Glukose bei erhöhten Natriumwerten?

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Rübezahl, 05.12.2005.

  1. Rübezahl

    Rübezahl Junior-Mitglied

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    Hallo!

    Kann mir jemand erklären warum man bei einigen Pat. mit erhöhten Natrium-Werten Glukoseinfusionen gibt und was diese dann bewirken/sollen?
    Hab es auch schon erlebt das Furosemid i.v. gegeben wurde - wann gibt man was?

    Freue mich auf eure Antworten, Rübezahl. :emba:
     
  2. sisterNic

    sisterNic Stammgast

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    Hallo Rübezahl..

    also, Furosemid (Lasix) gibt man wegen der Diurese, um die Wasserausscheidung zu fördern.

    Meines Wissens nach bindet ein Salz-Ion 2 Wasser-Ionen.

    Folge: zuviel Salz=zuviel Wasser im Körper-> Ödeme (Hirn,Lunge,Gewebe).

    Um dies zu verhindern, das Furosemid.

    Warum da Glukose-Lösungen gegeben werden, ist mir nicht klar.
    Da Glukose eine hypotone Lösung ist und damit bewirkt, dass Wasser ins Gewebe gezogen wird.
    Zunächst wird damit zwar erstmal das Natrium im Blut gesenkt, doch eigentlich bewirke ich doch damit nur eine Elyte-verschiebung bzw.Na-verschiebung.

    Wenn uns wer eines Besseren belehren kann, dann bitteschön :-).

    LG,Nic
     
  3. heriion

    heriion Stammgast

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    HI
    Furosemid wirkt saluretisch Aufgrund einer Hemmung der renalen Natrium- und Chloridrückresorbtion. Durch einen relativ frühen Angrifsort (aufsteigende Henle-Schleife) kann Furosemid bis zu 30% des filtrierten Natriums ausscheiden. (steht im Buch)

    Soweit ich weiss senkt furosemid hauptsächlich Ka+ , Na+ geht nur mit dem wasser mit das ausgeschieden wird.

    Zu Glukose kann ich dir nicht viel sagen, wir machen manchmal das was mann nie darf: Glukose 5% mit NaCl 0,9% mischen und erhalten 0,45% NaCl um Natrium Serumkonzentration langsam zu senken.

    Glukoselsg. allein wirkt in dem die Glukose von den Zellen aufgenommen wird und es bleibt reines wasser über. Dabei wird aber Ka+ stärker gesenkt da Serumkonzentration von Ka+ niedriger ist als die von Na+.

    ODER?

    Grüsse Herion
     
    #3 heriion, 06.12.2005
    Zuletzt bearbeitet: 06.12.2005
  4. Tobias

    Tobias Poweruser

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    Wenn der Na Wert zu hoch ist (150) und der Pat. parenteral Flüssigkeit braucht, macht es wenig Sinn noch Natrium zuzuführen (E154, E153 usw.). In diesem Fall wird G5% z.B. infundiert. Man verdünnt dann auch alle Perfusoren mit Glucose.

    Wenn man die Diurese ankurbeln möchte!

    Lies hier unter Furosemid: http://www.krankenschwester.de/forum/2596-post6.html

    LG Tobias
     
    #4 Tobias, 06.12.2005
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 06.12.2005
  5. Rübezahl

    Rübezahl Junior-Mitglied

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    Keine Angst - die Wirkung des Furosemid ist mir durchaus bekannt :-)
    Aber bis jetzt versteh ich noch immer nicht, wieso ein Pat. mit Na von 160, Ödemen und div. Herzerkrankungen zum Ausschwemmen bzw. Na-senken Glukose bekommt.. Wäre in meinen Augen sinnvoller das Furosemid zu geben, aber um das entscheiden zu können fehlen mir wohl entscheidende 12Semester.. (leider konnte es mir die zuständige Ärztin [frisch von der Uni] auch nicht erklären..) :weissnix:
    Gut, die Erklärung von Tobias versteh ich - ist klar das der Körper dann kein Natrium mehr brauch...

    Ciao! :-)
     
  6. sisterNic

    sisterNic Stammgast

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    @Tobias..

    Ja,das mit dem Na-Zuführen ist klar,dass man nicht noch mehr gibt.

    Aber nichtdestotrotz bleibt Glucose eine hypotone Lösung.
    (Es kommt zur Diffusion,dass heisst,Teilchen von Ort der höheren Konzentration wandern zum Ort der niedrigeren Konzentration,bis ein Ausgleich stattgefunden hat).
    Und so wandert Na zwar erstmal aus dem Gefäss-System,was primär eine Senkung das Blut-Na-Wertes bewirkt, jedoch habe ich dann das Na im Gewebe (und wir erinnern uns: ein Salz-Ion bindet 2 Wasser-Ionen).

    Damit habe ich eine E-lyteverschiebung bewirkt und auch,dass sich ich besimmten Regionen Wasser ansammelt (somit habe wieder wieder Beinödeme,Lungenödeme usw. ).

    Also habe ich das Problem an sich nicht gelöst.

    Somit wäre es besser, dann eine Infusionslösung zu suchen, die weniger Na enthält.

