Hämodialyse oder CAPD: was ist effektiver?

christine2

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Moinsen!
Ich habe seit zwei Wochen einen Einsatz auf einer Nephrologie. Auf der Station wird sowohl die Hämodialyse als auch die CAPD durchgeführt.

Meine Frage: Welche Dialyseart ist effektiver?

Als ich heute die Mentorin fragte erzählte sie mir alles mögliche nur die eigentliche Frage beantwortete sie nicht.
 

Tobias

Poweruser
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Hi christine2,

effektiv sind beide gleich denke ich!
Der Unterschied besteht darin, daß bei der CAPD die Leute es bei sich zu Hause oder im Auto (hat mir mal ein Pat. erzählt) oder auch sonst wo machen können und nicht auf ein KfH angewiesen sind!
Grüße Tobias
 

Ute

Poweruser
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Hi,

ein kleiner Auszug:

Hämodialyse oder CAPD?
Nierenversagen kann viele Ursachen haben. Diabetes, hoher Blutdruck oder chronische Infektionen können dazu führen, dass die Nieren aufhören, Giftstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut zu filtern. Durch Dialyse (Blutwäsche) lassen sich die gesundheitlichen Folgen mildern. Die Betroffenen sehen sich dennoch vielen Belastungen und Einschränkungen ausgesetzt. Ein auf ihre individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Dialyse-Verfahren kann ihre Lebensqualität deutlich steigern.

Grundsätzlich stehen zwei Dialyse-Verfahren zur Auswahl: Bei der Hämodialyse (HD) wird der Patient drei Mal pro Woche an eine Dialyse-Maschine angeschlossen. Über ein Schlauchsystem wird dem Körper Blut entzogen und ihm nach Reinigung in einem externen Filter – der „künstlichen Niere“ – wieder zugeführt. Die rund sechsstündige Prozedur findet meist in Dialyse-Zentren statt, in seltenen Fällen zu Hause.

Der mündige Patient handelt selbst

Für eine Behandlung in den eigenen vier Wänden oder auch unterwegs bietet sich die Peritoneal-Dialyse (PD) an. Hierbei dient das Bauchfell (Peritoneum), ein dichtes, insgesamt rund 1m2 großes Geflecht von Blutkapillaren, als Filter. Frische Dialyselösung fließt hierzu über einen ständigen Katheter in die Bauchhöhle. Sie nimmt im Bauchfell Schadstoffe und überschüssige Flüssigkeit auf und transportiert sie nach einigen Stunden Verweilzeit über den Katheter aus dem Körper heraus.

Der Patient kann die PD selbst durchführen. Unter hygienischen Bedingungen verbindet er dabei vier Mal täglich seinen Bauchhöhlen-Katheter mit einem hoch gehängten Beutel frischer Dialyselösung einerseits und einem tiefer lagernden leeren Beutel andererseits. Dank der Schwerkraft befindet sich nach einer halben Stunde frische Lösung im Bauchfell und gesättigte außerhalb des Körpers. Diese erste Variante der PD heißt Kontinuierliche Ambulante Peritoneal-Dialyse, kurz CAPD. Bei der zweiten Variante der PD, der Automatisierten Peritoneal-Dialyse (APD) überlässt der Patient einem computergesteuerten Gerät den Austausch der Dialyseflüssigkeit über Nacht.

Aufklärung ist wichtig

Die PD hat sich bei der Behandlung von Nierenversagen bewährt und ist der HD gleichwertig.

Diese Meinung vertritt Prof. Dr. Johannes Roob von der Klinischen Abteilung für Nephrologie und Hämodialyse der Medizinischen Universitäts-Klinik Graz in einem Artikel in der „Ärzte Woche1“. Er ist überzeugt, dass der Wunsch des Patienten bei der Wahl der Nierenersatztherapie entscheidend ist – vorausgesetzt dieser ist eingehend über die verschiedenen Verfahren und deren Wirkungen informiert und es gibt keine grundsätzlichen medizinischen Bedenken. Eine in dem Artikel erwähnte Studie bescheinigt der PD vielfältige Vorteile gegenüber der HD.

