Hausarzt verweigert Verschreibung wichtiger Medikamente

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von flatbupfi, 08.05.2008.

  1. flatbupfi

    flatbupfi Newbie

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    als erstes einmal ein herzliches hallo, bin neu hier im forum
    hoffe das ich den richtigen bereich für meine frage getroffen habe!!!

    also es geht darum, dass mein opa immer sehr verstreut war und daraufhin hat ihn sein hausarzt zu einem neurologen überwiesen! dieser hat eine demenz festgestellt und ihn auf medikamente eingestellt. nach der einstellung meinte der neurologe, dass die weitere verschreibung der medikamente jetzt in der hand des hausarztes liege und mein opa erst wiederkommen müsse, wenn sich gravierende verschlechterungen einstellten!

    der hausarzt meint aber nun, dass diese tabletten nicht helfen würden und das er sie auch nicht verschreiben wird!!

    jetzt meine frage, wer ist zur verschreibung dieses medikamentes verpflichtet, der hausarzt oder der neurologe? (leider kann mir die krankenkasse hier auch keine auskunft geben, die meinten bloss, dass sie keinen arzt zur verschreibung zwingen könnten)


    über antworten wäre ich sehr froh, da ich schon nicht mehr weiß wo ich mich sonst hinwenden könnte


    mfg flatbupfi
     
  2. Mietze-Katze

    Mietze-Katze Senior-Mitglied

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    Hallo,
    der Hausarzt hat bestimmt Angst sein Budget zu strapazieren...
    Ich würde wieder zum Neurologen gehen. Denn der hat die Medikamente verordnet.
    Ob es da eine Regelung gibt weiss ich leider auch nicht.
    LG Mietze-Katze:gruebel:
     
  3. Gerrit

    Gerrit Senior-Mitglied

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    An einen neuen Hausarzt?
     
  4. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Könnte es sein, dass der Neurologe evtl. Budgetprobleme an den Hausarzt abschieben will?

    Meines Wissens dürfen Hausärzte noch lange nicht alles verschreiben.
     
  5. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Selbstverständlich "darf" der Hausarzt alles verschreiben. Er ist Facharzt für Allgemeinmedizin und damit mindestens ebenso gut ausgebildet wie der Neurologe.
     
  6. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Den Begriff Facharzt für Allgemeinmedizin finde ich sehr befremdlich.

    Früher nannten sich diese Ärzte praktische Ärzte und oft mangelte es an Fachwissen, eben weil sie nicht auf bestimmte Fachbereiche ausgebildet wurden.

    Oder habe ich da was falsch im Kopf? Gibt es den facharzt für Allgemeinmedizin sozusagen als Superarzt der sich in vielen Fachgebieten auskennt?
     
  7. Panagioti

    Panagioti Newbie

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    Prima, hier wird wieder Sachkenntnis gezeigt,
    aber zunächst flatbupfi:

    Bei solchen Schwierigkeiten unbedingt die Krankenkasse einschalten, die kümmern sich auf jeden Fall darum. Einfach mal anrufen.

    @stormrider

    z.B Hamburg

    Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin

    Das Institut für Allgemeinmedizin informiert im folgenden über die Weiterbildung zum Allgemeinarzt und insbesondere über Förderungsmöglichkeiten:

    Was beinhaltet die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin?
    Die Weiterbildungsordnung Allgemeinmedizin wurde in den letzten Jahren mehrfach geändert. Zur Zeit gilt die folgende 5 jährige Weiterbildungsordnung:
    • mindestens 1,5 Jahre in einer allgemeinmedizinischen Praxis
    • mindestens 1 Jahr Stationsdienst in der Inneren Medizin, sowie mindestens ein weiteres halbes Jahr im Stationsdienst
    • mindestens 0,5 Jahre Kinderheilkunde
    • mindestens 0,5 Jahre Chirurgie
    • 80 Stunden Kursweiterbildung
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Um welches Medikament handelt es sich denn?

    Elisabeth
     
  9. stormrider

    stormrider Poweruser

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    @Panagioti
    Ah ok, dann ist das nicht mehr der simple praktische Arzt. Aber trotzdem darf er vermutlich keine neurologischen Präparate aufschreiben.

    Das ist zumindest die Argumentation, die ich in der ambulanten Pflege immer wieder höre. Ist besonders dann nervig, wenn ich Rezepte besorgen soll und dann auch noch mehrere Praxen frequentieren muß.
     
  10. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Der Hausarzt darf die Medikamente verschreiben, die ihm der Facharzt empfohlen hat. Dieselben Präparate darf er auch ohne Facharzt verschreiben, wenn er glaubt, er kann den Patienten ohne den Rat seines Kollegen einstellen.

    Wenn er behauptet, er dürfe es nicht, heißt es meiner Meinung nach durch die Blume: Er will das nicht, weil er sein Budget nicht damit belasten möchte.

    Wende Dich entweder, wie schon gesagt, an die Krankenkasse, oder schau, ob Du vom Neurologen Rezepte bekommst. Der darf sie nämlich ebenfalls weiter verschreiben.
     
