Hunger-Magenproblem

Dieses Thema im Forum "Gastroenterologie" wurde erstellt von gora, 08.06.2014.

  1. gora

    gora Newbie

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    Hallo,

    weiß jemand, ob bei manchen Menschen der Magen auf L-Thyroxin mit Hunger reagieren kann?
     
  2. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Gesteigerter Appetit ist eine beschriebene Nebenwirkung von L-Thyroxin
     
  3. gora

    gora Newbie

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    Gesteigerter Appetit im positiven Sinne, oder auch in Form von starkem unkontrollierbarem Hunger?
    Ist es eine negative Wirkung auf den Magen oder die Bauchspeicheldrüse?
     
  4. gora

    gora Newbie

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    Super Danke!


    Bedeutet das, der Grund für übermäßige Nahrungsaufnahme/Appetit liegt daran, dass es zu viel an den Rezeptoren angesetztem T3 gibt, weil T3 den Hunger anregt, oder, weil es keine Rezeptoren mehr gibt, wo das Leptin ansetzen könnte, um sattmachen zu können?


    Wird Hunger von T3 gebildet?


    Oder hat man (unabhängig von T3) ständig Hunger, wenn kein Leptin da ist?
     
  5. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    ??????

    In maniacs link ist der Verweis auf die thyreotrope Achse, hast selbst geschaut, sowie die anderen, die Stoffwechselfunktion MIT-beeinflussenden, anderen "Komponenten"?
    Dazu aus "Der Körper des Menschen", Faller, aktuelle Ausgabe S.361+363

    "Die in der SD gebildeten Hormone sind Thyroxin (T4) und Trijodthyronin (T3). Sie zeichnen sich durch ihren Jodgehalt aus und wirken stimulierend auf den Zellstoffwechsel. Das T3 entsteht durch Abspaltung eines Jodatoms vom T4 und ist eigentlich das aktive SD-Hormon. ...Produktion und Abgabe beider Hormone ins Blut werden durch das Hypothalamus-Hypophysen-System unter Vermittlung von TSH reguliert. Sinkt z.B. der Thyroxinspiegel im Blut ab, wird dies im Hypothalamus registriert, der daraufhin ein Steuerhormon freisetzt, was wiederum die Adenohypohphyse zur Bildung von TSH veranlasst. TSH stimuliert die SD und Thyroxin wird ins Blut ausgeschüttet."

    L-Thyroxin=Levothyroxin=T4
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hier wird ja schon sehr detailliertes Wissen nachgefragt, dass selbst wohl viele Mediziner nicht beantworten können. Darf man fragen, wofür man diese Kenntnisse braucht?

    Elisabeth
     
  7. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    gora's Nachfrage ist doch absolut berechtigt! Anders als dem zitierten Artikel völlig irreführend dargestellt wird, vermindert Leption ja das Hungergefühl. Der starke Leptionüberschuss bei Adipösen ist Teil der Gegenregulation, aber wegen einer Leptinresistenz wirkungslos (ähnlich wie Insulin bei Diabetes Typ II).

    In Wirklichkeit geht man davon aus, dass T3 den Hunger im Hypothalamus über Neuropeptid Y und POMC (Proopiomelanocortin) steigert.

    http://www.hindawi.com/journals/jtr/2011/306510/

    Eine Wirkung von T3 am Leptinrezeptor konnte ich in der Literatur nicht finden. (Müsste dann ein Antagonist sein, da T3 orexigen wirkt.)
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *ggg* Ich bin ja eh der Meinung, dass Pflegekräfte immer ein bisschen mehr wissen müssen als der Doc. *ggg* Und solange der Arzt net weiß, was wir an Pflegefachwissen mitbringen, ist eigentlich alles bestens.

    Elisabeth
     
  9. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Aber dadurch kommt man weder der Frage näher, noch ist das ein Lösungsansatz. TE: Wird Hunger von T3 gebildet?
    Was einfach viel zu kurz gedacht ist.
    Anfangs war die Frage: Vermehrt Hunger durch L-Thyroxin, wie kommts?

