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Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Schewster Julchen, 01.07.2009.

  1. Schewster Julchen

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    Hallo ihr Lieben,

    ich bin seid 5 Jahren auf ITS und war bislang immer zufrieden mit meinem Beruf.
    Nun bringen mich die kleinsten Dinge zur Rage.
    Zum Beisiel furchtbare Zimmer zu übernehmen (Unordnung,kein Material im Zimmer usw.)
    Besonders merke ich dass, sobald ich im Spätdienst 3 oder im Nachtdienst 4 Pflegeaufwändige Patienten habe, ich mich sehr unter Druck setze um meine Arbeit zu schaffen und dabei trotzdem gut zu sein.
    Vor allem macht es mich so wütend das manche Kollegen ihr Arbeit nicht mehr Ernst nehmen und ich Patienen ungepflegt übernehme, das ich mir nur vor den Kopf schlagen könnte und ich zusätzliche Arbeit habe.
    Kurz um, ich glaub ich muss weg von der Station-da die Pflegesituation nur schlimmer statt besser wird und ich mit meiner Einstellung mich entweder fertig mache oder an Qualität verliere.
    Nur was gibt es für eine Alternative?
    Ich könnte gut auf den Schichtdienst verzichten aber auch nicht unter 1500 Euro Netto verdienen.
    Bitte um Vorschläge oder Tipps wie ich wieder Freude an meinem Job bekomme, denn eigentlich liebe ich es zu Pflegen.:nurse:

    Danke
    Julchen
     
    #1 Schewster Julchen, 01.07.2009
    Zuletzt bearbeitet: 01.07.2009
  2. Binca

    Binca Junior-Mitglied

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    Na, das hört sich aber nicht gut an. Bei uns im Haus kann man in solch einem Fall sich für einen gewissen Zeitraum auf Normalstation versetzen lassen. Das bringt Abstand ! Mir ging es vor zwei Jahren ähnlich, war kurz vorm Burn out. Mir hat die Versetzung viel gebracht.

    LG Binca:-)
     
  3. Teilzeitschwester

    Teilzeitschwester Poweruser

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    Ich nehme mal an, Du arbeitest in einem größeren Haus(?), könntest auf Stationen-die für Dich in Frage kommen hospitieren und Dich dann umsetzen lassen...
    hat bei mir grad wunderbar funktioniert.:-)
    Welche Bereiche würden Dich denn interessieren??
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    http://www.univie.ac.at/BR-AUP/pdf/burn-out-stadien.pdf

    Hol dir profesionelle Hilfe. Lass dich als erstes krank schreiben. Bei der Krankschreibung wird es nicht mit 2-4 Wochen getan sein. Such dir eine Klinik, die auf Burnout spezialisiert ist. Du wirst auf den Aufnahmetermin lange warten müssen. Lass dich davon nicht abschrecken. Nach der Klinik brauchst du einen ambulanten Therapeuten vor Ort, der dich weiter begleitet.

    Ein Wechsel der Station bringt nichts, weil das Übel nicht die Station ist sondern die allgemeine Konstellation: eigene Persönlichkeitsstruktur als Burnout-Risiko verbunden mit den aktuellen Anforderungen in unserem Beruf.

    Man kann wieder gesund werden... aber man muss viel investieren.

    Elisabeth
     
  5. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Aus persönlicher Erfahrung weiß ich, dass man so eine Phase auch auf der aktuellen Station durchleben kann.

    Ich befand mich wohl in einer ähnlichen Situation im letzten Jahr und mittlerweile mit einigen Erfahrungen reicher, mit Motivation und dank meiner Kollegen/innen sowie Freunde und Familie bin ich aus diesem Gefühl gut heraus gekommen.

    Nun bin ich seit mehr als einem halben Jahr gestärkt, wie niemals zuvor.

    Das ist ein gutes Gefühl.


    Herzliche Grüße und Viel Erfolg.
     
  6. Schewster Julchen

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    Könntest du mir bitte vielleicht einige Beispiele nennen die die motiviert haben??
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ähm, Frau Hellseherin - muss dass sein??

    Die MUSS keinen Burnout haben! Möglich ists, aber das jetzt gleich als Faktum hier vorauszusetzen halte ich für falsch. Mach sie nicht kränker als sie vielleicht ist!!
     
