News Helfen ist "in"

Ute

Poweruser
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Hannover
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Krankenschwester, Fachkraft für Leitungsaufgaben in der Pflege (FLP)
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[06.06.2005]

Freiwilliges Soziales/Ökologisches Jahr

Helfen ist "in"

Im Jahr 2003 haben über 15.000 Jugendliche diese Möglichkeit für sich genutzt – Tendenz steigend. Die stetig wachsende Zahl der Freiwilligen zeigt, dass Schlagworte wie „Null-Bock-Generation“ nicht mehr der Realität entsprechen. Immer häufiger sind junge Menschen bereit, sich sozial zu engagieren.

Ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr (FSJ / FÖJ) bietet eine geeignete Grundlage, um Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Leider denken viele beim Thema FSJ immer noch an eher unangenehme Tätigkeiten wie „Hintern abwischen“. Dabei ist das Angebot an möglichen Tätigkeiten in den letzten Jahren immer vielfältiger geworden.

Angebote in Kultur und Sport

Die traditionellen Tätigkeitsfelder des FSJ konzentrieren sich zwar auf pflegerische und erzieherische Hilfe in Krankenhäusern, Altenheimen oder Behindertenwerkstätten. Doch seit 2001 kannst du auch in den Bereichen Kultur und Sport ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Damit wächst natürlich die Bandbreite an möglichen Einsatzfeldern. Das FSJ Kultur bietet die Chance, erste berufliche Erfahrungen in Theatern, Museen oder Jugendzentren zu sammeln. Auch die Mitarbeit in Medienwerkstätten oder einer Rockmusikinitiative gehören zum kulturellen Freiwilligendienst. Im Rahmen des FSJ Sport leisten die Teilnehmer wertvolle Unterstützung in der Jugendarbeit verschiedener Sportvereine. Sie arbeiten in Kletterschulen oder Reitvereinen, organisieren Skater-Treffs oder Ferienfreizeiten und können während ihres Freiwilligenjahres auch Übungsleiterlizenzen erwerben. Informationen dazu gibt’s bei der Deutschen Sportjugend (DSJ).

Engagement im Umweltsektor

Wer sich lieber in den Dienst von Natur und Umwelt stellt, ist besser beim Freiwilligen Ökologischen Jahr aufgehoben. Auch hier entspricht der Ruf von den „Öko-Tanten in Strickpullovern“ nicht mehr der Realität.Gartenarbeit, Tierliebe und Naturschutzpflege stehen natürlich weiterhin im Zentrum der Arbeit der „freiwilligen Ökologen“, doch mittlerweile sind auch Einsätze in Windenergieanlagen, in Schadstoff-Laboren oder in der Öko-Erziehung möglich. Außerdem können zum Beispiel angehende Biologie-Studenten, die zur Überbrückung der Wartezeit ein FÖJ absolvieren, schon einmal testen, ob ihnen ihr zukünftiges Berufsfeld überhaupt liegt. Träger des FÖJ können dir die nächste Arbeitsagentur, das Umweltreferat der Stadt oder das jeweilige Umweltministerium des Bundeslandes nennen.

Auslandseinsatz – auch für Zivis

Darüber hinaus existiert die Möglichkeit, das FSJ oder FÖJ im Ausland zu verbringen. So bekommt man Einblick in fremde Kulturen und kann ganz nebenbei seine Sprachkenntnisse verbessern. Ganz oben auf der Wunschliste der ca. 900 Jugendlichen, die sich jedes Jahr für einen Auslandseinsatz entscheiden, stehen Frankreich und Großbritannien, gefolgt von Polen, Russland und Irland. Einzige Bedingung: der Träger muss seinen Sitz in Deutschland haben. Seit 2002 gilt ein FÖJ oder FSJ auch als Ersatz für den Zivildienst. Anerkannte Kriegsdienstverweigerer können also den neunmonatigen Zivildienst gegen einen Einsatz von mindestens zwölf Monaten im Rahmen des FSJ oder FÖJ im In- oder Ausland „eintauschen“.

Frühzeitig bewerben!

