Hintere Kreuzband Ruptur beidseits - Gibt es alternative Behandlungsmöglichkeiten?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Chirurgie" wurde erstellt von pantomimo, 27.06.2010.

  1. pantomimo

    pantomimo Newbie

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    Hallo,

    ich wende mich ein wenig verzweifelt an Euch, da ich jetzt nach wochenlangen Recherchen keine befriedigenden Antworten auf meine Fragen bekommen konnte. Ich hoffe daher, dass Ihr mir durch Eure fachlichen Meinungen helfen könnt!

    Zu meiner Person:
    Ich bin 33 Jahre alt, bin 194cm groß und wiege 140kg. Ich habe in meiner Jugend Eishockey gespielt, was ich aufgrund einer hypertrophen Kardiomyopathie und stärker werdendem Asthma bronchiale, unter welchem ich seit frühester Kindheit zu leiden habe, aufgeben musste.

    Dies vorab, damit Ihr euch anamnestisch ein Bild von meiner Physis machen könnt...

    Es folgt eine Abschrift aus dem Krankenhausbericht:

    - - - -

    Diagnose: Kniebinnentrauma bds.
    hintere Kreuzbandruptur bds.
    Bone bruise im ventralen u. lateralen Tibiaplateau bds.
    kleine Knorpelfissur im Bereich des li. Tibiaplateaus
    degenerative Meniskopathie bds.

    Nebendiagnose: Adipositas

    Therapie: MRT der Kniegelenke bds.
    Kühlung, Schonung und analgetische Therapie
    Anlage einer Mecron-Schiene bds.


    Befund und Verlauf:

    Der Patient wurde uns am 21.05. mit den Sanitätern zugewiesen, nachdem er simpel in die Luft gesprungen und anschließend auf ausgestreckten, durchgedrückten Beinen gelandet war. Aufgrund starker Schmerzen war er nicht zu mobilisieren.

    Die körperl. Untersuchung erbrachte einen geringen Kniegelenkserguss li. mit 0-0-80° Beugung. Lachmann-Test war positiv, über dem medialen Tibiaplateau lag etwas Druckschmerz vor. Das re. Kniegelenk zeigte ebenfalls eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung von 0-0-80°, jedoch keinen Erguss. Insgesamt ergab sich der klinische Verdacht auf eine Ruptur der hinteren Kreuzbänder, bei generalisierter ausgeprägter Dehnbarkeit aller Bänder war die klinische Beurteilung jedoch nicht ausreichend.

    Die Röntgenaufnahme des re. Kniegelenks zeigte keinen sicheren Frakturanhalt, die Röntgenaufnahme des li. Kniegelenks erbrachte eine fissurverdächtige Aufhellungslinie.

    Die MRT-Untersuchung erbrachte im ventralen und lateralen Tibiaplateau beider Knie eine Ruptur beider hinterer Kreuzbänder, desweiteren ein Bone bruise mit mäßigem Gelenkserguss. Zusätzlich zeigte sich eine kleine Knorpelfissur ventral und medial im Bereich des li. Tibiaplateaus. Darüber hinaus lagen bereits degenerative Veränderungen der Menisken bds. vor.

    Wir nahmen den Pat. stationär auf, er erhielt Analgetika iv. und wurde aufgrund der stärkeren Beschwerden des li. Kniegelenks in der PTS-Schiene ruhiggestellt.

    Dem Pat. wurde eine PTS-Schiene bds. angelegt. Wir empfahlen eine Arthroskopie des li. Kniegelenks aufgrund der Knorpelfraktur und der stärkeren Beschwerden. Trotz intensiver Aufklärung wollte der Pat. die stat. Behandlung zum aktuellen Zeitpunkt nicht fortführen.


    Empfehlung für das Procedere:

    Wiedervorstellung nächste Woche zur Planung der Arthroskopie des li. Kniegelenks. PTS-Schienen bds. insgesamt für 6 Wochen zur Verhinderung einer hinteren, fixierten Schublade. Für diesen Zeitraum Teilbelastung des li. Kniegelenks, Vollbelastung re. Kniegelenk an UAGS. Thromboseprophylaxe mit Mono-Embolex 3000 1x täglich. Weitere 6 Wochen Donjoy-PCL-Schienen bds. tagsüber, nachts weiter PTS-Schiene, anschließend gehaltene Aufnahmen zur Abklärung der Notwendigkeit einer möglichen HKB-Ersatzplastik.

    - - - -

    Ich war 5 Tage im Krankenhaus, drängte aber auf Entlassung, da mir die empfohlene arthroskopische OP panische Angst bereitet. Darüber hinaus sind mir das Risiko und der Nutzen einer etwaigen OP verhältnismäßig zu ungünstig, da sich durch meine Herzkrankheit gleich das Operationsrisiko aufgrund der Vollnarkose erheblich erhöht. Lokale Anästhesie oder PDA kommen für mich nicht in Frage.

    Zuhause angekommen habe ich mich sofort im Internet nach Alternativen umgeschaut, fand aber keine zufriedenstellende Ansätze. Bis ich dann auf dieses Forum stieß...

    Mittlerweile bin ich nahezu beschwerdefrei und bin nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen. Mit den PTS-Schienen und an Krücken kann ich ohne Schmerzen problemlos gehen. Ohne die Schienen und die Krücken kann ich zwar auch gehen, traue mir aber natürlich nicht mehr zu, da ich mein li. Knie aufgrund eines Haarrisses am Tibiakopf nur teilbelasten soll.

