Hilfe beim Beobachtungsprotokoll

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Sensus, 13.08.2005.

  1. Sensus

    Sensus Newbie

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    Hallo!

    Ich könnte ganz dringend eure Hilfe brauchen, denn mit einigen Sachen steh ich am Ende meines Lateins.

    Für unsere erste praktische Prüfung müssen wir ein achtseitiges Beobachtungsprotokoll ausarbeiten über die ATLs und alle ihre physiologischen Normalzustände, um dann herauszufinden, welche Abweichungen beim Patienten vorhanden sind.

    Bei der Anleitung bin ich mit diesem Ding schon ziemlich reingefallen, weil ich einiges nicht hatte und ich naives Ding der Meinung war 'Anleitung ist da damit man was lernt, da kann ich ja fragen'. Aber denkste.

    Jetzt würd ich einige der Dinge gern euch fragen, vielleicht fällt euch ja was bessere ein.

    Also, gesucht wird die Beschreibung des physiologischen Zustandes von:

    *Hautturgor (und was macht man um verringerten Hautturgor zu pflegen?)
    *Hautsensibilität
    *Wärmeempfinden
    *Kontaktfähigkeit des Menschen
    * Krebsvorsorge (ab wann und wie oft soll der Mensch zur Krebsvorsorge gehen. Da bin ich ein bisschen ratlos, weil ja für fast jede Krebsart ein anderes Alter angegeben wird)

    Und beim Blutdruck passte der Normalzustand von 120/80 bei Erwachsenen und 140/90 bei Älteren auch nicht... wie könnte ich das denn sonst hin schreiben?

    Das wars erst mal, vielleicht kommt noch mehr, bei ein paar Sachen bin ich grad selber noch am recherchieren. Es würde mich sehr freuen wenn ihr mir helfen könntet.

    Liebe Grüße

    Kathy
     
    #1 Sensus, 13.08.2005
    Zuletzt bearbeitet: 13.08.2005
  2. sisterNic

    sisterNic Stammgast

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    Hallo..:trinken:

    zu Hautturgor: schau erstmal, was die physiolog. Eigenschaften und Funktionen
    der Haut sind..
    - Schutz des Körpers vor schädlichen Umwelteinflüssen
    - Aufnahme von Sinneseindrücken über die verschiedenen Tastkörperchen
    - Mitbeteiligung an der Regulation von Wasserhaushalt und Körpertemperatur über Schweissabgabe sowie Weit- bzw. Engstellung der Hautgefässe

    Epidermis (Oberhaut):
    - äussere Schicht der Haut, keine Gefässe, besteht aus mehrschichtig verhorntem Plattenepithel (welches hauptsächlich aus Keratinozyten,also kernhaltigen Hornzellen, aufgebaut ist)
    - Keratin wirkt wasserabweisend und verleiht der Haut Festigkeit und Schutz
    - in den untersten Schichten der Epidermis liegen die Melanozyten, welche das Pigment Melanin produzieren, das der Haut ihre Farbe verleiht und die tieferen Hautschichten vor schädlichem UV-Licht schützt

    Corium/Korium (Lederhaut):
    - je nach mechanischer Belastung verschiedener Körperregionen unterschiedlich dick (z.B. 0,3mm-Augenlider und 2,4mm-Fuss-Sohlen)
    - in der obersten Schicht Berührungsrezeptoren, in dem unteren Abschnitt auch Blutgefässe,Fettgewebe, Haarfollikel, Nerven, Talg- und Schweissdrüsen

    Subcutis (Unterhaut)
    - besteht aus lockerem Bindegewebe, gewährleistet damit die Verschieblichkeit auf den darunterliegenden Gewebeschichten
    - enthält weitere Schweissdrüsen, die unteren Abschnitte der Haarbälge sowie Druck- und Vibrationstastkörperchen
    - das s.c.Fettgewebe dient als Stosspuffer, Kälteschutz und Energiespeicher

    die Hautfarbe wird bestimmt durch:
    - Melanin
    - Karotin (ein Pigment der Leder- und Unterhaut)
    - die Blutkapillaren der Unterhaut: rosig bei guter O2-Versorgung, zyanotisch bei O2-Mangel

