Hygienischer Verbandwechsel nach Standard

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von helfi, 02.04.2009.

  1. helfi

    helfi Newbie

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    Hallo erstmal
    Wir sind jetzt dabei nach dem neuen Expertenstandart für Menschen mit chron. Wunden einen Standart für den Wundverbandwechsel zu erstellen.
    Der steril erfolgen muß, bei unserer Durchführungsverantwortung werden
    wir zur Verantwortung gezogen.
    Verbandwechsel sind für den Pflegedienst ein Minusgeschäft.
    Muß er auch noch für sterile Materialien sorgen? damit er eine Qualitative gute Arbeit leisten kann.
    Steriles Material wird nur bei bestimmten Hausärzten und nur bei Diab. Fußsyndrom verschrieben.
    Ich hatte mal überlegt im Internet preiswert Sterigut einzukaufen Octinesept,Handschuhe,Kompressen, Schere( das käme für 1 Monat 3x wöchentlich den Pat. ca.10€,kann auch nicht jeder zahlen ). Das geht wohl nicht, da wir keine Wiederverkäufer sind. Autoklave ist zu unwirtschaftlich, dafür haben wir zu wenig Verbandwechsel. Wie wird das bei euch gehandhabt? Wir sind noch ein junger Pflegedienst.
     
  2. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Das Material hat der Hausarzt oder der Dermatologe zu verschreiben. Wobei ich mit Fachärzten bzw. Wundcentren in Kliniken bessere Erfahrungen gemacht habe als mit den Hausärzten. Octenisept wird sowieso nicht auf Kassenrezept verschrieben. Bei den Allgemeinmedizinern oder auch bei Internisten mußt Du gut und fachlich argumentieren, warum Du sterile Materialien benötigst.
    Ich denke nicht das es euch außer Kosten etwas bringt eine Art Lager anzulegen, nur um den Ärzten ihre Verantwortung abzunehmen. Ganz wichtig ist eine gute Dokumentation und ein stetiger Kontakt mit dem beh. Arzt.

    Viel Erfolg
     
  3. Schwester Persephone

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    In den niedersächsischen (und bundesweit den meisten) SGB V-Verträgen, dass der PD Material zur hygienischen Durchführung eines Verbandswechsels vorzuhalten hat = Handschuhe, Instrumente.

    Wundauflagen sind ziemlich uneingeschränkt erstattungsfähig, jedoch gibt es eine Richtgrößenreglementierung. Mehr dazu hier: http://www.krankenschwester.de/forum/wundmanagement/22322-wundheilungsstoerung-2.html#post197253

    Wundspüllösungen/Antiseptika sind nicht erstattungsfähig = müssen vom Pat. selbst bezahlt werden. Hier stellen wir meist für die ersten VW den Bedarf, dann bitte ich die Pat. zu besorgen, was benötigt wird.

    Sterile Kompressen (zur Wundreinigung) lasse ich verordnen - das klappt in der Regel auch.

    Wir kaufen sterile Einwegpinzetten und Einwegscheren im Großhandel, für längerfristige VW bestelle ich dann über eine Wiederverkäuferin den Bedarf auf Rechnung des Patienten (natürlich mit diesem abgesprochen). Meist sind die Pat. dbzgl. kooperativ, wenn sie erstmal merken, dass jemand ihre Sorgen und Nöte (gerade bei chronischen Wunden) ernstnimmt und zur kompetenten Versorgung befähigt ist.
    Dieses Vorgehen ist zugegebenermaßen aufwendig und umständlich und entlastet natürlich den Leistungsträger, der hier eigentlich gefragt wäre.
     
  4. BettinaMobil

    BettinaMobil Stammgast

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    Ok, das man im Laufe der Zeit einen gewissen Bestand an sterilen Materialien hat ist ja auch nicht verkehrt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, das man die vielen verschiedenen Wundauflagen vorrätig halten muß, je nach Wunsch des Arztes. Sterile Kompressen sind ja nicht so ein Problem.
    Wobei ja auch Sterilgut ein Verfallsdatum hat.
    Ein anderes Problem ist ja auch die finanzielle Situation des Pat. Da ist schon die Spüllösung zu teuer...........

    Bei chron. Wunden werden die Pat. erstmal in der Wundambulanz betreut, von dort erhalten sie dann auch das Material für die häusliche Versorgung durch den PD.
     
  5. helfi

    helfi Newbie

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    Danke für die vielen Infos
    Mir wäre es auch lieb wenn Pat. mit Ulcus cruris oder Diab. Fußsyndrom
    zuerst in der Wundambulanz vorstellig würden. Aber das ist ein weiteres Problem. Die meisten meinen das wäre ein Vertrauensbruch gegen ihren HA, die anderen sehen sich schon Stationär, einige wissen auch gar nicht
    dort hinzukommen.
    Sterile Wundauflagen fallen unter das Medizingesetz und werden natürlich
    verordnet und die Produktberater vieler Firmen helfen da auch weiter.
    Mir geht es aber um die Produkte die die Wundambulanz,nach eigenen Erfahrungen ja auch nicht abgeben kann, wie sterile Pinzetten, Tupfer
    Wundspülösungen usw diese Sachen fallen unter das Arzneimittelgesetz
    und sind nicht verschreibungspflichtig.
    Aber ich sehe schon man muß weiterkämpfen um seine Arbeit korrekt machen zu können. Gruß an alle
     
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