    Alternativ behandle ich mich teilweise unterstützend mit homöopathischen Mitteln, z.B. Symphytum, Ruta graveolens, Arnica und Hypericum (alle in C30). Mit täglichen Beinwell-Auflagen (Symphytum, "Schwedenkräuter") und konsequenter Kühlung sowie Kneipp'schen Güssen konnte ich bisher sehr gute Ergebnisse erzielen. Zwar fühle ich mich ohne Schienen noch immer instabil, doch wird alles allmählich immer besser. Von der anfänglichen erheblichen Instabilität meiner Knie ist gar nichts mehr zu spüren, obwohl ich physiotherapeutisch noch nichts unternommen habe. Dies ist in den nächsten 2 Wochen geplant.


    Ist eine OP in meinem Fall wirklich notwendig?

    Kann ich mit gezielten Quadrizepsmuskulatur-Übungen wirklich etwas erreichen?

    Gibt es noch weitere alternative Behandlungsmöglichkeiten, von denen Ihr mir berichten könnt?



    Vielen Dank im Voraus für Eure Meinungen und Kommentare!

    Es grüßt,

    P A N T O M I M O
     
  2. narde2003

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    Hallo,

    ich weiss es ist unbefriedigend für dich, aber wir können dir hier keine passende Antwort geben.
    Zum einen sind Ferndiagnosen unmöglich und zum anderen nicht erlaubt.

    Bei Kreuzbandrupturen scheiden sich in der Regel die Geister.

    Wichtig wäre für dich einen Orthopäden zu finden zu dem du Vertrauen hast und der dich berät.

    Meine Kreuzbandruptur, wenn auch nur vordere wurde nicht operiert und es geht mir wieder gut, hatte allerdings auch nie eine Schiene. Mein Knie war mit Kinesiotape getapet - das solltest mit deiner Physiotherapeutin besprechen, wäre ggf. eine Alternative. Allerdings aus der Ferne eben nicht zu sagen, mach es oder auch nicht.

    Das ganze dauert, bei mir war es nach 6 Monaten besser und nach 9 Monaten wieder alltagstauglich.

    Gute Besserung
    Narde
     
  3. pantomimo

    pantomimo Newbie

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    Hallo Narde,

    Danke vielmals für Deine prompte Antwort!

    Ich versuche alles daran zu setzen eine OP zu umgehen, da ich tatsächlich eine panische Angst im pathologischen Sinne habe. Ich habe sogar vor Blutabnahmen furchtbare Angst, auch wenn sie mir nicht wehtun und ich eigentlich weiss, dass ich danach nicht gleich sterbe. Ich bin deshalb auch in psychologischer Behandlung, da meine Angst ihren Höhepunkt in heftigen Panikattacken findet. Schlimmer noch: ich werde bei solchen Attacken auch noch aggressiv, was eine Behandlung teilweise unmöglich macht. Mit Untersuchungen wie Röntgen, CT oder MRT kann ich umgehen, da diese ja nicht invasiv sind.

    Von diesen Kinesiotapes habe ich schon viel Positives gehört und werde dies mit meiner Physio besprechen. Das hört sich nach einer guten Alternative für mich an! Desweiteren habe ich meinen Kilos den Kampf angesagt und habe mir einen neuen Ernährungsplan zugelegt, da es wohl nicht effektiv ist, wenn mein Gewicht meine Knie unnötig belastet.



    - - - -


    Ich bitte um weitere Erfahrungsberichte hinsichtlich Kreuzbandrupturen, Meniskopathien oder Verletzungen der Gelenkköpfe!
     
  4. pantomimo

    pantomimo Newbie

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    Der Stand der Dinge!

    Alsoooo...

    Nach jetzt über zwei Monaten PCL-Schienen und Krücken war ich's endlich leid, hab die Gerätschaften auf den Dachboden geschmissen und will sie erstmal nicht wieder sehen. Ich habe sofort damit begonnen eigenständig Kraftübungen auszuführen und war sogar schon einmal schwimmen. Klar, jetzt auf Teufel komm raus einfach losrennen.. das funktioniert nicht!

    Ich werde definitiv meine Knie nicht operieren lassen, da ich wieder so gut wie ohne Einschränkungen laufen und beide Knie auch beugen und strecken kann. Das reicht mir schon. Und weil ich gerne leichten Sport treibe, ist es auch vollkommen ausreichend, wenn ich mich (wieder) in einem Medizinischen Fitnesstempel anmelde, um meine Knie auf lange Sicht zu trainieren. Ich denke mal, wer rastet, der rostet ;)

    Sollte es irgendwann einmal wirklich nicht mehr gehen, werde ich mich wohl oder übel operieren lassen müssen, denn ich hab sicher keine Lust im Rollstuhl zu sitzen. Meinen Informationen zufolge kann im Laufe der nächsten Jahre eine Arthrose entstehen, erst recht im Hinblick auf meine bereits degenerativen Menisken. Aber ich möchte das ganz einfach abwarten und erstmal auf mich zukommen lassen....

    Im Moment geht es mir gut und ich bin beschwerdefrei! :flowerpower:


    P.S. Ich muss hier nochmal was "am Rande" loswerden: Der Arzt, der meine Diagnose stellte, diagnostizierte bei der Großmutter meiner Frau Gallensteine, obwohl weder die Gallenblase noch die Gallengänge überhaupt vorhanden sind. Komisch, neh?!??
    :gruebel:
     
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