Ich assistiere bei Abtreibungen - und alle sind irritiert

Dieses Thema im Forum "Gynäkologie / Geburtshilfe" wurde erstellt von billygirl, 20.07.2013.

  1. billygirl

    billygirl Newbie

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    Seit einem halben Jahr arbeite ich in einer Einrichtung, in der sehr viele Schwangerschaftsabbrüche gemacht werden. Wir sind darauf spezialisiert. Wöchentlich sind es zwei bis drei Dutzend Abbrüche, bei denen ich assistiere. Ich mache die Arbeit gerne, denn ich halte es für notwendig, dass Frauen die Möglichkeit haben, unter medizinisch einwandfreien Bedingungen sich gegen ihre Schwangerschaft zu entscheiden.

    Mehr als die Arbeit selbst belastet mich aber mein Umfeld. Auf der einen Seite sind es Bekannte, Freunde. Wenn sie mich nach meiner Arbeit fragen, schweigen sie zuerst eine halbe Minute. Dann fragen sie entweder, wie schlimm so was für mich sei oder geben ihren Senf zum Thema dazu. Ich habe das Gefühl, dass alle danach doch distanzierter sind, wenn sie von meinem Job hören.

    Es ist so, dass die Mehrzahl aller Abbrüche in unserer Stadt bei uns gemacht wird. Und das führt dann zu unangenehmen Situationen. Letzthin, ich setze mich im Bus im 4er Abteil an einen freien Platz, gucke die gegenüber an, oha, ist es sie oder nicht, die vor einer Woche bei uns war? Ich sage natürlich nichts, natürlich spreche ich nicht das Thema an und beginne auch nicht einen Smalltalk. Aber sie steht auf und wechselt den Platz.
    Oder die Bediengung in meinem Lieblingsclub. Sie kam zu uns, natürlich professionell sage ich da nicht "hey, wir kenn uns doch vom sehen", sondern erledige seriös meine Arbeit. Zwei Wochen später, ich bin wieder im Club. Ich bestell ein Bier an der Bar, sie guckt mich an. Und nach fünf Minuten hab ich mein Bier immer noch nicht. Ich frage noch einmal und sie entschuldigt sich ganz verwirrt, irgendwie wirkt sie extrem peinlich berührt. Dann wieder eine andere, dich vom Sport her kenne. Sie ruft mich zwei Tage nach der Operation bei mir zu Hause an (keine Ahnung wie sie an die Nummer gekommen ist) und fleht mich an, dass ich auf keinen Fall jemanden was erzählen soll, dass sie bei uns war. Ganz schräg, so was würde ich natürlich nicht machen.

    Ich habe dann das Gefühl, dass ich zunehmende isoliert werde. Die einen finden meine Arbeit aus moralischen Gründen schlecht, andere, die betroffen sind, wollen mir lieber nicht mehr über den Weg laufen... Überreagiere ich jetzt? Ich find das extrem merkwürdig, hätte nie erwartet, dass es sich so entwickeln könnte.
     
    #1 billygirl, 20.07.2013
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 20.07.2013
  2. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Hm, ok, du hast dir das nun von der Seele geredet.
    Und was möchtest du hören?
    Irgendwie finde ich das etwas schräg, dass die Leute dich anscheinend überall erkennen.
    Schließlich unterliegst du der Schweigepflicht und DARFST nicht rumerzählen, wer so alles bei dir auf dem Tisch lag.

    Wenn du die Arbeit "gerne" machst, wie du eingangs berichtest, musst du eben auch cool mit den Reaktionen umgehen können.
    Muss ja ne kleine Stadt sein, wenn du da ständig auf Patientinnen triffst............
     
  3. hypurg

    hypurg Poweruser

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    In der Tat kollidieren Aussagen von Dir zu ethischen und moralischen Grundhaltungen vieler Menschen.
    Vielleicht hast Du Dir die Haltung angewöhnt, das Thema nicht näher an Dich ranzulassen.
    Außerdem siehst Du in Deiner Arbeit eine sinnstiftende Tätigkeit.

