Hypergranulation und fehlende Epithelisierung

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von soulreaver001, 18.10.2008.

  1. soulreaver001

    soulreaver001 Junior-Mitglied

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    Hallo,

    nun hab ich mich ja hin und wieder schon verewigt in manchen Texten hier, aber auch ich stehe manchmal vor Problemen zu denen mir spontan keine Lösung einfällt.

    Folgendes Problem:

    Eine Patientin zwischen 60 und 70 Jahren. Schlank aber nicht kachektisch gebaut, keine weiteren Stoffwechselproblematiken oder Nebendiagnosen die relevant wären, war aufgrund eines Insultes in ihrer Wohnung gestürzt und hatte dort mehrere Tage gelegen bevor sie gefunden wurde.

    Sie hatte diverse Dekubiti aufgrund der Liegezeit welche ich behandle im Rahmen des Wundmanagements. Soweit so gut.

    Am Schulterblatt zur Wirbelsäule hin hat die Patientin zwei Dekubiti in unmittelbarer Nähe. Grösse je ca. 3x1,5 cm Tiefe damals 2 mm. Zu Beginn fibrinös belegt gewesen. Vor vier Wochen ca. sauberer Wundgrund, Granulation beginnend. Vor zwei Wochen Wundgrund aufgefüllt mit Gewebe, beginnende Epithelisierung von aussen.

    Jetzt vorgestern wieder auf Wundvisite gewesen ( Pat. liegt mittlerweile auf anderer Station) Nun Hypergranulation, Gewebelappen über Hautniveau. Wundrand wirkt mazeriert keine Grössenveränderung seit letzter Wundvisite.

    Nun habe ich aufgrund hoher Sekretion umgestellt auf PU-Schaum. Vielleicht reicht das schon um den Wundrand trockener zu halten. Evtl. muss noch Cavilon als Wundrandschutz dazu, was meint ihr?

    Ich habe der Ärztin empfohlen ein chirurgisches Konsil zu veranlassen um zu sehen ob es notwendig wäre das überschüssige Gewebe abzutragen. Denn wie soll es von aussen her darüber epithelisieren können?

    Bin ich mit meiner Vorstellung richtig? Habt ihr eine andere Idee was man machen kann? Bin für alles offen sofern ihr mir (ist mir persönlich wichtig) eine Erklärung über den Nutzen liefern könnt. Ich möchte es dann ja auch verstehen ;)


    LG

    soul
     
  2. Sr. Ramona

    Sr. Ramona Junior-Mitglied

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    Hallo Soul.
    Habt ihr mal über das Ätzen der Wunde nachgedacht?
    Ihr könnt es mit einem Ätzstift versuchen, in Absprache mit dem Hausarzt oder Chirurgen, den Wundrand mit Zinksalbe abdecken und dann das überschüssige Gewebe wegätzen.
    Am besten Vormittags, denn man sollte den Verband Abends wechseln, um das abgestorbene Gewebe zu entfernen, dabei auch vorsichtig die Zinksalbe mit Öl entfernen und dann einen Verband vielleicht mit Gaze machen.
    Bei Bedarf sollte die Prozedur wiederholt werden.
    :nurse:
     
  3. Schwester Persephone

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    Ätzen ist eine Möglichkeit, aber da die Patientin noch stationär ist, finde ich die Möglichkeit der chir. Abtragung persönlich eleganter.

    Ansonsten kann man (gerade wenn o.g. Möglichkeiten nicht bestehen, z.B. ambulante immobile Patienten) die Wunde auch einen Tag versuchsweise "hungern" lassen - also mehr oder minder trockener VW (Gittergaze verwenden) und Wundrandschutz mit Cavilon. Das mag frisches Granulationsgewebe gar nicht und geht dann oft sichtbar zurück und wird blasser. Ggf. kann/muß man diese Maßnahme auch wiederholen.

    Gehört (!) habe ich auch von der Verwendung von hypertonen Kochsalzgel (eigentliche Indikation: Ablösen von Nekrosen), was ich mir jedoch sehr schmerzhaft vorstelle und es schon aufgrund der falschen Indikation und der vermutlich auftretenden Schmerzen nicht verwenden würde.
     
  4. soulreaver001

    soulreaver001 Junior-Mitglied

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    So kurzer Zwischenbericht...

    war letztens wieder beim Patienten zur Wundvisite.

    Durch den PU-Schaumverband wurde die Wunde so trocken gehalten, das das überschüssige Gewebe wieder nahezu auf Hautniveau absank und die Ausdehnung geringer wurde. Also die Wunde an sich kleiner. Nun wieder Umstellung auf Hydrocolloid, aufgrund längerer Intervalle des Verbandswechsels. Mal gespannt wie es weiter geht ... zu bekommen werd ich es hier wahrscheinlich nicht mehr, denn die Entlassung ist bereits geplant, aber wir haben 2 der 4 Dekubiti schliessen können und die anderen beiden deutlich verkleinern können. Die Zeit und hoffentlich adäquate Versorgung durch den Pflegedienst/Pflegeheim werden den Rest erledigen.
     
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