Schweiz Grenzgänger Schweiz

Dieses Thema im Forum "Arbeiten in Deutschland/Österreich/Schweiz als ausländischer Bürger" wurde erstellt von julemunich, 15.03.2011.

  1. julemunich

    julemunich Newbie

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    6 Jahre in der Chirurgie und seid 1 Jahr in der Onkologie KMT.
    Da ich wieder zurück in die Chirurgie wechseln und evtl. weiter auf Intensiv arbeiten möchte überlege ich diesbezüglich ob ich mich in der Schweiz bewerben soll. Auch in Bezug auf Weiterbildung Anästhesie/ Intensiv. Von einigen Kollegen die diesen Schritt schon gewagt haben, habe ich schon von den sowohl finanziellen als auch beruflichen Vorteilen gehört.
    Da aber die Lebensunterhaltskosten in der Schweiz ja so hoch sind, möchte ich evtl.als Grenzgänger in der Schweiz arbeiten.

    Hat diesbezüglich jemand Erfahrung (Versicherungen, Steuern, Gehalt, Anerkennung Weiterbildungen, Informationsquellen usw.).
    Oder ob sich das überhaupt finanziell lohnt, als Grenzgänger in die Schweiz zu gehen.

    Liebe Grüsse
    Julia
     
  2. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hallo,

    Versicherung - gibt eine Grenzgängerversicherung( kannst Du googlen), hier mußt Du aufpassen ob Zahnmedizinische Behandlung dabei ist.
    Privat versichern ist aber günstiger und Du bist je nach dem international versichert mit allem drum und dran.

    Du verdienst fast doppel soviel als in Deutschland.
    Gehst Du an ein Unispital, steigt Dein Gehalt nach 6 Monaten nochmal.
    Aber das ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich.

    Wenn Du Grenzgänger bist, brauchst Du einen Grenzgängerausweis.
    Auf diesem sind Deine Personalien und wieviel Tage im Jahr Du in der Schweiz bei welchem Arbeitgeber Du beschäftigt bist.
    U.U. kümmert sich Dein neuer Arbeitgeber um die Grenzgängerbescheinigung.

    Hier in Deutschland führst Du etwa 25 % Steuern ab.
    Wenn Du in Deutschland lebst.
    Kannst du monatlich bezahlen oder pro Quatal.
    In der Schweiz führst Du die Quellensteuer ab( weis nicht mehr, wie viel das ist), bekommst das aber von deutschen Finanzamt wieder.

    Rente geht in die Schweizer Pensionskasse, kann und wird aber ausgezahlt zum Ruhestand oder früher auf Wunsch.

    Du mußt ein Konto in der jeweiligen Kantonsbank aufmachen, weil Dein Arbeitgeber nicht nach Deutschland überweist.

    Fachweiterbildung kannst Du da machen, sie geht ebenfalls zwei Jahre und ist etwas anderst strukturiert als in Deutschland.
    In der Schweiz arbeiten nur PK die die Weiterbildung machen wollen oder schon haben.
    Wenn Du aus Deutschland eine Weiterbildung mitbringst, ist die in der Schweiz nicht zwingend gültig!

    Die Schweizer sind nicht gerade glücklich über die Grenzgänger...kann Dir also passieren, daß Du auch mal angefeindet wirst.
     
  3. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Die Schweizer sind nicht unglücklich über Grenzgänger und Anfeindungen erlebte ich nicht. Ich wohne direkt an der schweizerischen Grenze zur Ostschweiz. Kenne allerdings auch die Grenzgänger in der Nähe von Winterthur/ Basel u.a.
    Zum Thema Fachweiterbildung Anästhesie- und Intensivpflege aus Deutschland:
    Diese wird in diesem Umfang natürlich nicht anerkannt, da dies in der Schweiz ganz strikt und klar getrennt wird.
    Ich selbst verfüge über die FWB A+ I mit den höchsten Stunden, die Deutschland zu bieten hat und ebenso sehr viel fachpraktischen Unterricht (worauf die Schweizer enorm viel wert legen).
    Meine FWB absolvierte ich in Ba-Wü mit einer Weiterbildungsverordnung, die es nicht in jedem Bundesland gibt.
    Also bei mir war es folgendermaßen:
    Ich wäre als Fachschwester direkt bezahlt worden. Allerdings mit der Bitte darum, dass ich den Fachausweis Intensivpflege Schweiz innerhalb von 6 Monaten in 4,5 Tagen mit praktischer und theoretischer Prüfung nachholen soll.
    Es gibt allerdings auch Spitäler in der Schweiz, die das überhaupt nicht verlangen, da sie keine FWB- Stätte haben.

