Gezielte Anleitung in der Psychiatrie

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von finchenD12, 07.10.2008.

  1. finchenD12

    finchenD12 Newbie

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    Hallo,
    ich mache gerade die Weiterbildung zur PA. Jetzt suche ich nach geeigneten Themen für eine gezielte Anleitung in der allgemeinen Psychiatrie.
    Hat jemand eine gute Idee???
    Vielen Dank
    finchen
     
  2. Ms Swan

    Ms Swan Junior-Mitglied

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    hallo FinchenD12,
    welche Inhalte hast du denn bisher den Schülern vermittelt, wenn sie zu euch auf Station gekommen sind? Wo hast du bisher Prioritäten gesetzt? Vielleicht kannst du diese Fragen als Ansatz nehmen. Ansonsten würde mir speziell bei der Psychiatrie folgendes einfallen - Überwachung der Pat. oder auch Überwachung der Medikamenteneinnahme, Umgang mit speziellen Krankheitsbildern (Anorexie,..), Distanz, evt. auch ein Thema "Eigenschutz".

    Das gute an der gezielten Anleitung ist ja, dass man sich aus einem komplexen Thema, nur einen ganz kleinen gewissen Teil raussuchen kann/ muss.
    Ich bin zur Zeit in der selben Situation wie du- ich mache auch meine Weiterbildung zur PA und habe den gleichen Auftrag erhalten:gruebel:. Allerdings hab ich es etwas einfacher, aufgrund meines Fachgebietes. In der Unfallchirurgie kann man eher mal was erklären und zeigen (Grundpflege bis hin zu chirurgischen Themen). Mir schwebt als Thema das Redonwechseln vor. Zur Zeit haben wir "zwar nur" eine Schulpraktikantin, aber sie muss wohl dafür herhalten.:engel:

    Mich würde interessieren, für was für ein Thema du dich entschieden hast, wenn es soweit ist.

    mfG Ms Swan
     
  3. finchenD12

    finchenD12 Newbie

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    Hallo Ms Swan,
    danke für Deine Antwort.
    Vieles, was ich mit Schülern während ihres Einsatzes mache, finde ich für eine Anleitungssituation, an der noch eine Person teilnimmt, schwierig.
    So finde ich zum Beispiel lebenspraktisches Training nicht schlecht, wenn dann aber ein Patient mit drei Leuten Kuchen backen soll???????
    Also habe ich in meiner Arbeit nach "handfesten" Dingen gesucht und bin auf Vitalzeichenkontrolle bei bestimmten Neuroleptika gestoßen bzw. Thema "Gewalt" / Fixierungen.
    Beides sind recht klar umrissene Themen.
    Beziehungsarbeit oder Gesprächsführung finde ich einfach für eine geplante, gezielte Anleitung sehr schwierig.
    Das was ich an meinem Beruf liebe, das Unvorhersehbare, wird mir für die künstliche Situation Prüfung gerade echt zur Qual.
    Wie kommst Du voran?
    Schon ein Thema gefunden?
    Gruß
    finchen
     
  4. randall-mcmurphy

    randall-mcmurphy Junior-Mitglied

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    hallo,

    wie wäre es mit dem thema "intramuskuläre injektion"?

    viele patienten erhalten neuroleptika als depotgabe; und i.m. injektionen habe ich während meiner ausbildung vor vielen jahren NUR in der psychiatrie und der gyn erlebt. für unsere schüler ist dies immer eine gute gelegenheit hier mal "hand an zu legen".

    weitere themen:
    > pflegeschwerpunkte bei lumbalpunktion
    > pflegeschwerpunkte nach elektrokrampftherapie (ekt); wenn eure station dies anbietet

    lg

    randall
     
  5. finchenD12

    finchenD12 Newbie

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    Hallo randall,
    danke für Deine Ideen, die ich auch echt gut finde. Nur sind bei uns i.m.-Injektionen leider ärztliche Tätigkeit, Lumbalpunktionen haben wir auf meiner Station höchstens einmal im Jahr und EKT's allenfalls zwei. Beides scheint es nicht in absehbarer Zeit zu geben.
    Das ist je auch das für mich faszinierende an meiner Arbeit, bisher ist mir auch noch keine spannendere und abwechslungsreichere Arbeit begegnet.
    Aber es ist halt auch viel Spontanität, Flexibilität und Improvisation gefragt. Dinge, die bei einer geplanten, gezielten Aktion mit Schülern, die nur noch max. 6 Wochen da sind schwierig.
    LG
    finchen
     
