Hauttransplantation/meshgraft und Verbandswechsel

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von Drakulv, 01.07.2010.

  1. Drakulv

    Drakulv Newbie

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    Guten Tag zusammen,


    ich arbeite als Altenpfleger in einer ambulant betreuten Einrichtung und habe in Bezug auf eine Meshgraft Abdeckung, bzw Hauttransplantation und deren Wundversorgung eine Frage, wo ich mich mit der dortigen PDL und externen Wundschwester immer wieder in die Köppe bekomme.


    Zum Hintergrund, wir haben eine Klientin, der vor 4 Monaten das rechte Bein abgenommen werden mußte, der Stumpf wurde mit einer Meshgraft Abdeckung versehen und ist soweit gut verheilt.

    Das Wundgebiet wo das Hauttransplantat entnommen wurde allerdings nicht. Diese befinden sich an beiden Oberschenkeln.
    Diese werden, laut Anweisung der externen Wundschwester, wie folgt verbunden.

    Zur Wundreinigung wird Prontosanlösung verwendet, danach wird eine Wundauflage mit Namen Mepitel verwendet und darüber Vlivaktiv und Fixomull.
    Bei den Verbandswechseln zeigt sich die Wunde zwar tiefrot und gut durchblutet, produziert aber massig Sekret, so das das Wundgebiet nicht granulieren und trocknen kann.
    Verbandswechsel erfolgen alle 3 Tage.

    So, nun erinnere ich mich düster zu dem Thema mal was anderes gelesen zu haben, wie solch eine Wunde versorgt werden soll, um eine Granulation zu gewährleisten und somit die Wunde zum heilen zu bringen.

    Das dererlei Wunden locker verbunden werden müssen, Wundauflagen verwendet werden die eine Atmung zulassen, somit diese zum abheilen bringen.
    Sprich Wundreinigung, Mepitel, Gaze mit Panthenol, sterile Kompressen und einen lockeren Verband.

    Zum jetzigen Zeitpunkt sieht es eher so aus, als würde unter dem oben beschriebenen Verband die Wunde ständig befeuchtet sein, da kaum Luft an die Wunde kommt und somit eine Heilung nicht erfolgt.


    Wer liegt da nun mit seiner Meinung richtig?

    Die Wundschwester und meine PDL oder ich?

    LG Drak
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich hab jetzt die ganzen Wundauflagennamen die du genannt hast nicht ergoogeld, aber mal prinzipiell: Eine Wunde muss nicht trocken und unter Außenluft gehalten werden um zu heilen. Eher warm und feucht...

    Ideal scheint mir hier ein etwas dickerer Schaumverband, der das Sekret aufsaugen kann und die Wunde noch abdampfen lässt. Eigentlich sezernieren diese Arten von Wunden garnicht sooo stark wie du schreibst - wundert mich etwas. PanthenolGaze halte ich eher für ungeeignet. Auch hiermit verklebt die Wunde noch - und man reisst sie immer wieder etwas auf.

    Ich empfehle dir etwas grundsätzliche Literatur um dich in Sachen Wiundbehandlung auf den neuesten Stand zu bringen. Als Grundlage ist sicher werner-sellmer.de ganz gut. Der bringt alle paar Monate ein umfassendes handout raus in dem alles kurz und knapp zusammengefasst ist.
    Das soll nicht die Bibel sein, gibt aber einen ersten guten Eindruck.
     
  3. Drakulv

    Drakulv Newbie

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    Danke erstmal für den Hinweiß mit den Büchern, ich interessiere mich erst seit kurzen fürs Wundmanagement und habe folglich da auch noch meine Defizite, da das Thema doch recht umfassend ist.

    Zurück zum Thema....


    Was mich halt wundert ist schlichtweg die Tatsache das das Wundgebiet rein gar nicht abheilen möchte, zwar bilden sich an den Wundrändern einige Verkrustungen, aber irgendwie war es das halt auch schon.
    Ich sehe da über die Monate hin keinerlei Heilung an der Wunde.

    Vlivaktiv ist ein Aktivkohle Wundverband und Mepitel eine Silikonwundauflage.
     
  4. Nomis

    Nomis Stammgast

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    Und sich dann mit einem Experten und einem erfahrenen Kollegen anlegen: mit Verlaub, das ist ziemlich...ungeschickt.