  8. saphena78

    saphena78 Junior-Mitglied

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    Hallo Julchen!

    Hast Du vielleicht anderweitig, also im Privaten momentan auch noch Streß, oder Belastungen im Moment?

    Ich durchlebte vor einigen Jahren auch so eine Phase, wir hatten in der Arbeit megaviel zu tun, lauter schwerst kranke Patienten ohne Perspektive und zudem lag mein Vater auch noch im Sterben. In der fünften Nacht, als ich das Bett einer Patientin zum 8x frischmachen musste war ich so weit, dass ich ...... Ich sage es lieber nicht.
    Ich war nur noch genervt, von dieser sinnlosen arbeit und meinen Kollegen, die meiner Meinung nach auch oft zu lax mit der Arbeit umgingen.

    Bei mit hat eine kleine Auszeit geholfen. Erst war ich 2 Wochen lang krank geschrieben, weil mein Vater dann gestorben ist und dann hatte ich 6 Wochen Urlaub.

    Danach ging es mir wieder besser. Wobei mein Hauptproblem eigentlich nicht in der Arbeit lag, sondern im Privaten. Deshalb meine Frage.

    Bezüglich der Versetzung auf eine andere Station bin ich nicht überzeugt, denn vermutlich wirst Du da auf die gleichen Probleme stossen.

    Wann hast Du denn Urlaub? Vielleicht helfen schon ein paar Wochen Auszeit.

    LG und Kopf hoch
     
  9. Schewster Julchen

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    Das ist ja das Schlimme, ich bin gerade erst aus dem Urlaub gekommen.
    Ich hatte vor meinem Urlaub viel gearbeitet, bin eingesprungen aber es hat mir nichts ausgemacht.Nach meinen 3 Wochen Urlaub habe ich mich auch gefreut auf die Station aber Montag dann der Schock.
    Ja sicher haben mich die Dinge vor meinem Urlaub auch gestört-also was zum Beispiel meine Kollegen betrifft. ( Hab schon das Gefühl das ich in meinem Team als Nörgeltante abgestempelt werde weil ich es auch rauslassen muss)
    Ich hab Angst das ich meinen Job bald nicht mehr machen kann.
    Privat mach ich mir Sorgen um meinen Vater weil er sehr viel raucht und abbaut, dass wird im Unterbewusstsein sicher eine Rolle spielen.
    Manche Kollegen meinen auch das mir der Ausgleich (Familie) fehlt. Wir sind ja schon am Basteln aber ob es wirklich nur das ist...das mein Augenmerk zu sehr auf der Arbeit liegt?
    Ab heute hab ich 5 Nächte-hoffe das ich mich vielleicht nur wieder eingewöhnen muss (allerdings spricht dagegen das ich mich schon vor meinem Urlaub so innerlich aufregt habe)
    Mich nervt auch das unsere Jüngsten so Lachs sind...und wenn ich was sage dann fühlen sie sich angegriffen...hab letztens ein Pat. mit einem 2.2 BZ übernommen sie hatte ihr zwar :knockin: 8g Glucose 40% gegeben aber NICHT kontrolliert somit war der Zucker dann 2 mmol/l - aber wenn man was sagt dann ist man die Böse.
    Sicher macht jeder mal Fehler aber man muss doch eine gewisse Achtung haben
     
  10. Lin

    Lin Poweruser

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    Hallo Julchen,

    ich kann dich sehr gut verstehen. Ich bin auch eine, die sehr perfektionistisch veranlagt ist und wenn andere schlampig sind, muss ich mich auch zusammenreißen, dass ich mich nicht darüber ärgere. Aber es wird immer und überall Mitarbeiter geben, die Zeug rumliegen lassen. Vielleicht war es auch sehr stressig und deine Kollegen haben keine Zeit gehabt, aufzuräumen. So was ist immer schwierig zu beurteilen. Ich spreche solche Dinge immer bei den Betreffenden an, meist ist dann auch kurze Zeit besser und sie achten darauf, aber nach einiger Zeit ist es so wie vorher.