    Also stell ich jetzt der Einfachheit halber beides untereinander
    100% ausgeliehen von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie: Krankheiten

    Die körperlichen Zeichen einer SD Überfunktion

    • Vermehrtes Schwitzen
    • Gewichtsabnahme
    • Schneller Pulsschlag
    • Höherer Blutdruck
    • Händezittern
    • Muskelschwäche
    • Innere Unruhe, Schlaflosigkeit, Konzentrationsstörungen
    • Häufigerer Stuhlgang, manchmal Durchfall

    Die typischen körperlichen Zeichen einer SD Unterfunktion

    • Vermehrtes Frieren, Kälteempfindlichkeit
    • Gewichtszunahme
    • Langsamer Pulsschlag
    • Müdigkeit
    • Kalte, trockene Haut, Haarausfall
    • Wassereinlagerungen (Ödeme)
    • Muskelschwäche
    • Hohes Schlafbedürfnis
    • Konzentrationsstörungen
    • Depressive Stimmung
    • Verstopfung

    Dabei sollte doch auffallen, WARUM man mehr essen muss, vermehrt Hunger hat.
    Der Körper benötigt mehr Energie, weil die körperlichen Auswirkungen der vermehrten SD-aktivität das erfordern.
    Bei einer bisherigen Unterfunktion, jetzt substituiert mit Thyroxin...

    Physiologisch, also normal, ist es im Rahmen einer körperlich anstrengenden Tätigkeit wie z.B. durch Sport ein paar Anzeichen von SD-überfunktion zu produzieren.
     
  10. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Das hatte ich alles als bekannt vorausgesetzt. Natürlich macht T4 und das darauf entstehende T3 durch die Anregung des Kreislaufs Hunger. Dafür braucht man kein Zitat der Fachgesellschaft.
    Es ging darum, die schnelle Auslösung von starken Hunger, die unter T4 immer wieder beobachtet wird, besser zu erklären. (Außerdem ist der Thyroxin substituierte Patient ja nicht hyper-, sondern euthyreot).
     
  11. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Woraus schließt Du das?
    Bestenfalls ist gora Azubi Pflege, lernt gerade in etwa das was ich zitiert habe - Buch ist auf angehende Pflegende ausgerichtet.
    Was ICH eher rauslese ist der Versuch auf etwas sehr spezifisches (erstes Zitat/link) einzugehen, ohne die Zusammenhänge zu begreifen.
    Lässt sich aber auflösen, wenn TE sich wieder meldet. Bis dahin...
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    yoyo hat nie eine Pflegeausbildung genossen. Und da Pflege sich ja nicht selten gerne als "kleiner Doktor" versteht... .

    Elisabeth
     
  13. gora

    gora Newbie

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    Hallo,

    warum man mehr Appetit/Hunger hat mit der Thyroxineinnahme, verstehe ich. Der Körper verbraucht mehr Energie.

    Demnach ist Hunger ist also ein Symptom der Überfunktion solange bis sich die eigene Schilddrüsenhormonproduktion und andere Komponente an die Hormoneinnahme anpasst. Damit ist die Einstellungsphase oder Anfangsphase (wie aus dem Text Thyroxin-Substitution: Vorsicht mit Kohlenhydraten!) ja vorbei.

    Wenn das nicht der Fall ist, wenn die eigene Produktion sich länger nicht anpassen kann, weil man z. B. zu schnell LT hochdosiert hat, ist das eine künstlich erzeugte Überfunktion.
    Eine Überfunktion müsste man aber an den Blutwerten erkennen.

    Wenn die Blutwerte aber im Normbereich sind und die Anfangsphase längst vorbei ist... was kann den Hunger dann auslösen?

    Meiner Mutter geht es so. Ihr Hunger begann mit L-Thyroxin und hört nach Jahren immer noch nicht auf. Er ist krampfartig, ständig da - Tag und Nacht, jede 2-4 Stunden muss sie essen, damit es ihr nicht total schecht wird.

    Dazu kommen noch Schwäche, dunkle Augenringe und alles was langes Hungern nach sich zieht.
     
  14. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Du schaust jetzt schon eine zeitlang zu wie es Deiner Mutter geht und machst Dir Sorgen, suchst eine Lösung, Erklärungen.
    Allerdings wirst Du sie hier, leider nicht finden.
    Es kann sein, dass alles mit der Medikation in Zusammenhang steht, es kann auch sein, dass dies nicht zutrifft.
    Irgendwelche Vermutungen helfen Dir nicht weiter.
    Sie sollte zum Hausarzt, das dort ausführlich besprechen um rauszufinden, was tatsächlich dahintersteckt.
    Der Hausarzt sollte der Lotse sein, falls weiteres erforderlich ist, z.B. fachärztliche Betreuung.
    Frag doch Deine Mutter ob Du sie zum nächsten Termin beim Hausarzt begleiten darfst, wenn Du den Eindruck hast, dass das nötig ist.
     
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