Hämophilie und HIV bei einem 15-jährigen

Dieses Thema im Forum "Pflege bei onkologischen und hämatologischen Erkrankungen" wurde erstellt von Robin, 16.07.2009.

  1. Robin

    Robin Junior-Mitglied

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    Hab in der Schule in Immunologie ein schönes Fallbeispiel bekommen und würde gerne eure Meinung zu der Sache hören. Ich schildere den Fall mal in Stichpunkten damit die Sache nicht so langatmig wird.

    - 15- jähriger mit Hämophilie
    - Begeisterter Sportler, macht auf Grund der Erkrankung allerdings nur Einzelsportarten
    - Hat als Kind wegen seiner Erkrankung eine Bluttransfusion erhalten, hat sich dabei mit HIV infiziert
    - Geht regelmäßig in ein örtliches Hämophiliezentrum (was weiß ich ob es das gibt ist aber auch an dieser Stelle egal), hat da einen Pfleger seines Vertrauens
    - In seiner Kindheit haben seine Eltern sich um die Therapie gekümmert, jetzt wo er jugendlich ist übernimmt er das selbst
    - ER WEIß NICHT DAS ER HIV POSITIV IST, SEINE ELTERN HABEN DEM PFLEGEPERSONAL AUFGETRAGEN STILLSCHWEIGEN ZU BEWAHREN
    - Nun (wo er sich selbst um die Erkrankung kümmert) offenbart der Junge seinem "Pfleger des Vertrauens", das er ein Problem hat (Filzläuse > Phthirus pubis) und denkt sich bei seiner Freundin angesteckt zu haben, DA ER SEIT GERAUMER ZEIT MIT IHR GESCHLECHTSVERKEHR HAT (ungeschützt)
    - Er trägt dem Pfleger auf vor seinen Eltern Stillschweigen zu bewahren

    And the question is: Wie verhalten Sie sich in dieser Situation (ethischer Grenzkonflikt)?
     
  2. Schnabelbecher

    Schnabelbecher Junior-Mitglied

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    Heikel Heikel das Ganze!!!
    Hmm,also wenn ich diese Pflegerin wäre,würde ich versuchen die Eltern des Jungen vllt. auf die Idee zu bringen,dass ihr Sohn Sex hat.Also von wegen "XY hat ja eine feste Freundin,haben sie darüber nachgedacht,das es Möglich wäre,dass die beiden ungeschützten Verkehr haben könnten".Ich denke das wäre so eine Möglichkeit sie darauf zu stoßen, ohne direkt was auszuplaudern.Ist aber ne schwierige Situation.Es ist ja auch abhängig davon,was für ein Verhältnis man mit den Eltern hat.Wenn man sich gut mit denen versteht und sie den EIndruck erwecken für solche Denkanstöße offen zu sein (das merkt man ja) dann ist das ein Versuch.Ansonsten muss man den behandelnden Arzt in diesem "Zentrum" zu Rate ziehen.Oder eine Ethische Fallbesprechung einrufen.Aber dahingehend bin ich überfragt.Ich würd´s über´s Zwischenmenschliche versuchen!
     
  3. matras

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    Hallo,
    dazu der folgende Text Den Anhang RegBerufbeiHIVhBV.pdf betrachten der ausführt: "Nach dieser Vorschrift ist der Bruch der Schweigepflicht
    gerechtfertigt, wenn ein Arzt in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren
    Gefahr für Leben, Leib oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht (seine
    Schweigepflicht bricht) um die Gefahr von einem anderen abzuwenden. Dies gilt
    jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist." womit der Therapeut verpflichtet ist unter aufgabe der Schweigepflicht einzugreifen!

    Gruß Matras
     
  4. Werner Rathgeber

    Werner Rathgeber Stammgast

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    Mein Lösungsansatz wäre ein anderer:

    Wird HIV nicht therapiert?
    Wenn ja, liest der Patient nicht die Packungsbeilage?

    Rechliche Gefahr für die Eltern: Tatbestand der vorsätzlichen Körperverletzung, wenn sich die Freundin mit HIV infizert.

    Nächste Frage:

    Besteht aufgrund des Alters nicht doch eine Aufklärungspflicht des Arztes auch gegen den Willen der Eltern?

    Viele liebe Grüße

    Werner
     
  5. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    "Besteht aufgrund des Alters nicht doch eine Aufklärungspflicht des Arztes auch gegen den Willen der Eltern?"



