Häufige Konfrontation mit den privaten Problemen

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von nightshade, 24.09.2006.

  1. nightshade

    nightshade Senior-Mitglied

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    Hallo.

    Mir ist aufgefallen, das die privaten Probleme der Schüler häufiger werden.

    Es kam mehrfach schon vor, das wir mit den privaten Problemen konfrontiert wurden.

    Meist familäre Probleme, wo viele Gespräche geführt wurden. Das viel meistens durch Unkonzentriertheit oder Bedrücktheit auf. Manchmal suchten die Schüler auch selber den Konakt zu Ihrer Vertrauensperson.

    Das heftigste war, das sich eine Schülerin sehr merkwürdig verhielt und auch zusammenbrach. Sie roch nach Alkohol und sie liess sich auf eine Kontrolle ein.
    Sie hatte 2,8!!!!Wir waren 3 Std. mit der Situation beschäftigt. Sie wollte weiterarbeiten und lief schwankend über die Station und aus ihrer Tasche viel ein Flachmann. Vor den Patienten.Wir versuchten Sie zu schützen und abzuschirmen. Es war wirklich schlimm für alle Beteiligten.Wir reagierten sofort und haben es gemeldet. Alle Parteien wurden eingeschaltet. Sie wurde dann vom Ehemann und Sohn abgeholt, die nicht geschockt reagierten, eher beschämt, aber die Situation schon kannten. Das Schlimmste war, sie ist schon mehrfach aufgefallen und keiner hat reagiert. Die Schule hatte einen Verdacht, aber die Stationen haben sich nicht geäussert. Es war ein totales Drama.Sie wurde suspendiert, aber auch unterstützt. Die Schule gab Ihr die Chance eines Entzuges, um danach weiterzumachen. Daraufhin rief Sie auf Station an und drohte mit Suizid. Es war ein riesiger Schock. 30 Min. später rief sie wieder an und revidierte es betrunken.

    Sie hat Ihre Chance leider nicht wahrgenommen und brach die Ausbildung ab.

    Leider war das nur ein Beispiel von Vielen. Und häufig waren Wir die Ersten, die reagiert haben. Es wurd häufig weggeschaut...

    Habt Ihr ähnliche Erfahrungen? Wie geht Ihr damit um?
     
  2. BlonderEngel

    BlonderEngel Senior-Mitglied

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    klar sind vertrauenspersonen wichtig und hilfreich... wie weit sollte sie helfen ?

    finde es sollte pro station immer einen ansprechpartner geben speziell für probleme solcher art.
    Viele sind einfach überfordert mit ausbildung/family etc.

    wie gehts der schülerin heute ?
     
  3. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Was genau willst du denn jetzt darein interpretieren?

    Alkoholismus gibt es in allen Schichten und somit auch in alle Branchen bzw. Berufen.
    Das das solche Formen annehmen kann wie bei dir beschrieben ist dabei auch nicht neu.

    Private Probleme hat auch jeder, sei er nun Krankensdchwester oder Versicherungsvertreter...
     
  4. nightshade

    nightshade Senior-Mitglied

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    Hi. Hab mich wohl wieder nicht gut genug ausgedrückt. Natürlich gibt es in allen Bereichen auch mal Probleme mit Alkohol. Das war ja auch nur ein Beispiel. Und es soll jetzt auch nicht um hauptsächlich dieses Problem gehen.

    Mir ist nur aufgefallen, das die privaten Probleme der Schüler zunehmen. Ich arbeite nunmal als KS und nicht als Versicherungsvertreter, also kann ich nur von meinen Erfahrungen sprechen und nicht über die Allgemeinheit. Darum soll es ja hier nicht gehen.

    Wollte einfach mal hören, wie Ihr damit umgeht. Denn man leitet die Schüler an und bekommt dadurch auch viel mit....Man trägt ja auch einen gewissen Teil an Verantwortung. Natürlich hat jeder mal Probleme, aber im KH darf die Arbeit nicht darunter leiden...


    Ich weiss leider nicht, wie es der Schülerin Heute geht. Man hat nichts mehr von Ihr gehört. Schade....
     