    Die Abtreibung selbst klingt für mich eher "funktionell" in Deinem Bericht. Für viele Menschen stellt Deine Arbeit aber eine duzentfache Tötung jede Woche dar. (Ich möcht die ethische Diskussion nicht lostreten, nur einen Versuch starten, um die Reaktionen Deines Umfeldes zu verstehen.) Es ist kaum vorstellbar, daß diese Arbeit in irgendeiner Form Spaß machen kann. Der "Senf" und das Nachfragen ist ein Versuch, das mit den eigenen Werten in Einklang zu bringen. So stelle ich mir das vor.

    Da ich keine Frau bin, kann ich wahrscheinlich auch nicht mitreden, wie sich eine Frau nach einer Abtreibung fühlt und wie das ist, wenn sie mit jemand Beteiligten konfrontiert werden. Welche Strategien entwickeln Frauen danach? Ich mag nicht glauben, daß die Mehrheit das so "einfach" sieht. Wollen sie durch Dich mit ihrer Entscheidung konfrontiert werden?
    Was hast Du gedacht, welches Image man in diesem Job in Deutschland haben könnte?
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Kann es sein, dass du etwas zu empfindlich reagierst?
    Wenn die Bedienung vergisst dich zu bedienen, hakt man einfach nach, ob das Bier jetzt kommt und gut ist.

    Auf den Anruf hin hätte ich am Telefon gesagt, dass ich genauso der Schweigepflicht unterliege wie der ausführende Arzt.Sowas ist mir in der Psychiatrie auch schon passiert.

    Zu deinen Freunden:
    Das Abtreibung ein heikles Thema ist und unterschiedliche Einstellungen dazu vorhanden sind, müßte doch jedem klar sein. Warum sprichst du denn im Detail darüber? Sag doch einfach, dass du bei ambulanten Eingriffen assistierst.
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es gibt Situationen, wo dir nix anderes bleibt als eine Abtreibung. Und ich bezweifele, dass- von Ausnahmen mal abgesehen- dieser Eingriff spurlos an einem vorbei geht- egal ob Frau oder Mann. Die Narbe bleibt ein Leben lang auf der Seele.

    @billyfirl- Ich verstehe eines nicht: was möchtest du? Sollen die betroffenen Frauen dir zeigen, dass sie dir dankbar sind für deinen Job? Bist du wirklich so professionell, wie du vorgibst? Nähe und Distanz ist bekanntlich immer eine schwierige Gradwanderung.

    Elisabeth
     
  6. billygirl

    billygirl Newbie

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    Eigentlich weniger von mir selbst aus. Es ist stadtweit (keine Kleinstadt) bekannt, dass unsere Einrichtung darauf spezialisiert ist.

    Zur Überempfindlichkeit: Ja, sage ich mir auch immer, blöder Zufall. Nur sind deren Zufälle irgendwie zu viele. Ist ja nicht so, dass ich alle Patientinnen begegne bzw. mich an sie erinnere. Kommt aber sicher im Schnitt einmal die Woche vor, dass entweder jemand kommt, die ich schon mal gesehen habe, oder mir eine Patientin dann über den Weg läuft, bin ja viel unterwegs in der Stadt, auch was Parties und so angeht.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @billygirl- Du scheinst dich als personifiziertes Gewissen wahrzunehmen. Du bewertest m.E. die "Tat" und hälst dieses Bewerten gleichzeitig nicht aus. Es widerspricht deinem eigenen professionellen Anspruch.
    Nur so funzt es leider nicht. Man kann Gedanken nicht einfach verdrängen. Sie suchen sich ihren Weg... in der Regel über die nonverbale Körpersprache.

    Da kannst du noch so viel beteuern, dass du das ganz anders siehst. Dein Körper hat deinem gegenüber schon alles mitgeteilt. Und diese Diskrepanz zwischen verbaler und ninverbaler Aussage irritiert die Leute. Sie suchen die Konfrontation und rufen bei dir zuhause an um dir ins Gewissen zu reden. Oder sie versuchen dich zu meiden weil sie befürchten, dass du ungewollt eine Bemerkung fallen lässt, die verräterisch sein könnte.