    Das mit dem BZ ist natürlich eine schwere Unachtsamkeit und du bist verpflichtet dies anzusprechen. Hat es bei deiner Kollegin keine Wirkung und sie sieht ihren Fehler nicht ein, dann über den Vorgesetzten. So etwas darf einfach nicht passieren.
    Ich bin zur Zeit auch soweit, dass ich zuhause nicht mehr abschalten kann und werde jetzt erst mal meine Stunden reduzieren. Bei mir liegt es eher daran, dass Personal fehlt und man vielleicht ein, zwei Tage frei hat und die reichen einfach nicht aus um sich zu erholen. Natürlich wird mir der geringere Verdienst auch ein wenig weh tun, aber ich muss es in Kauf nehmen, da mir mein körperliches Wohl vorgeht. Wechseln will ich derzeit nicht, weil mir das Fach gefällt und ich mich auch sonst im Team wohl fühle.
    Ich denke mit deinem Verdienstwunsch ist es sehr schwierig, etwas passendes zu finden. Spontan fällt mir da nur OP oder Anästhesie ein.

    Ich wünsche dir jedenfalls alles Gute.

    Gruß,
    Lin
     
  11. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Hallo Julchen,

    ich bin wohl eher die Perfektionistin. Dies kann bzw. nervte meine Kollegen/innen über Jahre hinweg. Dabei nervte es mich schon immer, wenn Kollegen/innen schlampig arbeiteten. Dennoch sagte ich meist nichts dazu und arbeitete es einfach weg. Dann kam jedoch der Bruch und ich sagte auch mal was. Da begann die Unzufriedenheit, mein persönliches Unverständnis und heute stehe ich zwar immernoch als Perfektionistin da, aber mich nervt es schon lange nicht mehr. Die Kollegen/innen müssen ebenso Verantwortung für ihre Handlungen oder Nichthandlungen tragen. Das Problem ist das Gesetz, denn als FKS /FKPF trägt man mehr Verantwortung.

    Dennoch habe ich einen Weg gefunden genau mit diesen Situationen gut umzugehen. z.B. dokumentiere ich schon immer sehr haargenau und gleichzeitig gestehe ich mir selbst keinerlei großartige Schluderei zu. Dennoch kann es mal passieren, dass ich auch Fehler mache bzw. etwas vergesse. Meist sind es Lapalien und sehr selten. Dennoch kann ich genau damit heute leben, denn ich bin auch nur Mensch.

    Ebenso ist eine gute Teamarbeit wichtig.

    Manchmal muss man sich einfach mal auslassen bei Kollegen zu den man Vertrauen hat und dann geht es auch wieder weiter.

    Mich langweilte selbst die größte und heftigste Intensivstation und das war für mich ziemlich erschreckend.
    Wenn man eine weit über 20 Betten- Intensiv mit bald genauso vielen Beatmungsplätzen und ständigen Rea`s und Einsätze von Gerätschaften ausserhalb einer Normalen ITS als langweilig betrachtet, dann ist irgendetwas im Busch.

    Mittlerweile weiß ich, dass das Privatleben eine sehr große Rolle spielt und das man manchmal auch einen Weg in eine gehobenere Position wagen sollte, um sich wieder zu fordern.


    gvlg, pericardinchen.
     
  12. Maddink

    Maddink Junior-Mitglied

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    Man muß nicht alles im Leben auf dauer ertragen, man kann sich beruflich auch für eine Zeitlang umorientiren. Mir ging es nach der Pneumowach, auch so !!!
    Wenn man sich selbst hohe Ziele in der Pflege steckt, wird es immer ein Kampf sein, da es leider Kollegen gibt, die einiges sehr locker sehen.
    Ich habe danach zwei Jahre lang in der Lebenserhaltenden Medizintechnik als Anwendungsberater gearbeitet, hier gibt es viele schöne Tätigkeitsbereiche. Eine echt gute Bezahlung und kein Schichtdienst.
    Ich habe dort viel gelernt und mir vorallem, wieder neue Kraft für unseren Job geholt.
    Ich weiß das Intensivpflegekräfte dort mit Kußhand genommen werden und warum ich wieder Pflege Arbeite, ich liebe meine Arbeit einfach.
     
  13. Perfektionissmus ist in einem solchen Beruf aber auch angebracht (finde ich zumindest!). Kann es sein, dass die anderen nicht genervt, sondern ein wenig neidisch sind??? Klingt albern, aber bei manchen hört ein solches Verhalten auch im Alter nicht auf!... Ich habe es bei einer guten Freundin von mir gesehen, die die Ausbildung zur Kinderkrankenpflegerin gemacht hat. Nachdem Kinder häufiger verlangt haben, das nur SIE Fiebermessen darf, fühlten sich einige Kolleginnen auf den Schlipps getreten und dann ging das Mobbing los... Sie hat trotzdem die Lehre dort durchgezogen, doch war sie definitiv nicht mehr die, die sie einmal war!...