  6. randall-mcmurphy

    randall-mcmurphy Junior-Mitglied

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    gut,

    wie wäre es dann mit pflegetherapeutischen gruppenangeboten:
    > leitung einer zeitungsgruppe
    > leitung einer entspannungsgruppe nach jacobsen
    > durchführung einer morgenrunde


    ich glaube allerdings, um dir gezielt vorschläge zu untebrreiten solltest du mal etwas mehr über deine station, ihr hauptklientel und das therapeutisch setting erzählen.

    lg

    randall
     
  7. randall-mcmurphy

    randall-mcmurphy Junior-Mitglied

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    ach ja,

    was mir noch einfällt, bevor ich nun zu bett gehe:

    > training spezieller kommunikativer techniken, wie z.b. das verwenden von strikten offenen fragen. hierbei kannst du was zur klientenzentrierten kommunikation nach rogers sagen (theorieteil) um dann in praktischen übungen die techniken umzustezen. du kannst sogar wöchentlich mit den azubis kleine trainingssitzungen abhalten, wenn gerade viele patienten im ausgang oder in therapien sind ...

    lg

    randall.
     
  8. finchenD12

    finchenD12 Newbie

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    Hallo randall,
    Mensch, Du sprudelst ja über vor Ideen (am Rande, was ist eine Zeitungsgruppe?).
    Ich denke, ich habe mein Thema gefunden: Lebenspraktisches Training: Einkaufen und Kochen/Backen.
    Ich arbeite auf einer fakultativ geschlossenen Station in der akuten Allgemienpsychiatrie. Es gibt 20 Betten, wovon zwei dauerhaft mit forensischen Patienten belegt sind. Hinzu kommen mehrere Langzeithäuser in unserem Zuständigkeitsgebiet, so daß wir immer auch chronifizierte und auch hospitalisierte Patienten auf Station haben.
    Aus meiner Erfahrung heraus, freuen sich Schüler einfch auch über so ein "Schmankerl", Pflege mal von einer anderen Seite. Und je länger ich über die ganze Thematik nachdenke, sesto mehr fällt mir auf, welch' komplexe Aufgabe so etwas ist.
    LG
    (muß noch meine "Hausaufgaben" für die WB zu Ende bringen)
    finchen
     
  9. randall-mcmurphy

    randall-mcmurphy Junior-Mitglied

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    guten morgen,

    was eine zeitungsgruppe ist?

    es geht dabei darum, dass patienten kleiner bis mittlere artikel zusammen abschnitt für abschnitt lesen. jeder vorleser soll dann in eigenen worten das gelesene wiedergeben; oder der leser bittet einen anderen das gelesene wiederzugeben, oder die pflegekraft wählt jemanden aus (wenn andere das gelesene wiedergeben müssen, dann müssen immer alle mitlesen und sich nicht nur vorausschauend auf ihren absatz konzentrieren).

    die patienten können hier ihre merk- und konzetrationsfähigkeit testen; die pflegekraft, welche die gruppe leitet, kann dies zudem einsehen.

    nachdem ein mittelgroßer artikel zuende gelesen wurde, kann man einen patienten bitten, alles noch einmal zusammenzufassen; ggf. kann auch eine kleine diskussion zum thema eingebracht werden.

    eine zeitungsgruppe bringt patienten auch dazu, sich mit aktuellen themen auseinanderzusetzen.

    und abschließend noch ein literaturtipp:

    Lanzenberger, A & Rakel, T: Pflegetherapeutische Gruppen in der Psychiatrie: Planen, durchführen, dokumentieren, bewerten.Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft 2001

    LG

    randall
     
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