    Ich würd mir an deiner Stelle was anderes suchen. Dürfte für alle Beteiligten das Beste sein.

    Elisabeth
     
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Für mein Empfinden ist bei Dir soweit fast alles in Ordnung.
    Nach einem 1/2 Jahr arbeiten bist einfach noch weit weit weg davon Expertin auf dem Gebiet zu sein.
    Ob Du es werden wirst, kannst - ist nochmal was völlig anderes.
    Du schreibst selbst - dass Du nie erwartet hättest, dass es sich so entwickeln könnte.
    Geht das überhaupt, sich davon vorab irgendeine Vorstellung zu machen? Habe da so meine Zweifel.
    Deswegen: Hast mit Deinem AG schon mal darüber gesprochen, gibt es hierzu Weiterbildungsmöglichkeiten im engen/weiteren Sinne?
    Wie wurdest Du auf das, was Du jetzt zunehmend bemerkst vorbereitet?

    Als (theoretisch betrachtet) Betroffene, egal warum ich mich dafür entschieden habe, mach ich mir möglicherweise mein lebtag lang Vorwürfe, habe Zweifel, wird mein Empfinden Dir gegenüber niemals mehr 100% ungetrübt werden, jedes Mal wenn ich Dich sehe, werde ich damit konfrontiert. Eine Ausnahmesituation, körperlich + emotional - bleibt verbunden mit Deiner Person, den anderen Beteiligten. Je kürzer das zurückliegt, desto stärker meine Reaktion, Emotion. Wie bewusst ist Dir das?

    Jemandem im Bus anzustieren (?) ist aber auch ziemlich irritierend, richtig?
    Wenn man sich nicht sicher ist, woher man jmd. kennen könnte, macht man das schon mal, i.d.R. passiert da ja auch nix.
    Aber hier - ich würde mich dabei - äußerst unwohl fühlen. 1 Woche nach dem Eingriff - was ist da bereits verarbeitet.....vermutlich nichts.
    Hormonelles Chaos? Hormonelles Chaos.

    Vor ein paar Jahren, war ich auf einen größeren Kirchenveranstaltung. An einem Stand gab es ein Fötusfigur, Größe - etwa 12. SSW, in rosa. Mein Kind hat es geschenkt bekommen, war o.k., zu dem Zeitpunkt eine interessante Sache, wir haben uns damit beschäftigt, im Rahmen des "altersgerechten häuslichen Bio-Unterrichtes". Der Zweck der Figur war an sich ein völlig anderer.


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    Schwangerschaftsabbruch: Tabu Abtreibung | ZEIT ONLINE
     
  9. Expatient

    Expatient Junior-Mitglied

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    Nicht Du hast ein Problem, sondern Deine Patientinnen, die offensichtlich nicht zu ihrer Entscheidung stehen können.
    Versuch es so zu sehen: der Eingriff ist für die jeweilige Frau einen enorme Belastung; außerdem legen leider immer noch immer Viele gesteigerten Wert auf allgemeine Moralvorstellungen.
    Ach ja, ich sollte vielleicht noch erwähnen, dass ich auch in einem Fall damit zu tun hatte und habe, wenn auch nur als Verursacher...
    Mach einfach Deinen Job so gut wie möglich ( tust Du eh, glaub ich ), und laß Dir die seltsamen Reaktionen am A***h vorbeigehen.
    Diese Reaktionen sind ähnlich derer von Vielen beim Umgang z.B. mit Rollifahrerinnen oder anderweitig Eingeschränkten, eine Mischung aus Ekel, Angst und Ausblenden der Realität.
    Und speziell die Reaktion der Bedienung is sowas von bescheuert, das ist absolut nicht auf Deinem Mist gewachsen, sondern eindeutig auf deren.
    Gruß
    ...
     
  10. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Ich bin zwar ein Mann, aber wenn ich mich schon zu einer Abtreibung entscheiden würde - und das fällt Otto-Normalverbrauchern sicherlich sehr schwer - dann würde ich mich sicherlich NICHT freuen, wenn ich (vermutlich während ich es noch Versuche zu verdrängen) durch ein Gesicht oder eine Person daran erinnert werde.

