Grundkonzepte Psychotherapie/Pflege

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von TheOffspring135, 17.06.2007.

  1. TheOffspring135

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    0
    Beruf:
    Azubi Gesundheists- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Raum Leipzig
    Hi

    ich komme absolut mit den Fragen nicht klar. Könnt ihr mir ein paar Lösungsvorschläge für meine Fragen geben.

    1. Wie kann man das Instanzenmodell von Sigmund Freud in der Pflege nutzen?

    2. Wie kann man das Eisbergmodell von Sigmund Freud in der Pflege nutzen?

    3. Wie kann man Real-Selbst und das Ideal-Selbst (nach Carl Rogers) in der Pflege nutzen?

    4. Warum ist das Wahrnehmungsfeld eines Menschen einzigartig (nach Carl Rogers)?

    5a. Welche Bedeutung hat das epigenetische Modell (lt. Erikson) in der Pflege?
    5b. Gibt es Kritik zu äußern? Ist es sinnvoll nach dem Alter zu pflegen?

    6. Beschreiben Sie das Eisbergmodell?

    Diese Fragen müssen wir in einer Arbeit beantworten. Ich finde zu hause absolut nichts dazu.

    cu
     
  2. Brady

    Brady Gast

    Hallo TheOffspring,

    das sind aber viele Fragen. Ich fange mal bei der ersten an.

    Instanzenmodell

    DocCheck - Flexikon - Instanzenmodell

    Bild:Instanzenmodell Freud5.svg - Wikipedia

    Im ES herrschen die Gesetze des Unbewußten, während das ICH bewußtes und Vorbewußtes umfaßt. Es handelt sich um ein Modell für die unterschiedlichen Kräfte oder Strebungen, denen ein Mensch ausgesetzt ist.

    -Triebansprüche (ES) Die ererbte biologische Grundausstattung des
    Menschen, besonders die Grundtriebe (Hunger, Durst, Sexualtrieb)

    (Siehe dazu auch Motivation Wille und Trieb) Wünsche und Strebungen,
    die im Laufe der Entwicklung irgendwann einmal bewußt waren, die aber
    aus dem Bewußtsein verdrängt wurden, weil sie mit dem Realitäts-
    und Erziehungsansprüchen in Konfliktgerieten. Siehe dazu auch Abwehr
    und Konflikt.

    -soziale Anforderungen, die wir uns durch Verinnerlichung der Normen, der
    Eltern zu eigen gemacht haben. (ÜBER-ICH)

    -und die Handlungs-Instanz, die Triebansprüche und gesellschaftliche
    Normen mit den Anforderungen der Realität in Einklang bringen muß
    (ICH).

    Ich kann dies in der Pflege nutzen, in dem ich diese Instanzen berücksichtige und dadurch enstehende Konflikte erkenne und mir Abwehrmechanismen klar werden.

    Im Anhang: Dimensionen der Abwehr: Klinische Definition der Faktoren
    aus: Knaurs Moderne Psychologie
    Autoren: Heiner Legewie / Wolfram Ehlers


    Zu dem Eisbergmodell setze ich dir ein paar Links rein, aus dem sich auch erkennen lassen, welche pflegerischen Aspekte sich daraus ergeben.

    Eisbergmodell - Wikipedia

    Eisbergmodell

    D@dalos - Friedenspädagogik: Das Eisberg-Modell der Konfliktdynamik

    Der Eisbergmodell


    Rogers Menschenbild und Persönlichkeitstheorie

    Eines der zentralen Konstrukte in Rogers Persönlichkeitstheorie ist das "Selbst", das sich erst im Verlauf der frühkindlichen Entwicklung aus den Körperwahrnehmungen in Interaktion mit der Umwelt herausdifferenziert. Es organisiert und strukturiert einerseits Erfahrungen, anderseits verleugnet oder verzerrt es diese, wenn sie keinen Bezug zum Selbst(bild) haben. Ebenso wichtig ist die - nach Rogers jedem Organismus innenwohnende - Aktualisierungstendenz, die den Menschen in Richtung auf das bewegt, was als Wachsen, Reife, Lebensbereicherung bezeichnet wird. Sie bedarf aber eines angemessenen physischen und psychischen Klimas der Umwelt, sonst kann sie zum Erliegen gebracht werden.

