News Historischer Tiefstand bei Krankmeldungen setzt sich fort

flexi

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[26.08.2004]


[font=arial,helvetica]Historischer Tiefstand bei Krankmeldungen setzt sich fort
Zum zweitenmal in diesem Jahrist der Krankenstand unter 3 Prozent gesunken. Er hat im August 2004 mit bundesweit 2,67 Prozent erneut einen historischen Tiefstanderreicht: noch nie seit Einführung der Lohnfortzahlung für Arbeiter im Jahr 1970 lag ein Monatswert niedriger
Insgesamt ist damit der Krankenstand im Zeitraum von Januar bis August 2004 gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast 10 Prozent zurückgegangen. Bereits im ersten Halbjahr 2004 war er um 8,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken.
Das niedrige Krankenstandsniveau ist kein Phänomen einzelner Krankenkassen, bei allen Kassenarten ist der deutliche Rückgang des Krankenstandes zu beobachten. Nur die Sondersysteme für besondere Berufsgruppen (Landwirtschaftliche Krankenkassen, See-Krankenkasse und Bundesknappschaft) haben im August Krankenstände von 3 Prozent und mehr gemeldet. Den geringsten Wert weisen die Betriebskrankenkassen mit 2,21 Prozent aus, gefolgt von den Arbeiterersatzkassen mit 2,59 Prozent und den Allgemeinen Ortskrankenkassen mit 2,70 Prozent. Auch die Innungskrankenkassen mit 2,86 Prozent und die Ersatzkassen für Angestellte mit 2,93 Prozent blieben unter der 3-Prozent-Grenze, während die Bundesknappschaft mit 3,91 Prozent und die Landwirtschaftliche Krankenkassen mit 3,94 Prozent knapp unter der 4-Prozent-Grenze liegen. Nur die See-Krankenkasse hebt sich mit 5,92 Prozent deutlich von den anderen Kassenarten ab.


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Quelle: Presse BMGS 3/2004
 

PeterSchmidt

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Na, und wie niedrig oder besser gesagt, wie hoch schätzt ihr wohl den Krankenstand des Pflegedienstes in den Krankenhäusern ein??
Bei 3% liegt er jedenfalls nicht, das ist mal sicher.
Und, direkt weiter gefragt, welche Erklärung(en) könnte es für diese Abweichung wohl geben?
 

Andre_Winter

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Ich finde tragisch, daß so mancher mit dem Kopf unter dem Arm an die Arbeit läuft, um ja nicht seinen Job zu verlieren.
Man könnte die Entwicklung auch anders sehen: Jetzt sind nur noch jene krank, die wirklich was haben.
Damit spricht man aber den krankschreibenden Ärzten jegliche Seriosität ab.
Ich denke, man traut sich angesichts der Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage einfach nicht mehr, zum Arzt zu gehen.
Schließlich stehen mindestens zehn andere vor der Tür, die auf Deinen Job warten.
Sie kriegen ihn, spätestens, wenn man sich bis zur Altersteilzeit durchgekämpft hat und ein halbes Jahr vor der verdienten Rente ausgepumpt ins Gras beißt.
Irgendwann kriegen sie uns doch...leider nicht mit Danone...!

Andreas
 

Akiko82

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Ich habe mich letztens mit meiner Hausärztin unterhalten,
sie sagte, daß sie in ihrer Praxis Pat. hat (hatte), die seit der "Reform" nicht mal mehr krankenversichert sind obwohl sie z. Bsp. an chron. Krankheiten leiden und dringend eine ärztl. Behandlung nötig wäre (um nur mal den Diab. mell. zu nennen).
Wo soll denn das hinführen???

Ich gehe nach wie vor zum Arzt wenn der Schuh drückt.
Obwohl ich selten wirklich zum Arzt muss.

Meiner Meinung nach, wird nur eine Art "Verschiebepolitik" betrieben.
Beispiel: Heute nicht bei jeder Erkrankung die entsprechend notwendige Behandlung.
Dafür in absehbarer Zeit ein Krankenhausaufenthalt um die aus der nicht erfolgten Behandlung resultierenden "Schäden auszumerzen".

Was kostet wohl mehr?

Kopfschüttelnde Grüße, die Aki
 

Dirk

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und um dem ganzen noch einen draufzusetzen :
Beispiel: Heute nicht bei jeder Erkrankung die entsprechend notwendige Behandlung.
Dafür in absehbarer Zeit ein Krankenhausaufenthalt um die aus der nicht erfolgten Behandlung resultierenden "Schäden auszumerzen".
Aufgrund der Fallpauschalierung wird der Patient dann schnellstmöglich wieder nach Hause geschickt, wo er sich die notwendige ambulante Behandlung .. wieder mal nicht leisten kann.

Herzlichen Glückwunsch

DIrk
 

PeterSchmidt

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Dirk schrieb:
Hallo Peter !

Es sind 4,4 Prozent im Schnitt.


Ich habe fast 4 Jahre in einem Bereich mit ca. 70 Mitarbeitern die Krankenquote ermittelt und bin auf durchschnittlich 10% (!) gekommen (Schwankungsbreite ca. 7,5 bis 13,5%), unabhängig von der Planstellensituation, der Organisation im Team, der pflegerischen oder der ärztlichen Leitung. Hingegen ausgewirkt haben sich die jeweiligen Grippewellen im Frühjahr oder im Herbst.
Ich habe die Zahlen auch unserem Arbeitsmediziner vorgelegt, ein methodisches Problem bei der Erhebung war nicht zu ermitteln.
Immerhin konnte er feststellen, daß bei uns die Häufigkeit der Kurzerkrankungen mehrfach höher war, als bei den ihm bekannten Daten.
 

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