Große Freiheit oder Hotel Mama?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Brady, 02.10.2006.

  1. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    mir des öfteren aufgefallen....dass viele sich nicht entscheiden können.

    Was sind die Gründe um zuhause zu wohnen? Keine Verantwortung übernehmen wollen? Weil es praktisch ist?

    Verwundert mich auch, dass hier in öffentlichen Beiträgen man über seine Mutter als "Mama" schreibt, anstatt als Erwachsener ...die Form Mutter wählt...Phänomen nicht nur bei Schülern.....oder ist es ein Abnabelungsproblem? Schliesslich ist man ja in der Erwachsenenausbildung.

    Gut im Kontakt mit der Mutter...hört diese gerne noch lange das Wort ..."Mama"...was man ja auch im privaten Bereich bis zum Lebensalter von 70 noch weiter führen kann. Aber öffentlich ist es eher auffällig.

    Dazu habe ich auch mal eine Seite reingestellt....

    Wohnen: Große Freiheit oder Hotel Mama? - UniSPIEGEL - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten

    Liebe Grüße Brady
     
  2. Crizzy

    Crizzy Stammgast

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    Also, ich kann die Frage - wenn überhaupt- nur für mich versuchen zu beantworten.
    Ich selber wohn schon lang nicht mehr daheim, bin mit 17 Jahren daheim raus (war wohl der Freiheitsdrang *g*), und bisher auch nicht mehr "zurückgekehrt", obwohls in manchen Situationen natürlich einfacher, gemütlicher und weniger stressig wäre.

    Trotzdem verwend auch ich meistens wenn ich über meine Mutter spreche, die "Mama-Form" (oder abgewandelt "Mum, Ma, Mummy") einfach weil es meine sehr gute Beziehung zu ihr besser ausdrückt als das - meiner Meinung nach- etwas veraltete, total autoritär klingende "Mutter" (is nur so mein Gefühl, ich mag den Ausdruck einfach gar nicht).

    Naja, und warum sollte man in öffentlichen Foren oder insgesamt der Öffentlichkeit nicht von "Mama" sprechen.... zugegeben, es klingt irgendwie als würde man noch sehr an zuhause hängen, aber was ist daran "auffällig"? Ich finde es zeugt von einer guten Beziehung. Zudem kann ich von mir sagen, dass bei mir der Abnabelungsprozeß mit großer Wahrscheinlichkeit ohne schwerwiegende Probleme abgeschlossen wurde :D

    Bin gespannt was andre zu dem Thema sagen *g*

    LG
     
  3. Sr.Katja

    Sr.Katja Senior-Mitglied

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    Huhuuu !!!!

    Also ich kann leider auch nicht viel dazu sagen denn ich bin mit 18 Jahren von Zuhause ausgezogen. Aber auch nur weil ich in der nähe keine Ausbildungsstelle bekommen habe. Ich denke sonst wäre ich noch länger Zuhause wohnen geblieben. Auch nach 3 Jahren Wohnheim konnte ich mir danach nicht mehr vorstellen zu meinen Eltern zurück zuziehen. Obwohl ich mich mit meinen Eltern gut verstehe.
    Aber ich sehe es grade bei meinen Bruder der ist 19 Jahre wird bald 20 und hat eine Ausbildung in diesem Jahr angefangen. Aber er kann sich im moment überhaupt nicht vorstellen auszuziehen, denn es ist ja so praktisch Zuhause. Mama macht die Wäsche, das Essen , kümmert sich um das Brot auf der Arbeit und erledigt Bankgeschäfte, macht Arzttermine ........
    Also meine Mama verwöhnt meinen Bruder ohne Ende. Naja ist ja auch der einzigste Junge in der Familie. Und mein Bruder genießt es obwohl er vieles selber kann. Denn wenn Mama nicht da ist z.B. letztens im Krankenhaus war hat er den Haushalt geschmissen.


    Gruß Katja
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich bin mit 17 ausgezogen: Wohnraummangel und deshalb kein Platz für mich und mein Kind.
    Unsere Älteste ist mit 17 ausgezogen: Freiheitsdrang- die "Kontrolle" zuhause empfand sie als einengend.
    Unsere Zweite ist mit 18 ausgezogen: das Hotel Mama hat den Zimmervertrag im gegenseitigen Einverständnis aufgekündigt.
    Unsere Dritte: dito.
    Und die letzten beiden werden spätestens in zwei Jahren sich abnabeln müssen wegen Aufkündigung der Seviceleistungen. *fg*
    Zu allen Kindern haben wir ein sehr gutes Verhältnis- wobei sich dieses Verhältnis nach dem Auszug sogar noch verbessert hat. Sie sind selbständig geworden und können auch ohne uns überleben. Ihnen und mir tut diese Erfahrung sehr gut.

