Heim mit finanziellen Problemen?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Chip, 08.04.2007.

  1. Chip

    Chip Newbie

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    Hallo zusammen.

    Ich habe den ganz dummen Verdacht, dass das Heim in dem ich arbeite finanzielle Probleme hat. Bisher ist es nur ein Verdacht. Es würde mich interessieren ob es Möglichkeiten gibt das unauffällig in Erfahrung zu bringen. Es wurden teilweise Gehälter nicht gezahlt, weil es angeblich ein Fehler bei der Bearbeitung der Stundenabrechnung gab. Bisher wurde immer pünktlich gezahlt, doch ab und an hörte ich von Mittarbeitern, dass ihre Abrechnungen nicht stimmen. Man hat dann jedoch versprochen einen Abschlag zu zahlen. Ich müsste schon wissen, ob mein Arbeitgeber noch in der Lage ist mein Gehalt pünktlich zu zahlen. Wenn ich zur Leitung gehe bekomme ich natürlich die Antwort, dass es sich um einen einmaligen Fehler handelt.
    Was mich besonders misstrauisch macht ist, dass die Leitungskräfte extremst unausgeglichen sind und teilweise sehr kollerisch reagieren. Mitarbeiter werden derart drangsalieren, dass sie heulend im Stationszimmer sitzen und mit den Nerven völlig am Ende sind. Da ich nur selten anwesend bin, (Ich abreite als Teilzeitkraft) bin ich immer hochgradig entsetz, bin jedoch nie bei den Auseinandersetzungen anwesend. Vieles wird mir auch nur erzählt, so dass ich immer nur eine Seite höre.
    Allerdings macht mich der kollerische kaum nachvollziebare Ausbruch der HL sehr nachdenklich. Zusammen mit den fehlerhaften Abrechnungen läuten bei mir die Alarmglocken.
    Das schlimme ist, die Mitarbeiter trauen sich nicht einmal dann aufzubegehren, wenn ihnen das Gehalt vorenthalten wird. Das wiederum macht mich super sauer. Wie weit dürfen Arbeitgeber mitlerweile gehen? Der Ton, der in diesem Heim herrscht, ist unter aller Würde. Aber wie ich hier lesen kann scheint es mittlerweile Gang und Gebe zu sein. Ich frage mich, woher das kommt. Ich kann mir nicht vorstellen mit einem Menschen so umzugehen. Das ist eine Frechheit und es ärgert mich dass es ansheinend kaum Möglichkeiten gibt sich dagegen zur Wehr zusetzen. Ich kann nur an alle die davon betroffen sind plädieren, dass sie sich zusammenschließen. Nur so kann man Leitungskräften die Stirn bieten.
    Schlimm nur, dass es so viele sehr liebe Menschen in diesem Beruf arbeiten, die sehr viel und sehr lange schlucken.
    Doch ich bin von meinem eigentlichen Anliegen abgekommen. Gibt es eine officielle Stelle, bei denen man in Erfahrung bringen kann wie es dem Unternehmen geht. Oder wie man heraus bekommen kann ob das Unternehmen Schwierigkeiten hat?
    Ich danke euch
    Gruß Chip
     
  2. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Das klingt ja ziemlich mies.
    Soweit ich weiss gibt es da keine offizielle Stelle die Du als normaler AN anrufen kannst.
    Sofern Ihr, und das hoffe ich in Eurer Situation stark, einen Betriebsrat habt, dann sollte/muss dieser in einer solchen Situation eingreifen und sich mit der Heimleitung zusammensetzen und gucken inwieweit die Belegschaft informiert wird. Vieleicht ist es ja wirklich nur eine kurzfristige Schieflage (aus welchen Gründen auch immer) und kann schnell wieder gehoben werden. In einer solchen Situation wäre ich als AG auch vorsichtig mit vorschnellen Infos (zumindest an die Belegschaft, den BR würde ich schon in Kenntniss setzen), sowas bringt auch nur Unruhe.
    Das Verhalten Eurer Vorgesetzten ist in der Tat nicht zu entschuldigen, egal wie es um Eurer Heim steht. In einer schweren Phase erwarte ich keine Dünnhäutigkeit der Oberen sondern, dass sie beruhigend auf das Personal einwirken. Gegen dieses Verhalten kann man sich wehren, nur müssen, wie Du schon sagst, alle zusammenstehen und sich gemeinsam wehren. Was soll denn passieren? Wenn es um Euch scheinbar finanziell ohnehin schlecht geht, werden die kaum Kündigungen aussprechen, da die Abfindungen nicht bezahlt werden können und das Argument 'es warten ja genug andere' würde auch nicht ziehen, ein finanziell angeschlagenes Haus wird kaum jemanden einstellen ohne sich unglaubwürdig zu machen.

    Naja ich drücke die Daumen, dass es sich bei Euch wieder normalisiert, das wird schon.
     
  3. Chip

    Chip Newbie

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    Hallo Joeg!
    Was mich betrifft, ich suche mir einen neuen Job. Ich kann es mir nicht leisten zu arbeiten, und kein Geld dafür zu bekommen. (Wer kann das schon?)
    Es ist echt bitter. Es wird von einem erwartet, dass man pünktlich erscheint und seine Arbeit gewissenhaft und professionell macht. Ich denke, da kann ich erwarten, dass ich mein Gehalt auch pünktlich bekomme. Denn ich bin sicher. Die Leitung hat dafür gesorgt, dass sie ihr Gehalt pünktlich bekommen haben.
    Mir tun die Kollegen leid. Doch ich kann nicht den Kampf für sie ausfechten. Ich kann ihnen nur den Mut zusprechen und Tipps geben. Den Rest müsse sie selbst in die Hand nehme. Das erste wäre es der Leitung klar zu machen, dass sie gefälligst sachlich bleiben soll und nicht ihren Krieg ( die Leitungen bekriegen sich nämlich) auf die Mitarbeiter abwälzen.
    Gruß Chip
     
  4. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Soweit ich weis, kann man, wenn man kein Gehalt bekommt, zum Arbeitsamt gehen und dies melden. Das Arbeitsamt übernimmt dann das Gehalt und holt es sich vom Arbeitgeber zurück. Du solltest Dich mal beim Arbeitamt über die genaue Vorgehensweise informieren.
     
  5. Chip

    Chip Newbie

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    hmmm. Das ist natürlich eine gute Idee. Bisher hatte ich immer Glück mit der Wahl meiner Arbeitgeben. Nun ja. Dann bin ich wieder eine Erfahrung reicher. :wink1:
    Guter Tipp. Da weiß ich was ich kommenden Dienstag machen.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Arbeitsamt zahlt erst wenn der AG seine Zahlungsunfähigkeit angegeben hat. Da nicht wenige AG diesen Zeitpunkt hinauszögern hast du als AN das nachsehen.
    Erfahrung aus dem engsten Familienkreis: der AG hat erst mal Urlaub gemacht und war 4 Wochen nicht zu erreichen. Das Geld wurde dann zwar nachgezahlt... die laufenden Ausgaben richteten sich leider nicht nach dieser Zahlungsweise.

    Vorsicht ist auch bei eigener Kündigung ohne Aussicht auf eine neue sichere Anstellung geboten- siehe Sperrzeit.

    Der AN ist eigentlich immer der Dumme in so einer Situation.

    Als AN hast du meines Wissens kaum Möglichkeiten die finanzielle Lage deines AG abzuklopfen.

    Elisabeth
     
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