    Nun hat sie das KH gewechselt und arbeitet mit Kollegen zusammen die es freut, wenn ein Kind im Personal eine Vertrauensperson gefunden hat- man weiß dort ihre Fähigkeiten zu schätzen!

    Hast du denn schonmal überlegt, ob ein Wechsel für dich nicht auch in Betracht kommen würde? Ihr hat es zumindest sehr geholfen....


    Lass dich nur nicht unterkriegen- es wäre schade, wenn du an so etwas kaputt gehen würdest und vielleicht sogar noch die Liebe zu deinem Beruf verlierst!!! Lieben Gruß
     
  14. Sandy32

    Sandy32 Gast

    Hey Julchen !

    Nehme an du hast die Fachausbildung ??? Wenn ja , was hält dich davon ab in die Anästhesie zu wechseln . Schichtdienst weg und du hast mal was geregeltes , der Gehalt stimmt auch .
    Solche Phasen habe ich auch schon durchgemacht . Normalstation kann ich mir jedoch überhaupt nicht mehr vorstellen .Keine Angst Burnout wirste sicherlich nicht haben
    Dort erwartet einen noch viel mehr durcheinander und es wird sicherlich noch schlimmer werden.
    Wünsche dir viel Glück bei deiner Entscheidung und drücke dir die Däumchen....
    Lass uns dran teilhaben für was du dich entschieden hast und wie es dir ergeht .

    LG Sandy:nurse:
     
  15. kinflow

    kinflow Junior-Mitglied

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    hallo julchen
    deine wahrnehmung von den zuständen in deinem arbeitsberich könnte ein wundervolles geschenk für deine kolleg/innen sein.
    du kannst deine beobachtungen ganz ohne bewertung äußern und den anderen mitteilen wie es dir damit geht und was dir wichtig ist. und um dem ganzen eine richtung zu geben eine bitte äußern.
    z.b. könnte sich das so anhören:
    wenn ich sehe, daß im arbeitsplatz xy dies und das (genau benennen) unversorgt geblieben ist bin ich frustiert. da mir zuverlässigkeit und die sicherheit des patienten wichtig sind, bitte ich dich den arbeitsplatz in zukunft ordentlich (arbeitsgerät ist an seinem platz) zu hinterlassen.
    danach kannst du noch fragen was dein gegenüber gehört hat um sicherzugehen, daß dein anliegen auch wirklich verstanden wurde.
    solange du in deiner mitteilung auf vorwürfe, unterstellungen und bewertungen (z.b. du bist so was von schlampig) verzichtest und statt dessen aufrichtig sagst wie es dir mit den oben beschriebenen zuständen geht, ist die wahrscheinlichkeit groß, daß du auch gehört wirst.
    damit hast du deinen kolleg/innen ein geschenk gemacht und vielleicht den ersten schritt zu einem teamorientierten und rücksichtsvollen arbeiten das allen mehr spaß macht. oder aber dir wird bald klar, daß du den arbeitsplatz wechseln willst. auf jeden fall wird eine konsequente aufrichtigkeit für klarheit sorgen
    ich wünsche dir viel kraft für diese herausforderung in der du dich gerade befindest
    liebe grüße
    kin
     
  16. Schewster Julchen

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    Vielen Lieben Dank für eure lieben Antworten.
    Nach fast einer Woche arbeiten bin ich wieder drin.
    Sicherlich weiß ich immer noch nicht damit umzugehen wie ich jemanden auf (vermehrte) Fehler lieb aufmerksam mache.
    Mit dem Problem der Zimmerordnung konnte ich mit meinem Kollegen reden.
    Allerdings ist es mir der anderen Kollegin eher schlimmer. (die mit dem BZ)
    Gestern hatte sie mir anstatt einer Heparinspritze eine Kalium bereit gestellt und die Laborröhrchen mit falschen Patientenklebchen beschriftet.
    Ich weiß ja woran es liegt...sie ist überarbeitet. Sie sammelt frei Tage um ihren Partner der weit eg wohnt zu besuchen.
    Ich hab sie sehr gern nur ist sie absolut resistent gegenüber Kritik.Sie fühlt sich sofort angegriffen und zählt mir auf was andere falsch gemacht haben.
    Sie arbeiten immer lange Strecken mit einem tag frei dazwischen.
    Ich für mich hab mich entschlossen nun gar nix mehr zu sagen.

