Hygienischer Verbandwechsel nach Standard

helfi

Newbie
Mitglied seit
02.04.2009
Beiträge
3
Hallo erstmal
Wir sind jetzt dabei nach dem neuen Expertenstandart für Menschen mit chron. Wunden einen Standart für den Wundverbandwechsel zu erstellen.
Der steril erfolgen muß, bei unserer Durchführungsverantwortung werden
wir zur Verantwortung gezogen.
Verbandwechsel sind für den Pflegedienst ein Minusgeschäft.
Muß er auch noch für sterile Materialien sorgen? damit er eine Qualitative gute Arbeit leisten kann.
Steriles Material wird nur bei bestimmten Hausärzten und nur bei Diab. Fußsyndrom verschrieben.
Ich hatte mal überlegt im Internet preiswert Sterigut einzukaufen Octinesept,Handschuhe,Kompressen, Schere( das käme für 1 Monat 3x wöchentlich den Pat. ca.10€,kann auch nicht jeder zahlen ). Das geht wohl nicht, da wir keine Wiederverkäufer sind. Autoklave ist zu unwirtschaftlich, dafür haben wir zu wenig Verbandwechsel. Wie wird das bei euch gehandhabt? Wir sind noch ein junger Pflegedienst.
 

BettinaMobil

Stammgast
Mitglied seit
17.03.2008
Beiträge
267
Alter
52
Beruf
Krankenschwester Arzthelferin
Akt. Einsatzbereich
ambulante Pflege
Funktion
PDL, Praxisanleiterin, Wundfachkraft (ICW)
Das Material hat der Hausarzt oder der Dermatologe zu verschreiben. Wobei ich mit Fachärzten bzw. Wundcentren in Kliniken bessere Erfahrungen gemacht habe als mit den Hausärzten. Octenisept wird sowieso nicht auf Kassenrezept verschrieben. Bei den Allgemeinmedizinern oder auch bei Internisten mußt Du gut und fachlich argumentieren, warum Du sterile Materialien benötigst.
Ich denke nicht das es euch außer Kosten etwas bringt eine Art Lager anzulegen, nur um den Ärzten ihre Verantwortung abzunehmen. Ganz wichtig ist eine gute Dokumentation und ein stetiger Kontakt mit dem beh. Arzt.

Viel Erfolg
 
Mitglied seit
20.04.2008
Beiträge
250
Ort
Nähe Bremen
Beruf
Krankenschwester
Akt. Einsatzbereich
ambulante Pflege
Funktion
PDL
In den niedersächsischen (und bundesweit den meisten) SGB V-Verträgen, dass der PD Material zur hygienischen Durchführung eines Verbandswechsels vorzuhalten hat = Handschuhe, Instrumente.

Wundauflagen sind ziemlich uneingeschränkt erstattungsfähig, jedoch gibt es eine Richtgrößenreglementierung. Mehr dazu hier: http://www.krankenschwester.de/forum/wundmanagement/22322-wundheilungsstoerung-2.html#post197253

Wundspüllösungen/Antiseptika sind nicht erstattungsfähig = müssen vom Pat. selbst bezahlt werden. Hier stellen wir meist für die ersten VW den Bedarf, dann bitte ich die Pat. zu besorgen, was benötigt wird.

Sterile Kompressen (zur Wundreinigung) lasse ich verordnen - das klappt in der Regel auch.

Wir kaufen sterile Einwegpinzetten und Einwegscheren im Großhandel, für längerfristige VW bestelle ich dann über eine Wiederverkäuferin den Bedarf auf Rechnung des Patienten (natürlich mit diesem abgesprochen). Meist sind die Pat. dbzgl. kooperativ, wenn sie erstmal merken, dass jemand ihre Sorgen und Nöte (gerade bei chronischen Wunden) ernstnimmt und zur kompetenten Versorgung befähigt ist.
Dieses Vorgehen ist zugegebenermaßen aufwendig und umständlich und entlastet natürlich den Leistungsträger, der hier eigentlich gefragt wäre.
 

BettinaMobil

Stammgast
Mitglied seit
17.03.2008
Beiträge
267
Alter
52
Beruf
Krankenschwester Arzthelferin
Akt. Einsatzbereich
ambulante Pflege
Funktion
PDL, Praxisanleiterin, Wundfachkraft (ICW)
Ok, das man im Laufe der Zeit einen gewissen Bestand an sterilen Materialien hat ist ja auch nicht verkehrt. Aber ich kann mir nicht vorstellen, das man die vielen verschiedenen Wundauflagen vorrätig halten muß, je nach Wunsch des Arztes. Sterile Kompressen sind ja nicht so ein Problem.
Wobei ja auch Sterilgut ein Verfallsdatum hat.
Ein anderes Problem ist ja auch die finanzielle Situation des Pat. Da ist schon die Spüllösung zu teuer...........

Bei chron. Wunden werden die Pat. erstmal in der Wundambulanz betreut, von dort erhalten sie dann auch das Material für die häusliche Versorgung durch den PD.
 

helfi

Newbie
Mitglied seit
02.04.2009
Beiträge
3
Danke für die vielen Infos
Mir wäre es auch lieb wenn Pat. mit Ulcus cruris oder Diab. Fußsyndrom
zuerst in der Wundambulanz vorstellig würden. Aber das ist ein weiteres Problem. Die meisten meinen das wäre ein Vertrauensbruch gegen ihren HA, die anderen sehen sich schon Stationär, einige wissen auch gar nicht
dort hinzukommen.
Sterile Wundauflagen fallen unter das Medizingesetz und werden natürlich
verordnet und die Produktberater vieler Firmen helfen da auch weiter.
Mir geht es aber um die Produkte die die Wundambulanz,nach eigenen Erfahrungen ja auch nicht abgeben kann, wie sterile Pinzetten, Tupfer
Wundspülösungen usw diese Sachen fallen unter das Arzneimittelgesetz
und sind nicht verschreibungspflichtig.
Aber ich sehe schon man muß weiterkämpfen um seine Arbeit korrekt machen zu können. Gruß an alle
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!