Honig im Wundmanagement?

Gerrit

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Hallo!

Manche Dinge wiederholen sich ja alle paar Jahrzehnte - ich wusste gar nicht dass ich scheinbar schon so lange in der Pflege bin... :verwirrt:
Wissenschaft.de - Heilen mit Honig

Grüsse,

Gerrit
 

Tröte

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Verstehe ich irgendwie nicht - Kinder unter zwei Jahren sollen kein Honigbrot essen, weil da die gefährlichen HabichvergessenBakterien drin sind, die dem Kind weiß der Teufel wie schaden können und wenn man das Zeug auf offene Wunden schmiert, ist der Honig dann plötzlich gut?

Bin verwirrt.

Grüßle,

die Tröte
 

Medizyni

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naja, für Kleinkinder ist Honig ja deshalb gefährlich, weil sich in ihm Clostridium botulinum Bakterien befinden können, die sich bei einer (noch) nicht intakten Darmflora dort ansiedeln und Gifte produzieren und letztlich zu einer Atemlähmung führen können.
Bezieht sich aber auf das "essen", sollte also beim "es-sich-irgendwo-hinschmieren" keine Probleme bereiten. :wink1:
 

Trisha

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Hallo,

sowie Honig als offiziell zur Wundbehandlung zugelassenes Mittel auf den Markt kommt, könnte man es versuchen.
Doch diese Studien sind oft fraglich - das gleiche Thema wie "Wunden mit Leitungswasser ausduschen".
Für mich sind Studien, die nicht offen dargelegt werden, nicht aussagekräftig und von daher schenke ich dem keinen Glauben ob das Ergebnis signifikant ist.

Eine Firma, die ein Hautpflegemittel zur Dekubitusprophylaxe herstellt, und damit wirbt, dass dieses Produkt einen Dekubitus verhindere, hat ebenfalls dazu Studien durchgeführt. Wir haben diese Firma mehrmals gebeten die Studien zu veröffentlichen - ohne Erfolg. Also sehr, sehr fragwürdig.....
Man könnte dies ja auch mal bei der Honig-Studie versuchen.
Vielleicht wird es ja noch irgendwann irgendwo veröffentlicht.

Leider verführen solche Geschichten immer wieder zu gesetzeswidrigen Handlungen innerhalb der Pflege und Behandlung (Argument:"Da gibt´s ne Studie.." :deal:)

:gruebel: Trisha
 

spielemann

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Hallo,
ich muß Trisha recht geben, Leitungswasser und Honig sind in der Behandlung von Wunden nicht zugelassen.
Wenn ein Arzt diese Behandlung aber durchführen möchte, weil er viel davon hält und auch gute Erfahrungen gemacht hat, kann er das bei einem Patienten auch machen.
Er muß den Patienten aber darüber aufklären, dass die Methode keine zugelassene Behandlung ist und er sich zu Versuchszwecken bereitstellt.
Ebenso sollte schriftlich vermerkt werden wer die Verbandwechsel durchführen darf.
Dies muß dokumentiert sein und der Patient muß dem schriftlich zugestimmt haben.
Wenn diese Vorraussetzungen bestehen, darf die Wundbehandlung auch an Pflegekräfte deligiert werden.
Grüsse
Axel
 

Nordlicht

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alle Jahre wieder..................

"Heilen mit Honig" da bewegen wir uns auf Bildzeitungsniveau. Nicht das jemand auf die Idee kommt, wir gehen mal zum Supermarkt und holen uns ein günstiges enzymatisches Mittelchen.

Wenn wir diskutieren, dann bitte über diesen ominösen Anbieter aus Neuseeland, der sterilen (!) Honig herstellt;
übrigens liegen hier im Hamburger Hafen mehrere Tonnen verkeimter Honig, der nicht zum Verzehr geeignet ist - vielleicht könnte man den auch noch mal den den Mann/die Frau bringen...:fidee:

Wie Trisha schon geschrieben hat, Studien sind nicht zu bekommen.
Also zurücklehnen, heiße Milch mit Honig :emba: trinken und warten bis in ca. 20 Jahren wieder einer auf die Idee kommt, er hätte was Tolles in der Natur gefunden.
 
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Honigsalbe zur behandlung von Wunden hilft wirklich , habe es selber unterfunden bei einer Dekubitus Wunde an der Ferse, habe L-Mesitran Salbe gebraucht und die Wunde (sie war sehr tief) ist wunderbar geheilt damit.

lg roter_schlitten
 

Elisabeth Dinse

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Frage zu Honigsalbe: Was ist drin in der Honigsalbe? Wie wirken diese Wirkstoffe konkret?