So erlaubt sie eine weniger strenge Diät und eine großzügigere Flüssigkeitsaufnahme. Durch das kontinuierliche Verfahren hält die PD die giftigen Substanzen im Blut eher auf einem gleich bleibenden Niveau als die HD. Gleiches gilt für den Wasser- und Salzhaushalt. Dadurch kommt es bei der Bauchfell-Dialyse seltener zu Herz-Kreislauf-Problemen wie erhöhtem Blutdruck oder Herzrhythmusstörungen. Die Armvenen werden geschont; eine Hepatitis-C-Infektion ist seltener als bei HD. Viele Patienten schätzen die Freiheit, die PD zu Hause vornehmen und sich die Fahrt in ein Dialyse-Zentrum sparen zu können. Mit der selbständigen Dialyse geht häufig auch eine positive Auseinandersetzung mit der Erkrankung einher, lautet ein weiteres Argument für die PD.

Besserer Erhalt der Nierenrestfunktion durch PD

Vor allem schont sie die noch verbliebene Funktion der Niere, die so genannte Nierenrestfunktion (RRF), stellt Roob in seinem Artikel fest. Durch einen gleichmäßigeren Druck auf die empfindlichen Blutgefäße der Niere kann diese länger als bei der HD an der Blutreinigung und der Regulierung des Wasserhaushalts mitwirken.

Ein möglichst langer Erhalt der RRF ist dann besonders vorteilhaft, wenn der Termin einer Nierentransplantation absehbar ist. Bis dahin kann und soll die eigene Niere die Blutreinigung noch unterstützen, macht der Bericht in der Zeitschrift „Ärzte Woche“ deutlich. Anderen Untersuchungen zufolge funktioniert eine Spenderniere unmittelbar nach einer Transplantation besser bei PD- als bei HD-Patienten.

In Fachkreisen wird seit längerem diskutiert, welche die bessere Nierenersatztherapie ist. Verschiedene Studien belegen, dass PD und HD absolut gleichwertige Verfahren sind. Auch bei einem Wechsel der Dialyse-Verfahren konnte die PD bereits ihre Stärken herausstellen. Insbesondere mit Blick auf die Nierenrestfunktion, die möglichst lange erhalten werden soll, gilt die PD dabei als die besser geeignete Anfangstherapie.


Quelle: www.gesundheit-aktuell.de


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aquarius2

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CAPD ist gut, wenn ein Patient mobil ist, arbeitet und hygienisch arbeitet.
Auch können sie ohne auf ein Zentrum vor Ort angewiesen zu sein fast überallhin verreisen.
Gut ist es, wenn die Patienten noch eine Restausscheidung haben, je mehr je lieber. Woran scheitert es?
Meist bringen die Patienten irgendwann das ganze Wasser nicht mehr raus, bekommen Infekte und nach Nierentransplantationen kann man es auch nicht mehr machen, wegen der Infektgefahr.
Hämodialyse kann man im Prinzip auch zu Hause machen, wie unser Nephrologe so schön sagte in der täglichen Fernsehzeit...
Man braucht aber viel Platz und eine Hilfsperson, die eingreifen kann, wenn was passiert.
Es gibt halt keine allgemeingültige Antwort was besser ist, ist halt jeder Patient anders. Wichtig ist auch, wie die Patienten zu den einzelnen Verfahren stehen, ist das Verfahren zwar für sie geeignet und sie lehnen es ab, kannst du wenig machen.
 

flux

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Mir fiel spontan ein moeglicher Eiweissverlust bei der PD ein und siehe da, bei Wikipedia stehts auch. Insgesamt geht Wikipedia schon ein wenig differnzierter mit dem Thema um, den Vorteilen der PD stehen auch limitierende Eigenschaften gegenueber:

"Ein Nachteil der Peritonealdialyse ist die Gefahr, dass die Bauchhöhle bei einem möglichen Kontakt mit der Umgebung mit pathogenen Keimen mit der Folge einer Bauchfellentzündung infiziert wird. Die Patienten müssen daher beim Wechseln der Lösungen sehr sorgfältig und möglichst steril arbeiten. Limitiert ist das Verfahren wegen seiner vergleichsweise geringeren Effektivität durch das Körpergewicht und die Nierenrestfunktion – ist die Körpermasse größer und die Nierenrestfunktion gering, eignet sich die PD weniger. Im Laufe der Anwendung insbesondere stärker glukosehaltiger Dialyselösungen über mehrere Jahre hinweg kommt es bei manchen Patienten zur pathologischen Veränderung des Bauchfells, die eine zunehmende Resorption von Flüssigkeit einschließlich Natrium aus der Dialyselösung zur Folge hat. Dann muss zur Vermeidung von Ödembildung und Bluthochdruck die Konzentration von Glukose in der Dialyselösung erhöht und die Verweilzeit der Lösung im Bauchraum verringert werden. Die laufende Glukoseaufnahme aus der Dialyselösung und auch der kontinuierliche Eiweißverlust können zu Fettstoffwechselstörungen führen, die tendenziell eine Arteriosklerose fördern. Letztlich muss die Peritonealdialyse - wegen "Technikversagen" - oft zugunsten der Hämodialyse aufgegeben werden."