    Bedeutung gesunder Haut:
    - oft gleichbedeutend mit Gesundheit (deshalb fühlen sich Menschen mit einer Hauterkrankung oft zum "aus der Haut fahren" und zudem ist er oft sichtbar für Andere gekennzeichnet
    - das äussere Erscheinungsbild eines Menschen hat ausserdem Signalcharakter und kann Sympathie und Antipathie hervorrufen
    - dies alles mindert das Selbstwertgefühl der Betroffenen, die sich manchmal kaum noch in Gesellschaft wagen

    verminderten Hautturgor pflegen:
    ATL Waschen und Kleiden:
    - alkalifreie Waschlotionen (PH-Wert>7) verwenden oder solche, die dem PH-Wert des Säureschutzmantels der Haut entsprechen (ca. 5,7)
    -luftunddurchlässige synthetische Kleidung und solche aus Wolle besser nicht, sondern Textilien aus Baumwolle
    - Körperhygiene des Pat. diskret überwachen und Bett-und Pat. wäsche sauber halten
    Körpertemperatur regulieren:
    - regelm. Temperaturkontrollen
    - fehlen Schweissdrüsen oder ist die Schweisssekretion am ganzen Körper beeinträchtigt, kann es zu Störungen der Temp.regulation kommen, z.B. zum Hitzestau
    Essen und Trinken
    - bei bekannter Übermepfindlichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel auf diese verzichten
    - auf abwechlsungsreiche und gesunde Ernährung achten
    - mindestens 2-3 Liter Flüssigkeit, sofern keine Erkrankung vorliegt, die eine Einfuhrbeschränkung nötig macht
    Für Sicherheit sorgen:
    - wenn die Haut nicht mehr intakt ist, verliert sie ihre Funktion als Barriere gegen Krankheitserreger, denen schon kleinste Defekte als Eintrittspforte genügen (zum Fremd-und Selbstschutz ist das Sauberhalten und Desinfizieren der Hände u.das Tragen von Einmalhandschuhen bei Pat.kontakt oder Kontakt mit kontaminiertem Material oberstes Gebot
    Kommunizieren:
    - Hautkrankheiten werden oft als ekelerregend und abstossend empfunden, weswegen viele Pat. unter einem Minderwertigkeitsgefühl leiden und sich aus der Umwelt zurückziehen (kann zu völliger Isolation führen)
    - Begegnung und Gedankenaustausch mit Betroffenen (z.B. über eine Selbsthilfegruppe) in Erwägung ziehen
    - die spürbare Akzeptanz durch das Pflegepersonal ist neben der Gesprächsbereitschaft sehr wichtig, denn Betroffene registrieren sehr genau, wie sie angschaut und angefasst werden

    Das war jetzt nur "einiges" aus dem Bereich, denn darüber könnte man sich noch unendlich auslassen.
    Hoffe, dir damit zu deinem ersten Stichpunkt geholfen zu haben.
    Wenn du noch Fragen haben solltest, stell sie einfach.

    Liebe Grüsse, sisternic
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @sisternic

    Wenn das Problem reduzierter Hautturgor ist, dann stellt sich doch die Frage: was führte zur Reduzierung des Hautturgors? Wie sieht das aktuelle Hautbild aus? Woran erkennt man einen niedrigen Hautturgor? Müßten die Maßnahmen nicht da ansetzen? Wenn ich deine ATL Aufzählung durchgehe, kann ich nicht erkennen, was nun speziell bei reduziertem Hautturgor nötig ist.

    Beispiel: bei trockner Haut sollte der pH Wert der Pflegemittel von 7,0 (pH- neutral) nicht überschritten werden. "Saure" Produkte scheinen besser geeignet.
    Skin care Forum

    Elisabeth
     
    #3 Elisabeth Dinse, 14.08.2005
    Zuletzt bearbeitet: 14.08.2005
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  5. sisterNic

    sisterNic Stammgast

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    Hallo Elisabeth..
    man muss auch nicht immer gleich erkennen, aber durch ein wenig Nachdenken kommt man von selbst drauf.

    Im Alter verdünnen sich Oberhaut, Leder- und Unterhaut. Die Anzahl der Bindegewebspapillen nimmt ab, elastische und kollagene Fasern degenerieren und werden abgebaut. Durch Flüssigkeitsverminderung nimmt der Hautturgor ab, die Haut wird faltig, läßt sich leichter von der Unterlage abheben, braucht aber lange Zeit, bis sie wieder geglättet ist. (Quelle:http://bgmkurs.martina-singer.de/bgmkurs/reflexzonen.html)
    Sie ist gekennzeichnet durch die Verringerung der Talgdrüsensekretion -> fett- und feuchtigkeitsarme Haut. Sie wirkt dünn, transparent, fein, schuppig, matt und glanzlos, manchmal rau. Die Poren sind im ganzen Gesicht sehr fein, Unreinheiten treten fast nicht auf. Durch den verminderten Fett- und Feuchtigkeitsgehalt neigt die trockene Haut zu frühzeitiger Alterung, auch zu Überempfindlichkeit (auf Umwelteinflüsse) mit Rötung, Juckreiz und Spannungsgefühl. Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der trockenen Haut -bis hin zu krankhafter Form (beispielsweise Neurodermitis).