    Der dritte zentrale Begriff ist "Inkongruenz", die Diskrepanz zwischen dem Erleben des Organismus und dem Selbstkonzept.
    Bei hoher Inkongruenz führt die Selbstaktualisierungstendenz zu Konflikten: Einerseits unterstützt sie das Selbstkonzept, verschönt das Bild , das man von sich selbst hat, anderseits strebt der Organismus danach, seinen Bedürfnissen gerecht zu werden. Organismus und Selbst drängen also in unterschiedliche Richtungen, der daraus deutlich werdende Konflikt ist die Grundlage der Angst.

    Auch hier wirst du bei der Auseinandersetzung mit der Theorie feststellen, welche Bewandtnis dies für uns in der Pflege hat.


    Wahrnehmungsfeld des Menschen

    Einzigartigkeit:
    Ich würde ja sagen, daß der Mensch eine grundlegende Tendenz hat, den Erfahrungen machenden Organismus zu aktualisieren, zu erhalten und zu erhöhen. Aber befasse dich ein wenig selber mit dem Stoff.

    Siehe auch hier:

    Beratung » Humanistische Ansätze: Die klientenzentrierte Gesprächstherapie


    Erik H. Erikson

    Einer der ersten Ansätze zur Psychologie des Lebenslaufs stammt von dem Psychoanalytiker Erik H. Erikson. In einem Artikel über Wachstum und Krisen der gesunden Persönlichkeit (deutsch 1966) verbindet er die Frage der Lebenslangen Entwicklung mit dem Problem der seelischen Gesundheit. Der Motor der Entwicklung ist eine für jede Lebensphase typische Entwicklungsaufgabe und ein damit verbundener Konflikt zwischenTriebimpulsen und sozialen Anforderungen.

    Auf die Kindheitsentwicklung bezieht sich Erikson auf die Phasen der psychosexuellen Entwicklung nach Freud, ordnet diesen jedoch psychosoziale Entwicklungsaufgaben hinzu. Stichworte sind hierzu Urvertrauen, Trotzalter (Erwerb von Atonomie). Phallische Phase mit der Entwicklung von Initiative und die Identifikation mit der Geschlechterrolle. Latenzphase mit (Grundschulalter) dient der Entwicklung einer leistungsbezogenen Arbeitshaltung.

    Nach dem Abschluß der Kindheit nimmt Erikson noch 4 weitere Entwicklungsphasen an. In der Pubertät und während der Adolezenz steht der Heranwachsende vor der Aufgabe seinen Platz in der Erwachsenenwelt zu finden. Im frühen Erwachsenenalter kommt es im wesentlichen an, persönliche Bindungen eingehen zu können. Im mittleren Erwachsenenalter stellt sich die Aufgabe, Verantwortung für die eigenen Kinder oder für ein "Lebenswerk" zu übernehmen. An der Schwelle des Alters muß sich das Individuum mit körperlichen Abbau und mit sozialen Funktionsverlust auseinandersetzen und ist mit der Endlichkeit des eigenen Lebens konfrontiert.

    Eriksons Theorie der Ich-Identität hat jahrzehntelang einen bedeutenden Einfluss ausgeübt. Identität wurde zu einem sozialwissenschaftlichen Schlüssel- und Modebegriff. In der aktuellen Diskussion über den postmodernen Menschen ist jedoch vom Ende des Subjekts die Rede: Die Vielfalt der Lebensformen und Wertmuster gestatte keinen zusammenhängenden (kohärenten) Lebensentwurf mehr und mache es somit unmöglich, eine einheitliche Identität zu entwickeln.


    Erik H. Erikson - Wikipedia

    Arbeite dies durch und du wirst die Lösungen finden, solltest du noch Fragen haben. Beantworte ich sie dir gerne.

    Brady
     

    Anhänge:

    #2 Brady, 17.06.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 17.06.2007
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