    Den Leuten geht es schlecht mit der Entscheidung, und da du an der "Durchführung" beteiligt warst, fühlen sie sich zurückerinnert.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    She ich komplett anders. Sie hat das Problem. Sie deutet jedwede Alltagssituation um. Ein Blick, der nicht erwidert wird, ein Bier, dass zu spät kommt... . Das ist in meinen Augen unprofessionell.

    Elisabeth
     
  12. billygirl

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    Ja, interessanterweise zeigen gerade eher Männer Verständnis, was ich meine. Im Prinzip ist ja das was ich mache, nichts anderes als eine allgemeine Leistung im Gesundheitswesen. Ich treffe ja nicht die Entscheidung, sondern ich bin bei der Vor- und Nachbetreuung und bei der Operation eben häufig dabei. Auf der einen Seite gibt es die Umwelt, die das sofort moralisch werten will, auf der anderen Seite eben Patientinnen. Abbruch, raus, fertig. Und dann tauche ich mal auf und störe diesen Vedrängungsmechanismus. Ich sehe natürlich die Diskrepanz eher darin, dass für mich ein Abbruch wertneutral ist, ein Routineeingriff, für die Betroffene aber eine wichtige Lebenserfahrung, das verstehe ich. Aber das, dass sie dann peinlich berührt sind irgendwie. Aber es stimmt, wahrscheinlich will man eben, auch nicht durch eine Konfronation mit der Person, daran erinnert werden.

    @ Elisabeth

    Nein, ist nicht (nur) Einbildung. Einige Erlebnisse waren noch viel eindeutiger (die ich natürlich zum Schutz der Privatsphäre der Patientinnen und zu meinem nicht detailliert schildern möchte).
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich schreib schon, dass du zu sehr versuchst, deine Professionalität zu betonen- dies aber scheinbar mit deiner Körpersprache net übereinstimmt. Du bist net wertfei. Im Gegenteil. Du verurteilst sogar.
    Und genau diese Einstellung transportierst du, wenn du Patientinnen triffst.

    Ich kann es nur nich mal betonen: such dir einen anderen Job... auch im Interesse der Patientinnen, die dir ja eigentlich am Herzen liegen- zumindest verbal.

    Elisabeth
     
  14. billygirl

    billygirl Newbie

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    Komisch, meine Körpersprache kennst wohl nicht. Ne, ich verurteile nicht (die plakative Äußerung war ein Erklärungsversuch, was denen im Kopf vorgeht). Ich bin eine junge Frau, knapp Mitte 20 und bin eher der fröhliche Typ. Ich gehe nicht mit ernster Miene durchs Leben. Und wenn ich das Gefühl habe, die kenn ich, lächle ich sie an (noch bevor ich mir bewusst werde, von wo ich sie kenne). Ich danke aber für Ratschläge, was ich auch in Sachen "Körpersprache" anders machen könnte. Ein Gegenbeispiel: Ich warte auf die Bahn auf der Haltestelle, da kommt meine Zahnärztin entgegen (die ich zuletzt vor drei Monaten gesehen habe). Sie grüßt mich, wir lächeln uns zu und sie fragt mich, wie es mir denn gehe. Find ich absolut normal. Aber im Fall von Schwangerschaftsabbrüche habe ich das Gefühl, dass nicht einmal Blickkontakt gewünscht ist. Manche versenken sofort den Kopf zwischen den Schultern. Ok,ich will nicht sagen, dass ich täglich alle Patientinnen wiedersehe, aber so im Schnitt einmal die Woche kommt es doch vor.
     