  5. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    Hallo nightshade,
    die Beobachtung haben wir auch gemacht. Schüler sind heute weniger belastbar und reagieren sensibler. Junges Personal ist auch stressanfälliger als ältere.
    Ansprüche sind höher, Leistungsbereitschaft niedriger. (Das gilt natürlich nicht für alle!) Enttäuschung ist bei den Schülern und jungen Kollegen groß und es wiurd schnell resigniert.
    rudi09
     
  6. Michl

    Michl Gast

    Also, diese Erfahrung habe ich jetzt nicht gemacht. Vielleicht kann der Anschein entstehen, weil durch die Arbeitsverdichtung sehr früh eine Überforderung stattfindet... Ich empfinde die Zeiten einfach stressiger.

    Probleme hat jeder. Und ich bin nicht der Papa und muss mir das alles nicht reinziehen. "Schwierige" Lebenssituationen berücksichtige ich natürlich schon, aber ich löse sie nicht. (Gebe vielleicht mal nen klugen ;) Rat)
    Hat ein Auszubildender so heftige Probleme, das es die Arbeit stört oder gar gefährdet, muss man das mit dem Schüler thematisieren und meiner Meinung auch die Schule informieren. Sonst geht das Spiel beim nächsten Einsatz wieder los.
    Bei Alkohol im Dienst muss natürlich sofort reagiert werden; da würde ich beim begründeten Verdacht sofort in Richtung PDL gehen.

    Wir haben manchmal das Problem, dass wir einfach zu sozial sind (oder denken, es zu sein ;) ) Dabei müssen wir unsere eigenen Grenzen kennen und uns eben Hilfe holen, wenn wir selbst der Lage nicht gewachsen sind.

    Pädagogische Beziehung schön und gut, aber wir sollen Kollegen ausbilden und nicht therapieren.

    Ist ja auch eine unangenehme Situation, manchmal auch etwas "schwammig", man hat keine Beweise usw. Hat natürlich auch Angst, etwas falsches loszutreten...
    Gehört eine Portion Courage dazu. Ist auch nicht einfach, solche Gesprächssituationen zu meistern.

    Toll, dass Ihr nicht den einfachsten Weg gegangen seid.

    Grüße
    Michl
     
  7. rudi09

    rudi09 Stammgast

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    War lange nicht da.
    Nur noch soviel: Was ich zum Thema "Stressanfälligkeit" geschrieben habe, beruht auf einer arbeitsmedizinischen Untersuchung in einem Krankenhaus mit 1700 Betten.
    Grundaussage der Studie: Ältere Mitarbeiter/-innen sind seltener, aber dafür längerfristig krank und jüngere sind öfter aber dafür kürzer krank.
    Das Thema Stressanfälligkeit wurde mit Hilfe eines Fragebogens untersucht.
    MfG
    rudi09
     
  8. Aceton

    Aceton Stammgast

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    Schade, dass hier noch nicht mehr Beiträge stehen.

    Jeder Mensch hat seine eigenen Probleme.
    Manche können sie gut wegstecken, andere wiederum nicht.

    Wenn ich eine Schüler(in) hätte, die alkoholisiert zum Dienst erscheint...da frage ich mich, ob ich nicht schon vorher irgendwie Anzeichen sehe, dass sie auf grund von privaten Probs ihre Arbeit vernachlässigt.
    Und versuchen irgendwie vorher schon zureagieren.
    Denn das mit dem Alkohol ist ja schon die Spitze des Eisberges.

    Ich bin der Meinung, dass es sowohl in der Schule als auch in der Einrichtung (Altenheim/KH) eine Person als Ansprechpartner geben soll.
    Speziell für private Probs.

    Die deutsche Nationalmannschaft hat, soweit ich weiß, einen eigenen Psychologen :ccol1:

    Warum sollte man sowas nicht auch in sozialen Einrichtungen einführen, sofern es sowas noch nicht gibt??
     
  9. Swertia

    Swertia Newbie

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    Ich bezweifle, dass die Leute zu den Psychologen gehen würden, wenn sie Probleme haben. Allein schon wegen des Arbeitsplatzes und der Angst ihn zu verlieren, wenn die Leitung von den Problemen etwas mitbekommt. Ich würde es auf jeden Fall vermeiden wollen, dass mein Arbeitgeber etwas von meinen privaten Problemen mitbekommt.
    Im Falle der Schülerin kann man wenig sagen, da man die Ursache für ihre Alkoholexesse nicht kennt. Ich finde auch, dass es von der Vertrauensperson zu viel verlangt wäre, alle Probleme ihrer Schützlinge frühzeitig zu erkennen. Dafür müssten sie psychologisch geschult sein. Die meisten alkoholabhängigen Menschen können ihr Problem sehr lange und sehr gut verstecken. Eigentlich hätte die Familie sich bereits früher beraten lassen müssen, da ihr das Problem anscheinend bekannt war.
    @ nightshade Schwer zu sagen was man hätte besser machen können. Mehr als das was ihr getan habt, kann man kaum machen. Man darf sie natülich in diesem Zustand nicht weiter auf Station arbeiten lassen.
    Ihr habt ihr eine Chance geboten. Ergreifen muß sie sie selbst. Schade.

