Gruppenanleitung

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von Ripley, 08.11.2008.

  1. Ripley

    Ripley Newbie

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    Hallo ihr,ich bin Pa auf einer cardiologischen Station, nicht freigestellt.Wir,die Pa im gesamten Haus, haben eine Arbeitsgruppe gegründet mit dem Thema Gruppenanleitung, also mehrere Schüler gleichzeitig anleiten...Macht ihr Gruppenanleitungen,habt ihr Erfahrungen damit vielleicht ein Konzept, das ihr mit mir teilen wollt?Danke schon mal im Vorraus
     
  2. Sakine

    Sakine Newbie

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    Hallo Ripley,

    wir machen in unserem Haus seit ca. 2 Jahren Gruppenanleitungen (GA) und haben gute Erfahrungen damit gemacht. Wir haben maximal 5 Schüler in einer Gruppenanleitung ( was auch genug ist), häufig kommen sie aus verschiedene Ausbildungsjahrgänegen ( was die Anleitung manchmal ganz schön schwierig macht). Unsere Termine für eine GA sind schon für Monate vorher festgelegt ( haben seit kurzem einen sog. "Jahresplaner" ).

    Wir PA haben für unsere Anleitungsthemen zum Teil "didaktische Konzepte" erarbeitet ( was natürlich auch viel Zeit in Anspruch nimmt, diese zu erstellen) Diese sind in "Lernziel" (Grob-/Feinlernziele), "Lerninhalte" und "Methoden/Medien" unterteilt.


    Bei uns geht eine GA über 4 Std. und ist wie folgt strukturiert:
    1. Planung und Organisation der Anleitung
    2. Einführung in die Anleitungssituation durch den PA (Vorgespräch; Dauer ca. 30 Minuten)
    3. Durchführung der Anleitung (Dauer ca. 2,5 Stunden)
    4. Auswertung (Nachgespräch; Dauer ca. 1 Stunde)
    5. Dokumentation
    Ansonsten kann ich Dir einen "kleinen" Einblick geben, wie ich ein GA für mich strukturiert habe:
    1. Thema der GA vorstellen
    2. Ablauf der GA kurz vorstellen
    3. Vorgespräch mit den Schülern (einzeln)
    4. Arbeitsblatt zum Thema der GA (theoretische Grundlagen)besprechen (Schüler sollen Fragen selbstständig beantworten; haben Zeit zum Erarbeiten)
    5. Arbeitsblatt zum Thema GA (praktischer Teil) gemeinsames Erabeiten und besprechen
    6. Übung am "Modell" ggf. am Patienten
    7. Dokumentation im Pflegesystem
    8. Nachgespräch mit den Schülern (Reflexion der Lernsituation; Berwertung der GA; Rückmeldung durch PA)
    9. Dokumentation im GA- Protokoll
    Ich hoffe, meine Ausführungen waren einigermassen verständlich:gruebel: ( es ist sehr schwer, dass alles zu beschreiben), wenn nich frag ruhig nach, wenn Dir etwas unklar ist.

    Ansonsten wäre es schön, auch von anderen Rückmeldung zu bekommen (positiv wie negativ - nehme alles an:mrgreen:)

    Liebe Grüsse

    * Sakine * :wavey:
     
  3. Ripley

    Ripley Newbie

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    Vielen Dank schon mal und hier gleich die ersten Fragen,zu deiner Struktur.das Thema ist vorher nicht bekannt?dafür hälst du das Arbeitsblatt mit der Theorie für sie bereit, ja?Das Vorgespräch grundsätzlich einzeln, warum einzeln, hast du es schonmal versucht mit allen gemeinsam zu führen und die erfahrungen waren nicht so gut oder warum?Kannst du mal ein Bsp nennen von so einer Anleitung?Habe ich das richtig verstanden, du vermittelst die Theorie und die Durchführung mit dem Arbeitsblatt?Danke
     
  4. Sakine

    Sakine Newbie

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    Hallo Ripley,

    so, da bin ich mal wieder und werde versuchen Deine Fragen zu beantworten.

    1. Doch, das Thema der GA wird vorher in unserem "Jahresplaner" (im PC) bekanntgegeben, so das die Schüler sich darauf vorbereiten können und evtl. Fragen aufschreiben, die während der GA geklärt werden.
    2. mit dem Arbeitsblatt "Theorie" sollen die Schüler die theoretischen Kenntnisse selbst erarbeiten ( anhand von Büchern o.ä.) Unklarheiten / Fragen werde im Anschluß geklärt und die Antworten besprochen
    3. ich mache das Vorgespräch lieber mit jedem Schüler einzeln (dauert ca. 5-10 min.), da einige Schüler sehr dominant bzw. schüchtern sind und sich dann nicht trauen sich zu äußern.
    4. Konzept für eine GA zum Thema "Overheadextension / Pflege bei Beckenbeingips beim Krankheitsbild "Hüftdysplasie/Hüftluxation:
    • Arbeitsblatt "Theorie": ( Definition von Extension, Hüftdysplasie, Hüftluxation; Ätiologie, Pathogenese, klinische Untersuchung, bildgebende Diagnostik, konservative / operativeTherapie ) anschliessende Besprechung des Arbeitsblattes und klärung von Fragen / Unklarheiten
    • Arbeitsblatt "Praxis": ( Ziel, Vorbereitungsmassnahmen, Durchführung, Nachbereitung,Dokumentation, Pflegeplanung) wird gemeinsam mit mir erarbeitet und durchgeführt Übung am "Midell" / Übung am Patienten
    • anschliessende Besprechung der praktischen Anleitung
    • gemeinsame Auswertung der GA
    • Dokumentation und Nachgespräch mit jedem Schüler einzeln ( anhand unseres GA-Protokoll)
    Ich hoffe, es ist jetzt etwas klarer für Dich, wenn nicht frag ruhig weiter! Wie läuft denn bei Dir eine Anleitung bzw. Gruppenanleitung ab? Würde mich freuen, wenn Du etwas darüber schreiben würdest