    Die Aufgabe der Pflege:
    Grundsätzlich Reinigungsprodukte sparsam verwenden!
    Frühzeitiger Beginn der Pflege ist hier besonders wichtig. Je trockener die Haut ist, um so dringender ist sie auf sorgsame Pflege angewiesen. Die Haut muss vor weiterem Fett- und Wasserverlust bewahrt werden. Wegen des Spannungsgefühls und der besonderen Empfindlichkeit sollten Produkte mit einem höherem Fettgehalt (W/O- Emulsion) verwendet und insbesondere auch feuchtigkeitsspendende Spezialprodukte eingesetzt werden.
    (Quelle: http://www.mario-franz.net/kosmetik/ueb.htm unter dem Stichpunkt "Definition der trockenen Haut"))
     
    #5 sisterNic, 14.08.2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 14.08.2005
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Kausalitätszusammenhänge sind ein wenig durcheinander geraten. Trockene Haut und reduzierter Hautturgor sind nicht dasselbe und haben auch unterschiedliche Ursachen.

    Haut|turgor
    Grundspannung der Haut in Abhängigkeit vom Flüssigkeitsgehalt der Zellen u. vom Gewebswiderstand (z.B. Gehalt an elastischen Gewebselementen u. an Fettgewebe). Nimmt im Alter wegen Atrophie des subkutanen Gewebes ab, kann aber auch Zeichen einer Dehydratation sein; vermehrter H. bei Ödem.

    Hautfett
    1)
    Oberflächenfett der Haut (Lipide der Epidermis, Talgdrüsenfett). Freie (Mikrobenwachstum hemmende?) u. veresterte Fettsäuren, Wachse, Glycerin u. unverseifbare Fette (z.B. Cholesterin, ungesättigte Alkohole); als Schutzmantel wirkend. S.a. Seborrhö, Sebostase
    2)
    das Fettpolster des Unterhautgewebes = Panniculus adiposus (i.w.S. dessen gespeichertes Fett; ca. 10–15 kg; zu 2/3 Neutralfette).

    Xero|dermie
    Syn.: Xerosis cutis
    xerodermia; xerosis
    trockene, etwas stärker gefurchte, evtl. diskret schuppende Haut; z.B. bei Ichthyosis simplex, Hyperparathyreoidismus, Sjögren-Syndrom, im Alter, bei Vitamin-A-Mangel, allg. Austrocknung, in den Tropen bei Lepra, Pellagra, Onchozerkose; s.a. Xeroderma pigmentosum.

    Ein niedriger Hautturgor muss nicht zwingend mit einer trockenen Hautoberfläche einhergehen bzw. umgekehrt. Mit Pflegemitteln kann man nur sehr wenig zur Besserung des Hautturgors beitragen. Auch wenn die Kosmetikindustrie nicht müde wird uns dieses glaubhaft machen zu wollen. Hautfalten verschwinden im Alter nicht durch diverse Cremchen. *g*
    Ist eine Exsikose, also ein Wassermangel im Körper die Ursache des reduzierten Hautturgors hilft ausreichende Flüssigkeitszufuhr per os oder per infusionem. Liegt der geringe Hautturgor aber an dem altersgemäßen Abbau von Kollagenfasern und der damit abnehmenden Speicherfähigkeit an H2O in den Zellen dann kann man pflegerisch diesen Zusatnd nicht bessern. Da bleibt dann nur die Haut vor Folgeschäden zu schützen (z.B. Dekubitus).
    Ursachen für eine trockene Haut(oberfläche): häufig zu viele waschaktive Tenside und falsche Pflegemittel, seltener genetisch bedingte Störung im Bereich des Hydrolipidsystems. Hier setzen die Maßnahmen entsprechend den Ursachen an. Stets geht es darum, die Hautoberfläche zu schützen. Hier kommen diverse rückfettende Pflegemittel (z.B. W/O Lotionen) zum Einsatz.


    Elisabeth
     
  7. Sensus

    Sensus Newbie

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    Vielen Dank für eure Hilfe, es hat mir geholfen.

    Habe gestern die Prüfung gehabt, und bin mit meiner 3 ganz zufrieden (fast alle der Klasse haben 3en oder schlechter).

    Vielen Dank und liebe Grüße

    Sensus
     
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