    Ich stell mal die These auf, dass Eltern speziell Mütter bewusst/ unbewusst die Abnabelung verhindern und das es nicht primär an den Kindern liegt, wenn sie nicht ausziehen können. Sie werden in einer Art Abhängigkeit gehalten.

    Elisabeth
     
  5. Oldtimer

    Oldtimer Gast

    Ich bin mit 16 ausgezogen und ins Schwesternwohnheim, war damals Pflicht.
    Meine beiden Söhne sind 24 und 17 und wohnen beide noch zu Hause, der 17 jährige geht noch aufs Gymnasium. Der 24 jährige kann sich sowas trotz abgeschlossener Ausbildung nicht leisten etwas eigenes zu nehmen, er hat 1100 Euro Netto, davon muss er jeden Monat Auto, Versicherung usw. abbezahlen und gibt Miete daheim ab. Sobald er was günstiges findet will er aber ausziehen. Also an mir als Mutter liegt es nicht, ich kann gut loslassen, nur ist es heute schwer, was bezahlbares zu finden, vor allem bei den hohen Nebenkosten.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hi oldtimer
    wie würde er überleben ohne dich? *fg* 1100 € netto erscheint mir nicht zu wenig zum Leben. Der Lebenstandard ist dann sicher ein andere als zu Hause gewohnt. Und man muss sich genau überlegen,was geht und was nicht.
    Was wäre denn deiner Meinung nach ein angemessenes Gehalt zum "selbständigen Überleben"?

    Elisabeth
     
  7. Crizzy

    Crizzy Stammgast

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    Hui, 1100 € netto hatte ich eigentlich noch nie seitdem ich daheim ausgezogen bin...allerdings leb ich halt auch sparsam, hab mein teures Auto gegen ein günstigeres eingetauscht, fahre auch nur die Strecken mit Auto welche nötig sind, kaufe nicht bei "guten" Supermärkten, sondern bei Discountern, kauf keine Markenklamotten sondern aus dem Katalog und kuck, soweit möglich, Nebenkosten zu sparen....und dann funkt das schon :-)
    Könnte mir zwar auch Besseres vorstellen, aber wer ist schon damit zufrieden was er hat. Besser gehts immer :freakjoint:
     
  8. Oldtimer

    Oldtimer Gast

    Hallo Elisabeth und Crizzy,natürlich ist das ein gutes Gehalt, nur wenn man sieht, wir wohnen auf dem Land, nächster Discounter 12 KM weg, er brauchte ein neues Auto, monatlich 300 Euro Abzahlung, Benzinkosten. Er hatte einen älteren Wagen, aber immer Reparaturen und er braucht Berufsbedingt einen zuverlässigen Wagen, denn Bus und Zugverbindung sind sehr schlecht und bei uns im Umkreis ist eine kleine Wohnung Seltenheit, aber seine Arbeitsstelle ist in der Nähe.Mit seinem Gehalt kommt er schon zurecht, er gibt zu Hause noch 300 Euro ab und er will auch was eigenes nur muss er auch die Möglichkeit haben etwas zurückzulegen,wenn unvorhergesehenes kommt und das geht momentan nicht.Ich kann zwar gut loslassen, aber ein Mutterherz habe ich doch, und wer hat das nicht. Sobald sich die Möglichkeit ergibt, wid er auch ausziehen.Ja, ja,diese Mütter!!!! Beim 17 jährigen sehe ich das anders, er will Finanzbeamter werden und rechnet heute schon anders, (Dagobert Duck) der macht uns noch was vor ( Geiz ist Geil)!!!
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Er braucht doch... . Braucht er wirklich? Oder meint Mutti, dass er dies braucht? Ich tippe auf letzteres. Und so werden sie gezüchtet- die Nesthocker.