Das Angebot, ein Freiwilliges Soziales oder Ökologisches Jahr zu absolvieren, richtet sich an alle, egal ob Hauptschüler, Realschüler oder Gymnasiast. Die Bewerber müssen bei Beginn des Dienstes allerdings die Vollzeitschulpflicht erfüllt haben und zwischen 16 und 26 Jahre alt sein. Die Einsatzzeit reicht von 6 bis zu maximal 18 Monaten. Normalerweise beginnen die Dienste jeweils zum 1. August oder 1. September. Allerdings sollte man sich frühzeitig bewerben, da die Zahl der angebotenen Stellen begrenzt ist. Gearbeitet wird in Vollzeit, also 38 bis 40 Stunden pro Woche, dafür besteht aber auch Anspruch auf 24 Urlaubstage. Während ihrer Tätigkeit erhalten die Freiwilligen ein Taschengeld von durchschnittlich rund 280 Euro, mindestens jedoch 150 Euro. Für Unterkunft und Verpflegung sorgen die zahlreichen Träger, die den bundesweit aktiven Dachorganisationen zuzurechnen sind, beispielsweise dem Deutschen Roten Kreuz, der Arbeiterwohlfahrt, dem Internationalen Bund oder den Jugendorganisationen der Evangelischen und Katholischen Kirche.

Versicherung und Begleitung

Die Dienste des FSJ und FÖJ stehen auf einer gesetzlichen Grundlage und werden durch den Bund mitgefördert. Somit ist der Versicherungsschutz für die Jugendlichen gewährleistet. Zusätzlich erhalten sie pädagogische Begleitung in Form eines Ansprechpartners, den der Träger zur Verfügung stellen muss. Du bist mit deinen Sorgen und Nöten also nicht allein. Verpflichtend sind auch 25 Bildungstage für alle Freiwilligen – schließlich ist das FSJ / FÖJ ein Bildungsjahr. Die meisten dieser Tage verbringt man auf Seminaren, wo sich die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch mit anderen FSJ-lern bietet.

Was hat`s gebracht?

Die meisten Freiwilligen ziehen nach Ablauf ihres Dienstjahres ein positives Fazit. Neben der ersten praktischen Berufserfahrung verschafft ein FSJ bzw. FÖJ vor allem das wichtige Gefühl, gebraucht zu werden. Die Jugendlichen übernehmen Verantwortung, gewinnen an Selbstständigkeit und erwerben Schlüsselqualifikationen für ihre berufliche und private Zukunft.

Denis Huber
d.huber(at)einstieg.com

Links:

Bundesarbeitskreis Freiwilliges Soziales Jahr: www.pro-fsj.de

Bundesarbeitskreis Freiwilliges Ökologisches Jahr:www.foej.de

Bundesvereinigung Kulturelle Jugendbildung:www.bjk.de/reininsleben

Deutsche Sportjugend: www.dsj.de

Die internationalen Jugendgemeinschaftsdienste organisieren u.a. das Freiwillige Soziale und das Ökologische Jahr sowie den Europäischen Freiwilligendienst.
www.ijgd.de

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)gibt eine Broschüre heraus mit allen Infos zu FSJ und FÖJ. Sie kann kostenlos per e-Mail angefordert werden: broschuerenstelle@bmfsfj.bund.de


Quelle: www.einstieg.com
 

missie85

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???

Ich möchte hier niemandem zu nahe treten...

ich für meine Person helfe gerne anderen Leuten, aber ich habe vor meiner Ausbildung ein FSJ in der Altenpflege gemacht.

Und dort habe ich auf den FSJ - Treffen leider viele, viele Leute kennengelernt, die nur ein FSJ gemacht haben um ein Jahr zu überbrücken und wenigstens etwas zu verdienen.

Ich denke nicht, das bei vielen helfen "in" ist, ich bin eher der Meinung, das FSJ u.ä. Einrichtungen so viel Anklang haben, weil es mit dem Ausbildungsmarkt so schlecht steht.

Grüße
 

Wieland

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da muss ich missi85 leider zustimmen.
Sehr viele meiner ehemaligen Klassenkamerden machen Zivi weil sie es müssen bzw. weil sie auch nicht wissen was sie sonst machen sollen.
Von helfender Eisntellung habe ich überhaupt nichts mitbekommen.
Zitat eines Kumpels der für die AVO fährt:
"Und dann will die alte Schrulle auch noch das ich mit ihr unterhalte. Labert mich einfach zu"
 

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