    Ich denke dass die Situation mittlerweile belastender ist als vor 20 zig Jahren oder so. Da ist der Leistungsdruck in der Schule, danach das Problem eine Lehrstelle zu bekommen. Der Leistungsdruck auf den Stationen hat ebenfalls zugenommen. Die Leute sind insgesamt nicht mehr so entspannt, meist überlastet und scheinen sich nicht mehr so schnell zu erholen. Die Unzufriedenheit wächst überall.
    Daher wundert es mich nicht wenn ihr häufiger mit diesen Problemen konfrontiert werdet
    Swertia
     
  10. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    ich denke mal dass dies ja jetzt auch kaum ein Phänomen als bei Schülern gewertet werden kann. Das kommt auch bei anderen Personal vor, zumal ich denke, dass diese Schülerin ja schon älter auch gewesen sein muss ...mit Ehemann und Sohn die zur Station kamen, oder?

    Bei Kollegen entsteht die "Sucht" auch oft erstmal im Job.

    Liebe Grüße Brady
     
  11. kaiowas

    kaiowas Junior-Mitglied

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    @Aceton: In der deutschen Nationalmannschaft "verdienen" die Spieler auch ne Menge Geld, das wäre mir lieber als ein Psychologe!

    Allgemein kann ich nur dazu sagen, das bei unseren Schülern auch oft die privaten Probleme im Vordergrund stehen, was leider die Konzentration der Auszubildenden sehr stört! Wer hat denn keine privaten Probleme? Die gehören meiner Meinung nach nicht auf die Arbeit, das müssen eben auch die Schüler frühzeitig lernen! Ich habe als Mentor immer ein offenes Ohr für solche Dinge, aber einen gewissen Rahmen dürfen sie nicht sprengen. Wie sollen die jungen Menschen denn später in dieser harten Ellenbogengesellschaft überleben, wenn die Arbeitsleistung so sehr unter den privaten Problemen leidet? Niemand kriegt mehr was geschenkt, es zählt nur noch Leistung, bringst du die nicht, bist du deinen Job los, es stehen genug Leute vor der Türe, die auf diese Chance warten...
    Traurig aber wahr..
    MfG
     
  12. diamondice

    diamondice Junior-Mitglied

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    Halo kaiowas,

    das seh ich für meinen Bereich ganz anders. Ich hoffe Du verzeihst mir den sarkastischen Unterton, wenn ich sage, dass nicht alle so harte Brocken sein können.

    Ich arbeite in der Psychiatrie, meine Station ist meist geschlossen. Als Praxisanleiter liegt mir der Schutz der Schüler/Innen besonders am Herzen. Ich kann nicht vom jedem erwarten, dass er genug Lebenserfahrung und "gesund verlaufenes Leben" hat, um auf unserer Station klarzukommen.

    Ich sehe es als auch als meine Aufgabe an zu spüren wenn etwas nicht in Ordnung ist. Zugegeben, dabei handelt es sich nicht um Probleme der Marke "mein Freund hat mich verlassen" oder " mein bester Freund lästert über mich".

    Das einschneidenste Beispiel war eine Schülerin, die ich eines Tages weinend an die Heizung geklammert in der Stationsküche fand. Sie hatte die "aggressive Atmosphäre" auf der Station, die damals herrschte, einfach nicht ausgehalten. In einem langen Gespräch habe ich herausgefunden, dass sie ein stark traumatisierendes Ereignis hinter sich hatte. Darauf folgte Versetzung in einen anderen Bereich, wo sie einen prima Job machte.

    Ich denke, wir sollten die Menschlichkeit, gerade aus unserem Beruf, nicht verbannen.
     