Elisabeth
 
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Elisabeth Dinse

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Inhaltsstoffe von L-Metrisan:

Honig, Medilan, Lebertran, Sonnenblumenöl, Ringelblumenextrakt, Aloe vera, Vit. E, Vit. C, Zinkoxid

Ich würde sagen, es wird eine feuchte Wundbehandlung erreicht mit Stoffen die sich positiv auf das Wundmillieu auswirken. Problem: mechanische Entfernung von Salbenresten zur Wundbeurteilung?

Elisabeth
 
G

Gartenzwerg

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Hallo!

Hab grad durch Zufall den Beitrag gelesen und möchte nur anfügen (auch wenn es um Honig geht, aber das Stichwort ist trotzdem öfters gefallen), dass man Leitungswasser aus mehreren Gründen niemals anwenden soll:

1. Infektion durch Keime (obwohl das bei uns eher zu vernachlässigen ist; kleinere Wunden wasche ich bei mir immer mit Wasser ab, und lebe immer noch; im Gegenteil würd ich sogar bei akuten Brandwunden irgendein Wasser draufschütten um zu kühlen, und wenn es eine kalte Pfütze wäre... die Keime sind da zweitrangig hinter der Toxinbildung).

2. Der eigentliche Grund, warum man Wunden nicht mit normalem Wasser spülen soll ist der osmotische Gradient, der u.U. dazu führen kann, dass die Erythrozyten platzen und somit die Wundheilung eher behindert ist; daher nur mit isotonen Lösungen ausspülen!!! Mein Tipp um z.B. am Berg eine isotone Lsg. herzustellen: 1 Esslöffel (~10g) Salz auf 1 Liter Wasser ergibt eine Isotone (also 0,9prozentige) NaCl-Lösung.

Trotzdem sollte man natürlich auf andere Maßnahmen ausweichen, wenn diese vorhanden sind (z.B. Wundspüllösungen in der Klinik etc.).

Hoffe dem ein oder anderen geholfen zu haben.

LG Gartenzwerg
 

Trisha

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Hallo Gartenzwerg,

zum Thema "Leitungswasser - Wunde" gibt es ganz viele Beiträge in eigenen Threads (passend zum Thema).
Stöbere einfach durch das Forum Wundmanagement, dann wirst Du fündig.

LG
Trisha
 

Elisabeth Dinse

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Interessant. Wie muss ich mir das vorstellen? Wie ein abziehbarer Film?

Elisabeth
 
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nein einfach mit isotonischer lösung abwaschen, ich habe es etwas eingesprüht und mit einem tupfer abgenommen, dann die wunde noch einmal gesäubert mit isotonischem spray und mit isobetadine getupft, dann wieder die honigsalbe drauf, die wunde war fast bis zum knochen und ich habe sie auf diese weise innerhalb von 2 monaten wieder zu bekommen.

lg roter_schlitten
 

schaaaaf

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Medi Honey

hallo zusammen,

ich habe einen Bericht vor längerer Zeit im Fernsehen gesehen über Medical Honey.
Das ist Honig der aus Australien und Neuseeland kommt. könnt ihr aber auch im inter net nach lesen. gibt es über all zu lesen unter dem begriff "MEDI HONEY"!

Wir haben uns dahinter gesetzt. da dieses produkt noch nicht hier auf dem markt ist, haben
wir uns mit der uniklinik Bonn in verbindung gesetzt um am pilotprojekt teilnehmen zu können. Wir haben dem Professor die Situation geschlidert.

Situation: Wir haben einen Bew der hat einen deku grad 4 also schon gefault. Ein chirug entfernte die abgestorbene Haut und darunter kam jede menge eiter zum vorschein. da die wunde auch mrsa befallen war war es für uns schwer nach wochenlanger arbeit den ca 15x10cm großen Deku(der im krankenhaus entstanden war) zu zubekommen.

Dank medi honey, den wir jetzt schon 4wochen benutzen, ist die wunde nicht mehr eitrig und auch schon neues granulationsgewebe hat sich gebildet. weiterhin sind bei mehreren bew ebenfalls dank medihoney, offene septische wunden zugegangen!

Ich kann jedem der eine offene Wunde hat, und diese nicht zu bekommt, medihoney nur empfehlen! aber es gibt in der uniklinik bonn weitere informationen zu!
 