    Elisabeth
     
  10. Oldtimer

    Oldtimer Gast

    Also, natürlich meint auch Mutter, aber ich denke, wenn man sich nicht ein Polster geschaffen hat rutscht man gleich in Schulden und auch ich bin noch so erzogen, wenn ich es mir nicht leisten kann , kaufe ich es nicht und es kommt immer etwas unvorhergesehenes dazwischen. Gott sei Dank tragen meine Jungs auch keine Markenklamotten, rauchen und trinken nicht und leben beide nebenher für die Feuerwehr, also sie sind wirklich sparsam und haben zu Hause ihre Pflichten, die sie auch einhalten. Aber ich glaube, dass ist ein Thema ohne Ende mit für und wider, vor allem wenn man jung ist und noch keine Kinder hat , bei dir aber nicht der Fall ist, aber bei den meisten Foren Teinehmern , die noch keine Kinder ab 15 aufwärts haben.
     
  11. Brady

    Brady Gast

  12. Oldtimer

    Oldtimer Gast

    Hallo Brady, der Artikel ist gut, aber so ist es bei uns nicht,denn wenn meine Jungs heimkommen geht es meist ab zur Feuerehr , 24 jähriger Aktiv, also Schulungen, Weitebildung, Funkkurse, Einsätze usw, also nicht viel Zeit für Nintendo, Fernsehen und dergleichen. Aber besser so, als wenn sie in der Kneipe sitzen und sich Volllaufen lassen.Der große möchte auch wenn möglich zur Berufsfeuerwehr und von seinem Beruf als Sanitärinstallateur raus.
     
  13. Brady

    Brady Gast

    Hallo Oldtimer,

    das ist natürlich besser. Soll ja auch keine Kritik sein, ist einfach auch mal zum Nachdenken.

    Wenn man viele Kurse, Weiterbildungen, usw. macht...garnicht quasie zur Ruhe kommt, kommt auch nicht die Überlegung sich woanders einzurichten.
    Ob das in dem Fall gut oder schlecht ist, ist nicht relevant. Man sollte es aber auch im Hinterkopf behalten.
    Denn jede Sache hat 2 Seiten....Die eine durch viele Qualifikationen erreiche ich mehr beruflich und komme vorwärts.

    Die andere Seite ich lerne auch nicht meinen Haushalt zu organisieren.
    Ich muss mich eventuell entscheiden, an dem Kurs nicht teilzunehmen weil ich eben auch lebenspraktische Dinge machen muss.

    Nicht immer wird jemand da sein, der mir den Rücken freihält....um mir das zu ermöglichen was ich gerne möchte....egal wie positiv es ist....
    Nachhause kommen von der Arbeit bedeutet dann vielleicht....erstmal den Flur zu puzten, sich mit Rechnungen auseinanderzusetzen....den Hausverwalter anrufen weil die Heizung es nicht tut....usw...

    Liebe Grüße Brady
     
  14. *Anna*

    *Anna* Newbie

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    Also bei mir is das so, dass ich im Sommer meine Schule fertig gemacht habe (Abi) daher habe ich so oder so noch zu Hause gewohnt... Seitdem bin ich in Endgland, muss also auch alleine klar kommen, ohne Mama und Papa, die ja doch immer noch irgendwo helfen.
    Arbeite hier als Au Pair, das heißt, ich muss hie echt den kompletten Haushalt schmeißen, bügeln, waschen, staubsaugen, wischen, Badezimmer und Küche sauber halten, kochen und jeden Tag mit dem Hund raus... Und nicht zu vergessen: die Kinder ;)
    Also ich muss sagen, dass ich für mich selber schon feststelle, dass ich erwachsener geworden bin...

    Ich komme zu Weihnachten wohl wieder nach Hause, weil ich zum 1.2. nen Ausbildungsplatz bekommen habe.
    Das Verhältnis zu meiner Mama is schon WESENTLICH besser geworden. Ich denke, sie merkt, dass ihr "kleines Mädchen" (ich bin dazu auch noch Einzelkind) schon alleine zurecht kommt und doch nen ganzes Stück erwachsener geworden ist!

    Ich hab zumindest jetzt mit ihr abgemacht, dass ich auch noch während der Ausbildung weiterhin zu Hause wohnen werde, weil es 1. für mich einfacher ist (ist ja klar) und 2. brauche ich ein Auto, weil beim Nachtdienst macht es sich nicht so gut mit den Öffis zu fahren.
    Aber als Gegenleistung hab ich ihr angeboten, zu waschen und zu bügeln (was sie HASST ;) )
    Und ich denke dass ich noch ein guter Kompromiss...

