Hilfestellungen und Anregungen nach einer Totgeburt

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Gaby, 31.01.2003.

  1. Gaby

    Gaby Gesperrt

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    Hilfestellungen und Anregungen nach einer Totgeburt

    Langsames und behutsames Vorgehen! Sich vortasten!

    Einfühlsam sein!

    Zeit geben!

    Die Eltern fragen, ob sie ihr Kind sofort sehen möchten, ob sie Zeit benötigen. Wir vielleicht das Kind waschen und anziehen sollen!

    Es kommt immer wieder dazu, dass die Frauen ihr Kind nicht sofort sehen möchten. Das ist ein natürlicher Vorgang. Setzt man sich in die Situation der Frauen hinein, versteht man, wie viel Angst dahinter steckt!

    Eltern behutsam auf ihr Kind vorbereiten. Gerade wenn die Kinder mit Missbildungen zur Welt kommen.

    Auch wenn die Eltern ihr Kind nicht sofort sehen möchten – immer wieder nachfragen. Wenn man das Gefühl hat, die Eltern haben Angst – behutsam nachfragen ...

    Eine Möglichkeit die sich anbietet – ist es den Eltern ihr Kind zu beschreiben. Wie sieht es aus. Was ist besonderes an dem Kind.

    Verstehen und zulassen, wenn die Mutter das Kind nicht sehen möchte!

    Manchesmal möchte auch nur ein Elternteil das Kind sehen – dieses ermöglichen. Auch dann anbieten und nachfragen, ob Mutter – Vater mit dem Kind alleine sein möchten!

    Die Eltern nicht versuchen zu überreden – sich ihr Kind anzusehen!

    Sollte ein Elternteil versuchen, dem anderen unbedingt die Notwendigkeit zu vermitteln – er solle sich das Kind ansehen. Behutsam versuchen zu vermitteln! Vielleicht braucht der andere noch Zeit – vielleicht möchte er einfach nicht! Viele Krisen sind aus so einer Situation schon entstanden!

    Weinen zulassen!

    Klagen verstehen!

    Schmerz und Leid, ertragen können!

    Eine Berührung, eine Umarmung, löst viele aus ihrer Erstarrung. Berührungen gezielt eingesetzt helfen zu lösen. Betrachtet mal die Körperhaltung, die Atmung eines Menschen wenn ihr ihn berührt. Verkrampft sich jemand, atmet er schneller – ist es vielleicht nicht angebracht. Man merkt in der Regel sehr genau, ob es für den Betroffenen angenehm ist oder nicht!

    Wichtig ist aber auch der Ort der Berührung!

    Die Eltern aus ihrem Schock holen, ihnen aber auch Zeit dazu geben.

    Einfach nur da sein!

    Aber auch zu fühlen und zu fragen, möchten sie mal alleine sein?

    Wenn dem so ist – trotzdem in der Nähe bleiben. Sagen, ich bin in ihrer Nähe – sie erreichen mich ... – dort auch tatsächlich anwesend sein. Immer wieder nachsehen und nachfragen.

    Gespräche anbieten.

    Das Licht einer Kerze strahlt enorm viel aus!

    Musik bringt vieles zum Fließen!

    Aromatherapie, Homöopathie andenken!

    Fragen, ob die Eltern jetzt gerne jemanden bei sich hätten!

    Die Eltern nach dem Namen des Kindes fragen – das Kind beim Namen nennen!

    Den Eltern anbieten Fotos zu machen. Werden diese jetzt nicht gemacht – gibt es dazu keine Gelegenheit!

    Sollten die Eltern dazu nicht bereit sein – gibt es immer die Möglichkeit folgendes anzubieten. Ich mache Fotos von ihrem Kind – sie kommen z. B. zur Krankengeschichte, ich hebe sie für sie auf ... - wann immer sie die Fotos möchten, rufen sie mich an ...

    Die Möglichkeit eines Videos anbieten!

    Wichtig ist es für die Eltern zu wissen, was weiter mit ihrem Kind geschieht!

    Wenn möglich, versuchen – ein Bett für die Frau auf einer Gynäkologie zu bekommen – nicht unbedingt auf einer Wöchnerinnenstation.


    Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Anregungen geben - eine Diskussion zu diesem wenn auch sehr traurigen Thema beginnen.

    Schicke euch ganz liebe Grüße aus Wien

    Gaby
     
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