    Der Verdienst ist bei einer (in der Regel) 42 h Woche mit 20 - 25 Tagen Ferien im Jahr (je nach Kanton ) wirklich sehr gut. Die Lebenserhaltungskosten sind garnicht so teuer, wie wir Deutschen immer glauben.
    Der Sprit ist in jedem Falle billiger, die Wohnungen im ländlichen Bereich billiger als auf der deutschen und österr. Bodenseeseite und die Lebensmittel kann man ebenso gut in Deutschland oder in ausgewählten Supermärkten in der Schweiz billiger einkaufen.
    Es ist also Alles möglich.
    Ein Wohnheimzimmer wird in der Regel auch von den meisten Kantonspitälern angeboten und zwar für ca. 300 CHF im Kanton Zürich. Umgerechnet wären das dann ca: 234 Euro. Die Wohnheime in der Schweiz sind in der Regel wirklich extrem interessant und luxuriös (sehr gepflegt, Sportmöglichkeiten und hin- und wieder auch ein Schwimmbecken im Aussenbereich mit sehr gepflegtem und ansprechendem Ambiente).

    Intensivstation:
    Dort gibt es in der Regel die modernste Ausstattung, genügend Personal und sehr viel fachkompetentes Personal. Das Essen in der Cafeteria in den Kantonspitälern ist super.
     
  4. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Hallo,

    war in Basel und kann eben nur das berichten, was ich erlebt habe.

    Habe auch nicht gesagt, daß es auf den Intensivstationen kein kompetentes Personal gibt.
    Natürlich kann ich grenznah einkaufen gehen auf der deutschen Seite und ich kann auch günstig wohnen.
    Habe ich alles nicht angstritten.

    Ich war Grengänger und wurde öfter gebeten, in die Schweiz zu ziehen, da in Deutschland wohnen, in der schweiz Geld verdienen, nicht gern gesehen wäre.


    Man hat sich sogar teilweise darüber ausgelassen, daß ich keinen Dialekt spreche.
    Ich würde mich damit nicht auf meine Pat. einlassen.

    Auch habe ich nicht gesagt, daß die Weiterbildung generell abgelehnt wir und habe die Möglichkeit angespochen, die Weiterbildung auch in der Schweiz machen zu können.

    Also ist es wohl so das es von Kanton zu Kanton etwas anderst läuft.

    Dies sind erfahrungen, die ich mit anderen Plegekräften teile.

    Es ist doch schön, wenn Du die besseren Erfahrungen gemacht hast.

    Es war ja auch nicht alles für mich schlecht.

    Ich kenne auch genug Leute die sich sehr wohl dort fühlen.
     
  5. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Mein posting war auch nicht auf Dich persönlich bezogen. Ich habe nur von meiner Erfahrung berichtet. Nicht mehr und nicht weniger. Also bitte in keinster Art- und Weise persönlich nehmen, denn ich habe eben nur berichtet und dafür ist doch ein Forum da!

    Herzliche Grüße

    Nachtrag:

    Ich erlebe es mit meinen Vereinskollegen (Schweizer) und erlebte es in den Kantonspitälern in unterschiedlichen Kantonen eher so, dass eine Annahme des Dialektes (schwitzerditsch) eher nicht so gewünscht ist. Es wird gelacht darüber, wenn man es dann mal probiert. Es gibt sehr viele Österreicher, die in der Schweiz arbeiten und da wird sich auch nicht drüber ausgelassen. Allerdings sagte mir mal ein Pflegedienstleiter in einem Kantonspital, dass auf den peripheren Stationen eher Anfeindungen gegenüber Deutschen bestehen. Im Anästhesie- und Intensivpflegebereich eher garnicht.

    Also ich mag die Schweizer sehr.
     
  6. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Ich mag die Schweizer doch auch :lol:

    Trotzdem ist es dch manchmal nicht so einfach, sich da einzugliedern.
    Es lohnt sich auf jeden Fall mal da zu hospitieren, um gucken ob man sich da wohlfühlen kann.
     