    Was sagt denn ein Arzt zu der Wunde?
    Bei starker Exsudation schonmal an eine Infektion gedacht?
    Warum musste das Bein amputiert werden? Die Grunderkrankung kann ja auch nicht ganz unerheblich für die Wundheilungsstörung sein.
     
  5. josi83

    josi83 Senior-Mitglied

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    Hallo Drakulv,
    du sagst, du siehst seit Monaten keine Heilung. Einige Krankheitsbilder verzögern die Wundheilung imens. Nun ist mir nichts zu den Erkrankungen deines Patienten bekannt, allein die Amputation könnte mir einen Hinweis geben... naja, wie auch immer.
    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass eine ausführliche Wunddokumentation die Einschätzung des Verlaufs objektivieren kann. Insbesondere die Fotodokumentation (sofern sie einheitlich durchgeführt wird) hat mir Veränderungen deutlich gemacht, die ich sonst nicht hätte erkennen können.
    Wenn eine Wundheilung nur schleichend vorangeht, bzw. bei chronischen Wunden, ist mir das eine große Hilfe.
    Ansonsten muss ich mich maniac anschließen...:roll:
     
  6. Drakulv

    Drakulv Newbie

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    Hallo Nomis,

    es mag sicher auf den ersten Blick anmassend erscheinen sich mit einem Wundmanager und seiner PDL anzulegen, aber da die weiteren Hintergründe der beiden zu erläutern würde wohl den Rahmen sprengen.

    Tja, was ein Arzt dazu sagt?

    Nichts, da unsere Klienten ambulant betreut werden und unsere Ärzte alle jubeljahre sich mal zu einem Hausbesuch bemühen und leider nichts von der Thematik verstehen und auch keinerlei/kaum Absprachen mit der Wundschwester führen,gestaltet sich die Sache etwas schwierig.
    Hinzu kommt, das unsere Klienten auch kaum bereit sind sich ausserhalb der eigenen 4 Wände behandeln zu lassen.
    Man kann sich da leider immer wieder den Mund fusselig reden.

    Ein Abstrich der Wunde wurde soweit ich weiß noch nicht durchgeführt, die Wundschwester scheint da auch keinerlei Anlass für zu sehen.

    @Josie,


    ohne die Akte vor mir zu haben mit den genauen Diagnosen.......die Amputation erfolgte auf Grund schwerer Durchblutungsstörungen.

    Eine Fotodokumentation existiert mit den ganzen Angaben wie die Wunde verbunden werden soll, aber auch auf den Bildern sieht man wenig von der Wundheilung.
     
  7. Nomis

    Nomis Stammgast

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    Irgendwer muss die Wundauflagen ja aber auch verordnen!? Soll doch eben dieser mal einen Blick auf die Wunde werfen oder zumindest dann eine Überweisung zum Chirurgen unterschreiben.:roll:

    Durchblutungsstörung:
    Ohne Durchblutung keine Wundheilung. Einfache Sache. Vielleicht sollte zunächst mal abgeklärt werden, wie die Durchblutungssituation in den Oberschenkeln aussieht. Ist der Stupf unproblematisch verheilt?
     
  8. Schwester Claudia Maria

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    Bei uns ist es so, dass wir neuerdings alle Wunden dieser Art, und davon haben wir viele mit einem Produkt verbinden, (Name darf ich ja nicht nennen, aber kann man ergoogeln) das aus einer Wundauflage aus Glycerin Gel besteht.
    Sowohl die frischen, direkt nach Entnahme der Haut als auch Tage später werden damit versorgt.

    Das Produkt heißt Glycocell nimmt viel Exsudat auf und hält aber gleichzeittig die Wunde feucht genug, so wie es auch empfohlen wird und ohne Zusatz von irgendwelchen Stoffen wie Silber oder Polyhexanit oder Chlorhexidin.
    Wir lassen es meistens 5-7 tage drauf, man kann durch den Verband die Wunde beobachten weil er transparent ist, aber nicht mit der Wunde verklebt.

    Und es ist wasserabweisend, aber luftdurchlässig, so dass Pat. auch damit duschen gehen könnte, wenn der Doc es erlaubt.

    Am Anfang waren wir auch skeptisch, weil es heißt man braucht nur noch eins für alles, aber nach ein paar Versuchen, sind wir echt begeistert und wollen nicht anderes mehr.
    Und es heilt auch viel schneller.

    LG :-):-)
     
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