  15. AntjeX

    AntjeX Junior-Mitglied

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    Bei mir sind solche Zusammentreffen auch schon öfter gewesen, wo es ehemaligen Patienten super peinlich und unangenehm war, mich zu treffen. Ich denke dazu, wenn sich jemand eine Klinik etc. im eigenen Einzugsbereich aussucht, dann muss er damit rechnen, auch mal "bekannte" Gesichter zu treffen. Ich selbst versuche immer, neutral zu reagieren und das funktioniert gut. Wenn jemand auf mich zu kommt und mich begrüßt, ist es o.k. und wenn nicht ist es auch in Ordnung. Das überlasse ich immer den Betroffenen.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @billygirl- Körpersprache kann man nur sehr eingeschränkt kontrollieren um nicht zu sagen- eigentlich gar nicht. Das, was du pber diese Frauen denkst, kommt rüber- ob du dies willst oder nicht. Da wirkt das Lächeln dann ganz anders als du es vielleicht beabsichtigst.

    Warum ist dir dieser Blickkontakt eigentlich so wichtig? Welche Gegenraktion erwartest du da? Ein "verschwörerisches Zurücklächeln" á la "ich und du, wir wissen, dass wir was getan haben, was von der Gesellschaft abgelehnt wird"?

    Elisabeth

    Elisabeth
     
  17. billygirl

    billygirl Newbie

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    Hm, interpretierst du da nicht zuviel rein. Ganz typisch ist, ich setz mich hin (Bus, Bar oder was auch immer), merke, dass wer mich anschaut, guck hin, lächle freundlich (erste Reaktion meinerseits: Oh, kenn ich die von irgendwo.... von wo genau wird ja in der Regel erst später bewusst) und statt ein neutraler Blick, ein zurücklächeln oder keine Reaktion so eine Art Unsicherheit. Etwa als würde ich ein 60jähriger, ungeduschter Alki sein, der sich neben sie gesetzt hat. Ne, ich erwarte rein gar nichts. Und ich will weder verbal noch nonverbal darüber diskutieren. Und ja, ich bilde es mir auch nicht ein, kommt eben immer wieder vor. Deshalb habe ich auch mein Herz ausgeschüttet. Was soll ich tun? Soll ich Leute, die mir über den Weg laufen ganz schnell scanne (oh, die da, war die nicht bei uns) und wenn es eine Patientin ist, mich umdrehen? Überrascht mich schon.
     
  18. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Was es da groß zu diskutieren gibt ... es ist wohl eine Art Peinlichkeit die dabei einsetzt.

    Ich bin keine Frau, aber:
    Wenn ich den Arzt oder die Pflegekraft treffe, die mir eine Bierflasche aus dem Allerwertesten operiert hat, würde ich ebenfalls Blickkontakt meiden.
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Gar keine Reaktion wäre eine Möglichkeit. Wer was von dir will, wird sich schon an dich wenden.

    @Maniac- ich bezweifele, dass das was mit Peinlichkeit zu tun hat. Eine Interruptio läßt sich net mit der "großen Hafenrundfahrt" vergleichen.

    Elisabeth
     
  20. monaluna

    monaluna Poweruser

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    Ich denke jede Pat. hat das Recht sich in der Öffentlichkeit zudistanzieren, wegzuschauen, sich umzusetzen etc. Auch wenn du die KS warst, bedeutet das ja nicht das sie dich freundlich Grüßen müssen. Lass sie ihren Weg ziehen und gut ist. Und nur weil für dich der Abbruch wertneutral ist, ist er das noch lange nicht für die Pat. Für die meisten Pat. hängen da sehr viele Gefühle dran, woran sie wahrscheinlich nicht im Bus, Sportclub oder Disco erinnert werden wollen.
    Gruesse freundlich wenn du jemanden siehst, und gut ist, interpretiere da nicht mehr rein. Und in der Disco würde ich wahrscheinlich auch her die andere Theke ansteuern und nicht die wo deine ehemalige Pat. arbeitet!

    Was deine Freundinnen und Familie angeht, wirst du es akzeptieren müssen, das Leute deine Berufswahl und dein Einsatzgebiet nicht mögen, suspekt oder mit ihren eigenen Werten nicht überein bekommen. Einfachster Weg, nicht drüber sprechen oder halt damit leben, das sie es nicht akzeptieren können.

    Als ich im Hospize gearbeitet habe, war es ähnlich, Freunde und Fam. wollten mit diesem Thema nicht konfrontiert werden und konnten es sich nicht vorstellen das das eine erfüllende Arbeit sei....
     
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