    Und ich finde, wenn man noch länger zu Hause wohnt, hat das GAR nicht mit der persönlichen Selbständigkeit zu tun! Ich führe schließlich schon mein eigenes Leben, kümmer mich selber um Versicherung, Steuern und all den ganzen Kram... Da is auch niemand von meinen Eltern da, der sagt "So und so muss das gehen"

    SO seh ich das ganze zumindest :-)
     
  15. angie85

    angie85 Stammgast

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    da bin ich ganz deiner meinung! und zwar nicht nur deshalb weil ich selbst mit fast 21 jahren immer noch zu hause wohne (aber nur mehr bis juni :D ).. konnte bis jetzt nicht ausziehen weil es finanziell nicht drinnen war..

    nur weil ich noch bei meinen eltern wohne heißt das nicht dass ich den ganzen tag lang nur herumsitze und in der nase bohre.. ich mache alles was meine eltern (oder eher meine mutter) auch tut.. ich koche, wasche, bügel, gehe einkaufen.. all diese sachen eben.. man könnte sagen wir teilen uns diese arbeiten auf.. das ist nicht nur für mich sondern auch für meine mutter eine erleichterung..
    als ich 18 geworden bin hat mir meine mutter angeboten mir das kindergeld zu geben, dass sie für mich bekommt. das hab ich aber abgelehnt und gesagt dass sie es bekommen soll bis ich ausziehe.. finde das is eine faire lösung.. so zahle ich auch mehr oder weniger miete..

    ich find die situation wie sie jetzt is zwar nicht schlecht, aber ich freu mich trotzdem schon auf meine eigene wohnung.. :-) (naja.. ganz gehört sie dann ja nicht mir.. mein freund will ja auch noch mit :wink1:)

    lg angie
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es ist bei uns üblich, dass die Kinder wenn sie ausziehen das Kindergeld+ "ÖTV- Zuschlag für Kinder" als Unterhaltsunterstützung bekommen.
    Unsere Nesthäkchen wollten nicht so lange warten. Also haben wir die Rechnung aufgemacht.
    300 € abzüglich 1/4 Mietkosten, 1/4 Energiekosten, Unfallversicherung, 1/4 Hausrat- und Haftpflichtversicherung... die Lebensmittelkosten haben wir ihnen erlassen- sonst hätten sie noch Geld bezahlen müssen.
    Die großen Staunemannaugen erinnerten mich an eine Kollegin vor vielen Jahren. Sie konnte von einer Minute auf die nächste die Wohnung der Mutter übernehmen, da diese auszog. Und dann kam das Drama mit den Rechnungen. Bis dahin hatte sie nie gelernt, welche Unkosten zu beachten sind. Ich denke, dass das heute noch schwieriger ist bei dem Konsumangebot.

    Zur Organisation eines Haushaltes. Es ist etwas anderes, nach Ansage zu arbeiten- meint wenn einer die Organisation vorgibt- als wenn man ganz alleine Strukturen finden muss. Meine Großen standen anafngs öfter mal vor der Tür, weils Brot alle war und das gerade am Sonntagabend, wenn alle Geschäfte zu haben und die Tanke richtig Geld will fürs Vergessen.

    Selbständigkeit lernt man nur, wenn man alleine für sich sorgen muss. Meine Kinder müssen/ mussten sich oft auch ohne Erwachsenen im Haus für 2-5 Tage ( infolge meiner Seminartätigkeit) alleine behelfen. Alle sind sich einig, dass es etwas anders ist, tageweise sich nach dem Familienraster und mit gefülltem Kühlschrank durchzubringen als wenn man plötzlich am anderen Ende der Republik sich überlegen muss, wie organisiere ich mir den Tag nebst Haushalt sinnvoll.

    Elisabeth
     
  17. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo,

    ich kann mich Elisabeth anschließen:
    Ich wohnte bis ich 18 war zu Hause und fühlte mich ach so selbständig.
    Und als ich dann meine eigene Wohnung hatte:
    leerer Kühlschrank, Fragen über Fragen zu Versicherungen und behördlichen Angelegenheiten... Dinge, die vorher immer MAMA ganz unbemerkt nebenbei erledigte.
    Anfangs fühlte ich mich manchmal hilflos, habe mich aber durchgebissen.
    Wer bisher zu Hause wohnte und der Meinung ist, er komme in einer eigenen Wohnung ebenfalls bestens klar, wird sich an manchen Stellen einmal wundern, was alles auf ihn zukommt.
    Aber das gehört dazu!!!!