    Würde ich auch so sehen.
    Hat ein Mensch nicht das Recht darauf, zu erfahren, wenn er eine Krankheit hat??
    V.a. wenn dann noch eine weitere Person "involviert" ist, in dem Fall die Freundin, ist alles andere doch grob fahrlässig.
     
  6. Robin

    Robin Junior-Mitglied

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    Naja das ist wie gesagt eher ein ethisches Problem. Das die bestehende Ambivalenz aufgebrochen werden MUSS ist nicht die Frage. Es ist nun so das der Junge mit dem 14. Lebensjahr die eingeschränkte Geschäftsfähigkeit erworben hat, wodurch die Möglichkeit besteht die Information weiterzugeben ohne mit rechtlichen Konsequenzen rechnen zu müssen (natürlich durch den Arzt). Vom ethischen Standpunkt aus geht es jedoch eher um das WIE. Es bestehen folgende Möglichkeiten/Folgen:

    1. Information des Jungen > Vertrauensbruch gegenüber den Eltern
    2. Information der Elter > Vertrauensbruch gegenüber dem Jungen
    3. Gewissens- Appell an die Eltern: Ihr Sohn hat eine Freundin... Schonmal über Sexualität nachgedacht? (Wenn das nichts bringt müsste man dann bei 1. oder 2. ansetzen)
    4. Der Pfleger entzieht sich der Ambivalenz > Keine echte Möglichkeit

    Außerdem ist zu berücksichtigen:
    1. Der Zeitpunkt den Jungen aufzuklären wurde eindeutig verpasst
    2. An den Gespräch müssen Vertrauenspersonen beteiligt sein und bei Bedarf ein(e) Psychologe/in
    3. Der Ort muss richtig gewählt sein
    4. Die Freundin muss umgehend informiert werden und es müssen medizinisch diagnostische und bei Bedarf therapeutische Maßnahmen zur Anwendung kommen
    5. Der (ungeschützte) Verkehr zwischen dem Jungen und seiner Freundin müssen SOFORT unterbunden werden, weshalb...
    6. Die Intervention zeitnah erfolgen muss

    P.s.: Hätte wenn und aber ist nicht interessant, bitte bei den Fakten bleiben ;) ... vlt. noch die strafrechtliche Sache (wobei es sich nicht um ein Fallbeispiel des Zivil- und Strafrechts handelt ^^)
     
  7. narde2003

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    Hallo Robin,

    ich denke mal, dass im "echten Leben" ein 15 jähriger schon schaut was er für Medikamente nimmt, oder?

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  8. Robin

    Robin Junior-Mitglied

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    Es geht wie gesagt um ein fiktives Fallbeispiel; es ist nicht jede Einzelheit berücksichtigt
     
  9. Mari1981

    Mari1981 Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Also ich würde dem Jungen sagen, das er HIV positiv ist,
    auch wenn ich damit die Schwigepflicht breche, die ich
    den Eltern gegenüber habe, denn es geht ja hier nun
    jetzt auch um andere Menschen die sich unwissentlich
    mit HIV infizieren können und da ist es meine Pflicht
    diese zu schützen.
    Aber ich würde vorher mit den Eltern sprechen und ihnen
    die Möglichkeit geben, ihrem Sohn selber die Wahrheit zu
    sagen.
    Ich sehe es so, dass ich mich dann mitschuldig mache,
    wenn ein Dritter, also in dem Fallbeispiel die Freundin
    infiziert wird und dann ist es eine Straftat und ich bin dran
    als PP.
     
  10. bidano

    bidano Newbie

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    • Grundsätzlich hat jeder Patient das Recht darauf zu wissen was mit ihm los ist auch Jugendliche oder Kinder
    • es ist grob fahrlässig ihm nicht zu sagen, dass er HIV positiv ist
    • ich würde den Eltern die Möglichkeit geben ihm seine Diagnose bekannt zu geben sollten sie es nicht tun kann man auch rechtliche Wege einleiten. Cave: Vertrauensbruch
    • wieso eigentlich hat der Junge selber noch nichts geschnallt? :beten:
     
  11. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Weil es ein Fallbeispiel aus der Schule ist...
     
  12. souris

    souris Newbie

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    Vielleicht nimmt er aber noch keine MEdikamente. ich habe eben nochmal nachgeschaut und bei einem asymptomatischen HIV Verlauf, kann man anscheinend auch später anfangen, abhängig von den CD4 Zellen. Das bezieht sich leider nicht direkt auf Jugendliche und KInder, kann sein dass es hier auch nochmal anders ist.