    LG,Nic
     
  7. heriion

    heriion Stammgast

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    Hallo @sisterNic

    Ich meine nicht, daß Na+ dann ins Gewebe diffundiert. Ich hab mal gelernt daß Na+ Konz. im Serum am höchsten ist. Somit würde nur die Konzentration gesenkt bei gleichbleibenden Anzahl von Na+ Ionen. Laut Stöchometrischen Gleichung: V' * K' = V" * K".
    Nur K+ wird aktiv mit Glukose und Isulin in die Zellen geschwemmt. Die Na+ Kanäle sind durch Glukose/H²O nicht aktiver.
    Oder meinst Du den gesammten extrazellulären Raum?

    Mei sowas find ich sowas von spannend.

    Grietz eng
    Herion
     
    #7 heriion, 07.12.2005
    Zuletzt bearbeitet: 07.12.2005
  8. sisterNic

    sisterNic Stammgast

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    Hallo Herion..

    ok, dann lassen wir des mal so stehen, dass Na nicht diffundiert, aber wohl das Wasser.

    Das Endergebnis wäre dann, dass die Flüssigkeit im Intravasalraum ja weniger wird, eben weil es durch Glukose (welche immer noch ne hypotone Lsg. ist), dann würde für mich das Na dann ansteigen.

    Weniger Flüssigkeit bei gleichbleibender Na-Konzentration bedeutet dann am Ende eine höhere Na-Konzentration.

    Ich frag bei Gelegenheit mal unsere Internisten (und heut mal unsere Neurologen, mal sehen was die wissen :D )..

    LG und bis denn,
    Nic

    PS:Sobald ich die Antwort weiss, dann werde ich mich wieder melden.
     
  9. flexi

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    Hallo Rübezahl,
    [FONT=Helvetica, Arial]Bei einer Erhöhung des Serumnatriums über 152 mmol/l[/FONT][FONT=Helvetica, Arial] spricht man auch von einer Hypernatriämie[/FONT][FONT=Helvetica, Arial]. Ursache sind Flüssigkeitsverluste über Nieren und andere Körperbereiche. Zuviel an Na führt zur Austrocknung von Zellen, besonders auch der Hirnzellen.
    Also gilt es, dort wieder Wasser hinzubringen.
    Dazu benutzt man hypotone G-5-Lösungen (sind Na-frei), weil das Wasser dann sehr schnell aus dem EZR vom Gewebe und den Zellen aufgenommen wird und die Konzentration des Na damit dort erniedrigt wird.
    [/FONT][FONT=Helvetica, Arial]Bei Na-Werten über 160 mmol/l muß die Flüssigkeitszufuhr stark verlangsamt werden, weil es sonst bei einer zu raschen Auffüllung des Flüssigkeitsvolumens ein Hirnödem egeben kann.
    Um den Ausgleich nicht zu schnell erfolgen zu lassen, setzt man in der Praxis wohl auch oben beschriebene G-5/Nacl 0,9%-Lösungen ein.

    Furosemid bringt Wasserausscheidung und damit auch Na-Reduzierung.

    Wann was zu nehmen ist, ist sicher eine ärztliche Entscheidung, diese wird sich an der Ursache für eine Hypernatriämie orientieren müssen.
    [/FONT]
     
  10. micha1980

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    Bei uns das Mittel der Wahl...

    Hallo zusammen, ich arbeite auf einer chirugischen Intensivstation wo der Grossteil der Patienten polytraumatisiert ist. Bei uns kommt es auch häufig vor das Patienten erhöhte Natriumwerte haben, wobei bei uns neben dem aufziehen von Perfusoren mit Glucose 5% auch die Gabe von Aldactone zur gängigen Praxis gehört. Wie und warum Aldactone Kalium spart und Natrium senkt weiss ich allerdings auch nicht. aber es klappt!!!
     
  11. flexi

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    Hallo Micha,
    Spironolacton (=Aldactone ®) ist ein Entwässerungsmittel aus der Gruppe der kaliumsparenden Diuretika. Als Gegenspieler des Hormons Aldosteron verdrängt es dieses von seinen Bindungsstellen in den Zellen. Damit kann das Aldosteron seine Wirkung nicht mehr entfalten. Natrium wird in größerer Menge ausgeschieden und Kalium dafür im Körper festgehalten. Das Natrium bindet Flüssigkeit an sich, so dass auch vermehrt Wasser ausgeschieden wird - die Harnmenge steigt.
     
  12. totalpackage

    totalpackage Newbie

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    Glukose 5% ist eine Natriumfreie Lösung, der Effekt ist, das kein Natrium mehr zugeführt wird und sich die Salzmoleküle mit der G5% Lösung verdünnen und damit allmählich und langsam die Gesamtkonzentration des Natriums im Serum abnimmt. Hier noch eine Information aus dem Larsen. Bei hypertoner Hyperhydratation liegt ein Überschuss von Wasser und gelösten Stoffen (auch Natrium)vor, die Plasmaosmolarität ist erhöht. Ursache ist eine erhöhte Natriumzufuhr oder ein Nierenversagen. Die Therapie ist symptomatisch
    Diuretika, z,.B. Lasix
    Vorsichtige Infusion natriumarmer, halb bis drittelisotoner Lösungen, um die Osmolarität zu senken
    kochsalzarme Diät
    bei eingeschränkter Nierenfunktion: Dialyse
    Bei isotoner Hyperhydratation liegt ein Überschuss an Wasser und gelösten Stoffen (auch Natrium) vor. Betroffen ist im Wesentlichen der Extrazellulärraum. Therapie:
    Behandlung der Grunderkrankung
    Diuretika zur Förderung der Salz und Wasserausscheidung
    negative Natrium- und Wasserzufuhr (Kontrolle der Elekrolyte)
     
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