Elisabeth Dinse

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Sicher, das es allein der Honig war?
1. Debridement- Eröffnung der Wundhöhle mit anschließender Entlastung
2. Verbesserung des Allgemeinzustandes des Pat. wird nicht berücksichtigt- eine Wunde existiert nie im luftleeren Raucm sondern ist Teil eines menschlichen Körpers.
3. Zum genauen Therapieverlauf erfährt man nichts. Veränderungen im Lagerungsintervall durch die Verbände usw..


Elisabeth
 

Savannah

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Habe den Bericht über medi honey auch gesehen, scheint wirklich was dran zu sein...Soll vor allem bei Kindern und immungeschwächten Menschen verblüffend erfolgreich sein.
Wenn jemand mehr weiss, bitte posten!


Lieben Gruss
 

Maniac

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Von Kontakt - Das Absolventenmagazin vom Feburar diesen Jahres...

Mal ohne Wertung hier reingestellt:

Im Rahmen einer Promotion am Institut für Lebensmittelchemie entdeckten die Dresdner Forscher jetzt allerdings Honigarten, deren starke antibakterielle Wirkung andere Ursachen hat - darunter auch der aus Neuseeland stammende Honig des Manuka-Baums. Seit Jahrtausenden nutzt die neuseeländische Urbevölkerung Teile des Manuka-Baumes als Heilpflanze. Deren Honig soll zudem eine besonders starke entzündungshemmende Wirkung haben. "Wir hatten sogar einen solchen Baum hier im Institut, erzählt Professor Henle, "aber der ist uns leider eingegangen".

Der Honig selbst ist angeblich so antiseptisch, dass sogar antibiotikaresistente Bakterien gegen ihn keine Chance haben. So genannter Medi-Honey aus Neuseeland, der 10 bis 20 Mal so teuer wie normaler Honig ist, wird in der ganzen Welt verkauft. In Neuseeland sind heute ganze Gegenden auf die Verarbeitung und Vermarktung des Wunderhonigs eingestellt. "Doch keiner wusste, warum dieser Honig eine so starke Wirkung gegenüber einigen Krankheitserregern hatte", erinnert sich Professor Henle.

Durch Zufall kamen die Dresdner Wissenschaftler des Rätsels Lösung auf die Spur. Nachdem man Zuckerabbauprodukte analysiert hatte, die während der Lagerung entstehen, entdeckten die Forscher Methylglyoxal - ein Zuckerabbauprodukt. In herkömmlichen Honigsorten ist eine Menge von ein bis fünf Milligramm pro Kilogramm zu finden. In Manuka-Honig wiesen die Forscher dagegen eine Konzentration von 300 bis 700 mg pro Kilogramm der stark antiseptisch wirkenden Verbindung nach. Diese Menge ist zwar stark entzündungshemmend, "meiner Ansicht nach für den menschlichen Organismus aber möglicherweise nicht mehr unbedenklich," so Henle.

Dem Geheimnis dieses Honigs will der Lebensmittelchemiker jetzt auf den Grund gehen. "Es könnte sein, dass der Manuka-Baum das Methylglyoxal selbst produziert – als Schädlingsabwehr oder durch Stress," vermutet der Professor. Der Teebaum wächst unter extremer Hitze und Trockenheit, was zu besonderen Leistungen des Zellstoffwechsels führen kann. Auch Mikroorganismen von Bienen könnten eine Ursache sein. Andere Quellen sind ebenfalls möglich. "Wir werden bei weiteren Analysen von Manuka-Honig feststellen, ob Methylglyoxal in der nachgewiesenen Konzentration als Abbauprodukt der Zucker auf natürlichem Wege entstanden ist oder sogar synthetisch produziert und dem Honig anschließend beigemischt wurde", so Professor Henle.

Eine Reise nach Neuseeland soll jetzt neue Ergebnisse ermöglichen.
 

Trisha

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Ich kann jedem der eine offene Wunde hat, und diese nicht zu bekommt, medihoney nur empfehlen! aber es gibt in der uniklinik bonn weitere informationen zu!
Hallo Schaaaaf,

zum Thema Pilotprojekt: es gibt eine hohe Zahl solcher Projekte. Die einen nehmen Kernseife, die anderen Olivenöl - und alle schwören auf das jeweilige Produkt. Und keines davon ist zur Wundbehandlung zugelassen!
Ich frage mich: was sagt der Patient eigentlich dazu?

Zu Deiner Empfehlung: um Wunden zur Heilung zu bringen, braucht man mehr als ein gutes Produkt. Wenn medihoney noch nicht mal auf dem Markt ist, kann es maximal im off-label-use und im Einzelfall zur Anwendung kommen.

Und: was ist mit den Diabetikern? Bei dieser Zuckerkonzentration? Schon mal daran gedacht???

LG
Trisha
 

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