    Quellen: RKI.de -->HIV/AIDS-->Therapie-->Leitlinien -->Deutsch-Österreichische Leitlinien zur antiretroviralen Therapie der HIV-1-Infektion oder Prinzipien der Therapie der HIV-Infektion (2.Abschnitt)

    Find ich eine heftige Aussage. Der Junge ist in dem Fallbeispiel 15 JAhre alt und wie soll er auf die IDee kommen HIV zu haben, selbst wenn er MEdikamente nimmt. Wenn die Eltern nicht wollen, dass er es merkt können sie auch die PAckung vertauschen (alles schon erlebt allerdings andersrum).
    Außerdem denkt er zu dem ZEitpunkt vl. nicht dran, dass er schon HIV haben könnte, weil die Werbung ja eher suggeriert man soll sich davor schützen.... . ICh mein auch Erwachsene, die einen entsprechenden LEbenswandel haben und sich den Gefahren einer HIV INfektion bewusst sind, können am Anfang die Diagnose nicht glauben oder wollen sich gar nicht testen lassen, obwohl sie schon typische Krankheitbilder aufzeigen. Wie soll das dann erst für einen Jugendlichen nachvollziehbar sein?
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Na wollen wir mal hoffen, dass im realen Leben der Junge aufgeklärt wird. 15jährige sind heutzutage ev. schon sexuell aktiv. Das sollte net vergessen werden. Ich würde als Mutter der Freundin gegen die Eltern klagen, wenn mein Kind sich dort infiziert hat.

    Hinzu kommt das Risiko bei Versorgung von Verletzungen. Irgendwo gibt es Grenzen.

    Kinder müssen manchmal mit noch ganz anderen Diagnosen klr kommen und sie tun es oft besser als die Eltern.

    Elisabeth
     
  14. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hallo,

    ist das nicht ein ziemlich ausgefallenes Beispiel?

    Ich kann kaum glauben, daß es im Realleben sowas geben kann.
    Ein 15 Jähriger beschäftigt sich doch mit seiner Erkrankung und wenn er Blutprodukte bekommt erst recht....

    Heute weis bestimmt auch ein 15 jähriger, daß mit Blutkonserven Infektionskrankenheiten übertragen werden können.....auch wenn die Kontrollen sehr gut sind bei uns in Deutschland.

    Zumindest setzt man sich doch damit auseinander, wenn man darauf angewiesen war oder vielleicht noch sein wird.

    Als Eltern muß ich mich auch damit auseinander setzen, daß mein Kind irgendwann in einem Alter ist, indem es sexuell aktiv wird.
    Wenn er dann noch einen Virus in sich trägt, denn er an seine Freundin weitergeben kann,....da brauchen wir eigentlich nicht weiter zu reden.
    Die Verantwortung ist klar für die Eltern und auch den Sohn.( wenn er weis, wie es um ihm steht.)

    Wenn ich ein gutes Verhältnis zu meinem Kind habe, dann erzählt es mir vielleicht auch, daß es mit jemanden zusammen ist und sexuell aktiv ist/sein will.

    Wenn ein 15 jähriger sich mit seiner Erkarnkung selbst organisiert mit Mediseinnahme, dann wird es schwierig, die Packungen auszutauschen.
    Denn ich muß ja auch damit rechnen, daß er selbst seine Rezepte und Medis besorgt und dann mal genauer drauf guckt, was er da nehmen muß.

    Auserdem....wie sieht es eigentlich aus?
    Ist der Junge nicht alt genug, daß man ihm sagen könnte, was Sache ist, ohne konsequenzen der Eltern fürchten zu müssen?

    Ich meine mal irgendwo mitbekommen zu haben, daß Jugendliche ab 14 Jahren ohne ihre Eltern zum Arzt gehen können und der sich dann an die Schweigepflicht halten muß.

    Geht das nicht auch so rum, daß man dem 15 jährigen sagen kann, was los ist ohne, daß die Eltern sich da noch einmischen können?
     
  15. souris

    souris Newbie

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    ICh wollte auch nicht sagen, dass die Eltern richtig gehandelt haben. Das war eindeutig falsch und für die Freundin unnötig gefährdend. Ich würde auch wenn sie Negativ ist, Anzeige gegen die ELtern erstatten, als Mutter/Vater der Freundin.
    Aber ich finde trotzdem, dass der Junge doch nicht gleich dran denken muss sich durch Blutprodukte mit HIV zu infizieren.
     
  16. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Ich denke aber doch, daß ein 15 jähriger sehr wohl darüber nachdenkt, daß mit Blutprodukten eine Infektion drin ist.