    Ich bin froh das mein Montagsdienst kein Anzeichen war eines Burn outs sondern nur ein kalter Wurf in mein Berufsalltag.
    :-):nurse:

    Danke für alles
     
  17. Naja, aber nichts-sagen bringt auch nix! Du kannst vielleicht über die nächsten 1-2 Kleinigkeiten hinwegschauen, doch irgendwann läuft das Fass wieder über! Nichts zu sagen ist da meiner Meinung nach der absolut falsche Weg!....

    Sag ihr, dass es im Moment nicht um die Fehler anderer geht, sondern um SIE!

    Aber friss das bitte nicht in dich rein, sonst kommt vielleicht doch noch irgendwann der Burn-Out...

    Halt die Ohren steif, ich drück dir die Daumen!
     
  18. Schewster Julchen

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    Ich bin übrigens leider keine Fachschwester da mein Betrieb zur Zeit (seit 5 Jahren!!!!) keine Weiterbildungen anbietet...:nurse::knockin:
    Tja schade aber ich strebe es ja eh an bald Mutter zu werden:-)
     
  19. kinflow

    kinflow Junior-Mitglied

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    hallo julchen
    ich find dein thema sehr spannend. beschäftige mich schon ne weile mit der frage wie ich kritik so anbringen kann, daß mein gegenüber sich nicht angegriffen fühlt, denn dadurch erhöhe ich deutlich die chance, daß er/sie bereit ist mich zu hören.
    schon das wort kritik trifft nicht das worum es mir geht.
    ich möchte eine aufrichtige mitteilung machen. nämlich darüber wie es mir damit geht, daß der/die andere dies und das so tut, z.b. falsches medikament vorbereiten.
    oft reicht der gute wille allein nicht. erstmal bin ich ja frustriert und wütend darüber, daß da etwas gemacht wird wie es nicht vereinbart ist.
    da muß ich mir erstmal selbst mitgefühl schenken um dem/der anderen wirklich frei von offenen oder auch heimlichen vorwürfen das zu sagen, was ich sagen will.
    ich frage mich ob es nicht ein einfaches instrument gibt um im team so eine aufrichtige und mitfühlende atmosphäre entstehen zu lassen.
    was meinst du?
    ich drück dir die daumen für deine herausforderung bei der arbeit
    liebe grüße
    kin
     
    #19 kinflow, 05.07.2009
    Zuletzt bearbeitet: 05.07.2009
  20. Cystofix

    Cystofix Poweruser

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    Was ich interessant finde ist, wie sehr sich manche Kollegen ( unter persönlichem Einsatz ) über die Macken / Fehler Anderer aufregen können. Die konstruktiv angebrachte Kritik, in Form eines Hinweises, ist sicherlich das probateste Mittel, solche 'Missstände' auszumerzen ... aber quasi immer mit nem dicken Hals dazustehen, weil andere Dinge anders oder 'laxer' machen, als man selbst, das macht es einem nicht einfacher.

    Das mit dem BZ is zwar ein gutes Beispiel dafür, dass Fehler gemacht werden, aber gerade ein solcher ist den meisten schon unterlaufen ( oder ein ähnlicher und wer jetzt nein sagt und schon mehrere Jahre in der Intensivpflege tätig ist der lügt imho! ) ... und i.d.R. lernt man aus solchen Dingen.

    Dass Du an nem Burn Out leidest, das glaube ich jetzt auch nicht, allerdings solltest Du mal versuchen, etwas 'runterzukommen'.

    Und ja, Perfektion ist etwas dolles ... nur ein sehr dehnbarer Begriff und wenn wir ständig versuchen, Anderen unsere Version dieser aufzudrängen ... dann steigt das Frust-Level vermutlich enorm.

    Und nein, ich bin sicherlich kein Perfektionist und ja, ich bin auch eher der laxe Typ ... die Frage ist nur, in welchen Situationen man voll bei der Sache sein muss und ob man DAS dann erkennt - und ja, das kann ich.

    Gruss Cys
     
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