Hyperhidrose

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Tigermaus, 28.09.2003.

  1. Tigermaus

    Tigermaus Stammgast

    Registriert seit:
    25.07.2002
    Beiträge:
    205
    Zustimmungen:
    1
    Übermäßiges Schwitzen (Hyperhidrose)


    Schwitzen ist eine thermoregulatorische Funktion des Körpers. Es tritt normalerweise bei körperlicher Anstrengung, starker emotionaler Anspannung oder fiebrigen Erkrankungen auf. Übermäßiges Schwitzen kann symptomatisch für eine Schilddrüsenüberfunktion, sonstige Störungen des Hormonhaushalts (auch bei der Therapie hormonaktiver Krebsarten), Fettsucht oder klimakterische Beschwerden sein.
    Reguliert wird das Schwitzen durch das sympathische Nervensystem, welches ein Teil des vegetativen Nervensystems ist. Bei einigen Menschen (etwas weniger als 1% der Gesamtbevölkerung) ist diese Steuerung ohne erkennbare Grundkrankheit gestört und das System arbeitet auf zu hohem Niveau. Sie leiden unter idiopathischer Hyperhidrose (= übermäßiges Schwitzen), die meist schon in früher Kindheit beginnt, unbehandelt ein Leben lang erhalten bleibt und ihren Höhepunkt in der Pubertät und dem frühen Erwachsenenalter hat. Die Hyperhidrose beschränkt sich zumeist auf einzelne oder mehrere Körperregionen (Hände, Füße, Gesicht, Achselhöhlen, Rumpf). Ausgelöst werden solche Schweißattacken durch erhöhte Außentemperatur, vor allem aber durch banale emotionale Reize.
    Im Extremfall sind die Hände naß, kalt und abtropfend, die Füße durchweichen Socken und Schuhe und der Achsel- und Rumpfschweiß durchtränkt die Kleidung.
    Die Probleme unter Hyperhidrose leidender Menschen liegen im sozialen und arbeitsmedizinischen Bereich und sind für Nichtbetroffene (leider auch für viele Ärzte) nur schwer nachvollziehbar. Wer ständig nasse Hände hat, meidet aufgrund des oft unausweichlichen Händedrucks den Kontakt mit (fremden) Menschen. Ein nasser Händedruck suggeriert Unsicherheit und Ängstlichkeit, auch wenn dies bei Hyperhidrose-Patienten in den seltensten Fällen zutrifft. Scheinbare psychische Instabilität ist in der Regel nicht Auslöser, sondern Folge extremer Schweißbildung.

    Habt Ihr erfahrungen mit der Erkrankung und evtl. auch was von Therapiemöglichkeiten gehört?
     
  2. yyyveb

    yyyveb Newbie

    Registriert seit:
    15.11.2003
    Beiträge:
    16
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Baden-Württemberg
    Hallo!

    Habe da nen Link-Tipp:
    www.hh-forum.de

    Mir wurde leider damals vom Hautarzt nur (immerhin) ein Mittel verschrieben, erst zwei Jahre später hatte ich damit dann auch Erfolg, als ich es richtig angewendet hatte, die Infos hatte ich alle von der obigen Seite.

    :-)
     
  3. simone1111

    simone1111 Newbie

    Registriert seit:
    11.11.2003
    Beiträge:
    5
    Zustimmungen:
    0
    Hallo,
    Hyperhidrosis ist echt nicht das angenehmste. Mein Chef behandelt Hyperhidrosis mit Botolinumtoxin. Die Ergebnisse sind sher vielversprechend. Durch das Toxin wird der Nerv betäubt, es kann also somit keine Stimulation der Schweißdrüsen erfolgen. Diese verkümmern in der Regel nach 3 Sitzungen.
    Leider wird diese Leistung bisher nicht offiziel von den KK getragen. Es lohnt sich aber in jedem Fall einen Antrag zu stellen.

    gruß Simone
     
  4. Catsister

    Catsister Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    15.01.2003
    Beiträge:
    81
    Zustimmungen:
    1
    Hallo,
    bei uns auf der Dermatologischen Abteilung wird die Erkrankung mit Entfernung der Schweißdrüsen (also Operative Entfernung) behandelt.
    Ist ´ne relativ kurzer Eingriff, wird von den Kassen bezahlt und bisher waren alle Patienten (die meisten Operierten waren Frauen, meist junge Frauen so mit 18-25 Jahren) alle zufrieden.
    Da sie noch öfters zur Kontrolle kommen, haben wir im nächsten Jahr noch Kontakt mit Ihnen und bisher war alle, wie gesagt, zufrieden.
    Freundin von mir hat es vor ca. 4 Jahren machen lassen, und endlich mal keine Schweißränder, seitdem ist sie aufgelebt, kann alles tragen und würde es sofort wieder machen lassen
    Gruß Catsister
     
  5. sambaparty

    sambaparty Newbie

    Registriert seit:
    09.05.2011
    Beiträge:
    2
    Zustimmungen:
    0
    Hi,
    Hyperhidrose ist ziemlich unangenehm. Vor allem besitzt diese Krankheit enorme soziale Folgen. Personen, die nach Schweiß riechen (Bromhidrose) oder Schwitzflecken haben, werden in nahezu jeder Gesellschaft zumindest schief angesehen.
    Es gibt verschiedene Therapiemöglichkeiten. Es fängt mit den einfachen Geschichten, wie Nahrungsumstellung, etc. an und geht dann über die medikamentöse Therapie und die AlCl-Antitranspirantien. Die letzte der möglichen Alternativen sollten die Operationen darstellen: Botox oder Schweißdrüsenabsaugung. Hier ist noch mal eine Übersicht über die Therapiestufen.
    Patienten von leichter Hyperhidrose wissen manchmal auch gar nicht, dass sie an einer Krankheit leiden. Denn wer macht sich schon ernsthafte Gedanken, wenn er etwas mehr schwitzt? Seit Kindesbeinen lernt man ja, dass nur "unsaubere" Personen nach Schweiß riechen.
    Da muss dringend Aufklärung betrieben werden!
     

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.