    Liebe Grüsse

    * Sakine *:nurse:
     
  5. thomas23

    thomas23 Newbie

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    Hallo Sakine,

    danke für deinen Beitrag. Mich würde Interessieren, wie so eine Gruppenanleitung dann real am Patientenbett aussieht (nicht am Modell).
    Steht ihr dann zu sechst ums Bett herum, zwei pflegen und vier sehen zu oder wie läuft das?
    Würde das bei uns auch gerne machen, bin aber der Meinung, übung am Modell ist theoretischer Unterricht und gehört ins Aufgabengebiet von Lehrern, nicht von Praxisanleitern.

    :emba:

    thomas
     
    #5 thomas23, 23.11.2008
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 23.11.2008
  6. Ripley

    Ripley Newbie

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    Hallo Ihr zusammen,
    ich habe jetzt den ertsen Testlauf mit 2 Azubis durch, noch nicht so wie es eigentlich geplant war, aber ich hatte die Zeit und die Schüler waren bereit(was ja nicht so unwichtig ist).
    Also ich habe sie informiert über das Thema der Gruppenanleitung(Grundpflege Ressourcen, Defizite, alles was die beiden noch nie üben konnten, denn sie waren ganz neu und sind im 1. Einsatz bei mir).

    Sie haben dann zu Haue sich hingesetzt und ihre Wünsche aufgeschrieben.
    Am anderen Tag haben wir uns wieder getroffen und die Wünsche besprochen und die Patienten ausgewählt und wir haben festgelegt wer was macht, einen ungefähren Zeitplan erstellt, ist wichtig sonst verzettelt man sich und dann gings am nächten Tag, nach einem kurzen Gespräch los, wobei immer die eine gearbeitet hat und die andere die Aufgabe der Beobachterin hatte und ich habe das dann im Reflexionsgespräch abgefragt wie sie es gesehen hat oder z.b bei einer Maßnahme die die Aggierende nicht konnte das Wissen der anderen hinterfragt so das sie gezwungen war mitzudenken und nicht nur dazu stehen.
    Meine vorrangige Aufgabe war es Tipps weiter zu geben oder Hilfestellung bei unbekannten Sachen wie z.b Mobilisation einer Patientin.

    War interessant denn sie sind zwar ein Lehrjahr, aber es trennen sie doch Welten was Handling und Wissen angeht.

    Ich habe im Februar eine weitere Anleitung, da gibts dann einen erstellten Reader mit dem Thema Fallbsp usw sie haben 1 Woche Zeit sich vorzubereiten dann trifft man sich wieder wählt den die Pateinten aus und los gehts.

    Ich meld mich wieder um euch zu berichten wie das dann so gelaufen ist!!

    MFG Ripley:-)
     
  7. Ripley

    Ripley Newbie

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    So Leute gestern war es nun soweit, es sollte die Gruppenanleitung stattfinden.
    Meine Schüler 3 an der Zahl hatten sich eine Woche vorher den Reader abgeholt, in dem ich ein Fallbeispiel geschildert hatte an dem sie sich vorbereiten sollten.
    Etwas an Material hatte dazu gelegt aber den Großteil mußten sie selbst erarbeiten.
    Sie kamen nun gestern alle zu mir ( sie waren 10 min eher da, wann gibts das denn schon mal) und wir hatten keinen geiegneten Patienten, denn das Thema war der Apoplex Patient,( wir sind eigentlich sowas wie eine Stroke Unit nur ohnen Anerkennung weil der Neurologe fehlt) aber egal, wir hatten ein Vorgespräch und dann haben wir 7,7 h lang geübt.
    Sie haben ein Zimmer einrichten müssen auf den Patienten passend, Auswahl des passenden Pflegbettes( ich hab natürlich überall Stolperfallen eingebaut um zu sehen wie sie vorbreitet sind) dann folgte Lagerung im Bett, an der Bettkante Mobilisation ,Frühstücktablett gestalten............

    Am Ende waren wir alle 4 ganz schon fertig hätte ich mir nicht so vorgestellt.
    Sie hatten alle schriftliche Vorbereitungen konkrete Fragen usw.
    Am Ende hatte sie gute Tipps für mich und haben gesagt was sie sich noch so wünschen würden.
    Wir alle waren zufreiden und froh das es doch so gut lief.

    Beim nächsten mal denke ich werd ich das wieder so machen, üben dann vorher und dann kurze kleine Übungseinheiten am echten Patienten,damit der dann nicht so geschafft ist und eine Begleitung des Patienten den ganzen Tag über, den Ergotherapeuten und Logotherapeuten kann man dann ja auch mal zu schauen weil wann hat man dazu schonmal Zeit.

    So das wars erstmal an Feedback für euch vielleicht hilft es ja dem eine oder anderen.

    Gruß Ripley:-)
     

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