  7. emlene

    emlene Newbie

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    Ich wohne mittlerweile seit fast 5Jahren in der Schweiz. Habe schon viel erlebt, viele Meinungen der Schweizer gehört und merke, dass ich immer tiefer in ihr Leben eintauche. Beginne auch, vieles besser zu verstehen. Ich muss zum Thema Grenzgänger sagen, dass ich das ganz und gar nicht nachvollziehen kann. Ich sehe das auch so wie viele Schweizer und rege mich ziemlich darüber auf. Dieses" da kann ich viel Geld verdienen und einiges sparen, wenn ich in D wohnen bleibe". Warum sind denn die Gehälter in CH so hoch? Weil das Leben eben auch teurer ist. Das "hohe" Gehalt braucht man in der Schweiz um leben zu können. Man kann damit gut leben, vielleicht ein wenig besser als in anderen Jobs. Aber als Grenzgänger wirst Du nie so den Anschluss haben zu den Schweizern als wenn Du mit ihnen lebst. Es ist kein Wunder, dass Deutsche so negativ gesehen werden von manchen Schweizern, wenn von Deutschen so gedacht und gehandelt wird. Wer schweizer Gehalt bezieht, soll sich bitte nicht nur die Rosinen herauspicken sondern ganz "Ja" zu dem Land sagen und da leben. Ist vielleicht ein wenig krass, meine Einstellung. Aber es gibt nun mal viele Einheimische hier, die das nicht verstehen. Und ich verstehe das je länger, je mehr auch nicht.
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Kann man zurzeit überhaupt als Grenzgänger in der Schweiz anfangen?

    Zwei Kolleginnen von mir sind vor einigen Jahren nach Basel gegangen. Die mussten sich einen Wohnsitz in der Schweiz suchen, sonst hätten sie keine Arbeitserlaubnis bekommen. Einkaufen in Deutschland ging natürlich (das machen die Schweizer aber auch), wohnen nicht.
     
  9. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Also das verschlägt mir doch en bischen die Sprache!

    Ich muß doch selbst entscheiden können, wo ich wohne.

    Natürlich ist das für ein so kleines Land, sicher ein Problem, wenn alle arbeiten kommen und keiner wohnt dort und bezahlt dort Steuern.
    Dann muß ich aber Bewerber vom umliegenden Ausland ablehnen, wenn die Bedingung das dort Wohnen ist und ich weis, der Bewerber, wird nicht in der Schweiz wohnen wollen.


    Wenn es umgekehrt wäre, dann würden die Schweizer doch auch bei uns arbeiten.
    Und würden sie dann Grenznah wohnen, dann würden sie auch weiter in der Schweiz leben.
     
  10. emlene

    emlene Newbie

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    Das hat eben etwas mit Integration zu tun. Die Schweizer ticken nun mal ganz anders als wir Deutschen. Ausser vielleicht die Sprache-wobei das Hochdeutsch, wie sie es sprechen, auch schon fast eine Fremdsprache für die Schweizer ist-ist nicht viel verbindendes da. Was sie mit dem Herzen ausdrücken wollen, können sie fast nur in ihrem Dialekt. Und das kommt bei uns Deutschen nicht so an, wie sie es meinen, wenn wir z. B. ihre Sprache nicht verstehen. Wenn wir nicht mit ihnen leben, werden wir sie auch menschlich nicht verstehen können. Eben, weil Du als Grenzgänger nicht so schnell ihre Mundart verstehen wirst, als wenn Du da lebst. Das hat bei mir auch etwas länger gebraucht, bis ich es begriffen habe. Nur wenn Du auch deinen Alltag da lebst, kannst Du bei ihnen ankommen-wobei es als Deutscher eben schwer ist.
     
  11. olynthchen

    olynthchen Stammgast

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    Heist doch, daß es Deutsche, da schon was schwerer haben...oder?:roll:

    Ja, in diesem Fall ticken wir wahrscheinlich wirklich etwas anderst.

    Die Schweizer haben doch einen sehr ausgeprägten Nationalstolz...meinetwegen....aber trotzdem möchte ich da wohnen, wo ich denke, daß es mit gefällt..:wink1:


    Ist auch nicht das Thema, es ging ja darum, wie es ist in der Schweiz zu arbneiten und wie man das anstellt. Und ich denke , da ist doch schon einiges zusammengekommen.

    Generell lohnt es sich die Erfahrung zu machen...
     
  12. julemunich

    julemunich Newbie

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    Hallo,

    vielen Dank für die zahlreichen Antworten. Jetzt bin ich schon über einiges gut informiert. Man sollte sich das dann schon vorher gut überlegen ob man diesen Schritt waagen sollte.

    Hab auch schon mal auf den Homepages Unispital Basel und Zürich geschaut, die haben diesbezüglich auch einiges erklärt und Stellen sind dort zur Zeit auch ausgeschrieben.

    Liebe Grüße

    Julia
     
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