    Wenn ich krank bin oder irgend was seltenes behandlungsbedürftiges habe, dann mache ich mir Gedanken, inwieweit ich mich von anderen unterscheide und warum ich diverse Dinge mitmachen muß.
    Und ich muß vielleicht auch Freunden und Schulkameraden erklären, was ich habe.

    Und dann will ich auch wissen, was die Schattenseiten meiner Krankeheit sind.
    Was passieren könnte wenn......
    Sicher registriere ich mit 15 Jahren schon Dinge und sehe manches ab, daß glauben viele Erwachsene nicht, weil sie nicht mehr wissen, wie sie damals gedacht, gefüht usw. haben.

    Und Eltern, die ein krankes Kind haben, sprechen ihm häufig die Belastungsfähigkeit und das Umgehen mit der Krankheit ab.
    Sie schonen es zu sehr, packen es in Watte und verschweigen auch Tatachen, die es dem Kind einfacher machen würden, mit seinem Schicksal klar zu kommen.

    Vielleicht auch, weil sie selbst schlechter damit zurecht kommen, daß das eigene Kind krank ist, als es selbst.

    Wir unterschätzen immer oder extrem oft, die Fähigkeiten eines Menschen, mit solchen Botschaften ungehen zu können.

    Und ich denke, Kinder oder Jugendliche können das noch besser als Erwachsene
     
  17. souris

    souris Newbie

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    Aber es ist doch trotzdem ein Unterschied es gesagt zu bekommen und es dann zu verarbeiten oder selbst danach zu forschen und durch Zufall raus zubekommen, oder.

    Keine Frage, wenn sich der Jugendliche Gedanken macht, könnte er natürlich auf die Idee kommen einen HIV/HEP. Test zu machen, mit dem Hintergrund, dass er sich der möglichen Gefahr von Blutprodukten bewusst ist.

    Vl. bin ich auch zu naiv, dass ich dem Jungen ,zumindest nach Schilderung im Fallbsp., das nicht zutrau. Ich sehe halt häufig auch Erwachsen mit HIV/AIDS die es selbst nach dem Test nicht war haben wollen bzw. diesen erst gar nicht machen wollen. Aber vl. haben diese ja auch schon die Wahrheit im Hinterkopf.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Warum das Kind in den Brunnen fallen lassen. Ist hier net das Jugendamt zuständig? Der Jugendliche muss bestimmte Vorgaben einhalten- und da geht es ja net nur um die Sexualität. Die Umgebung muss informiert werden. Stichwort: Versorgung von Verletzungen. Und wenn die Eltern hier ihrer Pflicht net nachkommen, dann muss es halt ein Amt machen.

    Elisabeth
     
  19. souris

    souris Newbie

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    Der Junge muss es wissen. Warum muss es die Umgebung wissen, es reicht wenn der Junge auf Handschuhe verweist, wenn er verletzt ist. Ich mein, wenn die ganze Umgebung Bescheide weiß, passiert es auch schnell, dass jemand als HIV positiv ausgeschlossen, stigmatisiert wird.
    Wer es wissen muss, sind behandelnde Ärzte, Krankenpfleger/in, Ärztliches Personal, sexual Partner. Und wenn er möchte bestimmten vertrauensvollen Freunden, das sollte er selbst entscheiden dürfen.
    Natürlich spielt bei ihm auch die Hämophilie mit rein, und ich denke damit kann man offener umgehen.
     
  20. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Wo ist da der Unterschied?

    Ich würde mich noch schlechter fühlen, weil meine Eltern mir das verschwiegen haben!

    Heute wird in der Schule aufgeklärt und zwar in alle Richtungen.
    Das ist nicht mehr mit Bienchen und Blümchen.
    Da spricht man dann auch üner Infektionskrankheiten und den Übertragungsweg.
    Da könntze er schon erfahren haben, Daß eine Infektion auch mit Blutprodukten möglich ist.

    Es ist egal ob er es erfährt, weil man ihn über seinen Gesundheitszusatnd aufgeklärt hat oder es selbst raus bekommt, denn am Ende ist er und bleibt er positiv.

    Er wird sich nur dahingehend schlechter fühlen, daß ihm die Tatsache verschwiegen wurde.
    Man hatte kein Vertrauen in seine Fähigkeiten, damit umzugehen und er hat kein Vertrauen mehr, weil man ihm mehr oder weniger angelogen hat.


    Wie wird er sich zudem fühlen, daß er seine Freundin angesteckt haben könnte, weil er es einfach nicht wußte.
    Die Tatsache, daß er es nicht wußte, wird ihm seine Schuldgefühle nicht nehmen.
     
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