Zur Effektivitaet koennte man pauschal zusammenfassen: die PD verfuegt ueber eine begrenztere Oberflaeche, ist aber "offenporiger". Ganz so effektiv wie eine HD ist sie wohl nicht, denn man sollte sie nur anwenden, solange eine ausreichende Nierenrestfunktion vorhanden ist.
 

Bluestar

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CAPD ist gut, wenn ein Patient mobil ist, arbeitet und hygienisch arbeitet.
PD ist auch für Patienten geeignet die nicht arbeiten und immobil sind...

Hämodialyse kann man im Prinzip auch zu Hause machen...Man braucht aber viel Platz und eine Hilfsperson, die eingreifen kann, wenn was passiert.
Man braucht weder viel Platz (ca. 4qm) noch braucht man eine Hilfsperson...das Ganze nennt sich partnerlose HHD...
 

motegi

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Hallo christine2

Die PD kommt der Nierenfunktion ganz nahe. Ganz klar die PD, da das Dialysat im Bauchfell bleibt und über das Bauchfell kontinuierlich dialysiert d.h. langsam und stetig. Bei der HD kommen die Patienten alle 2 Tage ins Zentrum und die Entgiftung verläuft in intervallen. Die haben also immer nach Ende der HD bis zur nächsten HD keine Entgiftung. Ich hoffe dir weitergeholfen zu haben!
Bin zur Zeit in der Ausbildung zur "Fachkraft für Nephrologie" und in der HD tätig. Wenn du noch weitere Fragen hast, kannst du mich gerne ansprechen.
Liebe Grüße
 

motegi

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Oh sorry, bin Neu und hatte gedacht das dies aktuellen sei.
 

matziqlb

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Scandinavien

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Moinsen!
Ich habe seit zwei Wochen einen Einsatz auf einer Nephrologie. Auf der Station wird sowohl die Hämodialyse als auch die CAPD durchgeführt.

Meine Frage: Welche Dialyseart ist effektiver?

Als ich heute die Mentorin fragte erzählte sie mir alles mögliche nur die eigentliche Frage beantwortete sie nicht.
hej
hier in scandinavien hat man gute erfahrungen mit der capd und es sollte die erste wahl sein , in göteborg haben sie ueber 60 capd patienten im salgrenska krankenhaus und zum teil auch ältere patienten die dann apd-nachtmaschine fahren...
man behält viel länger die restfunktion ,die bei der dialyse schnell vorbei ist...und das ist gut die restfunktion der niere zu bewahren ,gerade wenn eine transplantation geplant ist...
und man verlängert die lebenserwartung ca um 5 jahre wenn man mit der capd beginnt...hier können die patienten selber wählen was sie fuer eine behandlung haben möchten....
es gibt natuerlioch noch viel mehr darueber zu berichten....
vor und auch nachteuil der capd....
gruss juergen
 

JazzyP.

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Ich versoge meinen Dad seit 3 Jahren mit der CAPD seit ca einem Jahr mit der APD, zuvor hat er 2 Jahre alleine die CAPD durchgeführt. Dann wurde ihm der re US amputiert und er hat es ganz alleine nicht mehr geschafft. Im letzten Jahr wurde auf APD umgestellt und sein linkes Bein bis mitte OS abgenommen.
Mein Dad sagt über sein Dialyseverfahren: das ist das Beste was es gibt, ich bin zu Hause, muss nichtn dreimal in der Woche durch die Gegend driven, mir geht es vom Kreislauf nicht schlecht hinterher und meine Venen im Arm werden nicht so fett wie ein Gummischlauch. Das sagt Dad.
Ich finde diese Form schonender als die HD , wobei mein Dad auch schon eine schwere ( glrich nach Anlage des Katheters) und im letzten Jahr eine leichte Peritonitis ( nach wechsel des Anschlussstücks ) durchmachen musste, was sehr schmerzhaft ist!!
Ich würde immer alles dafür tun das mein Dad zu Hause versorgt werden kann , ich mache das jetzt 3 Jahre und ich gehe auch noch arbeiten und habe auch eine Familie, dennoch ist es das Beste was man für einen Angehörigen tun kann, mein Dad wir 55 Jahre und er gehört nicht in ein Heim oder so, und ich werde auch die HD zu Hause weiter führen sollte es dazu kommen.

 

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