    Eine Freundin von mir hat eine 24- und eine 17jährige Tochter. Die ältere von den beiden zog wegen der Ausbildung weiter weg. Daran knabbert meine Freundin heute noch.
    Und die "kleinere", die wird verhätschelt was das Zeug hält. Die Freundin geht extra mehr arbeiten wegen des Geldes das sie für ihre "Kleine" braucht, andererseits will sie stets zu Hause sein, um für die zu sorgen (kochen, waschen usw.).
    Ich vermag nicht zu sagen, ob ich auch mal so gluckenhaft werde, das wird sich dann zeigen.
    Ich kann es mir aber momentan nicht vorstellen.
    Aber: jedem das Seine. Man sollte niemanden zu etwas zwingen.
    Nur auf meinem Geldbeutel liegen dürfte(n) mir mein(e) Kind(er) später nicht, wenn sicher ist, sie könnte(n) problemlos ein eigenes selbständiges Leben führen.
    Solche Fälle gibt es immer wieder und ich frage mich, wie weit kann Mutterliebe gehen?

    LG
    Trisha
     
  18. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    da fällt mir immer der kaukasiche Kreidekreis ein.

    Der kaukasische Kreidekreis - Wikipedia

    Auf der anderen Seite:
    Wie weit nehme ich es hin, das mein Kind durch Schwierigkeiten gehen muss?
    "Ja" zu sagen ist einfacher. Egal in welchem Alter, aber "Nein" zu sagen?
    Wie weit auszuhalten....mal nicht einzuspringen...mal nichts aus dem Wege zu räumen....Mal aushalten die Böse zu sein? Feste Regeln geben Halt....Das macht glaubwürdig, hat Bestand, wenn man sich selber dran hält...Das ist meine Meinung dazu was auch Mutterliebe ist.....und das ist verdammt schwer....

    Liebe Grüße Brady
     
  19. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo Brady,

    ich bin Mutter einer nun erst 10 Monate alten Tochter...und das nächste ist unterwegs....
    In dem Alter sind sie ja noch SEEEHR pflegeleicht, aber so langsam merke ich, wie sich auch bei meiner Tochter der Giftnickel breit macht....
    Ich denke, eine strenge Mutter zu sein und es noch zu werden, aber ich werde auch viele Freiheiten lassen, damit die Kinder eigene Erfahrungen sammeln können (im noch gesunden und gesetzlichen Rahmen selbstverständlich). Das ist meine jetzige Einstellung.
    Regeln müssen auf jeden Fall sein.
    Zu allem JA sagen wäre nicht richtig.
    Immer einzuspringen, auch nicht...
    Irgendwann müssen Kinder lernen, was das Leben bedeutet und wie man es selbst bestreiten kann. Ohne dass Papa oder Mama den Geldbeutel zückt, weil die Handyrechnung oder sonstiges mal wieder zu hoch ist.
    Das sehe ich im Bekanntenkreis: die Tochter, fast 20, stets verschuldet und weiterhin hohe Ansprüche habend, während die Eltern das Kind weiterhin finanziell im nicht kleinen Rahmen unterstützen. Das Mädchen verdient bereits eigenes Geld und lebt mit dem Freund zusammen....

    Irgendwo muß es doch aufhören, oder????

    LG
    Trisha
     
  20. Brady

    Brady Gast

    Hallo Trisha,

    genau, dass denke ich auch. Wobei ich denke, bei dem Beispiel was du geschrieben hast, ist in der Erziehung schon vorher viel falsch gelaufen. Jetzt...so spät, muss die Tochter schmerzlich irgendwann mal lernen wie es ist mit weniger auszukommen. Wenn die Eltern nicht mehr zahlen, oder wenn die Eltern mal nicht mehr da sind.......

    Ich denke, man sollte die Kinder so erziehen, dass sie ohne irgend jemand später zurecht kommen....auch ohne die Eltern...das sollte das Ziel sein. Auch wenn es für die Eltern schmerzlich ist.

    Entweder sie lernt es schmerzhaft, dass man nicht alles haben kann. Sie lernt dann eventuell den "Wert" von Geld und "Dingen" zu schätzen. Es ist hart, wenn man sowas nicht von den Eltern gelernt hat...denn man versteht es nicht anders...ständig unzufrieden, ständig über die Verhältnisse leben, sich alles kaufen was man haben will....und dies dann ablegen? Plötzlich wissen...oh, Mensch das ist Geld....dafür habe ich hart gearbeitet oder andere???

    Versteht dann überhaupt nicht...die X-Box vom letzten Jahr ist doch schon super out, muss ne ne PSP her und weil der MP3-Player auch schon ein halbes Jahr alt ist...braucht man ja unbedingt einen iPod *gg*, sonst ist man ja rückständig....

    Liebe Grüße Brady
     
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