  13. pearlmey

    pearlmey Newbie

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    Hallo,
    als Auszubildende im 2. Lehrjahr melde ich mich jetzt auch mal zu diesem Thema. Ich bin verheiratet, habe eine 6 jährige Tochter und wir sind beide voll berufstätig. Ich bin 31 Jahre. Ich muss zugeben, dass das erste Jahr meiner Ausbildung voll an meine Grenzen ging. Ich dachte, das schaffst du schon, warst ja vorher sebstständig etc. pp... Doch die Situation war folgende: Die Angst, die Probezeit nicht zu bestehen war enorm. Die Doppelbelastung zu Hause und familiäre Probleme in meinem Familienkreis kamen dazu. Ebenso werde ich nach dem neuen Ausbildungsgesetz geschult, das weder ausgereift, noch erprobt ist. Viel Selbststudium ist gefragt und das Umsetzen in die Praxis mit Lernzielkontrolle durch eine fachgerechte Anleitung bleibt oft auf der Strecke. Man arbeitet wie eine Vollkraft, betreut teilweise Zimmer alleine und viele Fragen bleiben offen, da zu wenig Personal auf Station ist, das sich zusätzlich auch noch um die Belange der Schüler kümmern kann. Dennoch ist der Leistungsdruck enorm, denn die klinischen Unterrichte stehen dennoch an, Leistungsnachweise fallen grundsätzlich durch die Blockregelung komprimiert an und so weiter. Man ist ständig dabei, sich das Wissen irgendwo aus dem Ärmel zu leiern um zu bestehen. Da bleibt kaum mehr Zeit für etwas anderes. Viele meiner Klassenkameraden sind noch unter 18 und auch die Schulabschlüsse sind nicht gleich. Von Hauptschülern mit der Krankenpflegehilfeausbildung bis hin zu Abiturienten ist alles vertreten. Einige kommen von weiter her und wohnen im Wohnheim. Das viele Lernen, die Schichtarbeit, neuer Wohnort, wenig Freunde - das isoliert viele meiner Mitschüler und nicht wenige von ihnen versuchen durch regelmäßiges Trinken oder Abfeiern abzuschalten. Die Angst der Ausbildung nicht gerecht zu werden - arbeitslos zu werden - erzeugt unheimlich viel Druck.Das Wissen über effektive Lernmethoden und positiven Stressabbau ist unerlässlich um zu bestehen.
    Weitere kleine Einblicke: Vom ersten Ausbildungsjahr haben wir hier in einem KH der Maximalversorgung mit schwerst kranken Patienten zu tun. Pallitivversorgung oder die Pflege von schwerst Krebserkrankten sind keine Seltenheit - Der Umgang mit Sterbenden und dem Tod wird aber erst im letzten Ausbildungsjahr vermittelt. Rückenschonendes Arbeiten wird von Anfang an gepredigt. Kinästethik, Lagern oder Transfer nach Bobath wird im 2. Lehrjahr behandelt in einer begrenzten Zeit, in der man das Thema nicht wirklich vermitteln kann. Schade - aber Alltag. Frakturenlehre im ersten Jahr jedoch ohne das Fundament "Aufbau des Skelettes". Und so zieht sich das wie ein roter Faden durch.
    All das erzeugt Stress - nicht jeder kann leider damit umgehen.
    Ebenso finde ich die Anforderungen an den Schüler hoch, sich auf mittlerweile 4 bzw. 2 Wochen reduzierten Praxisblock sich in ein Team zu integrieren, die Strukturen der Station zu erkennen, theoretisch erlernte Praxis- Handlungsabläufe der Station anzupassen und gleichzeitig klinischen Unterricht zu planen, Berichte bzw. Pflegeplanung und Anamnese an Hand einer Patientin zu schreiben und sich statoinsspezifisches Wissen anzueignen.

    :freakjoint: Liebe Grüße, Eure Sandra
     
  14. kaiowas

    kaiowas Junior-Mitglied

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    @diamondice: Sooo hart bin ich nun auch wieder nicht, und ich spreche auch nicht von Kinkerlitzchen, die mir die Schüler da so aus ihrem Privatleben mitteilen. Zur Zeit ist Bulimie das Problem einer unserer Schülerinnen! Aber bin ich Therapeut? Woher soll ich mir die Zeit nehmen, ihr dabei - wenn auch nur durch Zuhören - zu helfen?
    Ich weiß ja nicht, was ihr für nen Personalschlüssel habt, aber bei uns ist das nicht machbar. Kann ja wohl kaum die Pflege der Pat. vernachlässigen, um die privaten Probleme der Azubis zu mindern! Das hat meiner Meinung nach auch nichts mit unmenschlisch zu tun, ganz im Gegenteil, bisher wurde ich - so hatte ich den Eindruck - von den Schülern immer ganz gut verstanden, wenn ich ihnen mitgeteilt hab, das die Leistung auf Station und in der Schule nicht unter ihren Problemen leiden darf (jedenfalls nicht dauerhaft!)
    Ich meine es ja im Endeffekt nur gut mit den "Jungen", momentan legen sie ja den Grundstein für ihre Zukunft...
    MfG
     
  15. diamondice

    diamondice Junior-Mitglied

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    Hallo,

    genau darum geht es doch. Die Zukunft eines Menschen ist untrennbar mit seiner Vergangenheit und seiner Gegenwart verknüpft.

