Hilfestellung beim WC-Gang - Haltepunkte!

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von Marion ThÜringen, 10.12.2014.

  1. Marion ThÜringen

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    Hallo alle ich habe folgendes Problem auf meiner Tour sind 2 - 3 Patienten die mehr Hilfe als normal beim WC Gang benötigen.
    Mein Problem ist das festhalten der Patienten an Mir beim Aufstehen und Hinsetzen auf das Wc . Ich habe ja nix gegen am Rüken es halten nur wenn es dann schon fast mehr oberhalb des Po ist fühle ich mich fast schon belästigt. Wie macht ihr das mit anregender Darmmassage damit der Patient sich im Wc entlehrt und es dann nicht n den Inkoslip geht. Darf ich Patient loben wenn Bauch lehr geworden ist.

    Sind das nur Probleme bei mir oder kennt ich die auch ?

    Cu Marion
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Steh mal vom Stuhl auf und beobachte deinen Bewegungsablauf. Bitte jetzt jemanden, sich vor dich zu stellen und versuche den von dir gewünschten Haltepunkt und den von den Pat. favorisierten. Wann brauchst du mehr Kraft zum Aufstehen. Frag deinen Partner, wann er mehr leisten musste.

    Eine anregende Darmmassage in sitzender Haltung bringt nix für die prompte Entleerung. Die wenigsten Pat. finden es übrigens toll sich in einen Pampers zu entleeren.

    Darf ich fragen, welche Ausbildung du hast?

    Elisabeth
     
  3. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    und was ist mit Toilettensitz mit Armlehnen zum Abstützen ?

    Zur Damrmassage: was sagt Euer Standard?
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn das im Standard stehen sollte, dann würde mich die wissenschaftliche Begründung dazu interessieren. Die müsste im Standard mit enthalten sein.

    Zum Toilettensitz mit Armlehnen- sind die sinnvoll beim physiologischen Ablauf beim Aufstehen?

    Wie hoch ist die Toilettenschüssel? Hast du hier eine Erhöhung ist das Ausfstehen leichter und auch der Punkt, wo der Pat. Hilfe sucht, dürfte höher leigen.

    Elisabeth
     
  5. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Das mit der Sitzerhöhung ist gut. Durchaus lässt sich auch ein WC einbauen das grundsätzlich höher ist. Sowas - wurde für meinen Stiefvater im Eigenheim gemacht, nach einer Amputation ab Knie. Bei seinem Körpergewicht, der schieren Masse - wäre die wacklige Angelegenheit mobile Sitzerhöhung - eher nix gewesen. Die Teile in der Klinik - nicht überzeugend.
    An der Wandseite gibt es zusätzlich einen Haltegriff - für ihn das richtige.
    Ich frage mich, Du als Pflegende bist ja nur kurz da - wie läuft es sonst, am Rest des Tages?
    Wer hilft wie.
    Dann kommt noch der Faktor Gewohnheit oder auch beim einzelnen Bequemlichkeit dazu.
    Hr. Meier/ Müller ist es so und so gewohnt - obwohl das keinerlei Aspekte hat die mir (Rücken und so) entsprechen, aber nur SO kennt er es halt und erwartet das auch von mir. Im häuslichen Umfeld - wohl schwieriger da anders vorgehen zu wollen, als in der Klinik.
    DA - guck ich erst mal, wie macht Hr. Meier/ Müller das, ruft er gleich um Hilfe, einfach weil ich verfügbar bin, obwohl er es letztlich mit etwas Mühe und etwas Zeit selbst schaffen kann - oder schafft er es tatsächlich aus dem und dem Grund nicht.
    Hat er z.B. eine Veränderung seiner Mobilität zu kompensieren, muss erst einen, seinen Weg damit finden.
    Nur weil es mit meiner Hilfe schneller geht - bin ich noch nicht überzeugt auch sofort eingreifen zu müssen.
    Die andere Frage - ist das "nur" Dein Problem - sprich werten das die anderen Kollegen, die ja auch dort sind - genauso?
    Geht es den meisten anderen auch so - oder bekümmert das nur Dich/ einzelne. Wird darüber gesprochen?
    Der Faktor Zeitersparnis von Seiten der Pflegenden - könnte auch eine Rolle spielen. Wie bei vielem anderen auch. Man macht manchmal das was am schnellsten geht, nicht das was am sinnvollsten wäre.
    Du fühlst Dich fast schon belästigt, wenn...lässt mich nicht ganz los. Der Patient ist es gewohnt, genau dahin zu greifen, weil das bisher so gehandhabt wird, warum auch immer. Ob es dem Patienten angenehm ist?
    Bei jeder täglichen Intimpflege - belästige ich irgendwo auch - den Patienten, erwarte/erhoffe primär eine neutrale Grundhaltung - er/sie soll es zulassen, weil es notwendig ist. Wieviel Gedanken machst Du Dir dabei?
     
  6. Beetlejucine

    Beetlejucine Stammgast

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    Mir fallen hier Hüfthaltegürtel, die es einem Patienten erlauben sich festzuhalten.

    PM-Alpha Haltegürtel - PETERMANN - Hilfsmittel für immobile Menschen

    Das ist ein Hilfsmittel und kann vom Arzt verordnet werden (geht nicht über sein Budget).

    Man kann diese Gürtel auch dem Patienten umlegen, oder beide tragen einen. Man kann damit prima Transfers durchführen.
     
