??? - wie ich diesen Satz hasse). Ich denke, damit verunsichert sie den Pat. mehr und ist sicher keine Hilfe für ihn. Und man kennt den Unterschied, ob besagter Angehöriger Angst um den Pat. hat oder sich nur seine eigene Kompetenz beweisen will und alle anderen als unkompetent abstempeln möchte (ist ja nicht nur bei mir so, sondern bei allen Kollegen, eingeschlossen der Ärzte)
    Bei manchen könnte man genausogut mit der Wand reden.

    Gruß,
    Lin
     
  14. Anni-Rübe

    Anni-Rübe Newbie

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    hallo
    Tja es gibt solche und solche. Eigentlich finde ich es ganz angenehm wenn ein angehöriger vom fach ist denn man muss nicht jedes Detail erklären und man kann eher klartext reden, aber neulich hatte ich da schon einen blöden Fall. Wir hatten eine nette alte dame mit Herzinfarkt bei uns liegen und der Sohn stellte sich gleich als doc. sowieso bei mir vor. und ich sage, ach jemand vom Fach!Er fing an an der Braunüle seiner mutter rumzu fummeln und sich die akte vorzunehmen. habe ihm dann einige sachen erklärt die wir bei seiner mutter vorgenommen hätten, und ich glaube er hat kein wort verstanden...nachher stellte sich raus das er Medizinstudent im 3. Semester sei....grins:knockin:
     
  15. Henky

    Henky Newbie

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    Hy, naja habe bisher auch nur eher mehr schlechte als gute Erfahrungen gemacht. Hatte es bisher nur einmal, dass ich und ein Angehöriger (auch Krankenschwester) zusammen uns gegenseitig unterstützt und Hand-in-Hand gearbeitet haben.
    (Das war auch noch während meiner Ausbildung) ;)

    Aber ich denke das Verhalten von Angehörigen Schwestern und Pflegern ist sehr oft nachzuvollziehen, denn man stellt sich doch immer wieder die eine Frage:
    Was hätte ich in dieser Situation als verantwortliche Pflegekraft getan?

    Und wenn die Antwort dann nicht so ausfällt, wie die gezeigte Tätigkeit der zuständigen Kraft, kann man es sicherlich ein oder zwei Mal tollerieren, aber bei weiteren Abweichungen???
    Manchmal durchaus verständlich oder?
     
  16. franzi 82

    franzi 82 Junior-Mitglied

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    Hallo Narde,

    ich hatte bis jetzt noch keine schlechten Erfahrungen mit Angehörigen, die auch in der Pflege oder Medizin tätig sind,sondern eher positive.
    Die Angehörigen waren alle immer sehr freundlich und auch hilfsbereit,z.B auch bei Pflegetätigkeiten wie Lagern ect..
    Ich versuche auch immer den Angehörigen alles zu erklären, was ich am Pat. mache, ihre Fragen zu beantworten und transparent zu sein.
    Klar gibt es einige Angehörige, die meinen es werden bestimmte Pflegetätigkeiten in ihrem Krankenhaus anders gemacht, worauf ich mich auf die verschiedenen Pflegestandards von jedem Krankenhaus beziehe.Solange man alles fachlich begründen kann, kann man nicht so viel falsch machen und die Grundlagen der Pflege müssen ja trotz verschiedener Standards und Kliniken gleich sein.

    Liebe Grüsse
    Franzi 82
     
  17. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Das finde ich erstmal nicht!

    Wie oft fragen Angehlrige irgendwelche Sachen die der Patient ihnen bewusst nicht gesagt hat!

    Angehörige haben erstmal überhaupt keine Rechte, wenn der Pat wünscht das die ANgehörigen etwas erklärt bekommen, oder sonstwas, OK, aber mich pers. nervt es auch, wenn Angehörige nachher rauskommen und noch viele Dinge nachfragen (was sie vor dem Pat nicht getahn haben).

    Beliebt ist das auch bei Eltern von Pat im Bereich 18-22
    Hab schn oft böse Kommentare bekommen weil ich den Pat gefragt hab, obs OK ist wenn die Familie drin bleibt
    "Aber wir sind seine Eltern" ... "Was bilden sie sich denn ein", besser "Was bildest du dir eigentlich ein"...

    Aber ich schweife ab ;)

    Angehörige frage ich idR ob sie drin bleiben wollen, genau wie ich den Patienten frage obs OK ist.