  11. stormrider

    stormrider Poweruser

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    OK das wollte ich wissen. Habe mir schon gedacht, dass das dumme Ausreden sind.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ohne das Medikamnet zu kennen ist die Aussage "Ausrede" nicht haltbar. Deswegen nochmal die Frage: Um was für ein Medikament geht es dabei?

    Elisabeth
     
  13. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Mir hier ging es nicht um ein spezielles Medikament, sondern darum, dass ich grundsätzlich von den Allgemeinärzten die Aussage bekomme, dass nur der Facharzt das betreffende Medikament aufschreiben kann. Mag sein, das es da Unterschiede gibt. Wird aber nicht praktiziert. Man versucht grundsätzlich die Rezeptierung auf den Facharzt zu schieben. Und ich glaube nicht, dass ich es immer mit Rezepten zu tun habe, wo wirklich nur der FA rezeptieren darf.

    Also fragen wir mal anders herum:
    Wo stehen die Infos/Vorschriften, die die Rezeptierfähigkeit der Medikamente, bezogen auf die jeweilige Fachkompetenz des Arztes, regeln.
     
  14. Maniac

    Maniac Poweruser

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    BTM zB kann nicht einfach so jeder Arzt verschreiben, hier braucht es eine extra "Anmeldung" bei der entsprechenden Behörde. Nur dann gibts die Rezepte...

    Es wäre damit der oben genannte Fall durchaus möglich.
     
  15. stormrider

    stormrider Poweruser

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    BTM ist verständlich. Da käme ich auch nie auf die Idee, einen anderen Arzt um Rezeptierung zu bitten als den Arzt, der auch die Behandlung inne hat. Aus dem Stegreif heraus fällt mir gerade Axura (Wirkstoff Memanthin) ein, ein Medikament was z.B. bei Demenz gegeben wird.
     
  16. behid

    behid Gast

    Es geht bei deiner Frage meines Erachtens darum, dass der Hausarzt von dem Medikament nicht viel hält und ihm die Wirksamkeit bei den Symptomen deines Opas abspricht und es deshalb nicht verschreibt. Mit dieser Meinung steht der Hausarzt nicht alleine. Der ein oder andere Allgemeinmediziner und auch Neurologe halten nichts von den gängigen (z.T. sehr teuren) Medikamenten gegen die Demenz. In dem ein oder anderen Fachvortrag für Demenzerkrankúngen habe ich dies schon mehrfach gehört. Und warum sollte der Hausarzt sein Budget mit einem teuren Medikament (Axura z.B. kostet fast 200€ für 3 Monate) belasten mit einer Verordnung deren Wirksamkeit zweifelhaft ist? In dem Fall bleibt nur der Gang zum Neurologen wenn man dieses Medikament bekommen will.....

    Richtig er darf sie verordnen, aber muss er auch? Auch wenn er von der Art der Behandlung nichts hält....., ich glaube nicht! Wie bereits gesagt, da bleibt nur der Gang zu einem anderen Arzt der diese Therapie für sinnvoll erachtet.

    Das war auch mein erster Gedanke als ich den ersten Beitrag gelesen habe. Axura wird von einigen Fachärzten als nicht besonders wirksam erachtet und eigentlich als überflüssig. Wenn ich als Arzt dieser Überzeugung wäre würde ich dafür auch kein Rezept ausstellen.
     
  17. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Es geht ja nicht nur um dieses eine Medikament. War ein Beispiel, weil ich das gerade im Kopf hatte. Wobei ich mich frage, warum diese Medikamente dann überhaupt verschrieben werden dürfen, wenn sie nicht sinnvoll sind.
     
  18. Gerrit

    Gerrit Senior-Mitglied

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    Weil es noch nichts besseres gibt.
    Manche sind der Meinung, eine Verzögerung des dementiellen Abbaus um 1-2 Jahre ist die Kosten Wert, andere nicht. Da die Erkrankung nicht aufgehalten werden kann, sondern nur ein langsamerer Verlauf für einige Zeit erreicht werden kann entsteht natürlich gerne der Eindruck, dass es nicht wirkt, aber eine Menge Geld kostet.

    Grüße,

    Gerrit
     
  19. behid

    behid Gast

    Wie will man wissen, das der Verlauf tatsächlich verlangsamt ist oder nicht eigentlich sowieso vonstatten gegangen wäre?
    Versteh mich nicht falsch, ich finde wenn die Hoffnung besteht, dass es so ist sollte man Menschen dieses Medikament zur Verfügung stellen und es verordnen.
    Aber wenn der Arzt eben meint, damit nichts zu erreichen, warum sollte er dann ein Rezept ausstellen?
    Man wird ihn, auch seitens der Krankenkasse und auch wenn er es rechtlich darf nicht dazu zwingen können.....
     
  20. Gerrit

    Gerrit Senior-Mitglied

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    Nein, zwingen wird man ihn nicht können.

    Pharmastudien der Hersteller belegen die Wirksamkeit (schau mal bei Fachinfo.de). Sonst bekommt das Medikament auch keine Zulassung...
     
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