    Klar sind wir alle keine Psychotherapeuten, aber ich denke schon, dass es unsere Aufgabe ist mal zuzuhören und aus unserer meist längeren Lebenserfahrung vielleicht ein paar Vorschläge zu machen. In meiner Weiterbildung zum Praxisanleiter gehörte das Krisengespräch zum Inhalt.

    Ich meinte auch so was wie die Schülerin mit der Bulimie. Heilen können wir sie nicht, aber vielleicht können wir sie vor Überforderung schützen und ihr nahebringen was für eine ernsthafte Erkrankung sie da hat, damit sie sich professionelle Hilfe sucht. Immerhin war das ein großer Vertrauensbeweis an Dich, dass sie Dir das überhaupt erzählt hat.

    Und irgendwie hab ich das Gefühl, dass wir da gar nicht so weit auseinander liegen.:-)
     
  16. kaiowas

    kaiowas Junior-Mitglied

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    Das Gefühl hab ich auch! :-)
    Ich hab auch noch nie nen Auszubildenden wegen solcher Probleme hängen lassen, ich kläre sie eben darüber auf, das solche Sachen nicht auf Dauer Bestand der Arbeit sein dürfen!
    MfG
     
  17. Lenchen79

    Lenchen79 Newbie

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    Hallo
    Ich muß mich auch mal melden zu diesem Thema. Ich habe im 1. Jahr gegen ende meine Tochter zur welt gebracht. habe nach 10 monaten wieder weitergemacht was ichnicht bereue. Ich habe letztes Jahr im August 06 examen gemacht und das nicht schlecht. Ich hatte auch diverse probleme teils selbst verursacht teils durch meine Mutter (Alkoholikerin) Verursacht.
    Ich war und bin verheiratet mit dem Vater meiner Tochter.
    Manche Examinierten Kollegen waren sehr tolerant manche waren sehr ignorant Z.B. Letzte PA meinte dann mußt du halt aufhören wenn du nicht die Probleme mit deiner Mutter regeln kannst. Sie hatte mich gefragt warum ich so unkonzentriert wäre die letzten beiden Tage.
    Sie war eine Frustrierte ..... Würgte mir wo es nur ging eine rein gab mir zum schluß eine Schlechte Beurteilung bekam vorher nur gute beurteilungen.
    Sie hätte gerne auch ein Kind gehabt und wäre gerne arbeiten gegangen. sie hatte aber keinen passenten Mann dazu. Warum wohl?


    Also Manchmal können unsere zukünftige Kollegen nicht für Ihre Probleme, klar sollten die Probleme nicht mit auf die arbeit gebracht werden aber manchmal ist es eben zu viel.

    Also bis dann
    Lenchen.
     
  18. *Mara*

    *Mara* Senior-Mitglied

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    hm... ich kenne eine ähnliche situation wie im ersten beitrag. als ich schülerin war, war ich gemeinsam mit einer anderen schülerin auf der selben station eingesetzt,... sie fiel dann irgendwann auf, da sie statt ihres namenskürzels indie liste nur noch xx machte, und irgendwann auch einfach kollabierte. im Endeffekt kam auch ein promillegehalt jenseits von gut und böse ans tageslicht. ihr ehemann wurde angerufen und hat sie abgeholt. die schule bot iohr an sie zu unterstützen, sie hat dann wohl eine therapie angefangen aber auf das angebot später die ausbildung weiterzumachen ging sie nicht ein.

    Muss aber dazu sagen, ich denke nicht dass die schülerprobleme zunehmen. Ein anderes Beispiel: Eine Kollegin aus der Psychiatrie in unserem Haus wurde mit Tablettenintox in suizidaler Absicht in die eigene Notaufnahme eingeliefert und nachher auf der geschlossenen im eigenen Haus behandelt. Finde ich allerdings eine sehr schlechte Lösung. Meiner Meinung nach hätte sie nach der Akutsituation verlegt werden sollen. Das hat sich natürlich alles rumgesprochen.
    ... LG Mara
     
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