    Wenn Angehörige mich "nerven" sollten (lassen wir mal dahingestellt wodurch oder was genau), dann wende ich mich halt erst den anderen Patienten zu, dann muss ich sie rausschicken.
    Wenn sie nicht gard sagen "Sagen sie Bescheid wenn sie zu meinem Vater kommen" oder wenn der Pat etwas ähnliches sagt, bleiben sie halt solange draussen bis ich komplett fertig bin :-)
     
  18. OPA

    OPA Junior-Mitglied

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    Hat bei uns zu einer Verlegung geführt da die Freundin auch auf einer Intensivstation arbeitet in einem benachbarten Krankenhaus ohne Kardiologie wurde ihr Freund nach einer REA unter Kammerflimmern dort hin verlegt!
    :knockin::knockin::knockin:
     
  19. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Anders herum ist es aber auch nicht gut: Meine Tochter (damals 8 Mon. alt) wurde in dem Haus operiert , in dem ich als Aushilfr gearbeitet habe. (Damals noch Arzthelferin. Meine Freundin, Krankenschw. auf der Inneren d. H. kam zu Besuch. Von da an ließ sich keine Schwester der Kinderstat. mehr sehen. Nachmittags wurde meine Tochter von der Anästhesistin entlassen. Fast acht Stunden keine Schwester der Ki. Stat. im Zimmer. Heute frage ich mich was haben die dokumentiert ?????
     
  20. schleifhexe

    schleifhexe Newbie

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    seit 01.12.2007 interdisziplinäre Intensiv, davor 14 Jahre Anästhesie
    Hmmm, ich finde, es kommt immer darauf an, wie sich die Angehörigen verhalten... Es gibt welche, die sich damit aufspielen und alles besser wissen und können und es gibt welche, die sich im Hintergrund halten und "nur" gucken...
    Ich biete es Angehörigen jeder "Sorte" immer an mit einem Arzt zu sprechen, denn das Recht hat meiner Meinung nach jeder.

    Aus persönlichen Erfahrungen halte ich mich lieber erstmal mit solch einer Äußerung zurück und versuche es auf die "normale" Tour. Aber hier mal ein Beispiel, wo es ein mußte:

    Mein Vater hatte vor ein paar Jahren einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit, bei dem er sich das rechte Schulterblatt gebrochen hatte.
    Als ich am nächsten Tag nach der Arbeit (hatte Bereitschaftsdienst) davon erfuhr bin ich sofort ins KH gefahren. Es war das Haus in dem ich ein paar Jahre zuvor gelernt hatte.
    Nun lag mein Vater also in einem 3-Bett-Zimmer und hatte das Bett ganz rechts. Ich erkannte ihn nicht wieder; er war ganz blaß, atmete sehr flach und war durch seinen Würzburger-Cocktail (hieß das so?) völlig "abgeschossen". Auf dem Nachttisch lagen seine Thrombosestrümpfe und ein Stützverband für die Fraktur.
    Auf meine Frage, ob er denn schon Thrombosespritzen bekommen hätte sagte mein Vater nein. Hier sollte ich erwähnen, daß mein Vater stark übergewichtig, starker Raucher (40 Zigaretten/Tag) und plötzlich mehr oder weniger komplett immobil war... Desweiteren erzählte er mir auch, daß die Klingel an seinem Nachttisch nicht funktioniert und er sich jedesmal unter größten Schmerzen über die rechte Seite zur Klingel das Nachbar-Tisches drehen müßte, wenn er eine Schwester rufen müßte.:eek1:
    Ich bin dann raus zur Schwester (die war auch schon zu meiner Ausbildungszeit dort und hatte immer noch nichts dazugelernt:evil:). Wann es denn möglich sei einen Doktor zu sprechen, fragte ich ganz höflich. Schnippische Antwort: Jetzt nicht!!! Der ist im OP!!!
    Ich: Ist mir klar, aber wann wäre es denn möglich im Laufe des Tages...?
    Schnippische Antwort: Das weiß ich nicht!!!
    Ich: Gut, lassen wir das. Warum hat mein Vater seine Thrombosestrümpfe nicht an? Und was ist das für ein "Stützverband", der so nutzlos auf seinem defekten Nachttisch liegt?
    Schnippische und genervte Antwort: Die Stümpfe soll ihr Vater gefälligst selber anziehen und das mit dem Verband können die Pat. hier bei uns selber entscheiden!
    Ich: Entschuldigung, aber mein Vater kann sich kaum bewegen, wie soll er sich da die Stümpfe anziehen?! Und wieso bekommt mein Vater keine Heparine?!
    (Spätestens an dieser Stelle hätte es bei ihr eigentlich "Klick" machen müssen, was es aber nicht tat)
    Schnippische Antwort: Die hat der Doktor nicht angeordnet also gibt es die auch nicht!
    Ich: OK, aber gehört es nicht zu ihren Aufgaben als Schwester mal nachzufragen, ob es vielleicht (aus Streß) einfach nur vergessen worden ist anzuorden? Schließlich hat mein Vater so ziemlich alle Risikofaktoren, die ein Pat. nur haben kann! Und dann möchte ich sie bitten, das Nachttischchen auszutauschen, da die Klingel defekt ist und mein Vater sich nicht bemerkbar machen kann.
    Sie: Der kann doch seinen Zimmernachbarn Bescheid sagen, die rufen uns dann. Wir haben kein anderes Schränkchen!
    Ich: In einem 300-Betten-Haus wird es doch wohl irgendeinen Schränkchen geben, an dem die Klingel nicht defekt ist und das sie austauschen können. Und im übrigen sind die Zimmernachbarn mobil und nachts wollen diese bestimmt schlafen und nicht für meinen Vater den Rufdienst spielen!
    Sie: Für soetwas haben wir keine Zeit (und schielt auf die Raucherküche)!
    An dieser Stelle bin ich explodiert und habe sie zur Schnecke gemacht:emba:
    Ich: Ich gehe jetzt nach Hause und komme heute mittag um 16 Uhr wieder. Dann will ich einen Doktor sprechen! Dann erwarte ich, daß das Tischchen ausgetauscht ist und das mein Vater seine Thrombosestrümpfe angezogen und sein Heparin,Clexane oder was sie sonst hier spritzen bekommen hat! Weil wenn nicht, werde ich sie persönlcih dafür verantworten, wenn mein Vater eine Thrombose, Embolie oder sonstige Komplikationen in dieser Richtung bekommt!!! Ich denke ich habe mich jetzt klar genug ausgedrückt. Und nur damit sie es wissen, ich bin auch vom Fach!

    Sie versuchte noch zu widersprechen, aber mein Mann ging dann dazwischen und sagte zu ihr, sie sei jetzt nicht in der Position zu diskutieren.

    Als ich mittags wieder kam, war alles angeordnet und es wurde mir der Doktor gerufen. Sogar ein funktionierendes Nachttischen gab es plötzlich:nurse:


    Leider wurde mein Vater dann noch ein paar Tage (operativ) unversorgt liegen gelassen, weil sich die Chef´s der Abteilung nicht einigen konnten ob operativ oder konservativ.
    Da es meinem Vater aber dabei richtig schlecht ging, bin ich dann nach 3 Tagen wieder zum Stationsarzt, um zu klären, wei es weiter gehen soll.
    Er: Ja, also, das wissen wir noch nicht, denn die RÖ-Befunde sind nicht so eindeutig.
    Ich: Ja dann machen sie doch weitere Untersuchungen wie z.B. CT.
    Er: Das ist ja geplant für DO-Morgen...
    Ich: Prima, dann wissen sie ja DO-Mittag Bescheid und sollte eine OP-Indikation vorliegen, kann mein Vater ja am Freitag operiert werden...
    Er: Also wann wir operieren müssen sie uns schon überlassen.
    Ich: Nein, muß ich nicht! Mein Vater liegt jetzt schon 3 Tage hier und es ist keine Entscheidung getroffen worden! Sollte eine OP-Indikation vorliegen, wird er Freitag operiert, oder ich nehme meinen Vater mit, bringe ihn in die BGU -es ist schließlich ein Arbeitsunfall- und mache eine Meldung an die Krankenkasse!

    Freitags wurde mein Vater operiert - schon abend konnte er das erste Mal nach 5 Tagen das Bett kurz verlassen und hatte außer dem normalen Wundschmerz keine größeren Schmerzen mehr. Samstags lief er dann schon rum und konnte nach 1 Woche entlassen werden.

    Ich denke, wenn ich in dieser Situation keinen Druck gemacht hätte, wäre es anders aus gegangen.
     
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