  7. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    @ Elisabeth:

    Bist Du jetzt bei irgendeinem nationalem Expertenstandard? Bei hausinternen Standards eine wissenschaftliche Begründung? Oha, da werden keine Quellen benannt....
    Natürlich kann ich in einem internen Standard beschreiben, wann, wie bei wem und wie oft eine Darmmassage durchgeführt wird, in der Hoffnung, dass sich alle daran halten...

    Und zu den Armlehnen: gerade die Stärkung der hinteren Armmuskulatur steht in allen Broschüren, Heftchen etc. die ich gerade zum Thema Mobilisation im Alter gelesen habe. Hier wird immer geraten, die Senioren zum eigenständigen Aufstehen durch Abstützen auf den Armlehen zu ermuntern. Da diese Broschüren mehrfach unter der Mitwirkung von Physiotherapeuten erstellt wurden, glaube ich ganz fest daran, dass auch ein Toilettensitz mit Armlehnen sinnvoll beim physiologischen Ablauf ist!
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *ggg* Ich hab schon ganz bewusst nach wissenschaftlichen Grundlagen gefragt.



    Zum Aufstehen- ein Broschüre ist sicher ganz nett. Sie krankt dummerweise am entscheidenden- den Ressourcen. Was kann der Pat. und warum wählt er diese Art des Aufstehens und keine andere.

    Wenn ich jetzt deinem Tipp mit den Armlehnen folge... das wäre das absolute Optimum beim Aufstehen... ... hier kann man schön sehen, wie Armlehnen den Ablauf verändern können. Man kann Alternativen zu den fest montierten Armstützen auch witzig darstellen... .

    Elisabeth
     
    #8 Elisabeth Dinse, 10.12.2014
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 15.05.2015
  9. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Noch eine Anmerkung, dann gebe ich auch Ruhe :-)
    Auch im Alter kann man Dinge (wieder-)erlernen bzw. trainieren und wenn ich an den zu erwartenden neuen nationalen Expertenstandard zur Mobilisation denke, dann wird darin stehen, dass früh begonnen werden sollte, Ressourcen zu erhalten, also Training, bevor Verschlechterungen eintreten :fidee:
     
  10. narde2003

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    ist eine tolle Sache, nur muss auch noch der Patient dabei mitmachen bzw. seine Ressourcen dazu nutzen. Ich habe das Beste Beispiel für das Gegenteil zuhause... - aber wir kommen vom Thema ab.
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Alter bringt es dummerweise nun mal mit sich, dass man zwar viel lernen kann im kognitiven Bereich- die Muskelkraft aber abnimmt. Bei unserem Beispiel hat der Betroffene einen Weg für sich gefunden, wie er seine verbliebenen Ressourcen optimal nutzen kann. Das Problem ist die Pflegkraft. Der letzte Link von mir, wäre eine Idee sofern ein entsprechendes Wägelchen/Gehbock noch vor die Toilette passt.

    Warum nutzen viele Bew. die Griffbügel nicht? Sie sind seitlich angebracht. Da spielt die Angst vor einem Sturz eine Rolle. Die Bewegungsabläufe bei älteren Menschen sind langsamer. Die Arme sind nicht mehr frei um einen Sturz abzufangen.

    Wie geschrieben- einfach mal selber ausprobieren und nicht auf Broschüren vertrauen. Wir sind die Experten für den Alltag- neben den Ergos- und nicht die Physiotherapie.

    Elisabeth
     
  12. Beetlejucine

    Beetlejucine Stammgast

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    Die Haltegürtel, die ich angeführt habe sind ebenso eine sehr gute Hilfe!

    Vor Allem kann man sie in der ganzen Wohnung nutzen. Sie geben ein optimales Sicherheitsgefühl, denn das ist das, was am meisten hemmt.
     
  13. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Hoppla, Elisabeth, die Physiotherapeuten sind doch sehr wohl Experten, was die Mobilität angeht. Und einen Austausch find ich immer gut; wer bin ich denn, dass ich meine, für alles eine Antwort zu haben?
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mobilität im Alltag ist wohl eher das Feld der Ergotherapeuten und eigentlich auch der Pflegekräfte. Im Alltag muss das zur Anwendung kommen, was in "Laborsituationen" mit der Physiotherapie geübt wurde. Hier entscheidet sich, ob und wie etwas umgesetzt werden kann.


    Elisabeth
     
  15. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Vielleicht können wir uns auf einen interdisziplinären und multiproffessionellen Austausch zur Verbsesserung der Situation pflegebedürftiger Menschen einigen? Nur weil jemand einer Berufsgruppe angehört, hat er vielleicht doch Kenntnisse, Ideen und Fachwissen auf anderen Gebieten :-)
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Da gehe ich komplett mit.

    Vor einigen Jahren wurden dem Haus Rutschbretter angeboten. Unsere Kinästhetiktrainerin lud den Vertreter zu einer Veranstaltung ein. Er sollte dort sein Produkt vorstellen. Es kam anders. Er nahm die Einladung dankend an- aber nicht zum Vorstellen sondern zum Lernen. Er war eigentlich Fernsehmechaniker und hatte keinerlei Ahnung von der Materie. Er war im Schnellverfahren angelernt worden von "Fachpersonal".

    Ähnlich sehe ich das mit den Broschüren. Physiotherapie ist nicht gleich Physiotherapie. Ich muss mit körperlich eingeschränkten Pat. gearbeitet haben um etwas empfehlen zu können. Das ist leider nicht immer der Fall. Hinzu kommt, dass die Empfehlungen der Physiotherapie noch angepasst werden um den Verkauf der diversen Hilfsmittel zu optimieren.

    Elisabeth
     
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